Ahmet Hamdi Tanpinar Das Uhrenstellinstitut

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Inhaltsangabe zu „Das Uhrenstellinstitut“ von Ahmet Hamdi Tanpinar

Ernst und ironisch zugleich erzählt Hayri Irdal, Sprössling einer armen Familie Istanbuls, von seinen zahlreichen Lebensstationen. Vor allem von seinen Begegnungen mit kuriosen Gestalten, die in der Bekanntschaft mit dem Lebenskünstler Halit Ayarci gipfeln. Zusammen mit ihm gründet er das Uhrenstellinstitut, einen sowohl gigantischen, perfekt funktionierenden als auch grenzenlos überflüssigen Apparat, der für die korrekte Einstellung der Uhren im ganzen Land verantwortlich ist.
Die Türkei an der Schwelle zur Moderne zwischen mystischer Tradition und rationaler Wirklichkeit.

»Ahmet Hamdi Tanpinar ist zweifellos der bemerkenswerteste Autor der modernen türkischen Literatur.« Orhan Pamuk

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  • Ein Meisterwerk über das alte Istanbul und seine Menschen

    Das Uhrenstellinstitut

    Stephanus

    25. December 2014 um 19:56

    Nachdem ich vor einiger Zeit Orhan Pamuks tolles Buch über Istanbul gelesen hatte und immer wieder Ahmet Hamid Tanpinar darin beschrieben wird habe ich mir dieses Buch gekauft (da es fast das einzige Buch des Autors ist das in Deutsch erhältlich ist) und bin sehr glücklich diesen Autor nun für mich entdeckt zu haben. Tanpinar entwirft, um die Hauptfigur Hayri Irdal ein Bild von Istanbul und der türkischen Gesellschaft von den letzten Jahren des Osmanischen Reiches, über den ersten Weltkrieg bis zu den Jahren der Wirren und Demokratisierungen. Hayri Irdal erscheint dabei wie ein Mann ohne Eigenschaften, der noch ganz in der alten Zeit verhaftet ist. Zunächst trifft er in seiner Kindheit und Jugend allerhand merkwürdige Gestalten, zu denen er jeweils eine ganz besondere Beziehung entwickelt. Nach dem Militäreinsatz und der Heirat mit seiner ersten Frau, die dann stirbt wird er aus der Bahn geworfen und findet zunächst keinen Halt mehr bei seiner zweiten Frau und streift arbeitslos und sinnsuchend durch Istanbul. Erst durch die Idee eines Uhrenstellinstituts von Halit Ayarci nimmt sein Leben einen völlig anderen Lauf und eine Wendung zum Guten. In einer herrlichen Sprache voll Farbe und Bildern lässt der Autor den Leser Teil seiner Geschichte und der Geschichte der Türkei werden. Es wimmelt dabei von Anspielungen und Gesellschaftskritik aber auch von wunderbaren Szenen aus einem heute schon verlorenen Istanbul. Viele Skurilitäten und Absurditäten stellen eine überspitzte Anspielung auf die verlorenen Menschen in der Türkei und dem Aufbau von demokratischen Institutionen (mit all seinen Wirrungen und Verbürokratisierungen) dar. Besonders die Hauptfigur ist famos gelungen und trägt aus der Ich-Erzählperspektive dieses tolle Buch weiter. Wer Orhan Pamuk und dessen Erzählstil mag wird auch bei diesem Buch seine Freude und viele schöne Lesestunden haben.

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  • Rezension zu "Das Uhrenstellinstitut" von Ahmet Hamdi Tanpinar

    Das Uhrenstellinstitut

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    23. October 2008 um 10:20

    Die Türkei ist Schwerpunkt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Durch die bücherherbstlichen Bemühungen verschiedener Verlage werden hoffentlich auch bei uns türkische Autoren/Innen bekannter als bisher. So auch der Autor Tanpinar, dessen Buch „Das Uhrenstellinstitut“ im Türkischen bereits 1962 erschienen ist. Dieser Autor dürfte den meisten unbekannt sein, er fand bisher nur im Buch „Istanbul“ des Nobelpreisträgers Orhan Pamuk als einsamer Stadtspaziergänger Erwähnung. Am Beispiel des Uhrenstellinstituts, welches in der ganzen Türkei die Genauigkeit der Uhren prüft, wird sinnbildlich der Aufbruch und die Modernisierung der Türkei gezeigt. Hayri Irdal, der begriffsstutzige und sympathische Ich-Erzähler, beschreibt hier rückblickend die Stationen seines Lebens. Von einer abgebrochenen Uhrmacherlehre über eine Beamtenstelle, Arbeitslosigkeit, unglückliche Ehen, die Bohemekreise in den Istanbuler Kaffeehäusern bis hin zum wahnwitzigen Unternehmen eines Hunderte von Angestellten zählenden Uhrenstellinstituts in Istanbul. So finden sich hier jede Menge skurriler Figuren, Abenteurer, Spinner, Psychoanalytiker und nicht zu vergessen der Lebenskünstler Halit Ayarcy, dem es dank seiner politischen Beziehungen gelingt, die Finanzierung und Realisierung des Uhrenstellinstituts genehmigt zu bekommen. Falschgehende Uhren werden mit Bußgeld bestraft, aber auch Rabatte sind möglich. Irgendwie fühlte ich mich beim Lesen dieses Buches immer wieder an Pessoas Buch der Unruhe oder an Gontscharows Oblomow erinnert. „Das Uhrenstellinstitut ist eine intelligente und unterhaltsame Satire, die durch Tanpinars stilistische Eleganz und überschäumende Phantasie gekonnt die Geschehnisse um wichtigtuerische Bürokratie und den natürlichen Drang des Menschen zur Faulheit aufzeigt.

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  • Rezension zu "Das Uhrenstellinstitut" von Ahmet Hamdi Tanpinar

    Das Uhrenstellinstitut

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. September 2008 um 12:48

    Das Buch erzählt in der Ich-Perspektive die Geschichte von Hayri Irdal...eigentlich ein unbedeutender Istanbuler Anfang des 20. Jarhunderts, der sich mehr schlecht als recht über Wasser halten kann - stets ist er von anderen Menschen abhängig und schafft es auch nicht diesen Abhängigkeiten zu entfliehen. Bedrängt von seinen Schwägerinnen, einer Tante und seiner (zweiten) Ehefrau weiß er schließlich eines Tages weder ein noch aus. Doch wie es der Zufall will, begegnet er an diesem Tag Halit Ayarci, mit dem er zusammen das Uhrenstellinstitut gründet - und obwohl diese Institution eigentlich keinerlei sinnvolle Aufgabe besitzt und Hayri sehr an ihr zweifelt, scheint sie Erfolg zu haben. Das Buch handelt allerdings weniger von diesem Uhrenstellinstitut, sondern vielmehr von dem Auf und Ab in Hayris Leben bevor dieses gegründet wurde: die wechselhafte berufliche "Karriere"; seine Liebschaften, Ehen und bizarre Freunde; ein Erbschaftsprozess, der dazu führt, dass er psychiatrisch behandelt wird oder auch seine allabendlichen Aufenthalte in den Kaffeehäsuern, um seine Sorgen zu vertreiben, als er arbeitslos ist. Wie es scheint, fällt Hayri von einem Unglück ins nächste. Dabei erhält man einen wunderbaren Einblick in Hayris Leben und natürlich auch in die Gesellschaft, auf die das Buch besonders abzielt. An vielen Stellen kann man sich ganz gut amüsieren, sowohl über das Uhrenstellinstitut selbst, das nun wirklich reine Bürokratie- und Arbeitsplatzschaffungsmaßnahme ist, als auch über andere kleinere Ausführungen. So wird zum Beispiel anfangs vorgerechnet wieviele Stunden die Bevölkerung am Tag durch das Falschgehen von Uhren verliert (angeblich 50.000 Stunden/Tag). Bereichert wird das Buch außerdem durch sehr sympathische und gut vorstellbare Hauptdarsteller. Ein paar Probleme hatten mir anfangs die türkischen Namen gemacht, allerdings gewöhnt man sich doch recht schnell daran und (zumindest in der gebundenen Ausgabe) findet man als Hilfestellung eine Art Lesezeichen, auf der die wichtigsten Personen aufgeführt sind. Auf jeden Fall ein unterhaltsames Buch und wie bereits angesprochen auch ein gesellschaftskritisches. Das Buch wurde bereits 1962 verfasst und nimmt deshalb in Form des Uhrenstellinstituts die Zunahme der Bürokratie in der Türkei nach dem 2. Weltkrieg auf's Korn. Außerdem wird natürlich auch die Bedeutung und Vergänglichkeit der Zeit thematisiert...

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  • Rezension zu "Das Uhrenstellinstitut" von Ahmet Hamdi Tanpinar

    Das Uhrenstellinstitut

    Wolkenatlas

    01. September 2008 um 15:02

    Ahmet Madi Tanpinar ist für mich persönlich die Entdeckung dieses Jahres. "Das Uhrenstellinstitut" ist ein großartiger Roman mit einem ganz ungewöhnlichen Helden. Ist Hayri Irdal ein Mann ohne Eigenschaften? Oder ist er ein osmanischer Zeno Cosini? Vielleicht gar ein türkischer Oblomov? Arbeitslos, verwitwet und in Kaffeehäusern versumpernd, lernt er den Lebemann und Lebenskünstler Halit kennen, der ihm rasch die Gründung eines Uhrenstellinstituts anbietet, ein Institut, das eigentlich niemand braucht, obwohl es niemand umgehen kann. So wird aus Hayri Irdal ein wichtiger Mann, er wird Inhalt von Zeitungsberichten, Interviews, Tratsch und Neid. Ein Buch über die Vergänglichkeit der Zeit, über ihren Wert, ein wunderbares Gesellschaftsbild und ein herrlicher Schelmenroman mit Figuren, die so sympathisch sind, dass sie sicherlich noch lange ihren Unfug in meinem Gedächtnis treiben werden... Großartig! Absolute Leseempfehlung.

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