Alain Barbero

 4.9 Sterne bei 10 Bewertungen

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Melange der Poesie

Melange der Poesie

 (10)
Erschienen am 06.09.2017

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blaues-herzblatts avatar

Rezension zu "Melange der Poesie" von Alain Barbero

Deutliche Hingabe zur Kultur
blaues-herzblattvor einem Jahr

Im Mittelpunkt steht bei diesem Bildband das Wiener Kaffeehaus in seiner ungebremsten Vielfalt. Alain Barbero und Barbara Rieger haben es sich zur Aufgabe gemacht den Charme der Wiener Kaffeehäuser und ihrer Besucher mit Kamera und Stift einzufangen (und ich kann vorab bereits sagen es ist ihnen gelungen).

Das Buch setzt sich dabei zusammen aus jeweils zwei Doppelseiten pro Kaffeehaus, mit jeweils zwei in schwarz-weiß gehaltenen Fotografien von Alain Barbero, einem Vorstellungsbeitrag von Barbara Rieger und einer weiteren Seite mit lyrischem Beitrag von einem literarischen Besucher des Kaffeehauses.
Meiner Meinung nach war diese Idee eine ausgezeichnete, die für mich als Leser abwechslungsreich war und das Blättern interessanter gestaltet hat.

Direkt beim ersten Blick ins Buch fallen zwei Karten auf, eine zu Beginn, eine am Ende. Beim Lesen kann man diese aufsuchen und sich einen Überblick darüber verschaffen wo das Kaffeehaus bzw. der Literat auf der Wiener Landkarte zu verorten ist. Ein leicht zu überzeugender Charakter wie der meine fängt da schnell an eine Wienreise zu planen und die verschiedenen Etappen zu vermerken (hier ist Vorsicht geboten).

Ich selbst hatte zwar schon viel und oft von den berühmten Wiener Kaffeehäusern
gehört, aber keine genaue Vorstellung von Wienerkaffeehauskultur an sich. Das hat sich jetzt geändert. Dank der Vorstellungsseiten kann ich diese jetzt geschichtlich besser einordnen und habe eine genaue Idee wer dort verkehrte und wie die Stimmung zu verschiedenen Tageszeiten wechselte.

Eine Sache bei der ich mir unklar bin ob ich sie mag oder nicht sind die schwarz-weiß Fotografien. Die Fotografien an sich halte ich für gelungen und vor allem einige der Porträtfotografien haben es mir angetan. Mir geht es um etwas anderes. Die Vorstellungsseite benennt die Rubrik „In Farbe“ und beschreibt die Farbigkeit des Innenlebens. Zum einen finde ich wird dadurch vortrefflich die eigene Fantasie gestärkt und gefordert, zum anderen finde ich den Kontrast zwischen der Fotografie und den Farben fast zu stark.

Die lyrisch-literarischen Beiträge sind sehr unterschiedlich und füllen eine Bandbreite von Ideen aus. Ich denke da ist für jeden etwas dabei und dann auf anderen Seiten auch wieder gar nichts, aber ich habe mich daran nicht gestört und mich mehr darüber gefreut den ein oder anderen neuen Geheimtipp, den es zu erforschen gilt, für mich selbst heraus zu filtern.

Die Texte von Barbara Rieger haben mir gefallen und eine Konstante zwischen den verschiedenen Künstlern geschaffen. Sie hat es in meinen Augen wirklich gut umgesetzt für jedes Kaffeehaus eigene Worte zu finden und dem Leser eine Vorstellung des Ambientes zu liefern.

Fazit: ein ebenso aufschlussreicher wie gelungener und nach meinen ästhetischen Vorstellungen gestalteter Bildband, der sich sehen lassen kann. (;

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dreamlady66s avatar

Rezension zu "Melange der Poesie" von Alain Barbero

Wohltuendatmosphärische Kaffeehausromantik um A. Barbero & B. Rieger
dreamlady66vor einem Jahr

(Inhalt, übernommen)
Das Wiener Kaffeehaus ist seit jeher ein theatralischer Ort, in dem sich Schreibende inszenieren, inspirieren oder zurückziehen.
Ob traditionell à la „Landtmann“, modern à la „Supersense“ oder schräg à la „Heumarkt“, die Kaffeehauslandschaft ist in Wien so reichhaltig wie nirgends sonst.
Wenn Alain Barbero durch seine Kamera blickt, entwirft er eine Geschichte, die noch nicht erzählt wurde: ein erwartungsvoller Blick, eine Szene im Hintergrund – die Details sind es, die es zu entdecken gilt.
55 österreichische AutorInnen – Friederike Mayröcker, Robert Schindel, Teresa Präauer, Gustav Ernst u.v.m. – haben sich auf dieses Spiel eingelassen. Entstanden sind Bilder voller Poesie und literarische Texte, welche die große Bandbreite der österreichischen Literatur zeigen.
Alle AutorInnen und Kaffeehäuser sind lustvolle Entdeckungen oder Wiederbegegnungen!

Fazit:
DANKE an kremayrscheriau für Eure Zusage und schnelle Belieferung im etwas anderen Gewand.
Format, Stil sowie der Inhalt faszinierten mich wirklich sehr, denn ich ❤ sw-Fotos von jeher, ua auch als Hobbyfotografin und bin ebenso ein absoluter Kaffeefan!
Solch ein Sammelsurium an feinstem Detailwissen ist eine Rarität an sich und kam mir bislang noch nie so gelegen! Ich mag dieses quasi Bilderbuch, das ich immer wieder gerne durchblättere, um Neues zu entdecken :)

Die Melange der Poesie gepaart mit viel unterschiedlicher Kaffeehausromantik ist ein wundervolleinfühlsampoetisches Meisterwerk inkl. Stadtplan und Detailwissen rund um die 55 österreichischen AutorInnen aber auch Stationen der einzelnen Kaffeehäuser in und um Wien, die meisten davon waren mir nicht bekannt, aber umso interessanter und auch spannender (dargestellt)!

Wow, ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und wünsche mir hier in Deutschland einfach mehr gepflegte Kaffee(haus)kultur, wo man sich wohlfühlt, abschalten kann aber sich anderseits auch inspierieren lässt vom Charme, dem Ambiente, dem Flair, den Gästen, den Barriastas usw...

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Aischas avatar

Rezension zu "Melange der Poesie" von Alain Barbero

Gelungene Mischung aus Kaffeehaus-Führer und zeitgenössischer Literatur
Aischavor einem Jahr

Um es auf den Punkt zu bringen: Wer gerne Kaffee trinkt und/oder Wien mag, wird schon während der Lektüre dieses originellen Bildbandes im Kopf die nächste Reise in die österreichische Landeshauptstadt (und zugleich Hauptstadt der Kaffeehauskultur) buchen.
Auf jeweils zwei Doppelseiten wird eines von insgesamt 55 Kaffeehäusern portraitiert. Ein Foto des Cafés steht einer fundiert recherchierten Beschreibung der Geschichte, Aufzählung prominenter Gäste , hinreißenden, Anekdoten oder Charakterisierung der Speisekarte gegenüber. Die Schwarz-weiß Fotos regen die Fantasie des Lesers an, gleichzeitig geben Farbangaben zum Interieur der Vorstellungskraft einen Rahmen. Die folgende Doppelseite zeigt ein Porträt eines Literaten in dessen Lieblingscafé sowie einen Text, den der Schriftsteller eigens zu diesem Foto verfasst hat.
Ein wirklich faszinierendes Buchprojekt, in dem auch eingefleischte Kaffeehausbesucher noch jede Menge Neues entdecken dürften.
Die Fotos von Alain Barbero sind meiner Meinung nach auf dem gleichen künstlerischen Niveau wie Fotos von Robert Maplethorpe, ein wirklicher ästhetischer Genuss! Die Beschreibungen der Kaffeehäuser durch Barbara Rieger sind äußerst unterhaltsam, was man von den Texten der porträtieren Literaten leider nicht immer behaupten kann. Dies ist jedoch mein einziger Kritikpunkt.
Weitere liebevolle Details sind zwei Ubersichtsstadtpläne Wiens; im einen sind die Kaffeehäuser eingezeichnet, im anderen die Poeten. Kurzbiografien der Schriftsteller runden das Buch ab.
Mich wird es auf jeden Fall bei meinen nächsten Reisen nach Wien begleiten.

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Gespräche aus der Community

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Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

Worum geht's?

Das Wiener Kaffeehaus ist seit jeher ein theatralischer Ort, in dem sich Schreibende inszenieren, inspirieren oder zurückziehen. Ob traditionell à la „Landtmann“, modern à la „Supersense“ oder schräg à la „Heumarkt“, die Kaffeehauslandschaft ist in Wien so reichhaltig wie nirgends sonst. Wenn Alain Barbero durch seine Kamera blickt, entwirft er eine Geschichte, die noch nicht erzählt wurde: ein erwartungsvoller Blick, eine Szene im Hintergrund – die Details sind es, die es zu entdecken gilt.
55 österreichische AutorInnen – Friederike Mayröcker, Robert Schindel, Teresa Präauer, Gustav Ernst u.v.m. – haben sich auf dieses Spiel eingelassen. Entstanden sind Bilder voller Poesie und literarische Texte, welche die große Bandbreite der österreichischen Literatur zeigen. Alle AutorInnen und Kaffeehäuser sind lustvolle Entdeckungen oder Wiederbegegnungen!

"Helmut Eisendle, Gert Jonke und Werner Kofler sagten, sie würden sicher noch vorbeikommen: Helmut auf ein Krügel, Gert auf einen doppelten Espresso, Werner auf ein Pils. Auch Elfriede Gerstl wollte noch vorbeischauen, auf ein Achtel.

Ich warte immer noch." (Gustav Ernst)


Alle AutorInnen:
Renate Aichinger · Martin Amanshauser · Bettina Balàka · Armin Baumgartner · Daniel Böswirth · Wilma Calisir · Lucas Cejpek · Gustav Ernst · Katharina Ferner · Franzobel · Irmgard Fuchs · Petra Ganglbauer · Florian Gantner · Susanne Gregor · Marianne Gruber · Sabine Gruber · Elfriede Hammerl · Petra Hartlieb · Peter Henisch · Christine Huber · Karin Ivancsics · Gerhard Jaschke · Marianne Jungmaier · Saskia Jungnikl · Nadine Kegele · Ilse Kilic · Gertraud Klemm · Margret Kreidl · Erika Kronabitter · Friederike Mayröcker · Melamar · Lydia Mischkulnig · Niklas L. Niskate · Gabriele Petricek · Judith Nika Pfeifer · Teresa Präauer · Robert Prosser · Julya Rabinowich · Tanja Raich · Sophie Reyer · Barbara Rieger · Anna Robinigg · Gerhard Ruiss · Marlen Schachinger · Robert Schindel · Margit Schreiner · Dieter Sperl · Angelika Stallhofer · Michael Stavarič · Marion Steinfellner · Erik Tenzler · Cäcilia Then · Günter Vallaster · Hubert Weinheimer · Fritz Widhalm · Herbert J. Wimmer · Jörg Zemmler


Barbara Rieger
geboren 1982 in Graz. Lebt und arbeitet als freie Deutschtrainerin, Schreibpädagogin und Autorin in Wien. Seit 2017 Co-Leiterin des Lehrgangs Wiener Schreibpädagogik. Teilnehmerin der Leondinger Akademie für Literatur. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften.

Alain Barbero
geboren 1960 in Annecy, Frankreich. Lebt als freier Fotokünstler in Paris, liebt Wiener Kaffeehäuser. Portraitierte in den 1980er und 1990er Jahren politische Persönlichkeiten sowie Künstlerinnen mit analoger Schwarzweiß-Fotografie. Verschiedene Publikationen und Ausstellungen in Paris und Wien.


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