Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte

von Ahima Beerlage 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte
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Diese Biografie gibt einen sehr persönlichen Einblick in das Leben der Autorin und die LGBT+-Bewegung der letzten vier Jahrzehnte.

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Wunderbare biografische Spurensuche! Sehr ergreifend in ihrer radikalen Offenheit.

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Inhaltsangabe zu "Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte"

»Lesbisch zu sein ist für mich immer subversiv, liebevoll parteilich für Frauen und Feminismus.«
Ahima Beerlage, langjährige Aktivistin, Moderatorin, Queer-Party-Veranstalterin und Autorin, erzählt aus ihrem bunten, facettenreichen und oft turbulenten Leben, in dem eines bei allen Metamorphosen prägend bleibt: ihre lesbische Identität. Indem sie ihre Geschichte erzählt, möchte Ahima Beerlage sowohl dazu beitragen, dass Lesben und ihre Geschichte(n) nicht verschwinden, als auch den Dialog neu zu beleben – zwischen Alten und Jungen, Queer-AktivistInnen und Feministinnen und allen, die mehr Trennendes als Verbindendes sehen ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959170154
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:152 Seiten
Verlag:Verlag Krug & Schadenberg
Erscheinungsdatum:17.05.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    haensbaensvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Diese Biografie gibt einen sehr persönlichen Einblick in das Leben der Autorin und die LGBT+-Bewegung der letzten vier Jahrzehnte.
    Sehr persönlicher und trockenhumoriger Einblick in Ahima Beerlages Leben

    Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

    Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte hat in mir die verschiedensten Gefühle ausgelöst. Die Autorin ist aus demselben Jahrgang wie meine Mutter. Ich bin also in einer völlig anderen Zeit aufgewachsen als sie und habe trotzdem einen Bezug dazu. Vieles war damals anders – queere Menschen hatten weniger Rechte, bis 1994 stand Homosexualität bei Männern sogar noch unter Strafe. Sie waren weniger sichtbar als heute. Ich mag Biografien, weil ich so einen ungefilterten Einblick in die persönlichen Erlebnisse von Personen erhalte, die in einer Zeit lebten, die ich selbst nicht kenne.

    Diese Biografie ist nicht nur ungeheuer informativ und regt zum Nachdenken an, die Autorin hat auch einen (für mich sehr lustigen) trockenen Humor. Sie erzählt ganz sachlich und ohne Selbstmitleid, wie ihr Leben als lesbisch-feministische Frau ausgesehen hat, und später, auf Grund mehrerer Bandscheibenvorfälle, aus der Sicht einer Behinderten. Durch diese trockenhumorige Art hat sie mich nicht selten sehr berührt. Die beste Stelle war für mich die, in der sie beschreibt, wie sie ihre Frau kennengelernt hat; sie strotzt vor Ironie und zeigt gleichzeitig, dass es wohl wirklich für jeden Topf einen passenden Deckel gibt.

    Heute sprechen wir meist von queeren Menschen. Labels werden immer unwichtiger, es heißt weniger »Lesben oder Schwule«, wir sind alle eine große queere Community, in der sich niemand festlegen muss. So der Plan, bzw. so die Tendenz, die ich wahrnehme. Dass das heute so ist, kommt allerdings nicht von irgendwoher. Jemand musste sich für uns einsetzen und stark machen, damit wir heute so frei leben können, wie das die meisten von uns tun.

    Wenn ich auch manchmal darüber gestolpert bin, dass die Autorin von ihrer lesbischen Identität schreibt, so kann ich das inzwischen besser nachvollziehen. Für mich bildet dieser Teil von mir nicht meine Identität, sondern eben nur ein kleines Puzzlestück meiner Identität. Wenn man hinsichtlich dieses Puzzlestücks aber nur auf taube Ohren stößt und zurückgestoßen wird, so kann dieses Teilchen einen deutlich größeren Raum einnehmen, als es anfangs war oder als es sein könnte. Was ich damit sagen möchte: Mit diesem Buch verstehe ich mehr und mehr, woher die frühere Abspaltung und visuelle Hervorhebung von lesbischen, feministischen Frauen und Aktivistinnen rührt. Sie setzten sich für Sicherheit und gleiche Rechte ein, damit wir heute so frei leben können, wie wir es tun und uns die »Arroganz« herausnehmen können zu sagen, wir seien doch alle gleich und müssten uns nicht mehr abheben (auch wenn der Weg dahin immer noch nicht ganz gegangen ist). Durch die vielen ehrenamtlichen Stunden bekommen viele dieser Frauen heute sehr wenig Rente. Mir stellte sich die Frage, warum so viele Frauen so viel auf sich genommen haben. Ahima Beerlage beantwortet das in einem Satz: Sie hatte keine Wahl. Sie konnte nicht anders, als für Frauen und andere Minderheiten einzustehen.

    Fazit

    Lasst uns nicht vergessen, wie wir an den Punkt kamen, wo wir heute stehen. Ahima Beerlage schreibt trockenhumorig über ihre Erlebnisse als lesbisch-feministische Aktivistin, als Veranstalterin der ersten gemeinsam-queeren Partys. Ich finde, diese Biografie gibt einen sehr persönlichen Einblick in das Leben der Autorin und die LGBT+-Bewegung der letzten vier Jahrzehnte, in denen sich wahnsinnig viel getan hat. Es ist ein Aufruf an uns alle, egal welcher Sexualität oder Generation, wieder mehr ins Gespräch zu kommen und weiter zu bleiben.

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    Marazulvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderbare biografische Spurensuche! Sehr ergreifend in ihrer radikalen Offenheit.
    Sehr berührende, sehr ehrliche biografische Spurensuche!

    Ahima Beerlage ist in ihrem Buch der lesbischen Fährte ihres Lebens gefolgt, da diese, wie sie schreibt, ihre Sprache, ihr Wesen, Denken und Fühlen geprägt und ihr die Kraft für politischen Widerstand gegeben hat. Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte ist ein wunderbarer Titel für diese autobiografische Spurensuche, denn es ist letztlich eine Liebesgeschichte zu ihrer eigenen Identität, ihrem Lesbischsein, mit all den vielen Licht-, aber auch Schattenseiten, die sie auf 150 Seiten entfaltet. In radikaler Ehrlichkeit und frisch von der Leber weg nimmt sie die LeserIn mit in ihre Lebens- und Gedankenwelten, erinnert an Zeiten des feministisch-lesbischen Kampfes, in denen frau sich in vorrevolutionären Epochen wähnte, Zeiten von Hausbesetzungen, wilden Partys und Kunstperformances und schlägt den Bogen bis heute zu Auseinandersetzungen innerhalb der queeren Szene ... Entstanden ist das Zeugnis eines intensiv gelebten, prallen Lebens, in großer Offenheit erzählt, das uns die großen Freuden, Leidenschaften, Möglichkeiten und Visionen eines lesbischen Lebens hier und heute zeigt, aber auch die schmerzvollen Seiten nicht ausspart. Ältere Leserinnen werden sich vielleicht in der Lektüre wiederfinden, jüngere könnten Einblicke in bis dahin fremde Lebenswelten gewinnen :-)

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