und somit war Akif Prinici für mich der erste Autor, der das tat. Es gab vorher schon Romane, in denen Katzen wichtige Rollen spielten. Aber Kater Francis stellt eine neue Perspektive dar. Er ist das, was ich als sog. Antikater bezeichnen würde. Er liebt zwar sein Herrchen, gar keine Frage, ist jedoch in jeder nur erdenklichen Hinsicht nicht geneigt, ihm nur aus lauter Liebe etwas durchgehen zu lassen. Der Mensch an seiner Seite ist zum Dosenöffnen da und steht ansonsten oft genug im Weg und ich bin mir sicher, dass seit diesem Roman das Wort "Dosenöffner" für all diejenigen, die bei Katzen leben, frisch in aller Munde war. Ich will gar nicht arrogant über all diejenigen Romane urteilen, in denen Katzen Hauptrollen spielen, aber immer voller Anmut und Grazie oder Putzigkeit und kitschiger Niedlichkeit dargestellt werden. Es ist nun mal so, dass man als Erstkatzenbesitzer immer so fasziniert und hingerissen von den Fellbündeln ist, dass man wohl gar nicht anders kann, als sie zu süssen puscheligen Tieren zu krönen. Aber mit der Zeit wird einem diese Sichtweise der Darstellung fade und dieser Roman stellt insoweit einen klasse Gegenentwurf dar, weil eben Francis ein ziemlich abgebrühter Rotzbengel von einem Kater ist und sich von niemandem die Maus aus den Pfoten stehlen lässt. Das fand ich hocherfrischend, weil neu.
Akif Pirinçci
Lebenslauf
Alle Bücher von Akif Pirinçci
Felidae - Katzencomic
Francis
Cave Canem: Ein Felidae-Roman
Das Duell
Felidae / Francis
Salve Roma
Der Rumpf
Schandtat
Neue Rezensionen zu Akif Pirinçci
Der deutsche Autor Akif Pirincci wurde durch den Katzen-Krimi "Felidae" bekannt, der seit Jahrzehnten zu meinen persönlichen Lieblingsbüchern zählt. Der Katzen-Detektiv Francis klärt eine blutig-schaurige Mordserie auf, und beschreibt dabei mit ironisch-angewidertem Blick und schnoddriger Sprache die Menschen und Katzen seiner Umgebung. Von den Nachfolgebänden habe ich auch zwei gelesen - beides ebenfalls action- und gewaltreiche Thriller, die mir allerdings nicht besonders gefallen haben.
"Yin" ist ganz ein anderes Kaliber. Über 800 Seiten für ein Gedankenexperiment, das vielleicht gar nicht so weit hergeholt ist: ein Virus tötet alle Männer - wie reagieren die Frauen auf das drohende Ende der Menschheit?
Das Buch fängt ganz langsam an: Wir lernen in einzelnen Kapiteln nacheinander mehrere Frauen kennen - lesen über ihr bisheriges Leben, ihren jeweiligen Umgang mit der Krise, und ihre momentane Situation.
Was bald einmal auffällt - und schnell anfängt zu stören - ist, dass jede dieser Frauen ironisch-angewidert auf ihre Umwelt blickt, und mit einer schnoddrigen Sprache daherkommt, die einem irgendwie bekannt vorkommt ... war da nicht einmal ein gewisser schwarzer Kater ... ??? Dass alle diese Frauen auch genüsslich die Leiden der Männer beschreiben - inklusive Schleim, Blut, und Eingeweiden - klingt auch sehr nach Felidae. Und dass es Angesichts des drohenden Weltuntergangs mehr um Sex und wippende Brüste geht als ums blanke Überleben macht mich sogar jetzt noch ein bisschen wütend, nachdem ich das Buch ungefähr nach der Hälfte abgebrochen habe.
Die Handlung? Die einzelnen Handlungsstränge verknüpfen sich langsam und recht unlogisch zu einem Kampf um eine Samenbank. So viel hab ich noch mitbekommen, und ich wüsste ja selber gerne, wie es ausgeht, aber tut mir leid, liebe Leser (weil Leserinnen wird es nicht viele geben) das tu ich mir nicht mehr an.
Wie bei einem Unfall : man muss immer wieder hinsehen. Und so nahm ich das Buch auch immer mal wieder zur Hand, obwohl ich einerseits neugierig und dann wieder unangenehm berührt war. Ich habe jetzt ungewöhnlich lange gebraucht, bis ich zum Ende kam. Der Grund : ich kann mit dieser Behinderung nicht sehr gut um gehen.
Ich habe mir immer wieder Gedanken gemacht, was für ein Mensch ich in Daniels Haut geworden wäre. Wahrscheinlich durchgehend frustriert, immer mit einem Todeswunsch im Gepäck. Mich hat die ganze Geschichte sehr runter gezogen, obwohl es einige Stellen mit schwarzem Humor gab.
Bestimmt ein geniales Buch, nur nix für mich.
Zusätzliche Informationen
Akif Pirinçci wurde am 20. Oktober 1959 in Istanbul (Türkei) geboren.
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