Alain Claude Sulzer

 4,2 Sterne bei 184 Bewertungen
Autor von Aus den Fugen, Zur falschen Zeit und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Das schriftstellerische Multitalent: Ursprünglich zum Bibliothekar ausgebildet, machte sich der 1953 in Basel geborene Sulzer schließlich als Autor und Journalist selbstständig. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen Hörspiele, literarische Texte und Prosa, Übersetzungen ins Französische und Essays für verschiedene Zeitungen.

Sein Debütroman „Das Erwachsenengerüst“ erschien 1983, doch sein eigentlicher literarischer Durchbruch gelang ihm 2004 mit dem Roman „Ein perfekter Kellner“. Für seine Werke wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Prix Médicis étranger und dem Hermann-Hesse-Preis.

Sulzer lebt in Basel, Berlin und im Elsass.

Alle Bücher von Alain Claude Sulzer

Cover des Buches Aus den Fugen (ISBN: 9783462046045)

Aus den Fugen

(50)
Erschienen am 15.05.2014
Cover des Buches Zur falschen Zeit (ISBN: 9783462043938)

Zur falschen Zeit

(31)
Erschienen am 14.05.2012
Cover des Buches Ein perfekter Kellner (ISBN: 9783518730393)

Ein perfekter Kellner

(25)
Erschienen am 15.01.2017
Cover des Buches Doppelleben (ISBN: 9783462005332)

Doppelleben

(24)
Erschienen am 07.09.2023
Cover des Buches Postskriptum (ISBN: 9783462050394)

Postskriptum

(15)
Erschienen am 11.05.2017
Cover des Buches Unhaltbare Zustände (ISBN: 9783462001457)

Unhaltbare Zustände

(14)
Erschienen am 06.05.2021
Cover des Buches Fast wie ein Bruder (ISBN: 9783869712949)

Fast wie ein Bruder

(7)
Erschienen am 15.08.2024
Cover des Buches Die Jugend ist ein fremdes Land (ISBN: 9783869711508)

Die Jugend ist ein fremdes Land

(4)
Erschienen am 07.09.2017

Neue Rezensionen zu Alain Claude Sulzer

Cover des Buches Die Gedanken sind frei (ISBN: 9783257021943)
Alriks avatar

Rezension zu "Die Gedanken sind frei" von Tomi Ungerer

Alrik
Ein Erinnerungsbuch wie ein Sprung in die Pfütze – wild, ehrlich, großartig

Dieses Buch hat mich erwischt – voll auf die Zwölf! Die Gedanken sind frei von Tomi Ungerer ist wie ein wilder Ritt auf einem alten Klappfahrrad durchs besetzte Elsass – mit Wind in den Haaren, Dreck am Hosenbein und einem Lächeln, das irgendwo zwischen Kindheit und Kriegsrealität baumelt. Ich hab selten so gelacht und gleichzeitig so viel geschluckt. Ungerer, dieser Teufelskerl, schafft es, den Krieg mit einer kindlichen Frechheit zu erzählen, bei der man gar nicht weiß, ob man gerade über eine Anekdote lacht oder doch eine Träne wegblinzelt.


Da gibt’s Streiche, bei denen ich dachte: „Hätt’ ich auch gemacht – oder wenigstens versucht.“ Und dann haut er wieder eine Beobachtung raus, so glasklar und bitter, dass einem kurz der Baguette-Bissen im Hals stecken bleibt. Besonders genial finde ich die Art, wie er Sprache benutzt – als wär sie ein Gummiband, das er nach Belieben dehnt, schnipsen lässt oder einem frech an den Kopf knallt.


Alain Claude Sulzer hat das übrigens ganz großartig ins Deutsche gebracht – ich hab nie das Gefühl gehabt, etwas sei auf dem Übersetzungsweg verloren gegangen. Ganz im Gegenteil: Da steckt jede Menge Leben drin, jedes Wort schillert wie ein Kiesel im Fluss der Erinnerung.


Ein Buch, das nicht still und ehrfürchtig gelesen werden will, sondern laut – mit Grinsen, Kopfschütteln, Nicken und gelegentlichem „Ach du meine Güte!“ Ich hab’s verschlungen wie früher die Nutellaschnitten nach der Schule. Wer nur brave Memoiren mit sauber gefalteter Vergangenheit lesen will, ist hier falsch. Wer aber einen elektrisierenden Mix aus Schelmenstück, Zeitzeugnis und Sprachkunst erleben will – rein da!

Cover des Buches Fast wie ein Bruder (ISBN: 9783869712949)
mimitati_555s avatar

Rezension zu "Fast wie ein Bruder" von Alain Claude Sulzer

mimitati_555
Freunde auf Zeit

Wie Brüder sind sie aufgewachsen, Tür an Tür wohnten die Familien zusammen, private Tragödien überstand diese Freundschaft, bis ein Tabubruch einen Riss verursacht hat und ein Umzug die räumliche Trennung. Jahrelang pflegten sie sporadisch den Kontakt, bis eine Krankheit zur Annäherung führte, dies aber zu spät, denn eine Heilung gab es damals nicht. Ein rätselhaftes Ereignis verhilft dem einstigen Freund zum Ruhm, posthum bekommt er die Anerkennung, die er zeitlebens gesucht hat, und der Überlebende fragt sich, warum er nicht schon früher den Wert dieser außergewöhnlichen Freundschaft erkannt hat und das Genie, das dahintersteckt.

»Frank schien sich in Tiefen zu bewegen, die mich vielleicht verschlungen hätten. Er sprach nicht darüber. Ich beneidete ihn so wenig darum, wie ich ihn bedauerte. Wir kannten uns viel zu lange, um dem anderen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als nötig war. Auch so verständigten wir uns mühelos. Wir waren noch immer wie Brüder.« (Seite 23)

Der Ich-Erzähler schildert seine Kindheit, vorrangig seine Freundschaft mit Frank. Er erinnert sich an gravierende Ereignisse, die dazu geführt haben, dass beide im Erwachsenenalter sich auseinandergelebt haben, der eine hier, der andere dort. Erst eine lebensbedrohliche Krankheit führt sie wieder zusammen und trennt sie kurz darauf, diesmal endgültig. Erst da realisiert der Mann, was er hatte und was er verlor. Trotzdem dauert es fast dreißig Jahre, bis ein bestimmtes Ereignis ihm endgültig vor Augen führt, wofür er blind gewesen ist.

Diese Erzählung war leise, zurückhaltend und dennoch erfolgte die Sezierung der vergangenen Zeiten klar, präzise und schonungslos ehrlich. Da blieb kein Raum für falsche Gefühle, der Protagonist gab Fehler und Versäumnisse zu, suchte die Schuld nicht bei anderen und blieb bewundernswert ehrlich. Das hat mir gefallen, auch wenn für mich zuletzt viele Fragen offen geblieben sind, was gewollt war und wahrscheinlich gut, denn so blieb viel Raum für Interpretationen und Diskussionen, die sich daraus ergeben. Lesenswert!

Cover des Buches Fast wie ein Bruder (ISBN: 9783869712949)
M

Rezension zu "Fast wie ein Bruder" von Alain Claude Sulzer

Musiklexikon
Eine sehr vielschichtige Geschichte

Der Ich-Erzähler und sein bester Freund Frank wachsen ab den 1960ern gemeinsam in Bochum auf. Sie sind lange Zeit wie Brüder. Aber irgendwann verliebt sich Frank in den Nachbarsjungen Matteo und ab da driften sie ein wenig auseinander, denn der Ich-Erzähler teilt auch nicht die gleichen Interessen wie Frank, der interessiert sich für Kunst und für klassische Musik und später ziehen beide mit ihren Vätern in andere Städte. Frank verschlägt sein Weg dann irgendwann nach New York, um seine Kunst zum Beruf zu machen. Ab da telefonieren die beiden auch nur von Zeit zu Zeit miteinander. Aber als die Krankheit AIDS sich immer weiter verbreitet, beginnt der Ich-Erzähler sich Sorgen zu machen, weil Frank zu dieser Zeit einen sehr promiskuitiven Lebensstil pflegt. Aber sie treffen sich erst wieder, als Frank im Sterben liegt. Da besucht ihn der Ich-Erzähler regelmäßig mit dessen Vater, aber beide sind am Ende nicht anwesend, weil der Ich-Erzähler einen Filmauftrag in Frankfurt hat und der Vater einen Arzttermin. Er wird allerdings dann zum Nachlassverwalter ernannt und bekommt alle seine Bilder. Er sperrt sie allerdings lange Zeit in einem Raum ein, wo sie irgendwann gestohlen werden und in einer Ausstellung landen, wo sich der Ich-Erzähler auf einem Bild wieder erkennt und ab da spürt er wieder den Verlustschmerz, seinen besten Freund verloren zu haben. 

Die Geschichte war sehr lehrreich für mich. Einmal musste ich während der Geschichte kurz pausieren, weil es mir alles so nahe gegangen ist. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und ich werde bin diesem Autor bestimmt noch mehrere Bücher lesen. In diesem Sinne vergebe ich gerne 5 Sterne und eine klare Empfehlung für diese lehrreiche Lektüre.




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Zusätzliche Informationen

Alain Claude Sulzer wurde am 17. Februar 1953 in Basel (Schweiz) geboren.

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