Akif Pirinçci Deutschland von Sinnen

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Inhaltsangabe zu „Deutschland von Sinnen“ von Akif Pirinçci

Deutschland, deine Feinde... Muß sich Deutschland noch vor Feinden fürchten, wenn nicht einmal die Deutschen seine Freunde sind?§§Akif Pirinçci rechnet ab - mit Gutmenschen und vaterlandslosen Gesellen, die von Familie und Heimat nichts wissen wollen, mit einer verwirrten Öffentlichkeit, die jede sexuelle Abseitigkeit vergottet, mit Feminismus und Gender Mainstreaming, mit dem sich immer aggressiver ausbreitenden Islam und seinen deutschen Unterstützern, mit Funktionären und Politikern, die unsere Steuern wie Spielgeld verbrennen. Der in Istanbul geborene Bestsellerautor hat sein erstes Sachbuch geschrieben, einen furiosen, aufrüttelnden und brachialen Wutausbruch. Mit heiligem Zorn bekämpft er eine korrupte, politisch korrekte Kaste, die nur ihre eigenen Interessen verfolgt. Deutschland von Sinnen ist geschmiedet aus reinem Zorn, ein mutiges Unikat, das seinesgleichen sucht. Es ist der Aufschrei eines Rufers in der Wüste, der sein geliebtes Mutterland am Abgrund sieht. Vielleicht ist es das letzte Buch seiner Art, denn das meinungspolitische Zwangskorsett wird täglich enger.

Klare Kante gegen den weichgespülten Zeitgeist.

— TheSilencer
TheSilencer

Ehrlich, real, extrem. Und weiter? Was sollen wir tun, wir Deutschen, Herr Pirincci?

— Ankili
Ankili

Herrlich politisch unkorrekt.

— Ulf_Borkowski
Ulf_Borkowski

Deftig, bei aller Brisanz amüsant, und leider nicht ganz von der Hand zu weisen.

— Alice-33
Alice-33

Zum K...(sorry), langweiliges Gelaber eines Autoren dessen Verleger wohl meinte, er solle mal provokant schreiben,diskrimierend,beleidigend!

— Kotka75
Kotka75

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    Deutschland von Sinnen
    PeterWaldbauer

    PeterWaldbauer

    21. August 2017 um 15:55

    Wer hier dem Autor unterstellt, er habe bloß aus Kalkül, wegen nachlassender Resonanz auf seine belletristischen Werke (das angekündigte 'Das geheime Leben der Pflanzen' lässt immer noch auf sich warten) ein neues Thema gesucht, der verkennt harte bibliographische Fakten. Pirinccis Meinung über Land und Leute bahnte sich schon länger an. Als Beleg dienen Zitate aus zwei seiner Romane. Bereits 2008 schreibt er in seinem Krimi 'Der eine ist stumm, der andere ein Blinder' auf Seite 126: 'Am Eingang des mindestens fünfzehn Stockwerke hohen Wohnblocks lümmelten fünf türkische Jugendliche. Dem Aussehen nach waren sie nur ein paar Monate davon entfernt, nach dem Erwachsenen-Strafrecht verurteilt zu werden...Irgendetwas in ihren Gesichtern verriet Claudius, dass sie bereits ein umfangreiches Vorstrafenregister vorzuweisen hatten, ...' Und in 'Volltreffer' (erschienen 2010 unter dem Pseudonym Cedric Arnold), 2013 dann die Neuauflage als 'Engelskinder', dort auf Seite 47/ 48 heisst es: 'Wie schön Deutschland doch war! Die Deutschen waren betriebsblind gegenüber ihrem eigenen Land geworden. Manche hassten es sogar......nichts als Felder, Wiesen, Wälder... ...hätte es keine fünf Minuten gedauert, bis ein Krankenwagen mit allermodernster Medizintechnik und einem super ausgebildeten Arzt angebraust gekommen wäre. ...und keiner hatte etwas gegen schwule Bergsteiger. Gut, die Muslime ließen nicht mit sich spaßen, wie überall auf der Welt' Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz die Kritiker dem Autor Schwulen- und Ausländerfeindlichkeit, ja sogar Menschenhass unterstellen - grenzt er sich doch gleich zu Beginn seines Buches DvS scharf von solchen Vorwürfen ab: 'Um Missverständnissen vorzubeugen, sei vorab gesagt, dass es mir keineswegs darum geht, die Homosexualität als eine verachtenswerte Angewohnheit oder gar als eine üble Krankheit zu diffamieren und Menschen mit dieser sexuellen Orientierung einen verkommen Charakter zu unterstellen.' (S. 17) 'Worauf will ich hinaus? Bestimmt nicht auf ein Outing als Homophober.' (S. 19) 'Und ja, es gibt den ekelhaften, primitiven Ausländerhasser in Deutschland, den geisteskranken Rassisten mit seinem halluzierten Blick auf die Welt vom KZ-Turm herab und den Hygiene-Schizo, der in seinem Wahn dunkle Haut und alles Abweichende von der Norm mit seiner schmutzigen Unterwäsche verwechselt.' (S. 57/58) 'Wir brauchen jeden hier, egal welcher Hautfarbe, der uns nützt...' (S. 215) 'Nee, da lob ich mir die Schwulen!' (zum Thema Frauenbewegung, S. 248) Deutlicher geht's kaum und falls man glaubt, Pirincci überhaupt einer 'Gesinnung' überführen zu müssen, dann doch wohl der des maßlosen Philosemitismus: '...rate ich Ihnen, sich einen jüdischen Anwalt zu nehmen. Mit absoluter Sicherheit verlassen Sie dann den Gerichtssaal als unschuldiger Mann.' (S. 58/ 59) 'jüdischer Agent ' der holt das meiste für sie raus.' (S. 59) 'Fast alles, was wir am Hollywood-Kino genießen, stammt aus der Feder von jüdischen Drehbuchautoren.' (S. 59) ' wir seitdem keine jüdischen Drehbuchautoren, Songwriter, Komiker und Regiseeure mehr im Lande haben, ohne die in einer hoch entwickelten Entertainment-Industrie per se nichts läuft.' (S. 163) 'Männer, die diese Technik ermöglicht haben...vor allem aber jüdischer Herkunft sind' (S. 128/139) ...ihre Juden...mit denen hätten sei den Krieg mit absoluter Sicherheit gewonnen.' (S. 163) 'die Menschen mit jüdischen Wurzeln natürlich, denn die sind stets in vorderster Linie dabei, wenn es um kulturelle Neuerungen geht' (S. 199) Lobpreisung in Vollendung. Ob der Autor wirklich eine Garantie dafür geben kann, dass man im Falle einer Mordanklage in den USA dank eines jüdischen Anwaltes den Gerichtsaal als freier Mann verlässt? Fest steht, dass den Juden selbst solche Arien nicht recht ist. Dazu die bekannte Klage: 'Die einen beschimpfen mich wegen meines Judentums, die anderen gratulieren mir zu dazu - aber alle denken daran!' Vielfach wurde dem Autor sein Stil vorgeworfen, das Buch sei übervoll mit Fäkaliensprache ('Schlafsack-F...-Event', etc.). Pirinccis Stil ist tatsächlich ein Problem, aber weniger in oben genannter Weise, sondern weil der Autor sich nicht für eine Stilrichtung entscheiden will. So schreibt er zuweilen im lesernahen Kumpelstil von Franz Konz ('Steuer-Konz'): 'Du Vollidiot! Du begreifst es immer noch nicht...Hä, lebst du im Wald oder hinterm Mond?' (S. 89) '...mein Freund' (S. 90) 'Weißt du warum das so ist?... weil man dir von Kinderbeinen antrainiert hat...' (S. 175) wobei er auch innerhalb dieses Stils seine Linie wieder verlässt und in die Höflichkeitsform abgleitet: 'Sie Depp!' (S. 106) oder sogar in üblen Teenager-Jargon: 'Ist so ein evolutionäres Ding' (S. 272) Dazu völlig unpassend verwendet Pirincci zwischendurch Fremdwörter wie 'indigene' oder 'autochton'. Letztes scheint überhaupt sein Lieblingswort zu sein (S. 41 / 70 / 72 / 73). In krassem Gegensatz zum lockeren Plauderton verstopft Pirincci dann wieder seine Zeilen mit Bandwurmsätzen in einem unerträglichen Partizipialstil, den er auch in seiner Romanen gerne verwendet: 'Mit den Grünen meine ich gar nicht einmal die Partei an sich, sondern die seinerzeit sich immer lauter VERBREITENDE, aus den Siebzigern HERÜBERGERETTETE, allerdings nunmehr in eine alternative Pseudowissenschaft und AUFGESETZTE antikapitalistische Schämt-euch!-Attitüde VERKLEIDETE Hippie und Kommunisten-Denke, die zunehmende Technikfeindlichkeit und den sich intellektuell GEBENDEN Selbsthaß auf das eigene Land und das eigene Volk.' (S. 50) 'Es sind bleichgesichtige, zahnlose, VERWAHRLOSTE, nur in Lumpen und Decken GEHÜLLTE, vor Schmutz TRIEFENDE, Ekzeme und SCHWÄRENDE Wunden zur Schau TRAGENDE, eigentlich wie soeben ihren eigenen Gräbern ENTSTIEGENDE Alte.' (S. 74) 'Die total AUFREGENDEN, BERGSTEIGENDEN, keine-Tennissocken-und-Birkenstock-Sandalen-sondern-italienisches-Design-TRAGENDEN -Jude-Law-gestaltigen Männer (S. 111) 'Heute sind es grün-linke, jeden EU-Schwachsinn NACHBETENDE, den Islam ANHIMMELNDE, das eigen Volk BEARGWÖHNENDE, alles, was fremd ist, VERGÖTTERNDE, schlußendlich politisch korrekte Hände.' (S. 164) 'Abgesehen davon, dass er sich als Schreibender nicht zu doof vorkommt, die zum dreimillionsten Mal VERWENDETE, ABGEDROSCHENE Goebbels-Gleichung zu stellen und das eigentlich für Muslims ERFUNDENE Wort Hassprediger in pseudointelligenter Manier auf mich umzukehren und abgesehen von der Frage, ob er solchen einen Text über seinen Arbeitgeber, nämlich die über seine Demokratieabgabe BESTIMMENDE Regierung mit ihren einstmalig den millionfach Massenmördern Mao und Pol Pot HULDIGENDEN Mitgliedern bei den Grünen - ...' (S. 240) 'Dabei wird leicht übersehen, dass die Weiber in Wirklichkeit eine Schande für ihr Geschlecht sind, weil sie die die Stereotype von der parasitär am Manne (...) HÄNGENDEN, unlogischen Bockmist DAHERQUASSELNDEN, mit der Naturwissenschaft auf Kriegsfuss STEHENDEN, hysterisch KEIFENDENund sich selbst als verwelkte Frau ÜBERSCHÄTZENDEN Frau liefern.' (S. 259) Weitere stilistische Verkorksungen kommen hinzu, nämlich: 1) törichte Verdopplungen: 'hochzustilisieren' (S. 24); stilisieren bedeutet bereits erhöhen 'mit absoluter Sicherheit' (S. 59, 83, 163); ist etwas nicht absolut sicher, dann ist es noch unsicher 'ich bin der festen Überzeugung'! (S. 98; überzeugt sein heisst bereits: fest an etwas glauben 'Schlußendlich' (2x S. 152 / 163/ 164, 200, 272); 'letzten Endes' (S. 121 / 164); wieviele chronologische Enden gibt es denn? Ein vorgeschaltetes Ende wäre noch kein Ende. 'Vollendet Tatsachen...' (S. 180); gibt es auch unvollendete Tatsachen? Dann wären es noch keine Tatsachen. 2) Wörter, die nicht im Plural existieren: 'Aktivitäten' (S. 42 / 140) bzw. 'Freizeitaktivitäten' (S. 143); die Aktivität (Einzahl!) ist die Summe aller Tätigkeiten, ein Plural davon existiert genauso wenig wie von Fleiß oder Wut. "Aktivitäten" gibt es in korrektem Deutsch nicht, es ist eine Fehlherleitung des englischen "activities". Auch dass das Wort im Duden steht, ändert daran nichts. Der Duden ist keine wissenschaftliche Quelle, sondern "schaut dem Volk aufs Maul". Wird ein Wort zwar falsch, aber nur genügend häufig gebraucht, erscheint es automatisch irgendwann im Duden. 3) falsche Superlative: 'Letztere' (S. 28): wie soll man das letzte noch steigern? 'Allersten und Allerwichtigsten' (S. 82) ; 'das allertraurigste Geheimnis (S. 101) ; 'allerschlimmsten Fälle' (S. 237); auch die Vorsilbe 'aller' ändert nichts mehr. Wie eine Bevölkerung 'einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 110' (S. 98) besitzen kann, erschließt sich mir auch nicht. Der Durchschnitt ist auf nun mal auf 100 festgelegt. 'Zum Verständnis des Themas, das ich hier ansprechen möchte' (S. 231); Ansprechen kann man Leute auf der Straße, aber kein Thema. Dieses kann man nur anschneiden, erwähnen oder zur Sprache bringen. Pirinccis Grammatik regt manchmal zur Belustigung an, so auf Seite 165: .'..ist die Tatsache, daß, weil die Öffentlich-Rechten...' 'daß, weil...' zwei Konjunktionen direkt hintereinander. Eine Steigerung schafft nur noch Martin Walser ('...daß ich, weil ich, wenn ich...'). Am schönsten allerdings auf S. 214 / 215: 'denn abgesehen davon, dass die Leserlichkeit meiner Formulierungen um Meilen besser ist als die des die deutsche Grammatik verkrüppelnden...türkischen Verfassers' 'als die des die'. Wer verkrüppelt hier die Sprache? Wegen diesen sprachlichen Fehltritten gibt es ordentlich Punkteabzug und nicht wegen Pirinccis steiler Thesen. Zum Thema Frauen schreibt Pirincci auf Seite 101: 'Die übrigen neunzig Prozent möchsten am liebsten ihre Kinder aufziehen, das Haus verschönern, sich um den Garten kümmern, den Urlaub planen, ein paar Stündchen einer Blaba-Tätigkeit nachgehen, damit sie unter die Leute kommen und vielleicht nebenbei ein Roman schreiben.' Das mag so sein, nur trifft die These genauso auf Männer zu, vielleicht in dieser Form: 'Die übrigen neunzig Prozent möchten am liebsten faul vor dem Fernseher liegen, Fußball gucken, eine Flasche Bier trinken oder im Garten sitzen und grillen, ein paar Stündchen im Baumarkt stöbern und vielleicht am Wochenende mit ihren Kumpels einen trinken gehen, damit sie unter die Leute kommen.' Das setzt Pirinccis These über die Frauen nicht außer Kraft, aber Bequemlichkeit gibt es eben geschlechterübergreifend. Sehr recht hat Pirincci, wenn er meint, dass man den Nazis nicht das Copyright für bestimmte Begriffe zubilligen sollte: 'Allein das Wort `deutsches Volk` möchte es nicht in den Mund nehmen' Faselt irgendwas von 'Bevölkerung' oder Menschen in Deutschland' (S. 124) Zumal das Wort 'Bevölkerung' ohnehin schon überstrapaziert und sachlich falsch ist, denn 'bevölkern' bezeichnet den Vorgang des Ansiedelns (das Gegenteil wäre 'entvölkern'). Zum Thema Studienfächer meint der Autor: 'Geschwätzwissenschaften wie Politologie, Soziologie, Kunst, Jura oder irgendwas mit Medien. Es sind Berufe, in denen kein Mehrwert entsteht und die folglich nichts zum Wohlstand beitragen bzw deren Ergebnisse man 'nicht essen' kann. (S. 137) Dem ist an sich kaum zu widersprechen, nur Jura möchte ich ausnehmen. Es entsteht dadurch zwar kein Mehrwert, aber Jura ermöglicht den Mehrwert. Ohne Rechtsordnung keine (mehrwertschaffende) Wirtschaftsordnung, ohne Strafrecht Anarchie. Außerdem ist die Jurisprudenz traditionell das 'Lieblingsfach' der von Pirincci so geschätzten Juden (vgl. seine Ausführungen zum jüdischen Rechtsanwalt, S. 58/59) Bei den grünen Politikern verweist Pirincci mit Recht auf deren Biographie als ungelernte Taxifahrer, Kommunisten oder pfastersteinwerfende Hausbesetzer (S. 161). Allerdings sollte man jedem seine jugendlichen Verfehlungen zubilligen (Wer in der Jugend links ist, ist ein Idealist; wer es im Alter noch ist, ist ein Narr.). Auch verändert der berühmte Gang durch die Institutionen. Bestes Beispiel: Otto Schilly, erst grüner RAF-Anwalt, dann Law-and-Order-Innenminister mit der Lizenz zum Töten ('Wer den Tod liebt, kann ich haben.'). Nur Ströbele (Alter 76) bleibt der Unbelehrbare. Unfreiwillig komisch wird es, wenn Pirincci sich über alte Herren mit ihren jüngeren Freundinnen lustig macht: '...diese ehemaligen Programmleiter, Unterhaltungschefs...sich wegen ihrer aus Brasilien importierten, 35 Jahre jüngeren Freundinnen zum alten Narren machen...', denn der Altersunterschied zwischen Pirincci und seine aktuellen Freundin (der Fangemeinde immer mal wieder auf Facebook präsentiert) beträgt kaum weniger Jahre. Hervorragend sind seine Ausführungen zum altersbedingten Krebs, verursacht durch das zunehmende Risiko der Zellteilung (S. 263), nur gelingt Pirincci leider nicht der Schwenker zu seiner eigenen Lebensweise. Als jahrelanger Kettenraucher ist er der erste Kandidat für Blasenkrebs, in einem Alter jenseits der 40 umso mehr. Bei seiner Gerichtsverhandlung wundert sich Pirincci über die Fragen des Richters zu seiner Familie und schließt daraus, man habe wissen wollen, ob von dieser Rache drohe, ob er ein 'schriftstellernder Buschido' (S. 264) sei. Die lapidare Begründung des Richters ('das gehört sich so') befriedigt Pirincci nicht. Und doch muss man entgegenhalten: Fragen zu den sozial-familiären Verhältnissen des Angeklagten gehören bei Gericht zum Standardrepertoire und fallen unter die Rubrik 'Fragen zur Person'. Die Sozialprognose spielt nämlich, neben anderen Faktoren wie Reue, bleibender Schaden, Wiedergutmachung, etc. beim Strafmaß eine Rolle; wenn auch eher bei schweren Delikten, wozu eine Beleidigungsanklage nicht zählt. Insofern kann Pirincci mit seiner These der Rachebefürchtung richtig liegen, muss aber nicht. Genauso wahrscheinlich ist, dass der Richter einfach penibel seinen Fahrplan zur Verhandlungsführung abgearbeitet hat (zur besseren Beurteilung wäre eine Angabe zum Alter des Richters nützlich gewesen). Erschreckend, dass Pirincci schreibt: 'Obgleich der Gerichtssaal in dieser Stunde ziemlich leer war.' (S. 266). Ja warum das denn? Bei sovielen Facebook-Fans! War denn wenigstens ein Vertreter des Bonner Generalanzeigers vor Ort? Oder Rolf? Hier hat der Autor eindeutig versäumt Öffentlichkeit herzustellen, allein aus Marketing-Gründen. Offenbar hatte Pirincci auch keinen Anwalt dabei (kennt er etwa keinen jüdischen?). Dann wären die Kosten für diesen sowie die Strafe über 4.000 Euro nämlich keine Ausgaben gewesen, sondern clevere Investition. Anscheinend hat Pirincci sich vor dem Amtsgericht selbst verteidigt. Dass er die Geldstrafe als zu hoch empfindet ('Am Ende fragte ich den Richter, ob die 4.000 Euro Strafe ...nicht doch ein bißchen zuviel wären.', S. 266) muss umso mehr verwundern: Die Höhe der Tagessätze richtet sich nach dem Einkommen. Zieht man Pirinccis Wirtschaftsverhältnisse heran (Gründerzeitvillen, Filmrechte, Bücherverkäufe) ist er noch relativ günstig davon gekommen. Darüberhinaus hatte der natürlich die Möglichkeit gehabt, in Berufung zu gehen (diesmal mit Anwaltszwang beim Landgericht). Dort hätte die Aussicht bestanden, dass das Gericht den Tatvorwurf der Beleidigung ganz anders wertet (vgl. BGH-Urteil zur Schmähkritik), zumindest aber wäre in des Autors Sinne weitere mediale Aufmerksamkeit garantiert gewesen. Mit dem Finanzamt hat Princci auch seine Probleme. Immer wieder stöhnt er über die für ihn ungerechtfertigten Einkommensteuer-Vorauszahlungen. Diese kann man (auf Antrag) heruntersetzen lassen, man muss dann halt (bei höherem Gewinn) entsprechend mehr nachzahlen. Die Finanzbehörde geht davon aus (in vielen Fällen zu Recht), dass sonst später keine Geld mehr vorhanden wäre, das der Steuerpfllichtige der Behörde überweisen könnte, weil häufig Umsatz mit Gewinn verwechselt wird (nicht nur in Bargeldbranchen wie der Gastronomie). Mangold hat DvS mit 'Mein Kampf' verglichen. Das ist natürlich Unsinn und wer einem Autor vorwirft, er überspitze, übertreibe, polemisiere und hetzte, sollte nicht mit vermeintlich gleicher Münze zurückzahlen. Ein Vergleich von DvS bietet sich trotzdem an und zwar mit Remarques 'Im Westen nichts Neues'. Er beantwortet nämlich die Frage, warum DvS ein Beststeller geworden ist. Nicht wegen seiner (mehr oder wenigen vorhandenen) Gossensprache, nicht weil hier ein Türke über Ausländer schimpft und auch nicht, weil ein Katzenkrimi-Autor kühl kalkulierend eine neue Fangemeinde entdeckt hat. Der Hauptgrund ist vielmehr folgender: Es herrscht - wie zu Remarques Zeiten - eine rießige Diskrepanz zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung. Anfang der 1930er Jahre fanden sich die deutschen Kriegsheimkehrer nicht in der Heroisierung des Militärischen wieder und sahen in Remarques Werk gegensätzliche Erfahrungen bestätigt. Genauso stark abweichend empfinden heute viele DvS-Leser ihre Erfahrungen von den Ansichten der Medien und den dort propagierten Leitbildern.

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  • Der kleine Akif

    Deutschland von Sinnen
    TheSilencer

    TheSilencer

    04. April 2016 um 14:18

    Wer Pirincci kennt, wird hier kaum den großen literarischen Wurf erwarten. In klaren, nachvollziehbaren Argumenten wagt er den Rundumschlag gegen den kranken Zeitgeist, bei dem alles hervorgestellt werden darf, alles gelobt wird, nur nichts, was konservativ normal ist.Wenn man sich den Luxus gönnt und sich nicht unter der selbstverordneten Nazikeule duckt, wird es schwer, ihm zu widersprechen.Die interessanten Themen nehmen leider mit fortschreitendem Kapitel ab. Warum Pirincci sich auch immer wieder in Obszönitäten ergeht, bleibt mir ein Rätsel. Er ist ein wundervoller Publizist, verstört aber jeden Interessierten irgendwann.Witzige Nebensache: nachdem ihm die Presse auf einer Pegida-Demonstration ein falsches, kaum hinterfragtes Zitat in den Mund legte, gab es einen Schulterschluß zwischen allen Online-Buchhändlern, die einfach mal alle seine Werke - auch seine nichtpolitischen Felidae-Romane - aus dem Versand nahmen.Nachdem der Hype um's falsche Zitat abgenommen hat, ist das Rückgrad vergessen und man lechzt wieder nach Kohle: nach und nach tauchen die Werke bei den Händlern wieder auf.

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  • da ist jemand sauer!

    Deutschland von Sinnen
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    01. June 2014 um 17:50

    Da ist jemand wütend, sehr wütend. Akif Pirinҫci lässt eine Explosion an Buchstaben zu Sätzen werden, ohne Punkt und Komma, so scheint es. Ein Absatz ist gleich mehrere Seiten lang. Es ist, als könne er kaum Atem holen, will unbedingt noch eine Idee loswerden, bevor er endlich einen Punkt setzt. Die Gedankengänge Pirinҫcis werden zu Diskussionen anregen, und nicht nur das. Ich spüre förmlich die wütenden Blicke, die an die Wand geschmissenen Bücher, die geschriebenen Briefe, E-Mails und andere kommunikativen Schritte, die die Disputanten nehmen werden, um ihre Meinung zu äußern.  Sich der neuen Rechtschreibung verweigernd, nimmt Pirinҫci Anlauf, um vielleicht etwas zu bewirken, in seiner Wahlheimat, die er Mutter Deutschland nennt. Und das alles in einer deftigen Sprache, er hat sich wahrlich „ausgekotzt“. Auf seine eigene Geschichte verweisend, blickt Pirinҫci auf die eine große Gruppe seiner Landsleute, die sich seiner Meinung nach nicht entsprechend hier verhält. Selbst einen Blick in die Zukunft, wie sich Deutschland schleichend verändern wird, erspart er uns nicht. Und so verfährt er mit allen für ihn wichtigen Themen, die ihm auf den Nägeln zu brennen scheinen. Zum Beispiel das Thema Gendern. Wie erreiche ich, dass durch bestimmte Wortwahl absolut niemand und nichts mehr und auch aufgrund seines Geschlechts diskriminiert wird? Wie sehen danach die Texte aus? Wie werden wir miteinander sprechen? Auf welcher Grundlage sind eigentlich diese Thesen entstanden? Auch wie sich der Staat Einnahmenquellen sichert, oder sich Minderheiten in den Vordergrund spielen, das man den Eindruck bekommt, sie wären die Mehrheit. Und die große träge Masse der Mehrheit, die Angst vor Entscheidungen hat, einfach alles mit sich machen lässt.Bei all diesen Themen hält Pirinҫci mit seiner Meinung nicht "hintern Berg". Warum nur verlässt eine Frau ihren Mann, um ihn gegen einen anderen Mann einzutauschen, den doch nur wiederum eine andere Frau verlassen hat? Auch darauf versucht Pirinҫci eine Antwort zu finden und lässt uns Frauen einen Blick auf die verschiedenen verlassenen Typen werfen, die nun auf der Suche nach einer neuen Lebenspartnerin sind. Kontroverse anregendes Buch!        

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