Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen

von Aimee Bender 
3,5 Sterne bei125 Bewertungen
Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen
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Positiv (68):
Eliza_s avatar

Melancholisch und schwermütig. Keine leichte Kost.

Kritisch (19):
M

Irgendwie hat mir das Buch so garnicht gefallen obwohl ich die Idee eigentlich echt schön finde.

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Inhaltsangabe zu "Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen"

Als Rose an einem strahlenden Frühlingstag kurz vor ihrem neunten Geburtstag in ein Stück Zitronenkuchen beißt, den ihre Mutter für sie gebacken hat, muss sie feststellen, dass zwischen den frischen Zitronen, dem Zucker und der Butter eindeutig ein Hauch Traurigkeit liegt. Und plötzlich schmeckt der Marmeladentoast ihres Bruders Joseph seltsam abwesend, das Roastbeef ihres Vaters nach Schuldgefühlen, ein Sandwich nach großer Verliebtheit: Jeder Bissen offenbart mehr, als Rose lieb ist - und erst im Laufe der Jahre lernt sie, mit ihrer Gabe umzugehen. Ein herzzerreißender, komischer Familienroman, der uns die Frage stellt, wie viel wir wirklich von unseren Liebsten wissen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783833308536
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Berlin Verlag Taschenbuch
Erscheinungsdatum:12.11.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    SonnenBlumes avatar
    SonnenBlumevor 5 Monaten
    Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen - Aimee Bender

    Kurz bevor Rose ihren neunten Geburtstag feiert, bemerkt sie das erste Mal ihre besondere Gabe: sie kann die Gefühle der Menschen schmecken, die das Gericht zubereitet haben.
    Das Mädchen trägt ab diesem Tag eine schwere Bürde, denn besonders die Gerichte ihrer Mutter machen ihr schwer zu schaffen. Essen ist auch keine Lösung, deshalb versucht Rose so gut es geht nur mehr maschinell gefertigte Menüs zu essen.
    Mit den Jahren arrangiert sie sich mit ihren außergewöhnlichen Geschmacksknospen, aber sie ist nicht das einzige Familienmitglied, das eine Besonderheit auf Lager hat.

    Zugegeben, man muss dem Buch eine Chance geben und offen sein, sonst wird das mit dem Lesen nix. Wenn man das aber schafft, dann erwartet den Leser eine unglaublich liebevoll ausgearbeitet Welt, viele Gefühle und auch der eine oder andere Funken Phantasie, dem man sich aber nicht verschließen darf.
    Es geht zwar bis zur Hälfte des Buches vorrangig um Rose, allerdings nimmt ihr Bruder Joe nach und nach mehr Raum in der Geschichte ein. Ihr beiden "Schicksale" sind eng verwoben, ohne dass es störend wirkt.

    Zu Anfang hatte ich ein Problem damit, dass Rose mit ihren acht Jahren so erwachsen denkt und fühlt, allerdings gab ich diese Grübelei nach ein paar Kapiteln auf und konnte es wirklich genießen zu lesen, wie die Familie miteinander agiert und das Mädchen an ihrer Begabung beinahe verzweifelt. Was mich anfänglich auch etwas irritierte war die Tatsache, dass es keine wirklichen direkten Reden in der gewohnten Form gab, das hat den Lesefluss in meinen Augen aber nicht sonderlich gestört.

    Das Ende was speziell und überraschend, für mich aber genau richtig. Um ehrlich zu sein hatte ich mehr Traurigkeit und Melancholie in diesem Buch erwartet, im Nachhinein betrachtet hätte das aber wohl nicht zur Geschichte gepasst. Hier herrschte gerade das richtige Mass an Gefühlen und ich kann für dieses Buch eine eindeutig Empfehlung aussprechen, wenn man Lust auf etwas neues hat. Und damit leben kann, dass man jeden Abschnitt des Buches noch hungriger beendet.

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    LaLecturevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ich kann nicht behaupten, dieses Buch verstanden zu haben - aber irgendwie fand ich es trotzdem toll :D.
    Äußerst seltsam, aber auf ruhige Art auch sehr schön


    Inhalt


    Rose ist neun Jahre alt, als sie zum ersten Mal beginnt, Dinge aus Essen herauszuschmecken. Nicht nur kann sie ganz genau bestimmen, von welchem Ort die Zutaten stammen, sie kann auch die Gefühle herauslesen, die ein Mensch empfunden hat, während er das Gericht zubereitet hat.
    Von da an ist Roses Leben davon geprägt, Dinge zu wissen und zu spüren, die anderen verborgen bleiben, was nicht immer leicht ist, besonders bei dieser Familie.



    Meinung

    „Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ war ein Geschenk bei dem ich absolut keine Ahnung hatte, was mich erwarten würde, und noch immer könnte ich nicht sagen, worum genau es geht.
    Ein wenig hat es etwas von einem modernen Märchen, wobei ich es trotz Roses übernatürlicher Gaben zumindest nicht als Fantasyroman einstufen würde. Am ehesten ist es wohl ein Familienroman oder einfach nur die Lebensgeschichte von Rose.
    Gerade diese Undefinierbarkeit macht das Buch für mich aber auch so besonders

    Der Roman ist sehr ruhig und erzählt vor allem am Anfang sehr, sehr gemächlich hauptsächlich Szenen aus Roses Kindheit mit gelegentlichen Rückblicken auf die Vergangenheit ihrer Eltern. Zwischendurch springt die Handlung mehrmals um mehrere Jahre, konzentriert sich aber stets auf denselben Ort und dieselben Figuren: Roses Zuhause und ihre Familie. Mitunter kann das Tempo ermüdend sein, doch mit der Zeit findet man sich in die Geschichte und auch den gewöhnungsbedürftigen Schreibstil ohne Anführungszeichen hinein und entwickelt ein Gefühl für die große Melancholie, die in dieser Familie vorherrscht.

    Objektiv gesehen passiert in dem Buch nicht viel. Roses Vater geht zur Arbeit, ihre Mutter hat ebenfalls wieder einen Job angenommen und dort eine Affäre begonnen, von der jedoch nur Rose weiß, ihr Bruder ist ein Naturwissenschaftsgenie mit sozialen Defiziten, zu dem niemand in der Familie eine großartige soziale Bindung zu habe scheint. Und alle leben sie so vor sich hin. Doch durch ihren anschaulichen, einfühlsamen und ein wenig entrückten Schreibstil schafft Aimee Bender es dennoch, dass man sich für die Figuren und ihre Schicksale interessiert und sie und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten alle gut kennenlernt.

    Roses Gabe, die auf einer wirklich interessanten Idee basiert, ist dabei der interessanteste Faktor der Geschichte, denn Aimee Bender beschreibt völlig ernsthaft und (größtenteils) ohne andere übernatürliche Elemente, wie Rose diese Fähigkeit nutzt und wie sie sie aber auch im alltäglichen Leben einschränkt. Dabei beweist sie eine erstaunliche Vorstellungskraft, die es interessant macht, das Buch zu lesen, obwohl sich Roses Leben in immer ähnlichen Bahnen bewegt. Es ist spannend mitzuverfolgen, was Rose alles schmeckt, wie andere Menschen darauf reagieren und wie sie sich mit dieser Fähigkeit, die Fluch und Segen zugleich sein kann, arrangiert.

    Zum Ende hin entwickelt sich die Geschichte dann etwas schneller, die Figuren entfernen sich von einander und die Dynamiken zwischen ihnen verändern sich. Dabei kommt es aber auch zu einer Entwicklung, die zwar interessant, aber auch sehr unerwartet und abgedreht war und bei der es meiner Meinung nach mehr Erklärungen und mehr Andeutungen im Voraus gebraucht hätte.
    Gleichzeitig bleibt das Buch insofern seinem gemächlichen Tempo treu, dass es zu keinen wirklichen Ende kommt in dem Sinne, dass man das Gefühl hat, es sei nun eine Geschichte zu Ende erzählt worden. Das kann allerdings auch daran liegen, dass das ganze Buch über nicht so ganz klar ist, was für eine Geschichte es eigentlich erzählen will: die einer Familie, die einer Gabe, die von Rose?


    Fazit

    „Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ ist ein äußerst ungewöhnliches Buch, dessen Ziel bzw. Aussage sich mir beim Lesen nie vollständig erschlossen hat. Dennoch hat es mir aufgrund der interessanten Idee und der einfühlsamen, melancholischen Schreibweise irgendwie zugesagt. Empfehlen würde ich es Fans experimenteller französischer Arthouse-Filme ;).

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    Eliza_s avatar
    Eliza_vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Melancholisch und schwermütig. Keine leichte Kost.
    Schwermütig und melancholisch

    Erster Satz im Buch:
    Das erste Mal passierte es an einem Dienstagnachmittag.

    Inhalt:
    Rose ist neun Jahre alt, als sie unerwartet beginnt Gefühle aus dem Essen ihrer Mitmenschen herauszuschmecken. Es trifft sie wie ein Schlag und am liebsten würde sie sich die Zunge ach was den ganzen Mund rausreißen. Nach einem Krankenhausbesuch und vielen Untersuchung verschweigt sie nun lieber ihre schreckliche "Gabe" die sie nicht haben möchte und ernährt sich so gut wie möglich von Industrienahrung.
    Eine große Rolle nimmt auch ihr großer Bruder ein der keine sozialen Kontakte pflegt, einen einzigen Freund hat, und am liebsten in seinem Zimmer verschwindet und nur das nötigste redet. Ein Sonderling.
    Das Buch geht über mehrere Jahre zu Beginn ist Rose neun Jahre alt es endet als sie 22 Jahre alt ist.

    Meine Meinung:
    Das Buch stand einige Zeit ungelesen in meinen Regalen, für solche Art von Bücher muss ich in der richtigen Stimmung sein zum lesen.
    Aber man, was für ein Buch, beginnt es am Anfang noch ganz harmlos und harmonisch wird es immer melancholischer und schwermütiger je länger man liest und man bangt geradezu dass es ein gutes Ende mit der Familie nimmt.
    Schwere Kost über eine Familie die alle ihr Päckchen zu tragen haben.

    Fazit:
    Mach dir Gedanken über das was du dir wünschst. Gaben!! Hört sich erst mal toll an, aber alles hat einen Haken. :)

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    starker auftakt, schwaches ende

    Kurz vor ihrem neunten Geburtstag entdeckt Rose eine mysteriöse Gabe: Beim Essen eines Zitronenkuchens schmeckt sie keinerlei Zitronengeschmack, dafür aber tiefe Traurigkeit und innere Leere. Fortan schmeckt sie immer mehr Gefühle in Lebensmitteln. Dem besten Freund ihres Bruders vertraut sie sich an und zusammen kommen sie schließlich hinter Roses Gabe: Sie schmeckt die Gefühle der Menschen, die die Lebensmittel hergestellt haben. Diese Gabe eröffnet Rose mehr als ihr lieb ist und schon bald merkt sie, dass das Leben vieler doch nicht so rosig erscheint wie es auf dem ersten Blick aussieht. Da wäre der Bäcker, der nicht gerne im Cookie Shop arbeitet oder die Verkäuferin, die immer in Eile ist. Vor allem bekommt sie Einblicke in die Gefühlswelt ihrer Familie, die langsam zu zerbrechen droht. Auch spürt sie immer mehr Verbundenheit zu George.

    Ich finde die Idee Gefühle in Lebensmitteln zu erschmecken einfach nur wundervoll. Bin sehr lange um dieses Buch herumgeschlichen und war froh, als ich es endlich mein Eigen nennen konnte. Der Schreibstil ist flüssig, jedoch vermisse ich etwas die Spannung. Die Geschichte ist anfangs sehr interessant geschrieben, jedoch plätschert die Geschichte zum Ende nur noch vor sich hin, was ich sehr schade finde.

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    Mia-Ss avatar
    Mia-Svor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein echt spannendes Thema, - was jedoch nicht wirklich aufgegriffen und vertieft wird. Autorin schreibt doch sehr verstreut.
    Lesespaß bleibt etwas auf der Strecke...

    Als ich die Inhaltsangabe las, versprach ich mir ein köstliches Lesevergnügen. Das Thema, Welches ich bisher noch nie in einem Buch verpackt vorgefunden hatte, klang sehr interessant. Rose, die an Hand der zubereiteten Speißen die Launen und das Gefühlsleben ihrer Mitmenschen erschmecken kann, erzählt von ihrem Leben, der Entwicklung ihres Talents und der damit verbunden Vorzüge aber auch ihren leidvollen Erfahrungen damit. An und für sich eine echt tolle Idee für eine Geschichte. Nur wirkt sie unausgereift und konfus. Die Autorin scheint immer wieder abzuschweifen, und lässt die Protagonistin über ihren Bruder erzählen, der scheinbar auch von einem außergewöhnlichem Talent verfügt. Sie Erzählt von ihrem Vater und ihrer Mutter, von dem ganz normalen Alltagswahnsinn einer Kleinfamilie. Sie erzählt vom besten und einzigsten Freund ihres Bruders. Ohne jegliche Tiefe fegt die Autorin über die verschiedenen Charakteren hinweg. So nimmt es Rose wie selbstverständlich hin, als sie herausbekommt, dass ihre Mutter eine Affäre begonnen hat. Sie benimmt sie ziemlich erwachsen und zeigt keinerlei Gefühlsregungen. Und auch die Beziehung zu Georg nimmt sie als eine Gegebenheit hin. Ebenso unberührt scheint sie das dauerhafte Verschwinden ihres Bruders zur Kenntnis zu nehmen. Kurz gesagt: Tolles Thema - schlechte Umsetzung  - oberflächliche Abhandlung -> Lesespaß bleibt auf der Strecke. Schade :-(

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    Tatzes avatar
    Tatzevor 3 Jahren
    Eine etwas andere Geschichte

    Meine Meinung:

    „Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ lag eine halbe Ewigkeit auf meinem SuB, und im Nachhinein finde ich das ziemlich schade, denn ich hätte diese tolle Geschichte auch schon viel früher lesen können, da ist mir echt was entgangen!

    In dem Buch geht es um Rose, die in ihrer Kindheit die Gabe entwickelt, aus Essen die Gefühle des jeweiligen Kochs herauszuschmecken. Dabei fokussiert sich die Geschichte aber gar nicht auf diese Fähigkeit, es ist viel eher ein Aufhänger für die Geschichte von Rose‘ Familie. Denn aus dem Essen, das ihre Mutter und vielleicht auch mal ihr Bruder oder Vater macht, schmeckt sie manchmal viel mehr heraus, als ihr eigentlich lieb ist, und erfährt dadurch auch viel über ihre Familie, was sie sonst wohl nie gewusst hätte. Dadurch kriegt man einen ganz besonderen Blick auf eine Familie, in der nicht immer alles ganz rund läuft und vieles unausgesprochen bleibt.

    Man begleitet in der Geschichte Rose von ihrer Kindheit an bis in ihre frühen Erwachsenenjahre. Diese Struktur hat meiner Meinung nach sehr gut funktioniert. Man macht einige Zeitsprünge, und an manchen Stellen ist das schonmal verwirrend, aber insgesamt mochte ich es, dass man Rose und ihre Familie länger begleiten kann als nur über ein paar Monate.

    Der Schreibstil der Autorin ist sehr besonders! Und wahrscheinlich auch nicht für jeden etwas. Ich würde ihn vielleicht sogar als etwas unlebendig bezeichnen, aber im besten Sinne. Die Charaktere reden sehr wenig und wenn, dann ist das auch sehr speziell in den Text eingebettet. Das ist wirklich Geschmackssache, ob man mit diesem Stil warm wird, ich mochte ihn sehr, da er auch ziemlich poetisch war.

    Meiner Meinung nach ist das ganze Buch Geschmackssache und wird ganz bestimmt nicht jedem gefallen, dafür ist es zu speziell und dafür hat die Autorin auch ein paar zu unkonventionelle Entscheidungen getroffen. Besonders das Ende ist sehr ungewöhnlich, wenn nicht sogar ein wenig verrückt. Ich mochte allerdings sehr gerne, wie die Autorin ihre verrückten Wendungen mit einer ganz normalen Familiengeschichte kombiniert hat und insgesamt hat mir das Buch einfach wirklich gut gefallen!

    Fazit:

    „Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ hat mich mit seiner unkonventionellen Art sehr überzeugen können. Wenn man eine besondere Protagonistin über eine längere Zeit begleiten möchte und auch etwas andere Geschichten mag, dann sollte man sich das Buch näher ansehen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Bezaubernde Idee mit (leider) bitterem Nachgeschmack

    Der Dienstag vor Rose Edelsteins neuntem Geburtstag soll ihr Leben für immer verändern: In dem selbstgebackenen Zitronenkuchen ihrer Mutter entdeckt sie einen Hauch von Traurigkeit. Nach einem ersten Moment des Schreckens erkennt Rose, dass sie Gefühle schmecken kann.

    Fortan wird das Essen für das junge Mädchen zunehmend eine Qual, denn mit jeder Mahlzeit erfährt sie mehr über die Gefühlswelt des Zubereiters als ihr oft lieb ist.

    Zwar lernt sie mit der Zeit, mit ihrer Gabe und der darin liegenden Verantwortung umzugehen, jedoch legen sich ihr die unter der Oberfläche schwelenden familiären Probleme plötzlich offen: Was verheimlicht ihre Mutter, deren Gerichte neuerdings nach übersprühender Liebe mit einem Hauch von Schuldgefühlen schmecken ? Und warum zieht sich ihr Bruder zusehends zurück?   

    Aimée Benders Debütroman (im Original: „The particular sadness of lemon cake“) überzeugt optisch mit einer farbenfroh-markanten Covergestaltung, das verwendete Motiv des Stücks Zitronentorte hebt sich deutlich vom blauen Hintergrund ab und fällt sofort ins Auge. Positiv anzumerken ist hierbei, dass das Cover von einer englischsprachigen Ausgabe übernommen wurde und an die erste Schlüsselszene des Romans angelehnt wurde, nach welcher das Buch auch benannt ist.

    Sprachlich gelingt es der Autorin, ein zartes, einfühlsames Werk über ein Mädchen zu schaffen, dass zunächst völlig überfordert von ihrem neuentdeckten Talent ist und sich nur langsam an ihre Situation gewöhnen kann.

    Über weite Strecke beeindruckt der Roman mit einer Gradwanderung zwischen Realität und Fantasie, die an Joanna Harris „Chocolat“ oder Ewald Arenz „Der Duft von Schokolade“ erinnern lässt. Behutsam werden die Entwicklungen innerhalb der Familie Edelstein offenbart, Roses Beziehung zu den Eltern, ihrem Bruder Joseph und dessen Freund George, auf den sie heimlich ein Auge geworfen hat.

    Leider jedoch steht Roses Geschichte vom Erwachsenwerden nicht lange im Vordergrund des Geschehens. Vielmehr verlagert sich der Schwerpunkt der Erzählung alsbald auf die surreale Welt des Bruders, der zunehmend lebloser wirkt und sich von seiner Familie zu distanzieren versucht, bis die Geschichte ins Absurde kippt und der Lektüre ihren Charme nimmt.

    Übrig bleibt der durchaus zauberhafte Ansatz, die Geschichte einer ganz und gar nicht normalen Familie erzählen zu wollen. Leider aber hat mich die unerwartete Wendung etwas ratlos und frustriert zurück- und die Geschichte ein wenig ihrer Magie einbüßen lassen. Wo anfangs noch ein wohlig-warmes Gefühl von Unwissenheit Erklärungen für Roses Sensibilität zu finden versuchte, herrschte gegen Ende das kalte, sichere Wissen vor, in einer Fantasiewelt abgetaucht zu sein. Aus meiner Sicht nimmt dies dem Roman ein wenig von der Leichtigkeit, die er gut vertragen könnte.  

     

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    monerls avatar
    monerlvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: außergewöhnlich anders als alles, das ich bisher gelesen habe! nicht ausschweifend, etwas magisch und ziemlich traurig.
    Ein Buch nicht für Jedermann

    Der Titel und die Grundidee haben mich begeistert, deswegen wollte ich es unbedingt lesen. Ein junges Mädchen, Rose, dass sich plötzlich, von einem Tag auf den anderen, mit einer skurrilen Gabe herumplagen muss: Sie schmeckt die Gefühle derjenigen Person heraus, die die Mahlzeit zubereitet hat. Sei es ein Gericht, ein Sandwich, ein Kuchen... Dies geht so weit, dass sie sogar erkennt, woher die einzelnen Zutaten geographisch herkommen, ob sie biologisch sind und ob das Gericht maschinell hergestellt wurde. Auf den ersten Blick erscheint das lustig, doch bei näherer Betrachtung zeigt sich die Tragweite dessen, was Rose täglich erdulden und zu erleiden hat - vorallem in ihrer Familie.

    Die Autorin wählt eine schöne und flüssige Sprache, die nicht überfrachtet oder zu episch ist. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche, erzählt aus der Sicht von Rose.
    Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Buch erwartet habe. Ich habe mich einfach drauf eingelassen, ohne vorher viel darüber zu lesen. Dennoch hätte ich mir die Entwicklung der Geschichte so niemals vorstellen können. Sie ist erfrischend anders als alles, das ich bisher gelesen habe. Es ist kein Fantasy-Buch, doch Rosies Gabe hat etwas märchenhaftes. Und der letzte Teil des Buches enthält ein Sammelsurium an Offenbarungen, die manches Verhalten der Charaktere letztendlich erklärt und der Geschichte sogar etwas Bodenständiges verleiht.

    Die Geschichte, die ursprünglich mit Rosie beginnt entwickelt sich zur Geschichte über ihren Bruder Joseph, genannt Joe. Ein wahrlich komischer (im Sinne von seltsamer) Kauz, von Anfang bis zum Ende, einem Ende, das mich auch irgendwie traurig gemacht hat.

    Dies ist kein wirklich nachhaltiges Buch, doch aber irgendwie ein besonderes. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass es keine richtige direkte Rede gibt und sich auf die Besonderheit der Geschichte einlassen kann, erkennt man eine gewisse Spannung, die einen das Buch seltsamerweise nicht aus den Händen legen lässt.

    Das Ende ließ mich etwas sprachlos zurück, da es sehr bizarr und wundersam ist. Dazu hätte ich sehr gerne noch ca. 10 Seiten mehr gelesen, die mir ein paar mehr Informationen zu Joe hätten geben sollen. Ich wollte so gerne besser verstehen...

    Als Fazit kann ich nur sagen, dass dies auf keinen Fall ein Buch für Jedermann ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Leser sogar nichts damit anfangen können. Aber wer das Besondere, das Interessante, das Ungewöhnliche sucht und vor Skurrilem und auch Phantastischem nicht zurückschreckt, für den könnte sich hier eine außergewöhnliche Geschichte über eine nicht alltägliche Familie eröffnen.

    Kommentare: 2
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    lore_leyvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Es geht um die Beziehungsgeflechte innerhalb einer amerikanischen Familie. Stellenweise surreal. Nach zähem Anfang richtig gut.
    Hat mir gut gefallen.

    Ein kleines Mädchen schmeckt aus den ihr vorgesetzten Speisen die Gemütszustände der zubereitenden Personen heraus. Mit zunehmendem Alter erschmeckt sie auch Details zur Entstehung der Zutaten. So kommt sie im Laufe der Zeit zu sehr tiefgreifenden, intensiven Erkenntnissen über die Menschen, die diese Gerichte zubereitet haben.
    Zugegeben etwas skuril, aber wenn man sich darauf einlassen kann (und auch auf den teilweise surrealen Inhalt), liest man das Buch gerne.

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    JuliaBs avatar
    JuliaBvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Roses Talent ist gut umgesetzt, aber mit dem weiteren Fokus auf Joseph wird das Buch zu überladen, die Ideen ersticken sich gegenseitig.
    Tolle Grundidee, aber zu überladen

    Rose ist knapp neun Jahre alt, als es zum ersten Mal passiert: der Zitronenkuchen, den ihre Mutter gebacken hat, schmeckt nicht nur nach Zitrone, Zucker und Butter, sondern auch nach Abwesenheit, Leere und Traurigkeit. Als sei die Mutter mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht bei der Sache, sondern habe sich irgendwie von der Familie entfernt. Das Hähnchen mit Bohnen zum Abendessen hat den gleichen emotionalen Nachgeschmack. Verzweiflung, heimliche Verliebtheit, Schuldgefühle, all das kommt im Roastbeef, dem Sandwich oder einem Keks zum Vorschein und macht Rose das Essen zur Hölle. Und die unerwünschte Fähigkeit verschwindet nicht wieder, sondern verstärkt sich noch. Bald schmeckt Rose nicht nur die Gefühle des Kochs bei der Zubereitung, sondern auch die des Bauern bei der Ernte, des Arbeiters beim Verpacken. Dazu kommen all die Probleme, die man als heranwachsendes Mädchen so hat: Rose bekommt detailliert mit, wie die Ehe der Eltern zerbricht, ohne dass sie etwas tun kann. Joseph, ihr Bruder, wird immer seltsamer, verschwindet manchmal auf unerklärliche Weise und taucht dann völlig erschöpft wieder auf. Und dann sind da noch die Gefühle für George, Josephs bester Freund und der einzige, der von Roses Begabung weiß...
    Ehrlich gesagt war ich von diesem Buch ziemlich enttäuscht. Die Grundidee, Gefühle schmecken zu können, gefällt mir wirklich gut, aber leider kommt sie für meinen Geschmack zu kurz. Sehr bald dreht sich das Buch zur Hauptsache um Roses Bruder Joseph, der eine mindestens ebenso eigenartige Fähigkeit hat, die sich aber in eine ganz andere Richtung entwickelt. Damit wirkt das Buch überfrachtet, zu gehetzt, zu skurril. Einen gehetzten Eindruck macht oftmals auch der (eigentlich sehr elegante) Stil. Die Sätze sind stakkatohaft aneinandergereiht, bei den Dialogen fehlen die Anführungs- und Schlusszeichen und die direkte Rede beginnt teilweise mitten im Absatz. Ich habe deshalb versucht, das Lesetempo künstlich etwas zu drosseln, um der Geschichte mehr Raum zu geben. So kommen zwar die fein gezeichneten Personen besser zur Geltung, aber ich mochte den Handlungsstrang um Joseph immer noch nicht. Auch das ist eine Idee, die durchaus Potenzial hat, aber es wäre meiner Meinung nach viel besser gewesen, das von Roses Begabung zu trennen. So ersticken sich die beiden Ideen gegenseitig und man stumpft als Leser angesichts der vielen abstrusen Vorkommnissen irgendwann ab, so dass man die vielen schönen Details der Geschichte gar nicht mehr würdigen kann.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar
    Hallo ihr Lieben, da mehrfach Interesse an "Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen" als Wanderbuch besteht, möchte ich es gern zur Verfügung stellen. Wer mitlesen möchte, kann sich einfach hier melden. Verschickt wird es dann in der Reihenfolge der Anmeldungen. Bitte aber nicht mehr als 5 Leser & am Ende geht das Buch an mich zurück. Ich würde mich freuen, wenn ihr nach dem Lesen eine Rezension schreiben würdet, denn ich bin da doch sehr neugierig, wie das Buch bei den einzelnen Lesern ankommt :-) Erfragt bei eurem Nachfolger die Adresse, wenn das Buch bei euch angekommen ist - das hat sich bewährt - und schreibt hier kurz eine Mitteilung, wenn das Buch bei euch eingetroffen und weitergeschickt worden ist. Umsichtiger Umgang mit dem Buch sollte ja sowieso selbstverständlich sein, ich hänge in dem Fall auch sehr daran. Mehr zum Inhalt: An einem strahlenden Frühlingstag kurz vor ihrem neunten Geburtstag beißt Rose Edelstein in ein Stück Zitronenkuchen, den ihre Mutter für sie gebacken hat. Und muss feststellen, dass zwischen den frischen Zitronen, dem Zucker und der Butter, nun ja, eindeutig ein Hauch Traurigkeit liegt. Nicht besser ergeht es Rose mit dem Hühnchen und den grünen Bohnen, die die Mutter zum Abendessen reicht - und von nun an mit allen Gerichten. Der Marmeladentoast ihres Bruders Joseph schmeckt seltsam abwesend, das Roastbeef ihres Vaters nach Schuldgefühlen, ein Sandwich nach großer Verliebtheit: Jeder Bissen offenbart mehr, als Rose lieb ist - und erst im Laufe der Jahre lernt sie, mit ihrer Gabe umzugehen, bis diese sie in ein französisches Bistro führt ... Aimee Benders furiose Idee, dem Alltäglichen des Essens eine magische Bedeutung zu geben, ist verführerisch und einnehmend zugleich. Voller leuchtender Sätze stellt ihr Roman die Frage, wieviel wir wirklich von unseren Liebsten wissen . *** Wie das Wanderbuch funktioniert *** Ihr sagt einfach hier bescheid, wenn ihr gern mitlesen möchtet und ich trage euch in die Liste. Ich schicke es an den ersten los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar. Na dann mal los und viel Spaß :) PS: Wenn ihr euch andere Wanderbücher wünscht, könnt ihr das hier sagen: http://www.lovelybooks.de/thema/Welche-Wanderb%C3%BCcher-w%C3%BCnscht-Ihr-Euch-Wunschliste-zum-Eintragen-753415628/ *** Teilnehmer *** Dani verschickt an: 1. Anendien 2. SharonBaker 3. Tatsu 4. Ayanea 5. Themistokeles 6. Annelchen 7. Deli 8. zitrosch 9. Cambion 10. andrea_zeige ********************* Zurück an Daniliesing Warteliste: 1. Queenelyza 2. Pennelo 3. Dupsi 4. giulianna 5. Tatze
    DieBertas avatar
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    Ich habe es jetzt selbst gekauft ;)
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