Akos Doma

 4.3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Der Weg der Wünsche, Die allgemeine Tauglichkeit und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Akos Doma

Akos DomaDer Weg der Wünsche
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Der Weg der Wünsche
Der Weg der Wünsche
 (6)
Erschienen am 17.11.2017
Akos DomaDie allgemeine Tauglichkeit
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Die allgemeine Tauglichkeit
Die allgemeine Tauglichkeit
 (2)
Erschienen am 15.02.2011
Akos DomaDie Allgemeine Tauglichkeit
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Die Allgemeine Tauglichkeit
Die Allgemeine Tauglichkeit
 (0)
Erschienen am 24.01.2013
Akos DomaDer Müssiggänger
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Der Müssiggänger
Der Müssiggänger
 (0)
Erschienen am 01.02.2001
Akos DomaDie andere Moderne
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Die andere Moderne
Die andere Moderne
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Erschienen am 01.02.1999

Neue Rezensionen zu Akos Doma

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Xirxes avatar

Rezension zu "Der Weg der Wünsche" von Akos Doma

Der Weg in die Freiheit ist kein leichter
Xirxevor einem Jahr

Und noch ein Flüchtlingsbuch, allerdings aus einer Zeit, in der Flüchtlinge aus dem Osten noch eher selten waren. Es ist 1980, Ungarn hat eine autoritäre kommunistische Regierung, die durch die Sowjetunion gesteuert wird, wobei im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten Polen, Tschechoslowakei usw. in vielen Bereichen eine gewisse Liberalität Einzug gehalten hat. Doch Ungarinnen und Ungarn, die sich weigern, Mitglied der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei zu werden und/oder nicht mit deren Meinung übereinstimmen, haben es schwer in ihrem Leben. Sie und ihre Familien müssen sich mit schlechten Wohnverhältnissen zufriedengeben, werden im Berufsleben benachteiligt und laufen Gefahr, überall drangsaliert zu werden. Teréz und Károly halten dies nicht mehr aus, vor allem Teréz will dieses Land, das sie trotz allem liebt, mit ihrem Mann und den beiden Kindern verlassen. Im Sommer ist es soweit: Offiziell brechen sie zum Plattensee auf, um dort Ferien zu machen. Doch ihre Fahrt geht weiter: nach Jugoslawien, um von dort die Grenze nach Italien zu überqueren und weiter nach Deutschland zu fahren.
Für Jemanden, der sein Leben lang ein Heim hatte, ist es schwer nachvollziehbar, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein. Am Beispiel der Familie Kallay schildert Akos Doma überzeugend, welche Hoffnungen, aber auch wieviel Druck und und Angst dieser Exodus mit sich bringt. Die Freude auf ein Leben in Freiheit und ohne Bespitzelung; auf eine gerechte Behandlung ohne Furcht vor Wilkür. Aber auch die Last des untätigen Wartens auf die erlösenden Papiere; die zunehmende Besorgnis was werden soll, wenn die Papiere nicht kommen. Das Paar Kallay mag bemerkenswert naiv wirken in ihrem Glauben an das Gelingen ihrer Flucht, doch ihre jeweiligen Vergangenheiten, die als Erinnerungen oder Erzählungen immer wieder in die laufende Geschichte eingeschoben sind, machen klar, dass es keine Naivität ist, die sie so hoffnungsvoll sein lässt. Beide haben sich den Optimismus und die innere Überzeugung an das Gute im Menschen und im Leben bewahrt, sodass sie trotz ungeahnter Schwierigkeiten im gelobten Westen, weitermachen. Ungeachtet diverser Rückschläge und obwohl der Schluss des Buches das Ende der Reise offen lässt, bin ich mir sicher: Es wird gelingen; ihre Reise und ihr Ankommen in einem neuen Leben.
Ein schönes Buch, doch ein bisschen wundert es mich schon, dass es auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 zu finden ist. Aber da habe ich mich ja schon ein paar Mal gewundert ;-)

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Rezension zu "Der Weg der Wünsche" von Akos Doma

Akos Doma | DER WEG DER WÜNSCHE
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Anfang der 1970er Jahre beschließen Károly und Teréz Kallay, ihr Heimatland Ungarn zu verlassen. Beruflich und auch privat sind die beiden an einem Punkt angelangt, der diesen großen Schritt unabwendbar macht: Der Staat lässt ihre Karrieren durch bloße Willkür stagnieren, Bespitzelung durch die Nachbarschaft steht auf der Tagesordnung – das Leben der Kallays ist schlicht unerträglich. Mit ihren Kindern Bori und Misi, ihrem Hund und dem nötigsten Gepäck machen sie sich auf den Weg nach Jugoslawien, um über Italien und die Schweiz nach Deutschland zu gelangen, ihrem eigentlich Ziel. Doch die Familie, sowohl als Einheit als auch jeder für sich, wird auf harte Proben gestellt.

Im Flüchtlingslager in Capua bei Neapel herrschen desolate Zustände. In den fenster- und türlosen Behausungen muss die Familie ihre Privatsphäre komplett aufgeben und sich zwischen all den hunderten Flüchtlingen jeden Tag neuen Gefahren stellen. Und während der achtjährige Misi einem durchgeknallten Waffennarr folgt, die jugendliche Bori sich in einen zwielichtigen Straßenzauberer verliebt und Vater Károly verzweifelt versucht, die Familie finanziell über Wasser zu halten, geht Mutter Teréz (stets die treibende Kraft) einen Handel mit dem korrupten und machtbesessenen Lagerdirektor ein, der ihr mehr abverlangt, als sie zu geben imstande ist. Die Familie droht zu zerbrechen…

FORM: Akos Doma (*1963) beginnt seinen Roman mit dem Geburtstag Misis, einer Idylle in ruhigen Sätzen, einem Stil dem er auch später, wenn die Odyssee der Kallays aufreibend und dramatisch wird, treu bleibt bis zum Ende. Nie verliert er als Erzähler die Ruhe und die Kontrolle über seine Figuren, das gibt der Geschichte einen sehr realistischen Ton.

Unter die Kapitel, die chronologisch die Flucht und die Ereignisse in Capua beschreiben, sind auch Kapitel gestreut, die Licht ins Dunkel der Geschichte der Kallays bringen und erklären, warum es die Familie in Ungarn so schwer hatte. Ein sehr interessantes Detail, das dabei zum Vorschein kommt, ist, dass jeder in der Familie irgendwann privat oder politisch vor etwas flieht – den Kallays scheint die Flucht als solches in den Genen zu liegen. Diese zweite Ebene, die Doma nach und nach entblättert, gibt dem Roman die Tiefe, die er braucht, um nicht bloßer Flüchtlingsbericht zu bleiben.

FAZIT: Im Leseprobenheft für den diesjährigen Deutschen Buchpreis (DER WEG DER WÜNSCHE stand auf der Longlist) war mir der Text nicht weiter aufgefallen, was vielleicht auch ein wenig am Thema lag, das nicht unbedingt zu meinen Jagdgründen zählt. Aber eine Lesung im Literaturhaus Rostock und ein sehr angenehmes Gespräch mit dem Autor danach hatten mein Interesse geweckt.

Für meinen Geschmack ist der Text fast zu ruhig; ein bisschen mehr Druck aufs Gaspedal hätte an einigen Stellen gutgetan. Dennoch ist DER WEG DER WÜNSCHE ein sehr lesenswerter Roman, der zum einen einer Epoche der europäischen Geschichte ein Denkmal setzt und zum anderen an die Kraft und den Zusammenhalt der Familie appelliert. 4 Sterne plus Leseempfehlung!

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Bellexrs avatar

Rezension zu "Die allgemeine Tauglichkeit" von Akos Doma

Rezension zu "Die allgemeine Tauglichkeit" von Akos Doma
Bellexrvor 7 Jahren

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es
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Zusammen mit seinen Freunden Ludovik, Igor und Amir lebt Fern mehr schlecht als recht in einem bruchreifen Haus nahe der Eisenbahngleise. Dank Hartz IV kommen sie einigermaßen über die Runden und wenn das Geld aufgebraucht ist, wird halt gehungert und im Winter gefroren. Ansonsten leben die Vier in den Tag hinein und träumen von einem besseren Leben. Eines Tages taucht Albert in dem Haus an den Gleisen auf und krempelt fortan das Leben der vier Loser radikal um, um aus ihnen ordentliche Männer zu machen. Die Vier sind nicht unbedingt begeistert davon, doch gegen den charismatischen Albert haben sie keine Chance.
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Locker, leichtfüßig und mit einem ordentlichen Schuss Galgenhumor beschreibt Akos Doma das Leben der vier Außenseiter und so verfolgt man bestens unterhalten deren Erlebnisse. Ihr Haus steht jedem offen, der einen Platz zum Schlafen sucht, geputzt oder aufgeräumt wird nicht. Die Freunde leben in den Tag hinein und reden sich ein, besser könnte es für sie gar nicht laufen, sind sie doch frei von jeglichen Zwängen und Verpflichtungen. Doch man merkt schnell bei jedem der vier so unterschiedlichen Charaktere, dass sie sich eigentlich ständig nur etwas vormachen.
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Tja, und dann taucht eines Tages der charismatische, extrovertierte Albert auf und nichts ist mehr wie vorher. Zuerst wird ausgemistet und gestrichen, nach und nach besorgt er ihnen einen Job und siehe da, sie fühlen sich wohl dabei endlich wieder gebraucht zu werden. Nur Fern lehnt sich gegen Albert auf, möchte sein altes Leben zurück. Allerdings hat Albert noch viel mehr Pläne mit ihnen und gegen dessen Überzeugungskraft sind die Freunde machtlos.
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Akos Doma beschreibt seine vier Außenseiter herrlich authentisch. Da ist zum einen der rebellische, liebenswerte Fern, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird und der eigentlich immer die Schuld bei anderen sucht, nie bei sich selbst. Dann gibt es den illegal in Deutschland lebenden Maler Amir, der an sein eigenes Talent nicht glaubt. Der Dritte im Bunde ist der sentimentale, melancholische Ludovik und dann gibt es noch den trinkfreudigen Russen Igor, der die Winter gerne im Gefängnis verbringt. Da friert man wenigstens nicht und etwas zum Essen gibt es auch immer. Und natürlich Albert, der wie ein Wirbelwind in das Leben der Außenseiter tritt und in jedem Menschen nur das Gute sieht, ständig voller Ideen und Tatendrang ist und nur optimistisch in die Welt schaut.
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Fazit: Dem Autor ist mit seinen einnehmenden, flüssigen, oft mit schwarzem Humor gespickten und manchmal auch nachdenklichen Schreibstil ein wunderbarer Roman gelungen, der immer mal wieder durch nicht vorhersehbare Wendungen überrascht und seine Charaktere herrlich menscheln lässt.

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