Alain Cl. Sulzer Aus den Fugen

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Inhaltsangabe zu „Aus den Fugen“ von Alain Cl. Sulzer

Dieses Konzert wird ihr Leben verändern! Ein grandioser polyphoner Roman über die bizarren Wendungen des Schicksals, über den Zufall und die unvermutete Eingebung, etwas zu ändern. Die plötzliche Stille ist lauter als ein Paukenschlag: Mitten in einer atemberaubenden Interpretation der Hammerklaviersonate bricht der international gefeierte Starpianist Marek Olsberg abrupt sein Spiel ab. Mit den Worten 'Das war's' schließt er den Klavierdeckel und verlässt den Saal.Olsbergs unvorhergesehene Tat wird allerdings nicht nur sein eigenes Leben in neue Bahnen lenken. Er ist eine von vielen Hauptfiguren in Alain Claude Sulzers neuem Roman. Da ist z. B. Olsbergs Agent, der sich mit seinem neuen Freund schon auf dem Weg zur Philharmonie in die Haare bekommt. Da ist Sophie, die erst während des Konzerts begreift, dass ihre letzte Liebe inzwischen mit ihrer Nichte Klara angebändelt hat, und die sich deswegen ein Gläschen zu viel gönnt. Da ist Esther, die ihre frisch geschiedene Freundin mit dem Olsberg-Konzert aufmuntern will und die bei der außerplanmäßig frühen Rückkehr vom Konzert bemerken muss, dass ihr Mann nicht daheim ist. Dafür aber sein Handy mit einer befremdlichen Nachricht seiner Assistentin Sabine. Alain Claude Sulzer gelingt ein bewegender Roman, in dem sich auf engstem Raum eine Fülle menschlicher Schicksale entfaltet. Ein Buch voll unvermuteter Wendungen und existentieller Tiefe.Als habe das abgebrochene Klavierspiel eine Schwingung ausgelöst, die das Leben aller, die dabei waren, in Bewegung bringt. 'Alain Claude Sulzer ist ein ausgezeichneter Erzähler.' Christine Westermann 'Einer der stilsichersten, subtilsten und gleichzeitig eigenwilligsten Prosaautoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.' Die Welt 'Sulzer rührt an den Kern des Tragischen.wie Leid wieder zu Schuld wird. Hervorragend.ein großer Erzähler.' Oliver Jungen

Dieser Roman ist ein Panoptikum an Charakteren, deren Leben, durch ein nicht beendetes Klavierkonzert aus den Fugen gerät

— Nespavanje
Nespavanje

Intelligent, kurzweilig und sehr schlau. Empfehlenswert!

— AngelaB
AngelaB

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    Aus den Fugen
    Nespavanje

    Nespavanje

    01. July 2016 um 21:29

    "Das war's." waren Marek Olsbergs letzte Worte auf der Bühne der Berliner Philharmonie. Der weltberühmte Pianist, der von seiner Assistentin aufs Fürsorglichste umsorgt und gehegt wird, bricht mitten in der Hammerklaviersonate das Konzert ab. Ohne vorher bewusst diesen Schritt zu gehen, der sich völlig unbewusst, sich in die Freiheit katapultiert hat, geht erst mal in die nächste Bar etwas trinken. Der rote Faden in dieser Geschichte ist der plötzliche Weggang des Pianisten, und um dieses Geschehnis herum, lässt Sulzer einige Figuren zu Wort kommen und zeigt auf, wie schnell sich durch eine unvorhergesehene Begebenheit, viele Leben eine neue Wendung nehmen kann. Aus den Fugen beinhaltet ein Panoptikum der Charaktere, deren Lebensentwürfe nicht mehr gelten. Sulzer zeigt auf, wie schnell unser sorgsam geplantes Leben aus den Fugen geraten kann. Manche sind komisch, tragisch und romantisch und durch die schnörkellose Erzählweise macht es auch nichts, dass die eine oder andere Geschichte ein bisschen zu hollywoodlike, vielleicht sogar ein wenig aufgesetzt wirkt. Trotzdem oder vielleicht auch deswegen konnte ich mich dem Sog kaum erwehren und hab diesen Roman, der 2012 auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises stand, viel zu schnell gelesen gehabt. Und seinen schnörkellosen Stil hab ich bereits bei - Ein perfekter Kellner - bewundert. Wie allerdings die einzelnen Geschichten ausgehen, bleibt im dunklen. Der Leser muss sich durch das offene Ende selbst ausmalen, wie sie weitergehen. Meine Erwartungen wurden erfüllt und einer seiner nächsten Romane wartet bereits in meinem Bücherregal darauf, gelesen zu werden.

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  • Rezension zu "Aus den Fugen" von Alain Cl. Sulzer

    Aus den Fugen
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    13. February 2013 um 22:53

    Marek Olsberg ist ein weltberühmter Pianist. Ein sogenanntes Wunderkind. Er hat nie etwas anderes gemacht, als Klavier zu spielen. Er wird in Berlin ein grosses Konzert geben. Er ist mit seiner Sekretärin Astrid auf dem Weg zu diesem Konzert. Johannes, Sophie und Klara, Claudius und Nico, Esther und Solveig wollen dieses Konzert besuchen. Nicht wissend, dass dieser Besuch ihr Leben auch verändern wird. So wie auch das Leben des Pianisten Olsberg. Mitten im Konzert schliesst er den Klavierdeckel, steht auf und geht mit den Worten „Das war's“. Was nun? In schnell wechselnden Szenen beschreibt der Autor das Leben der Besucher und des Pianisten vor und nach dem Konzert. Der Schreibstil ist treffend und flüssig. In wenigen Worten beschreibt der Alain Claude Sulzer das Leben der Konzertbesucher. Der Leser hat sofort ein Bild der Personen. Anfangs habe ich mich gelangweilt beim Lesen. Aber irgendwie haben mich die gelesenen Zeilen erst später erreicht und zum Nachdenken angeregt. Also nicht sofort aufgeben und weiterlesen. Der Schreibstil von Alain Claude Sulzer erinnert mich an Franz Hohler. Man erfährt mehr, wenn man zwischen den Zeilen lesen kann.

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  • Rezension zu "Aus den Fugen" von Alain Cl. Sulzer

    Aus den Fugen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    10. November 2012 um 14:41

    Als der berühmte Pianist Marek Olsberg sich auf ein abendliches Konzert in der Berliner Philharmonie vorbereitet, ahnt er noch nicht, dass dieser Abend sein Leben verändern wird. Genauso wenig wie einige der Besucher dieses Konzerts, deren Leben, ohne dass sie es zunächst bewusst wahrnehmen können, ähnlich aus den Fugen geraten scheint, wie das des Pianisten. Behutsam und mit großer erzählerischer Kunst führt Alain Claude Sulzer seinen schon von den ersten Seiten an gebannten Leser in die Geschichte der verschiedenen Protagonisten ein. Neben dem berühmten Pianisten selbst sind das Esther, die mit ihrer Freundin Solveig, die gerade von ihrem Ehemann verlassen wurde, sich zu diesem Konzert verabredet hat. Der Szenefotograf Johannes, der gerade in Berlin ist und dem man Konzertkartengeschenkt hat, und der es in Begleitung einer Hostess besuchen will. Da sind auch Sophie und ihre jugendlich aufsässige Nichte Klara, der Leihkellner Lorenz und die beiden Homosexuellen Claudius und Nico. Das gegenwärtige Leben aller eingeführten Personen ist brüchig, widersprüchlich, bei manchen geradezu prekär. Immer wieder spüren sie, dass ihr Leben an der Oberfläche treibt, dass ihnen Konstanz und Tiefgang fehlen, doch schon seit langem sehen sie entweder keinen Ausweg oder können nicht die Kraft für eine wirkliche Veränderung aufbringen. Als Marek Olsberg kurz vor der Pause seines Konzertes während der Hammersonate von Beethoven sein bisher gewohnt geniales Spiel abbricht, für alle im Saal wahrnehmbar sagt: „Das war`s dann“, den Klavierdeckel herunterklappt und über einen Hinterausgang den Saal verlässt, da ist nicht nur das Leben des Musikers aus den Fugen geraten, sondern auch die Lebensentwürfe und Lebenslügen der anderen Personen werden offenbar. Nach außen hin ein ordentliches und geachtetes Leben führend, zeigen sich die Risse, verursacht von Untreue, Verrat und von Misstrauen. Eine Zeit lang lässt Alain Claude Sulzer seine Leser noch Anteil nehmen, wie das jäh in seinen Täuschungen unterbrochene Leben der Protagonisten weitergeht, er lässt sie hineinblicken in die schmerzhafte Tragödie von Lügen, Selbsttäuschungen und Unklarheiten, doch dann enden die Geschichten, und dem Leser bleibt es überlassen, wie die Menschen wohl mit der nun teilweise erkannten Wahrheit ihres aus den Fugen geratenen Lebens umgehen werden. Wie in etlichen seiner Romane zuvor auch spielt auch in „Aus den Fugen“ das Thema Homosexualität eine herausragende Rolle. Alain Claude Sulzer ist ein großer Erzähler, dem es in diesem Buch hervorragend gelingt, mit dem musikalischen Bild der Fuge die Schönheit und die Brüche menschlichen Lebens zu beschreiben.

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  • Rezension zu "Aus den Fugen" von Alain Claude Sulzer

    Aus den Fugen
    Clari

    Clari

    14. August 2012 um 11:17

    Abgebrochene Melodie.... Aus den Fugen geraten scheint die Welt der Protagonisten in diesem Roman. Wie strahlenförmig steuern die Schicksale der handelnden Personen auf die Auswirkungen eines Eklats zu, als dessen Folgen sich das bürgerliche Leben mit allem Sein und Schein offenbart. Die Besucher eines Konzert des berühmten Pianisten Marek Olsberg in der Berliner Philharmonie erleben eine heftige Überraschung, als dieser kurz vor dem Ende der Hammersteinsonate von Beethoven fluchtartig das Podium verlässt, ohne das Konzert zu beenden. Esther ist mit ihrer vom Ehemann verlassenen Freundin Solveig zu dem Konzert verabredet. Weitere Protagonisten besuchen ebenfalls das Konzert. Johannes, Sophie und ihre Nichte Klara, Claudius und Nico und noch andere mehr sehen sich plötzlich mit einem unbefriedigenden und abgebrochenen Abendprogramm konfrontiert. Sie werden nach und nach in ihren jeweiligen momentanen Lebensphasen skizziert und anlässlich des abgebrochenen Konzertabends tun sich Abgründe auf, von denen man nichts ahnte. Da wird die Untreue eines Ehemannes offenbar, der die Abwesenheit der Frau zu einem eigenen Liebesevent genutzt hat. Ein anderer gibt den Besuch des Konzertes nur vor, um sich seinen Liebesabenteuern zu widmen. Wieder ein anderer sucht Abwechslung mit einem Begleitservice. Die Begegnung mit einer hübschen jungen Dame zeigt unerwartete und ungeahnte Schicksalsfügungen. Immer wieder ist es die Liebe, Untreue, Verrat, Verlust und das Misstrauen, die den ganz gewöhnlichen Alltag von Menschen unterhöhlen, die nach außen hin ein geordnetes bürgerliches Leben führen. Alain Claude Sulzer behandelt in seinen Romanen wiederholt das Thema Homosexualität. Auch hier spielt sie eine Rolle. Sein Kunsttrick der Gleichsetzung eines Musikstücks mit den „Fugen“, in denen sich das Leben bewegt, ist gekonnt und überzeugend entwickelt. So wie das Klavierstück bricht auch die Geschichte dieser Menschenschicksale urplötzlich ab. Man hat einen Ausschnitt mit bekommen, der die Tragik ungeklärter Verhältnisse aufzeigt, ohne zu erfahren, wie es mit allen weiter geht. Jean Claude Sulzer ist ein guter Erzähler, der den Tiefen menschlicher Schicksale folgt und damit Parabeln auf das Leben entwickelt, die in ihrer individuellen Geschichte Parallelen zu menschlichen Schicksalen überhaupt aufweist. Alain Claude Sulzer lebt als freier Schriftsteller in Basel und wurde mit einigen anerkannten Preisen für seine Romane ausgezeichnet.

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