Akira Iriye Geschichte der Welt 1350-1750

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Inhaltsangabe zu „Geschichte der Welt 1350-1750“ von Akira Iriye

In den Jahrhunderten zwischen 1350 und 1750 wird die Geschichte der Welt endgültig zu einer zusammenhängenden Weltgeschichte. Auf allen Kontinenten expandieren neue Großreiche, während westeuropäische Seefahrer den Atlantik in ein Binnenmeer verwandeln und der Islam die Handelssysteme vom Mittelmeer bis nach Südostasien beherrscht. Mit dem Band Weltreiche und Weltmeere liegt nun der dritte Band der großen, auf insgesamt sechs Bände angelegten Geschichte der Welt vor.
China und Russland, die Imperien der Osmanen, der Timuriden und Safawiden in Zentralasien und Iran, das Reich der Moguln in Indien entfalten eine politische Macht und einen kulturellen Glanz, die alles in den Schatten stellen, was Europas Königreiche bis dahin zu bieten hatten. Spanien und Portugal, die Niederlande, Frankreich und Großbritannien errichten ihre Imperien, deren Aufstieg vor allem auf der Ausbeutung und Versklavung fremder Völker beruht. Mit amerikanischem Silber entsteht erstmals ein Weltzahlungssystem. Herausragende Gelehrte schildern diesen dramatischen Wandel, an dessen Ende die nebeneinander herlaufenden Geschichten der Welt unwiderruflich miteinander verflochten sind.

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    Geschichte der Welt 1350-1750

    michael_lehmann-pape

    04. November 2014 um 12:36

    Weltreiche und Weltmeere Im Rahmend er auf sechs Bände angelegten Reihe des Beck-Verlages zur „Geschichte der Welt“ setzten sich die verschiedenen Autoren in diesem (wie gewohnt schon von der Seitenzahl sehr umfangreichen Werk) den Schwerpunkt der Entstehung und Stabilisierung der „Weltreiche“ durch die Beherrschung der Meere von 1350-1750. Und dies, ein durchaus frischer Ansatz, nicht aus der sattsam bekannten Perspektive einer europäischen Zentrierung (Spanien, Holland, vor allem England), sondern „von den Rändern her betrachtet“. Wie war die Lage, die Reaktionen, die innenpoltischen Strömungen zu jener Zeit in Eurasien (China, Russland, Japan, Korea u.a.)? Welche Entwicklungen, auch angesichts der europäischen Entwicklungen, nahm das osmanische Reich und die islamische Welt (Iran)? Neben den beginnenden Handelsrouten, der Kolonialisierung fand in Südasien und dem indischen Ozean eine eigenständige Entwicklung statt, der auf knapp 150 Seiten im Buchen nachgegangen wird, ebenso, wie Südostasien und Ozeanien einen eigenen Hauptteil darstellen. Natürlich wird auch ein Blick (komprimiert und relativ kurz mit den 100 Seiten im Buch) auf Europa selbst geworfen. Dieser steht aber weniger unter einer Nachzeichnung der „Eroberung der Meere“, sondern konzentriert sich auf den „Un-Zusammenhang“ der Menschen auf den drei beteiligten Kontinenten, bis es dann zur „Kenntnis“ der anderen und zur „Unterwerfung“ durch die europäischen Mächte kam. Ein an sich vertretbarer Ansatz, denn in jenen Jahrhunderten herrschte „über die Welt“, zumindest aber über das nähere Einflussgebiet immer jene Kräfte, welche die Meere beherrschten, deren Flotten am weitesten fortgeschritten waren. Ereignisse, die in ihrer vielfach national geprägten Weise durchaus, wie die Herausgeber herausstellen, die Grundlagen für die heutige Globalgeschichte durchaus legten. Die „fünf verschiedenen Welten“ begannen, langsam zwar und mit Risiken behaftet, aber dennoch zu „interagieren“. Dennoch wäre ein rein solcher Blick auf die „Weltgeschichte“ der verschiedenen Regionen zu verkürzt und zu sehr teleologisch aus gegenwärtiger Sicht beeinflusst. Bei der Entwicklung zur Gegenwart hin handelt es sich eher, wie die Herausgeber feststellen , um eine „Akkumulation in Schüben“ mit durchaus zeitweise auch Zurückbildungen Daneben aber liegen faktisch eigenständige Geschichte und Geschichtsbilder je regional geprägt vor, hier gilt es, die jeweiligen Vergangenheiten „nach deren eigenen Bedingungen zu rekonstruieren“. So wendet sich das Buch in seiner Zielsetzung entschieden gegen eine (rein) „eurozentrierte Sicht“ der Weltgeschichte und setzt daher logischerweise die anderen Teilnehmer am „Meeres-Geschehen“ deutlicher in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Im Gesamten ergeben sich in den einzelnen Hauptteilen und den einzelnen Einlassungen der verschiedenen Autoren durchaus profunde Bilder der Zeit und ein sorgsames Nachgehen der je individuellen, regionalen Geschichte (man könnte sagen der „kleineren Weltreiche“ oder der Versuche der Expansion). Eine Schwäche der Darstellung ist dabei die starke Abgrenzung, die teils kleinteilige, nur für sich bestehende Betrachtung der Historie. Vom vielleicht mangelndem Interesse mancher Leser an bestimmten Ereignissen in Südostasien in jenen Jahrhunderten einmal ganz abgesehen, fehlt am Ende der verbindende Blick, die Betrachtung der Folgen einzelner regionaler Ereignisse für den weiteren Fortgang der Geschichte und den Gesamtzusammenhang. Für an konkreter Regionalgeschichte anderer Kontinenten interessierte Leser bietet dieses Werk eine breite und detaillierte Darstellung oft nicht sonderlich bekannter historischer Entwicklungen und Ereignissen, als „Geschichte der Welt“ aber ist das Buch zu sehr regional ausgerichtet in seiner Darstellung. Der bessere Titel wäre :“Die Geschichte der anderen oder des Restes der Welt“ gewesen. Wie auch nichtunbedingt jede regionale Kraft im Buch als „Weltreich“ zu bezeichnen wäre. Dennoch bietet sich in den einzelnen Darstellungen profundes und fundiertes Wissen mit hohem Informationsgehalt. 

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