Ahmet Ümit , Oya Baydar GEZI

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Inhaltsangabe zu „GEZI“ von Ahmet Ümit

19 türkische Autorinnen und Autoren sowie eine Fotografin reflektieren in ihren Beiträgen den Kern, die Motivation und die Dynamik der Gezi-Bewegung. Im Spiegel künstlerischen Schaffens bieten sie ungewohnte Ein- und Ausblicke, ohne analysieren, erklären oder die Proteste bloß nachzeichnen zu wollen. Ende Mai 2013 ging es zunächst darum, Bäume in einem zentralen Istanbuler Park zu schützen. Unversehens verwandelte sich die kleine Gruppe von Umweltschützern und Stadtfreunden in eine breite Bewegung, wie die Türkei sie in dieser Vielfalt nie erlebt hatte: Gezi. Der Name des Parks ist heute Synonym und Symbol für die junge türkische Protest- und Demokratiebewegung, die mit neuen Methoden und Stimmen ein Forum für alle bildete. Gelebte Vielfalt zeigte, was möglich ist: friedlicher Widerstand und humorvoller Protest, Aufbruch und Umbruch, gleichberechtigte Gemeinschaft und Selbstbestimmung, Solidarität und Toleranz, eine neue Stimmung der Furchtlosigkeit. Illustriert wird der Band mit exklusiven Fotos der Istanbuler Fotografin Selen Özer Günday. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Sabine Adatepe – Literaturübersetzerin, Turkologin und Autorin.

Wundervolle Zusammenstellung, die uns wirklich tiefe Einblicke in Denken, Gefühle und Beweggründe türkischer Menschen gibt.

— BuchCafeNero39
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    GEZI
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    17. September 2015 um 15:59

    Vorankündigung zu diesem Buch: „Ende Mai 2013 ging es zunächst darum, Bäume in einem zentralen Istanbuler Park zu schützen. Unversehens verwandelte sich die kleine Gruppe von Umweltschützern und Stadtfreunden in eine breite Bewegung, wie die Türkei sie in dieser Vielfalt nie erlebt hatte: Gezi. Der Name des Parks ist heute Synonym und Symbol für die junge türkische Protest- und Demokratiebewegung, die mit neuen Methoden und Stimmen ein Forum für alle bildete. Gelebte Vielfalt zeigte, was möglich ist: friedlicher Widerstand und humorvoller Protest, Aufbruch und Umbruch, gleichberechtigte Gemeinschaft und Selbstbestimmung, Solidarität und Toleranz, eine neue Stimmung der Furchtlosigkeit.“ Die Herausgeberin schreibt Sabine Adatepe schreibt im Vorwort, diese Anthologie sei aus Texten in der "Phase der Ernüchterung und Enttäuschung" nach "dem Enthusiasmus des Aufbruchs" entstanden. Ich habe mir den Band bei einer Lesung von Baris Uygur mitgenommen und der Band hat mich inspiriert, Bücher der Autoren zu erwerben. Der Band ist eine erste Reflexion über die Folgen eines Widerstands gegen ein von der türkischen Regierung geplantes Bauprojekt. 21 Erzählungen, Essays und Gedichten von 20 Autoren. Texte stehen mit Fotos im Dialog. Mit Texten von zwanzig Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die an dem Widerstand teilnahmen. Diese Texte bieten ein differenziertes Bild nicht nur über das Gezi-Ereignis, sondern auch über den Zustand der modernden Türkei während einer immer autoritärer werdenden Regierung. Texte und schwarz-weiß Fotos stehen im Dialog. Ein Park als Synonym für Demokratie, Solidarität, Freiheit und Menschlichkeit. Texte und Fotos im Einklang dessen, welche politische Stimmung am Bosporus herrscht. So unterschiedlich die Texte sind, ein Gefühl trägt sie alle, die Angst war verschwunden, die Angst vor Staatsgewalt. Dieser Park vereinte alle, sämtliche politischen Gegensätze, soziale Schichten, kulturelle Wurzeln: „Niemand schreibt niemandem etwas vor, jeder ist mit seinen Farben auf seine Weise dabei.“ oder „Wir wollen weder sterben noch töten. Wir wollen niemandens Soldaten sein.“ Baris Uygur sagt: „Gezi ist das erstaunlichste Ding, das ich je in der Türkei erlebt habe. Ich war mit 16, 17 Jahren auf den politischen Protesten früher. Ich habe so einen Protest bis jetzt gar nicht gesehen. Es war anders in jedem Sinne. Es war sehr anders. Es war eine erstaunliche Explosion der neuen Jungen.“ Seine Geschichte „Versprochen“ hat mir sehr gut gefallen und auch die der Philosophin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin Gaye Boralioglu. Sie schreibt aus der Sicht einer Schaufensterpuppe: „Auf graue Mauern malen sie bunte Bilder. Sie spielen mit den Kindern. Sie werden selbst zu Kindern, sie sind glücklich.“ Ayse Kulin lässt Bäume sprechen, die ein älteres Ehepaar begleiten, das auf einer Parkbank verweilt. Der bekannte Kriminalautor Ahmet Ümet veröffentlicht hier die Rohversion eines Kapitels aus seinem neuesten Roman. Oya Baydar präsentiert die Proteste als Gleichnis vom kater Tschapaul. Murat Uyurkulak meint, dass Erdogan den Widerstand nicht ersticken kann, wenn er sich in seiner Ausrichtung nicht ändert. Sehr eindrucksvollen Fotografien der türkischen Fotografin Selen Özer Günday dürfen nicht unerwähnt bleiben, denn sie ergänzen die Texte. Reportagen, Gedichte, Geschichten, aus allen spricht Hoffnung und der Traum nach Freiheit.

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