Aharon Appelfeld Katerina

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Inhaltsangabe zu „Katerina“ von Aharon Appelfeld

'Sein bester Roman.' (Die Zeit).

Ein ukrainisches Dorf Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Katerina verlässt nach dem Tod der Mutter ihr liebloses Elternhaus. In der Stadt findet sie Arbeit bei einer jüdischen Familie, die ihr nach anfänglicher Fremdheit immer vertrauter wird. Doch als man den Hausherrn bei einem Pogrom ermordet, landet Katerina auf der Straße. Ziellos irrt sie umher, lebt von Gelegenheitsarbeiten. Erst als sie sich in Sami verliebt, einen Juden, scheint sie ihren Platz im Leben zu finden: Katerina wird schwanger. Doch dann wird ihr alles genommen, und Katerina will nur eines: Rache.

'Die Art, in der Appelfeld sich seiner Wurzeln besinnt, erinnert an Tolstoi.' (NEW YORK TIMES BOOK REVIEW)

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  • Aus einer untergegangenen Welt

    Katerina

    Monsignore

    01. March 2014 um 20:35

    Wuchtige Sprachgewalt, die an die alte untergegangene galizische Schreibkunst erinnert, ich dachte oft an Joseph Roth. Und aus Galizien kommt der heute steinalte Autor, tief im Jüdischen verwurzelt. In einem ukrainischen Dorf findet die junge Katerina Arbeit bei Juden. Sie hat eine schwere Kindheit hinter sich und findet erstmals Anerkennung und Zuneigung, sogar Geborgenheit in der Familie. Von außen wird sie angefeindet, weil sie bei Juden lebt und arbeitet. Nach einem Pogrom ist sie wieder auf sich allein gestellt, findet ihre große Liebe, bekommt ein Kind und verliert erneut alles. Rache nimmt jetzt Platz in ihrem Herzen und ihr ohnehin von Katastrophen geprägtes Leben steuert auf ein letztes Desaster zu. Es ist mir ein Rätsel, warum Aharon Appelfeld nie im Gespräch für den Literaturnobelpreis ist.

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  • Rezension zu "Katerina" von Aharon Appelfeld

    Katerina

    thiefladyXmysteriousKatha

    25. November 2012 um 14:38

    Katerina Ein sprachmächtiger, erschütternder Roman über Liebe und Hass, Schuld und Sühne – und das gleichnishafte Schicksal einer Frau, die sich nach privatem Glück sehnt, aber dazu verdammt ist, Chronistin der Geschichte zu sein. Kurzbeschreibung Ein ukrainisches Dorf Ende des 19. Jahrhunderts: Das junge Mädchen Katerina verlässt nach dem Tod ihrer Mutter das Elternhaus, in dem sie nur Lieblosigkeit und Gewalt erfahren hat. In der Stadt findet sie Arbeit bei einer jüdischen Familie. Zuerst verachtet sie deren Lebensgewohnheiten, doch mit der Zeit faszinieren sie jüdische Sprache, Tradition und Religion immer mehr. Als die Eltern der Familie bei Pogromen ermordet werden, landet Katerina auf der Straße. Die Nähe zu diesen Menschen – im Hausherrn hatte sie ihre große Liebe gefunden – hat sie jedoch verändert, ihre eigenen Landsleute sind ihr fremd geworden. Ziellos irrt sie umher, lebt von Gelegenheitsarbeiten, schläft, wo sich ein Bett findet. Und dann verliebt sich die junge Frau doch noch einmal: in Sami, einen Juden, wie sie selbst auf der Suche nach einem Platz im Leben. Endlich scheint alles gut zu werden. Katerina wird schwanger und ist glücklich mit ihrem kleinen Benjamin. Aber dann wird ihr alles genommen, und Katerina will nur eines: Rache. Cover Ich persönlich finde die Frau, die abgebildet ist sehr hübsch. Was mich am Cover abschreckt ist das Grau. Die Geschichte ist düster, daher passt es aber optisch hätte mich das Buch nie angesprochen. Meinung Dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht. Als ich mit dem Buch begann viel mir als erstes auf wie sympatisch die Protagonistin ist. Auch Aharon Appelfelds Schreibstil ist angenehm zu lesen und zum Glück überhaupt nicht langatmig, was bei historischen Romanen manchmal (und oft) vorkommt. Die Geschichte zog mich schnell in ihren Bann. Es ist unheimlich grausam, was Katerina alles erleben musste. ich habe mir ihr gelitten und geweint. Das Buch war so herzergreifend! Katerina erfährt einen Schicksalsschlag nach dem anderen und ich frage mich wie sie überlebt hat. Ich wäre an der ganzen trauer zugrunde gegangen. Die Deportation der Juden wird hier auch verarbeitet und es war wiedermal erschreckend etwas über diese Zeit zu lesen. Einen Punkt Abzug gibt es für die Dialoge über Gott, welche mir zu oft vorkamen. ich gebe 4 Sterne.

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  • Rezension zu "Katerina" von Aharon Appelfeld

    Katerina

    Thaila

    08. November 2010 um 18:41

    Wie in vielen seiner Romane lässt der israelische Autor Aaron Appelfeld in Katerina die Bukowina, die Landschaft seiner Kindheit wieder auferstehen. Anders als in vielen Werken über die fast schon mysthische Bukowina und ihrem reichen jüdischen Kulturleben, wird hier die Gesellschaft der Zwischenkriegszeit nicht verklärt dargestellt. Appelfelds Thema ist der Antisemitismus der slawischen Bevölkerung, die sich in Verfolgung und Pogromen gegen die jüdischen Bewohner wendet. Der Roman erzählt aus der Sicht des ruthenischen Mädchens Katerina. Sie wächst auf dem Dorf mit dem Glauben auf, die Juden seien Verbündete des Teufels und hätten Jesus getötet. Die jüdischen Händler, die über Land ziehen, betrachtet sie mit einer Mischung aus Faszination und Schrecken. Als junge Frau geht sie in die Stadt und muss dort aus Armut einen Posten als Dienstmädchen bei einer jüdischen Familie annehmen. Langsam lernt sie die jüdischen Bräuche kennen und ihre jüdischen Arbeitgeber lieben. Nachdem diese bei einem Pogrom ermordet werden, beginnt für Katerina eine Odyssee. Sie bekommt ein Kind von einem jüdischen Mann. Als dieses jedoch auch ermordet wird, nimmt sie Rache. Nüchtern beschreibt Appelfeld die brutale Wirkungsweise des katholischen Antisemitismus, der so naiv wirkt und trotzdem so gewalttätige Folgen hat. Das Zusammenleben der Völker der Bukowina ist in diesem Roman eine ständige Konnfrontation, bei dem immer die Juden die Verlierer sind. Die Geschichte einer jungen Frau, der es gelingt sich von den anerzogenen Mustern zu lösen, ist in diesem Zusammenhang um so rührender.

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