Akira Kuroda

 3.5 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Made in Japan.

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Perkers avatar

Rezension zu "Made in Japan" von Akira Kuroda

Rezension zu "Made in Japan" von Akira Kuroda
Perkervor 8 Jahren

Die Helden dieses Buchs sind jugendliche Auslandsjapaner, die in ihrer Heimat zurück Außenseiter sind und sich in einer Welt der Drogen, des sexuellen Rauschs, des Konsums finden. Die Handlung läuft auf ein geplantes Sexualverbrechen hinaus... Etwas zu viel Japan-Klischees, die ein japanischer Autor hier verbrät... Es gibt besseres!

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Eltragalibross avatar

Rezension zu "Made in Japan" von Akira Kuroda

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Eltragalibrosvor 10 Jahren

Mit diesem Buch beweist sich einmal mehr, dass japanische Literatur sehr krankhaft sein kann. Ob Realität oder nicht, die Darstellungen in dem Buch stehen an einer Grenze der Vorstellungskraft, was Menschen (Jugendliche) mit anderen tun können, wie brutal sie sein können.

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KollegeKraftwagens avatar

Rezension zu "Made in Japan" von Akira Kuroda

Rezension zu "Made in Japan" von Akira Kuroda
KollegeKraftwagenvor 10 Jahren

Dieses Buch war eine der größten Enttäuschungen, die ich je bei einem aus dem Japanischen übersetzen Buch erlebt habe. Lag's an der Übersetzung? Oder ist das doch nur eine ganz dünne, oberflächlich provokante Geschichte, die jedes schriftstellerische Engagement für das gewählte Thema vermissen läßt? Die Autorin ist literarisch extrem naiv und kann gar nicht vermitteln, was sie eigentlich erzählen will. Sowas von lieblos geschrieben... Immerhin ist das Cover toll und auch der folgende zweite Band der Reihe JBOOK (Edogawa Rampo: Spiegelhölle) klingt vielversprechend.

Hier noch ein Auszug aus einem Artikel der Japanologin Lisette Gebhardt über dieses Buch (erschienen am 27.1.09 in der NZZ):

"Mit Gewalt pur konfrontiert uns die Autorin Akira Kuroda in «Made in Japan». Das Début der Kunststudentin aus Tokyo ist ein literarisches Snuff-Movie und berührt hier Grenzen, die derzeit vielleicht nur die japanische Literatur ausreizt – die grossen internationalen Verlage scheuen deshalb meist vor der Publikation einer Übersetzung zurück. Es geht um eine Gruppe von vier Jugendlichen, die, bedingt durch die Arbeit ihrer Väter, die der japanischen Firmenelite angehören, im Ausland aufgewachsen sind: Takashi (Deutschland/Schweiz), Satoru (Frankreich), Shin (Mexiko) sowie Shu, der Ich-Erzähler (Amerika). Die repatriierten Jugendlichen konsumieren Drogen, befassen sich mit Mode, Einkaufen und Videos.
Eine Kassette zeigt die Tötung eines kleinen blonden Knaben. Das Filmmaterial wurde über deutsche Quellen bezogen. Es heisst dazu: «Takashi kann auch Deutsch wegen des Jobs seines perversen Alten. Er wurde in Berlin geboren (. . .). Mit der deutschen Sprache kann man sonst in Japan überhaupt nichts anfangen, aber jetzt ist das für uns ganz praktisch.» Während der Text sein brutales Szenario entfaltet [einer der Jungs wird von den anderen getötet, KK], funktioniert er in der Parallel-Lektüre als Allegorie auf die Brutalismen der globalisierten Welt und als Ausdruck des Hasses auf ein Heimatland, das keine Heimat bietet. «Made in Japan» steht bei Kuroda nicht für ein Qualitätssiegel, sondern für ein Trauma."

Mag sein, aber diesen Anspruch kann der Text nicht einlösen. Wer den Marquis de Sade und "American Psycho" gelesen hat, dem wird "Made in Japan" wie ein mißlungener Schulaufsatz erscheinen. Brutalität allein ist eben noch keine echte Herausforderung der Lesermoral, ein gewisses Maß an Reflexion gehört schon auch dazu.

Immerhin scheinen die Veränderungen in der jüngeren japanischen LIteratur doch sehr interessant zu sein und Kuroda auch irgendwie typisch dafür. Dazu nochmal Frau Gebhardt:

" Mit der Wende zum 21. Jahrhundert erlebt Japans Literaturwelt einen regelrechten Girlie-Boom. Viele Auszeichnungen gehen an sehr junge Autorinnen: Kuroda Akira erhielt im Jahr 2000 mit dreiundzwanzig Jahren den Bungei-Preis, Hitomi Kanehara (geb. 1983) und Risa Wataya (geb. 1984; Bungei-Preis 2001) teilen sich 2003 den renommierten Akutagawa-Preis, Nanae Aoyama erhält ihn 2007 im Alter von nur fünfundzwanzig Jahren. Phasen, in denen Frauen die Szene prägen, sind typisch für die japanische Literatur, auch für die Gegenwartsliteratur ab 1945, doch so jung wie heute waren die Schriftstellerinnen noch nie. [...]
Eine im Westen kaum bemerkte Revolution vollzieht sich in der konservativ geprägten Kulturlandschaft Japans – wie man hierzulande auch noch wenig über die Veränderungen der japanischen Bildungsgesellschaft weiss. Die Avantgardeliteratur Japans ist nicht mehr die, die Altmeister Kenzaburo Oe vertritt, sondern die «J-Literatur», die in den neunziger Jahren ausgerufen wurde. Während «J-Literatinnen» wie Mitsuyo Kakuta (geb. 1967) und Mari Akasaka (geb. 1964) ihre Karriere seit längerem vorantreiben, ist der Erfolg der «Girlies» schnell und spektakulär.
Einigen Preisrichtern haben die provokativen Texte der jungen Frauen nicht gefallen, ebenso wie deren «unschriftstellerische» Erscheinung: Risa Wataya und die gestylte Hitomi Kanehara sind optisch völlig neue Typen. Sie wirken wie «Idols», junge Showstars, die in Japan so populär sind. Die Literatur der Jungautorinnen ist allerdings nicht immer bunt und fröhlich, sie handelt von Identitätssuche, von den Problemen der Adoleszenz, von komplizierten oder zerbrochenen Beziehungen, von Bulimie, Selbstverletzung und Gewalt."

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