Agustín Sánchez Vidal QUIPU

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Inhaltsangabe zu „QUIPU“ von Agustín Sánchez Vidal

1573. Bei Nacht und Nebel nähert sich ein geheimnisvolles schwarzes Schiff der spanischen Küste, an Bord ein Jesuit und eine Inka-Prinzessin, unterwegs in geheimer Mission. 1780. Nach Jahren fern von Madrid kehrt Sebastián de Fonseca zurück in die spanische Hauptstadt. Doch in seinem Elternhaus erwartet den jungen Militäringenieur Schreckliches: Sein Vater ist mit einem bizarr geknüpften Strick stranguliert worden. Kurz darauf wird auch sein Onkel, Jesuitenpater Álvaro de Fonseca, erdrosselt. Hat ihr Tod etwas mit der alten Chronik aus den ersten Jahren des Vizekönigreiches Peru zu tun, die sie zu entschlüsseln suchten? Oder mit dem seltsamen Quipu, einer roten Knotenschnur der Inka, mit der das Manuskript zugebunden ist? Zusammen mit der schönen Mestizin Umina begibt sich Sebastián auf eine abenteuerliche Reise nach Vilcabamba, der letzten Bergfeste der Inka.

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  • Rezension zu "QUIPU" von Agustín Sánchez Vidal

    QUIPU

    velho1960

    05. September 2010 um 14:05

    Ein anspruchsvoller historischer Roman, nicht immer leicht zu lesen, dennoch spannend geschrieben und zum weiterlesen animierend. Kein Roman für Leser die zum ersten Mal einen historischen Roman lesen. Der Roman handelt zu verschieden Zeiten mit vordergründig verschiedenen Geschichten die aber zueinander gehören, genau das hat mich aber an dem Buch gereizt.

  • Rezension zu "QUIPU" von Agustín Sánchez Vidal

    QUIPU

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. March 2010 um 07:48

    An der Küste von Andalusien beginnt anno 1573 eine rätselhafte Geschichte um ein schwarzes Schiff und Quipu, die Knotenschrift der Inkas. Sánchez Vidals Buch ist ein Epigraf vorangestellt, ein sprachliches Bild aus dem Spätwerk Jorge Luis Borges': "Jemand nimmt sich vor, die Welt zu zeichnen. Im Laufe der Jahre bevölkert er einen Raum mit Bildern von Provinzen, Königreichen, Gebirgen, Buchten, Schiffen, Inseln, Fischen, Zimmern, Instrumenten, Gestirnen, Pferden und Menschen. Kurz bevor er stirbt, entdeckt er, dass dieses geduldige Labyrinth aus Linien das Bild seines eigenen Gesichts wiedergibt." (1960). Borges ist einer, der sein ganzes Leben auf der Suche nach dem Selbst war und die Geheimnisse, die das Leben für uns alle bereit hält, in seinen Texten verehrend beschrieb und ihnen die irritierende Wichtigkeit einräumte, die so mancher aufklärerische Zeitgenosse niederzudenken vermag. Auch Agustín Sánchez Vidals Roman "Quipu" ist eine Geschichte um die Unklarheiten des Lebens, um die Mythen des Daseins. Recht konventionelle Bilder machen den Roman zu einem gewohnten Bild des Lesens. Die Metaphern aber sind stimmig und funktionieren. Die sehr distanzierte Darstellung bei der (Nicht-)Einführung der Figuren in dem In-medias-res-Beginn des Romans fesselt den Leser durchaus. Dies ist ein historischer Roman, der es wahrlich schaffen kann, über den ureigenen Unterhaltungswert, eben durch die metaphysischen Anspielungen auf die Rätsel der Geschichte und fremden Völker, hinauszuwachsen. "Doch Sebastían blickte nicht auf den ersten Minister, sondern auf die Person, die zu seiner Rechten einherschritt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren regte sich in ihm ein Gefühl, das er für immer tot geglaubt hatte. Die schlanke junge Frau mit dem pechschwarzen Haar, dem rosigen Mund von betörender Sinnlichkeit, den leicht mandelförmigen Augen und einer Hautfarbe zwischen kupfern und zimten, wie man es nur bei Mestizinnen fand, war eine Schönheit, die ihm den Atem nahm." Gleich auf den ersten Seiten des Romans wird zwischen Sebastían de Fonseca und der gefährlichen Mestizin Umina eine liebende Verbindung durch den Erzähler gestrickt, die den Fokus des Lesers auf die Zwischenmenschlichkeit, die das Leben natürlich vor allem ausmacht, lenkt. So muss das bei einem historischen Wälzer dieser Art wohl auch sein. Sebastían de Fonseca ist Militäringenieur und wird von seinem Vater aufgrund einer wichtigen Mitteilung zum Direktor der Theatergruppe gesendet. Sebastían geht also ins Theater, es wird eine Neubearbeitung der Trilogie über die Gebrüder Pizarro von dem spanischen Dramatiker Tirso de Molinas gegeben. Francisco Pizarro entdeckte zu Beginn des 16. Jahrhunderts die neue Welt und verwebt sich so mit der geheimnisvollen Geschichte um einen Schatz der Inkas, der auch Ausgangspunkt für den vorliegenden Roman ist. Der Mord des Theaterdirektors Cañizares fügt dem Verwirrspiel des Romanbeginns ein weiteres Mosaikstück hinzu und dröselt die schon von Beginn an verstreute Handlungsebene noch einmal auf, denn hier wird für den Leser klar, dass er es mit einer sehr komplexen und auf verschiedene Protagonisten verteilten Geschichte zu tun haben wird. Diese analytische Struktur des Romans geht aber auf: Der Leser möchte nun unbedingt wissen, warum dieser Tod notwendig war, wie es mit Sebastíans aufkeimenden Gefühlen für die Mestizin weitergehen wird, und warum Cañizares für seinen mutigen und provozierenden Monolog vor der Theateraufführung nun mit seinem Leben bezahlen musste. Dabei ist es immer wieder interessant zu sehen, wie mythische und mythologische Quellen und Bezüge für das Unterhaltungsgenre zur allgemeinen Mystifizierung werden und bestimmte Menschentypen beschreiben, aber auch als erzählerische Magie funktionieren. Hierbei wechselt sich ein wissender Erzähler immer wieder mit der Innensicht Sebastíans ab, der zur Heldenfigur des Romans wird. Leider gleitet der Roman auch immer wieder in platte Oppositionen ab, die es für das Flair der Intrigen und Konventionen des Genres wohl benötigt, die den Roman durchaus flott lesbar, aber für die Begriffe der Rezensentin auch etwas trivialer machen. Dem Rezipienten wird in Sebastían ein überaus gebrochener, von der Liebe niedergedrückter Held präsentiert, dessen Leiden auf urkonventionelle und überaus romantisierte Vorstellungen von Liebe und Lebensplanung fußen, was für das Genre des historischen Romans und seine realhistorisch zu verankernde Geschichte ganz natürlich erscheinen mag, aber für einen geübten Leser leicht zum ironischen Material werden kann. Denn immer auch ist es die Form des Erzählten, die die Konventionen der Vergangenheit in rosa Tönen färbt oder eine tatsächliche, vielleicht auch drastisch fiktionalisierte Wirklichkeit bieten. Die Entscheidung für eine der beiden Seiten muss schlicht dem Leser überlassen werden. Im vorliegenden Roman wird also eine Identifikationslinie gezogen, die - zugegebenermaßen - für den wohlwollenden Leser zu einer spannenden Lesereise führen kann, weil der Autor eine sichere, schöne, bildreiche Sprache und eine hochinteressante Geschichte um die spanische Vergangenheit und ihre kolonialisierenden Tendenzen und Entwicklungen liefert, die glaubhaft erzählt und recherchiert wirkt. [Erstveröffentlichung auf sandammeer.at]

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