Meine Eltern

von Aharon Appelfeld 
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Meine Eltern
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Ein berührendes und aufwühlendes Buch. Was für ein eindrucksvolles Familienbild.

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Man muss zwischen den Zeilen lesen können und vor allem darf man nicht aufgeben.

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Inhaltsangabe zu "Meine Eltern"

August 1938: Am Ufer des Flusses Prut in Rumänien versammeln sich die Sommerfrischler, überwiegend säkularisierte Juden, darunter ein Schriftsteller, eine Wahrsagerin, eine früher mit einem Christen liierte Frau, die nun auf Männerschau ist. Auch der zehnjährige Erwin und seine Eltern sind hier, doch das Kind spürt, dass etwas anders ist: Hinter den Sommerfreuden, den Badeausflügen und Liebeleien geht die Welt, die alle kennen, zu Ende. Einige reisen früher ab, andere verdrängen die Nachrichten aus dem Westen. Spannungen bleiben nicht aus, auch nicht zwischen den Eltern, der Mutter, die Romane liest, an Gott glaubt und an das Gute, und dem Vater, dem Ingenieur, der alles rational und pessimistisch sieht. Als die Familie in die Stadt aufbricht, überfällt Erwin die Furcht. In der Schule wurde er geschlagen und als 'Saujude' beschimpft – und er beginnt zu ahnen, dass an den unterschiedlichen Haltungen seiner Eltern noch viel mehr hängt: die Zukunft, das Überleben.
Ein feinfühliger Roman, der seismographisch die Brutalität des heraufziehenden Krieges verzeichnet – und zugleich das Porträt einer bürgerlichen Welt vor der Katastrophe. Eines der persönlichsten Bücher von Aharon Appelfeld, direkt, ehrlich und doch auch kindlich-schön.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783737100311
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Rowohlt Berlin
Erscheinungsdatum:17.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Lesemanievor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein berührendes und aufwühlendes Buch. Was für ein eindrucksvolles Familienbild.
    Das Ende einer Kindheit

    Ihre Sommer verbringen die Eltern des zehnjährigen Erwin gerne mit ihrem Sohn auf dem Land, am Ufer des Flusses Prut. Hier versammeln sich während der Ferien eine Reihe anderer Sommerfrischler; die meisten von ihnen säkularisierte Juden. Erwin verbringt viel Zeit damit, die unterschiedlichen Charaktere zu beobachten. Da ist der einbeinige Alte, der meistens miesepetrig vor sich hinsieht und den anderen ihre Unbekümmertheit und Oberflächlichkeit vorwirft. Oder die kapriziöse P., die zu viel trinkt und auf Männerschau ist. Der Arzt, Dr. Zajger, der sich unermüdlich um die Armen kümmert und für seine Patienten nicht nur viel Schlaf opfert. Oder der Schriftsteller Karl König, der verzweifelt versucht, weitere Kapitel seines Buches zu seiner Zufriedenheit fertigzustellen. Sie alle beobachtet der junge Erwin in diesem Sommer des Jahres 1938 ganz genau. Das gilt auch für seine Eltern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die sanfte Mutter hat sich aus ihrer Kindheit in einem streng religiösen Elternhaus einen einfachen Glauben und unerschütterliches Gottvertrauen bewahrt. Der Vater wiederum ist Realist, Zyniker und erklärt täglich, dass die nächste Sommerfrische woanders verbracht werden soll, wo der Sohn auf kultiviertere Menschen trifft.

    Wie unterschiedlich die Eltern sind, wird immer wieder daran deutlich, wie verschieden sie auf Menschen in ihrer Umgebung und auf Erlebnisse während dieses Sommers reagieren. Die Mutter blickt mitleidig auf P., der Vater verachtet sie. Sie will P. und anderen Menschen wie ihr die Hand reichen, der Vater ist überzeugt, dass sie durch ihre Süchte ihre Menschlichkeit eingebüßt hätten.

    Auch wenn seine Eltern so derart verschieden sind, beeinflussen sie beide die schriftstellerische Arbeit des Sohnes Jahrzehnte später: „Wenn ich eine Geschichte oder einen Roman schreibe, begleitet mich der Rhythmus der Stimmer meiner Mutter zu den Toren der Phantasie. […] An meinen Vater erinnere ich mich immer, wenn ich einen Essay schreibe. Für einen Essay braucht man klare Gedanken, die richtige Mischung von Tatsachen und Argumenten.“

    Doch beide Eltern können sich nicht vor der aufziehenden Panik verschließen, die sich unter den Gästen ausbreitet. Es ist noch kein Krieg und die christlichen Bauern, die den Sommerfrischlern ihre Hütten vermieten, beäugen die jüdische Kundschaft misstrauisch, treten ihnen jedoch noch nicht in offener Feindseligkeit entgegen. Aber die Angst ist allgegenwärtig. Sie äußert sich in besorgten Unterhaltungen, die die Erwachsenen abends nach dem Essen führen wenn sie denken, Erwin schlafe schon. Sie äußert sich auch in einer Art Zügellosigkeit, die die Feriengäste zu übermannen scheint. Sie trinken und essen mehr als sonst, sie lachen lauter und sie sonnen sich fauler als in vorigen Sommern. Den Vater verleitet das zu abschätzigen Kommentaren; die Mutter nimmt es stumm zur Kenntnis.

    Meine Eltern ist ein berührendes und aufwühlendes Buch. Meisterhaft fängt Appelfeld die Zerrissenheit zwischen tiefer Verunsicherung und der Hoffnung auf bessere Zeiten ein. Er beobachtet genau, seziert seine Charaktere und benutzt eine Sprache, die trotz aller Schönheit ungewöhnlich präzise und klar ist. Kein Satz ist zu lang, kein Wort zu viel und trozdem erscheinem dem Leser die Figuren, der Fluss, dieser letzte Sommer vor Kriegsausbruch so, als handele es sich um eigene Erinnerungen. Was für ein eindrucksvolles Familienbild.

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    Seelensplittervor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Man muss zwischen den Zeilen lesen können und vor allem darf man nicht aufgeben.
    Zwischen den Zeilen

    Meine Meinung zum Buch:

    Meine Eltern



    Aufmerksamkeit:

    Diesen Punkt gibt es auf meinem Blog zu entdecken.


    Inhalt in meinen Worten:

    Ein Sommer, der alles entscheidet. Ein Sommer, der dir alles abverlangt. Ein Sommer, der dich zerstört und ein Sommer der dein Leben radikal ändert. Wirst du dich darauf einlassen und um dein Leben, ja um dich selbst, kämpfen? Oder gibst du auf und läufst weg, versteckst dich unter Steinen, die doch auf fliegen.

    Diese Fragen muss man in diesem Buch an sich heran lassen. Einfühlsam und Gewalttätig, harmlos und doch brutal, Hoffnungsvoll und doch auch zerstörerisch die Hoffnung raubend.


    Wie ich das gelesene empfand:

    Dieses Buch ist ein Buch, das seine Geschichte zwischen den Zeilen erzählt. Das nicht einfach von vorne anfängt und den Leser an die Hand nimmt, nein der Leser wird in das gelesene gestoßen und muss sich erst einmal zurecht finden. Einfach? Nein, ich tat mir schwer und war hin und wieder dabei es auf die Seite zu legen, das war auch gut, denn so konnte ich die Zeilen und Gedanken die an mein Herz getragen worden sind, verarbeiten, aufnehmen, akzeptieren und verstehen.

    Dieses Buch ist keine leichte Kost, manches steht einfach nur zwischen den Zeilen, anderes sprang mir förmlich entgegen und ich musste das Wort erst einmal ergreifen, festhalten, nicht mehr los lassen, sich entwickeln lassen und gleichzeitig empfangen, entführen lassen, überrascht werden und so manches mehr, spricht das Buch an.



    Herr Appelfeld, Jude, selbst erlebtes, doch nicht langweilig wieder gegeben sondern versteckt in einer wunderschönen lyrischen Sprache. Gefangen, gehasst und geliebt. Entzückend und gleichzeitig verstörend.

    Welche Zeit der Autor erlebte und was heißt in einem Sommer alles anders wahr zu nehmen, als es noch vor kurzem war, wie es ist, ein Leben zu leben, das einem aufgezwungen wird um zu überleben.

    Grauenvolles entsetzen, buntes Gemisch an Gefühlen und gleichzeitig eine kleine klitzekleine Hoffnung.

    So ist das Buch vom Autor geschrieben.

    Man muss tiefer blicken, als in einem leicht geschriebenen Buch. Man muss die Gedanken und die Geschichte verstehen lernen.

    Finde ich gut. Dennoch nicht einfach.



    Warum ich euch gerade dieses Buch empfehle, es hilft neu die Sprache zu verstehen, die Geschichte zu hinterfragen und gleichzeitig dankbar zu sein, im Hier und Jetzt zu leben und doch zeigt es auf, wie andere Menschen die Krieg im Hier und Jetzt erleben zu verstehen.

    Das macht es zu einem wirklich besonderen und wertvollen literarischen Schatz.



    Zitate gibt es sehr sehr viele, die ich euch zeigen könnte, und zeitgleich kann man sie nur begrenzt aus der Geschichte nehmen um euch zu zeigen, was das Buch ist. Es muss zu euch selbst sprechen.

    Dennoch ein Zitat zeige ich euch: "Nach etlichen Vorbereitungen machst du dich auf die Reise. Anfangs glaubst du, der Weg sei gut gebahnt und du würdest angenehm und mit Tempo vorwärtskommen. Doch es dauert nicht lange, da vergeht die der Optimismus. Die ersten Sätze, die dir so leicht und flüssig in den Sinn kamen, wehren sich jetzt dagegen, in Buchstaben gefasst zu werden." Dieses Zitat findet ihr auf der Seite 7 in der Mitte. Und es betrifft das Schreiben.



    Bewertung:

    Diesem Buch wird man durch eine Sternevergabe nicht gerecht. Einerseits empfand ich dieses Buch total klasse, andererseits tat ich mir schwer wirklich am Stück an diesem Buch zu lesen. Es ist besonders, und diese Besonderheit muss man Raum geben.

    Deswegen gebe ich dieses mal nicht so gerne Sterne. Aber ich gebe fünf Sterne.

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    ClaudiDivor einem Jahr

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    Pressestimmen

    Mit dem Roman 'Meine Eltern' legt der israelische Schriftsteller Aharon Appelfeld ein Meisterwerk vor, das die Grenzen der Erinnerungsliteratur überschreitet. Eine geglückte Balance aus psychologischer Feinzeichnung und einem poetischen Realismus voller Widerhaken.

    Das Ufer am Pruth ist heute ein anderer Ort, doch mit dem Roman 'Meine Eltern' zittert darüber noch immer die Luft von jenen Stimmen. Das ist unverjährbares Erzählen.

    Ein traurigschöner Roman über das Erinnern.

    In meisterhaft skizzierten, scharf umrissenen Szenen sehen wir die Bilder einer entschwundenen Vergangenheit.

    Es zählt zu den großen Wundern der Weltliteratur, dass gerade dieser Sprachlose nicht nur das moderne Hebräisch des entstehenden Staates Israel erlernte., sondern über die Jahrzehnte hinweg ein Werk schuf, das einzigartig ist.

    Appelfelds Sprache wohnt ein Zauber inne, dem man sich nicht entziehen kann.

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