Akira Iriye

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Geschichte der Welt 1945 bis heute

Geschichte der Welt 1945 bis heute

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Erschienen am 18.10.2013
Geschichte der Welt Die Welt vor 600

Geschichte der Welt Die Welt vor 600

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Erschienen am 19.09.2017
Geschichte der Welt 1350-1750

Geschichte der Welt 1350-1750

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Erschienen am 17.10.2014
Geschichte der Welt Wege zur modernen Welt

Geschichte der Welt Wege zur modernen Welt

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Erschienen am 21.07.2016
Geschichte der Welt Gesamtausgabe

Geschichte der Welt Gesamtausgabe

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Erschienen am 25.09.2012
Geschichte der Welt 1870-1945

Geschichte der Welt 1870-1945

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Erschienen am 12.03.2018

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Rezension zu "Geschichte der Welt Die Welt vor 600" von Akira Iriye

Geschichte der Welt vor 600
Sikalvor einem Jahr

Dieses umfangreiche Werk ist ein Teil der Reihe „Geschichte der Welt“ bei C.H. Beck und spannt einen Bogen vom Aufbruch des Homo erectus aus Afrika vor 1,8 Millionen Jahren bis 600 n. Chr. Chronologisch ist somit dieser Band der erste aus dieser Reihe und umfasst folgende Themengebiete:

 

-         Vor- und Frühgeschichte

-         Die frühen Hochkulturen Ägyptens und Vorderasiens

-         Die Welt der klassischen Antike

-         Das Alte China

-         Südasien und Südostasien


Das Thema Vor- und Frühgeschichte beschäftigt sich mit der Entwicklung zum modernen Menschen, der Sesshaftwerdung, Gruppenidentität, mit komplexen Gesellschaften. Ebenso mit Gebieten jenseits der Hochkulturen, wo wir z.B. auch der Hallstattkultur begegnen. Der Verfasser – Hermann Parzinger – spannt den Bogen über die Ausbreitung des Neolithikums, die Beschreibung sämtlicher Kulturverhältnisse, sowie ebenso auf das subsaharische Afrika, auf Nord-, Mittel- und Südamerika, um eine globale Perspektive zu erreichen. In der Schlussbetrachtung verbindet Parzinger sämtliche Weltregionen miteinander, vergleicht die kulturellen Entwicklungen.

 

Die Hochkulturen Ägyptens von der Verfasserin Karen Radner beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Zeitalter der frühen Staaten (Frühbronzezeit), der Entwicklung der Schrift (Mittelbronzezeit), ebenso dem kurzlebigen mesopotamischen Reich, der Spätbronzezeit bis hin zur frühen Eisenzeit.

 

Hans-Joachim Gehrkes Thema über die Welt der klassischen Antike beschäftigt sich mit den Gebieten rund um das Mittelmeer, mit der Spaltung der Welt, der Republik der Römer (deren Höhepunkt und Fall), der hellenistischen Welt sowie zuguterletzt die Entstehung des römischen Kaiserreiches.

 

Das Kapitel um das Alte China von Mark Edward Lewis zeigt uns einleitend einen geographischen Hintergrund und vernetzt die vielfältigen Bereiche, berichtet über die Entstehung der ersten Kaiserreiche, der frühen Städte. Ergänzend findet man Abschnitte über die großen Familien Wei und Jin, die Militärdynastien, die institutionellen Religionen Daoismus und Buddhismus bis hin zur Wiedervereinigung Chinas und den Niedergang der Sui-Dynastie.

 

Axel Michaels Bereich umfasst die Zeitspanne von ca. 2600 v.Chr. bis 600 n.Chr. in Südasien und Südostasien und beschäftigt Themen, wie z.B. die Harappakultur, die vedische Kultur, Formation des Hinduismus bis hin zu Indiens Einflüssen auf Ost- und Südostasien. Interessante Abschnitte waren hier besonders die Genese des Kastensystems sowie sehr informativ die Stellung der Frau.

 

Viele Karten und Skizzen ergänzen dieses Buch und machen das Werk zu einem umfassenden Nachschlagewerk für Interessierte. Diese Geschichte der Welt ist ein äußerst informatives Werk, das einen weiten zeitlichen Bogen spannt, viele Themenbereiche abbildet und diese ausführlich herausarbeitet.

5 wohlverdiente Sterne.

 

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Rezension zu "Geschichte der Welt 1350-1750" von Akira Iriye

Weltreiche und Weltmeere
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Weltreiche und Weltmeere

Im Rahmend er auf sechs Bände angelegten Reihe des Beck-Verlages zur „Geschichte der Welt“ setzten sich die verschiedenen Autoren in diesem (wie gewohnt schon von der Seitenzahl sehr umfangreichen Werk) den Schwerpunkt der Entstehung und Stabilisierung der „Weltreiche“ durch die Beherrschung der Meere von 1350-1750.

Und dies, ein durchaus frischer Ansatz, nicht aus der sattsam bekannten Perspektive einer europäischen Zentrierung (Spanien, Holland, vor allem England), sondern „von den Rändern her betrachtet“.

Wie war die Lage, die Reaktionen, die innenpoltischen Strömungen zu jener Zeit in Eurasien (China, Russland, Japan, Korea u.a.)?

Welche Entwicklungen, auch angesichts der europäischen Entwicklungen, nahm das osmanische Reich und die islamische Welt (Iran)?

Neben den beginnenden Handelsrouten, der Kolonialisierung fand in Südasien und dem indischen Ozean eine eigenständige Entwicklung statt, der auf knapp 150 Seiten im Buchen nachgegangen wird, ebenso, wie Südostasien und Ozeanien einen eigenen Hauptteil darstellen.

Natürlich wird auch ein Blick (komprimiert und relativ kurz mit den 100 Seiten im Buch) auf Europa selbst geworfen. Dieser steht aber weniger unter einer Nachzeichnung der „Eroberung der Meere“, sondern konzentriert sich auf den „Un-Zusammenhang“ der Menschen auf den drei beteiligten Kontinenten, bis es dann zur „Kenntnis“ der anderen und zur „Unterwerfung“ durch die europäischen Mächte kam.

Ein an sich vertretbarer Ansatz, denn in jenen Jahrhunderten herrschte „über die Welt“, zumindest aber über das nähere Einflussgebiet immer jene Kräfte, welche die Meere beherrschten, deren Flotten am weitesten fortgeschritten waren.

Ereignisse, die in ihrer vielfach national geprägten Weise durchaus, wie die Herausgeber herausstellen, die Grundlagen für die heutige Globalgeschichte durchaus legten. Die „fünf verschiedenen Welten“ begannen, langsam zwar und mit Risiken behaftet, aber dennoch zu „interagieren“. Dennoch wäre ein rein solcher Blick auf die „Weltgeschichte“ der verschiedenen Regionen zu verkürzt und zu sehr teleologisch aus gegenwärtiger Sicht beeinflusst. Bei der Entwicklung zur Gegenwart hin handelt es sich eher, wie die Herausgeber feststellen , um eine „Akkumulation in Schüben“ mit durchaus zeitweise auch Zurückbildungen

Daneben aber liegen faktisch eigenständige Geschichte und Geschichtsbilder je regional geprägt vor, hier gilt es, die jeweiligen Vergangenheiten „nach deren eigenen Bedingungen zu rekonstruieren“. So wendet sich das Buch in seiner Zielsetzung entschieden gegen eine (rein) „eurozentrierte Sicht“ der Weltgeschichte und setzt daher logischerweise die anderen Teilnehmer am „Meeres-Geschehen“ deutlicher in den Mittelpunkt der Betrachtungen.

Im Gesamten ergeben sich in den einzelnen Hauptteilen und den einzelnen Einlassungen der verschiedenen Autoren durchaus profunde Bilder der Zeit und ein sorgsames Nachgehen der je individuellen, regionalen Geschichte (man könnte sagen der „kleineren Weltreiche“ oder der Versuche der Expansion).

Eine Schwäche der Darstellung ist dabei die starke Abgrenzung, die teils kleinteilige, nur für sich bestehende Betrachtung der Historie. Vom vielleicht mangelndem Interesse mancher Leser an bestimmten Ereignissen in Südostasien in jenen Jahrhunderten einmal ganz abgesehen, fehlt am Ende der verbindende Blick, die Betrachtung der Folgen einzelner regionaler Ereignisse für den weiteren Fortgang der Geschichte und den Gesamtzusammenhang.

Für an konkreter Regionalgeschichte anderer Kontinenten interessierte Leser bietet dieses Werk eine breite und detaillierte Darstellung oft nicht sonderlich bekannter historischer Entwicklungen und Ereignissen, als „Geschichte der Welt“ aber ist das Buch zu sehr regional ausgerichtet in seiner Darstellung. Der bessere Titel wäre :“Die Geschichte der anderen oder des Restes der Welt“ gewesen.
Wie auch nichtunbedingt jede regionale Kraft im Buch als „Weltreich“ zu bezeichnen wäre.

Dennoch bietet sich in den einzelnen Darstellungen profundes und fundiertes Wissen mit hohem Informationsgehalt. 

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M

Rezension zu "Geschichte der Welt 1945 bis heute" von Akira Iriye

Entwicklung und Folgen der Globalisierung
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Nach Ihrer „Geschichte der Welt 1870-1945“, dem umfassenden Blick auf die „Vorgeschichte“ der „modernen Welt“, zeichnen Osterhammel und Iriyve nun ebenfalls als Herausgeber für diese breite, umfassende und sehr fundierte Darstellung der Entwicklung der Welt nach 1945 bis in die Gegenwart hinein.

 

Wobei der Schwerpunkt deutlich erkennbar auf der Entwicklung einer „globalisierten Welt“ liegt, aber jeweils in den Themenbreichen die großen, geschichtlichen Linien der letzten knapp 70 Jahre nachgezeichnet werden. Gerade auch politische Linien, die über längere Zeit eher nach „Innen“ gerichtet waren denn auf ein unbedingtes „Zusammenwachsen der gesamten Welt“.

 

Linien, die in ihren Grundlegungen aber den Weg in eine sich immer stärker zunächst vor allem wirtschaftlich und kulturell vernetzte Welt eröffnet haben. Vernetzungen übrigens, denen die Politik durchaus noch ein stückweit hinterherhinkt, sich oft faktischen Gegebenheiten gegenüber sieht, die sie zwar mit geschaffen hat (Deregulierungen, gemeinsame Währung in Europa u.v.m.), deren globalisierten Folgen sie manches Mal dennoch scheinbar überrascht und zunächst machtlos gegenüber steht.

 

Interessant nachzulesen und überzeugend dargestellt im Buch ist da alleine schon die „erste Globalisierung“, nämlich der „globale kalte Krieg“ mit seiner zunächst begünstigten „Blockbildung“, die bis heute daran zu arbeiten hat, damals festgefahrene politische „innere“ Strukturen der „Blöcke“ zu überwinden, um der wirtschaftlich und kulturell voran geeilten Vernetzung politisch aktiv entsprechen zu können.

 

„Staaten und Machtbeziehungen im Wandel“ als erster Teil des Buches kündet von diesen Veränderungen in den Binnenbeziehungen, der zunächst Entstehung, dann Auflösung der „Blöcke des kalten Krieges“. Das Aufkommen neuer Mächte in der Weltpolitik und der daraus resultierenden neuen Weltordnung, die in der Gegenwart unter dem Begriff „Globalisierung“ bestimmend im Raume steht.

 

Eine „Weltgeschichte“, die, anders als in den Jahrhunderten zuvor, überaus federführend von wirtschaftlichen Interessen mitbestimmt und mitgeleitet wurde, spätestens seit dem Ende der Sowjetunion fast als „alleine bestimmend“ nachgewiesen werden kann.

Auch hier bieten die Autoren im Buch Schritt für Schritt die Entwicklung dar.

Von den „geschlossenen Türen“ der „Feindschaft“ über sich langsam öffnenden Türen bis zu den „weit offenen“ Toren der letzten Jahre. Wirtschaftliche Dominanzen und Entwicklungen, die im Buch in zwei Kernrichtungen intensiv ausgeleuchtet werden.

 

Wie aus „Menschen und Güter in Bewegung“ globale Kulturen entstehen und tradierte kulturelle Identitäten (mitsamt auch der Menschenrechte und anderer „gesetzter“ ethischer Werte des ehemaligen „Westens“) damit zumindest infrage gestellt werden, in Teilen einer Zerreißprobe zwischen Ethik und Gewinnstreben ausgesetzt sind, ist dabei der eine, wichtige Strang der Entwicklung.

 

„Mensch und Umwelt“ und damit die Fragen der Klimaveränderung, des ungebrochenen Wachstums von Metropolen, des immensen Hungers nach Energie mitsamt im Raume stehender Engpässe  und der Folgen für das „Biotop Erde“ stehen als zweiter Schwerpunkt der Folgen der Globalisierung im Buch im Raum.

 

So wird das Buch den verschiedenen Dynamiken der Entwicklung der letzten 70 Jahre überaus gerecht. Geopolitisch, ökonomisch, kulturell und ökologisch werden die sich teils überlappenden, teils getrennt voneinander geschehenen Entwicklungen differenziert und breit dargestellt und ergeben sie im Verlauf der Lektüre ein Gesamtbild, das im letzten Kapitel zur „Entstehung einer transnationalen Welt“ in ein großes Ganzes zusammenfließen.

 

Eine „Transnationalisierung“, die auch in ihrer Überwindung von „Einheit und Spaltung“ vorhergehender Jahrhunderte durch nun „miteinander verknüpfte Beziehungen“ auf vielfachen Ebenen im Buch gewürdigt wird.

 

„Die Zunahme dieses Interdependenzempfindens ist einer der bemerkenswertesten Aspekte der Zeitgeschichte“. Eine entwickelte Interdependenz, deren Entstehung und deren Folgen das Buch vor Augen führt und dabei die wesentlichen, bestimmenden Linien der Geschichte seit 1945 bestens darstellt.

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