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Rezension zu "Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen" von Ahmad Mansour

Warum zieht es junge Menschen in den Dschihad?
Aliravor 3 Jahren

Ahmad Mansour, ein Berliner Psychologe und Islamismusexperte, hat als Betreuer in Gewaltpräventionsprojekten täglich mit jungen Menschen zu tun, die sich von den Werten der westlichen Gesellschaft abwenden und in den religiösen Extremismus flüchten.

Demnach hat sich in den letzten Jahren in Europa die Anzahl junger Menschen (mit und ohne migrantische Wurzeln) vervielfacht, die bereit sind, für ihre radikalen Überzeugungen in den Krieg zu ziehen. Dabei handelt es sich um Jugendliche, die viel alleine sind und auf Facebook und sozialen Medien agieren, wo radikale Islamisten unverhältnismäßig stark vertreten sind. Salafisten sind die besseren Sozialarbeiter. Sie sprechen die Sprache der Jugendlichen und wissen, wo sie bei ihnen ansetzen müssen, während “unsere Sozialarbeiter” in den 80ern stehengeblieben sind.

Der Autor analysiert anhand von drei Lebensläufen die psychologischen und sozialen Faktoren, die Jugendliche zu religiösen Fanatikern werden lassen. Jeder junge Mensch, der sich radikalisiert, hat seine eigene Geschichte, die Religion selbst spielt nur eine untergeordnete Rolle. Und diese Radikalisierung ist oft ein langjähriger Prozess.

Ahmad Mansour erklärt aber auch, was in Sachen Integration schief läuft und was gegen den religiösen Extremismus getan werden muss:

Präventionsarbeit muss bereits in den Schulen beginnen, indem kritisches Denken gefordert wird. Lehrer müssen in der Lage sein, die Werte dieser Gesellschaft zu vermitteln. Während Jugendliche ganz leicht für Apple-Produkte zu begeistern seien, gelinge das nicht in den Bereichen Freiheit, Menschenrechte und Grundgesetze, weil diese nicht vermittelt würden.

Der Politik wirft er vor, in Sachen Integrationsarbeit geschlafen zu haben. Der religiöse Extremismus sei kein Importprodukt, sondern wachse mitten in Europa. Statt falsch verstandener Toleranz wünscht sich Ahmad Mansour von der Politik ein klares Bekenntnis zu einer Kultur der Inklusion. Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit seien aber nicht verhandelbar.
“Wenn ein muslimisches Mädchen weniger lernen darf als ein nicht muslimisches Mädchen, dürfen wir das nicht tolerieren. Schwimmunterricht ist keine Frage der Religionsfreiheit, sondern eine pädagogische Frage. Und davon darf niemand befreit werden.”

Ein brandaktuelles Buch, das es wert ist, gelesen zu werden.

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