Al Gore Die Zukunft

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Inhaltsangabe zu „Die Zukunft“ von Al Gore

Al Gore, der ehemalige Vizepräsident der USA, Friedensnobelpreisträger und Bestsellerautor, wagt in seinem neuen Buch einen Blick in die Zukunft. Er identifiziert diejenigen Kräfte, die unser Leben in den kommenden Jahrzehnten am stärksten verändern werden, und zeichnet so ein beeindruckend detailliertes Bild der Welt von morgen. Denn, so Gore, nur wem es gelingt, die Chancen und Risiken der Zukunft zu erkennen, kann sie auch gestalten.

Wir leben in einer Zeit umwälzender Veränderungen. Aus der Vielzahl der Kräfte, die unsere Welt formen, greift Al Gore diejenigen heraus, die unsere Zukunft am radikalsten prägen werden: Neben der weiter zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft sind das die Verschiebung der geopolitischen Machtverhältnisse, eine fehlgeleitete, allein auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik, der nicht nachhaltige Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen sowie die Revolutionen in der digitalen Kommunikation, in der Biotechnik, den Neurowissenschaften und der Gentechnik. Inwiefern wir diese Entwicklungen gewinnbringend nutzen können und ab wann sie für uns zum Risiko werden, das debattiert Gore in seinem neuen, umfassenden Bestseller über unsere Zukunft.

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    Die Zukunft

    michael_lehmann-pape

    06. June 2014 um 10:01

    Gestalten statt nur reagieren Aussitzen, „Es ist noch immer gut gegangen“, „Weiter so“, sich ins Private wenden, das Eigene sichern, Systeme auf Teufel komm raus stützen, die ihre Fragilität (und finanziell egomanische Gier) bereits nachhaltig unter Beweis gestellt haben, all das mag in der Vergangenheit in „Nicht-Kriegszeiten“ noch irgendwie über den Tag gerettet haben, stößt aber ökologisch, ökonomisch und teils auch politisch mehr und mehr an sichtbare Grenzen. Grenzen, die laut Gore erkannt werden sollten, Strukturen, die bewusst offengelegt werden sollten, um konstruktiv und aktiv die Zukunft zu gestalten. Denn nur so kann gestaltet werden, statt die Zukunft einfach „nur zu erleben“ und mit den Folgen der Versäumnisse der Gegenwart dann zu Recht kommen zu müssen. Und die Fakten haben sich geändert, darin zumindest kann der Leser Gore durchaus folgen, wenn dieser sachlich-nüchtern die Globalisierung, die Digitalisierung, die Forschungen der KI, das Erstarken Chinas als „Global Player“, wenn nicht sogar als ökonomisch beherrschende Macht und, zudem und vor allem, die Veränderungen und „Instabilitäten“ der ökologischen Fragen anführt. Wie schon in vorherigen Veröffentlichungen und anderen medialen Formen wird Gore nicht müde, zu betonen, dass die alles, salopp gesprochen, droht „vor die Wand zu fahren“, wenn nicht die intellektuelle, politische und auch ganz praktische Haltung zur Welt und den sozialen Strukturen sich deutlich verändert. Ähnlich wie Meinhard Miegel verweist auch Gore hierbei auf die destruktiven Folgen der sich steigernden Hybris des Menschen, Abläufe, politische, ökonomische, ökologische Strukturen und gar sich selbst, das eigene Leben, den eigenen Körper „technisch“ kontrollieren zu können“. „Die aufstrebende Macht und die sich beschleunigende Dynamik der Welt AG, die rapide Ausweitung destruktiver Muster beim Verbrauch von Ressourcen, das Fehlen einer globalen Führerschaft und die dysfunktionale Regierungsführung innerhalb der Nationengemeinschaft“ sind nicht nur, wie Gore explizit darstellt, Schädigende an der Integrität der Klimabilanz, sondern durchaus, folgt man dem Buch, auch Ursache für vielfache andere Verwerfungen. Soweit, dass der Planet, die Welt, der Mensch „am Abgrund“ steht. Gores Analyse, die sich lang und breit im Buch erstreckt, bietet dabei im Grundsatz wenig Neues, bis hin zu den Problemen politischer Entscheidungen, die Gore bei den Lobbyisten verortet sieht als in den eigentlich dafür vorgesehen demokratischen Strukturen. Dennoch liest sich dieser Teil des Buches flüssig, verweist noch einmal (auch mittels Mindmapps) auf das Geflecht der Zusammenhänge all dieser problematischen Strukturen, Haltungen und Herangehensweisen und erweist dadurch im Gesamten, dass das Angehen kleinerer Teile des großen Ganzen wenig erfolgversprechend sein werden. Also soll und muss nach Gores Darstellung dieser „Lähmung der Welt“ breit entgegengetreten werden. Was aber denn nun genau zu tun sei, ein wichtiger Punkt nach solch einer eloquenten Analyse, das findet sich kaum konkret im Buch. Einige Ideen und Vorschläge (ebenfalls nicht neu) nimmt Gore auf, weist etwas nebulös auf eine notwendige „innere Erneuerung Amerikas“ hin, um wieder, wenn nicht zum Führer, dann zumindest zum Vorreiter für die Welt zu werden (im besten und positiven demokratischen Sinn natürlich) . „Aus diesem Grund …. Ist es von entscheidender Wichtigkeit … dem Niedergang des amerikanischen (konstruktiven) Engagements Einhalt zu gebieten“. Das „einzige Land“, das die notwendige weltweite Führungsrolle übernehmen kann“. Aus Gores Argumenten heraus logisch, ob das an sich so gesetzt werden kann im Angesicht der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, darf allerdings bezweifelt werden. „Und schließlich braucht die Weltgemeinschaft dringend eine Führungsmacht, die sich auf die grundlegenden menschlichen Werte stützt“. Aber selbst diese sind zwischen den großen Wirtschaftskräften eher umstritten, Gore rekurriert hier erkennbar auf die amerikanischen Grundwerte, von denen die Welt allerdings hier und da sichtbar die Nase voll hat. Alles in allem eine sehr fundierte, durchaus intensiv recherchierte, umfassende Analyse der aktuellen Probleme, die sehr gut im „großen Blick“ in diesem Buch übersichtlich gelesen werden können und einem sehr kleine, vagen Ausblick, der eher unsicher-fragend wirkt, als dass er einen „zielgerichteten Ruck“ durch die Welt nun verursachen würde.

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