Alain Claude Sulzer Ein perfekter Kellner

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Inhaltsangabe zu „Ein perfekter Kellner“ von Alain Claude Sulzer

Über das Begehren und die Leidenschaft§Der Roman beginnt in den dreißiger Jahren im vornehmen Parkhotel bei den Gießbachfällen hoch über dem Brienzersee im Berner Oberland. Erneste arbeitet als Kellner und soll den Neuankömmling Jakob unterweisen. Sie verlieben sich ineinander. Leider muß Erneste feststellen, daß Jakob ihn betrügt und sogar für einen älteren, zahlungswilligen Mann, einen berühmten Schriftsteller, verläßt. Tief verletzt geht Erneste seinen Weg und wird überraschend nach Jahrzehnten von seiner Lebensliebe um einen dreisten Gefallen gebeten. Alain Claude Sulzer hat ein stilistisch schnörkelloses Werk geschaffen: ein Lesebuch über die große Liebe und den Verrat.

Ein perfekter Kellner - glänzt mit einer perfekten Sprache, ist ganz altmodisch in Szene gesetzt und völlig schnörkellos.

— Nespavanje

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    Ein perfekter Kellner

    Nespavanje

    Erneste hat es in seinem Beruf zur Perfektion gebracht. Er arbeitet in einem Grandhotel in den schweizerischen Bergen und ist durch und durch ein perfekter Kellner. Er hat sein Leben ganz dem (Be)Dienen verschrieben und es verschafft ihm eine tiefe Zufriedenheit in seinem Leben, und das obwohl er mit seiner Familie, bis auf einer Cousine, gar keinen Kontakt pflegt und er damit sehr unbekümmert umgeht. Diese fragile Balance gerät aus den Fugen, als er eines Tages einen Brief bekommt. Vergrabene Gefühle und Erinnerungen an den ehemaligen Kollegen Jakob treten hervor und lassen den perfekten Kellner, dass erste Mal schwanken. Erst vor kurzem hab ich von Alain Claude Sulzer – Ein perfekter Kellner – entdeckt und sofort hab ich mich in diese Geschichte, wenn man es mir erlauben mag, verliebt. Es ist eine Geschichte die in einem Grandhotel der 30er und 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts spielt und an solchen Geschichten, finde ich immer wieder großen Gefallen. Wahrscheinlich, weil es meist tragischer Natur sind und weil das Hotel der Kreuzungspunkt vieler verschiedener Menschen, aus allen möglichen sozialen Gesellschaftsschichten beherbergt. Die einen die dort für ein paar Tage, Wochen oder wie es früher üblich war, auch für eine paar Monate auf Urlaub sind, und auf der anderen Seite die arbeitenden und dienenden Menschen. Auf Anhieb fällt mir da sofort Vicki Baums Menschen im Hotel ein, deren Titel ihres bekanntesten Romans, ich mir auch für diese Rezension geliehen hab. Als besonderen Tipp kann ich auch den Ende April 2016, im Diogenes Verlag erscheinenden Roman – Verlockung – von János Székely empfehlen. Eine nicht minder melodramatische, vielleicht noch umfangreichere biographische Geschichte eines jungen Ungarn, der in einem Hotel sein Glück versucht. Aber bevor ich hier abschweife, zurück zum eigentlichen Thema: Ein perfekter Kellner. Was sofort ins Auge sticht, ist die etwas in Szene gesetzte, altmodische und geschliffene Sprache, man fühlt sich sofort in eine ganz elegantere Zeit zurückversetzt, indem ein falsches Wort oder eine falsche Geste eines Kellners,eine mögliche Kündigung nach sich ziehen könnte, oder zumindest eine vermehrte Beobachtung des Hoteldirektors bedeuten könnte. Beides wahrscheinlich gleich schlimm. Alain Claude Sulzer erzählt in diesem Kleinod der Belletristik völlig schnörkellos die Geschichte des Monsieur Erneste und seiner ersten großen Liebe. Darin liegt eindeutig auch ein weiteres stilistische Element der Erzählung, die mir in diesem Buch aufgefallen ist. Man möchte meinen, dass es keineswegs schwierig ist, eine Liebesgeschichte zu erzählen. In Anbetracht der vielen, bereits erzählten und gelesenen, literarischen Liebesgeschichten möchte man meinen, dass jene zu erzählen nichts Besonderes ist und doch schafft es Alain Claude Sulzer genau jene Liebesgeschichte und den Charakteren soviel Glaubwürdigkeit zu verleihen, dass man meint, Letztere sehr gut zu kennen. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen der 30er und den 60er Jahren hin und her, ganz so wie auch Erneste seinen Erinnerungen nachhängt. Seite für Seite entspinnt sich die Szenerie, das Damals und die Gegenwart der Geschichte, wie ein Puzzle wird der komplizierte und psychologisch einwandfrei inszenierte Roman zusammengesetzt. Ein perfekter Kellner lädt zum Immerwiederlesen ein, und immer wieder wird man neues darin finden.

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  • Rezension zu "Ein perfekter Kellner" von Alain Claude Sulzer

    Ein perfekter Kellner

    Koriko

    05. December 2012 um 07:32

    Erneste ist seit Jahrzehnten Kellner und in allem was er tut korrekt und tadellos. Der unauffällige Mann arbeitet schnell und dienstbeflissen und geht vollkommen in seiner Berufung auf. Als er jedoch 1966 einen Brief von seinem ehemaligen Freund und Geliebten Jakob bekommt, der ihn um Hilfe bittet, wird Ernest aus seinem einfachen Leben gerissen und seine perfekte Fassade bekommt Risse. Zuerst muss er sich einer Vergangenheit stellen, die er bisher verborgen hielt. Zunächst ignoriert Erneste den Brief, kann jedoch nicht verhindern, dass er noch einmal sein Leben mit Jakob durchlebt und von seinen Erinnerungen geradezu überwältigt wird. Die beiden Männer lernten sich kennen und lieben, als sie kurz vor dem zweiten Weltkrieg in einem Schweizer Hotel angestellt waren und sich eine Kammer unter dem Dach teilten. Erneste verliebte sich Hals über Kopf in Jakob, der seine Gefühle ebenso feurig erwiderte. Als jedoch der Schriftsteller Klinger mit seiner Familie in das Schweizer Hotel kommt, beginnt es zu kriseln und ein Schatten fällt die Beziehung der beiden ungleichen Männer. Als ein weiterer Brief ankommt, in dem Jakob einmal mehr Erneste um Hilfe als Freund ersucht, ist dieser Hin und Her gerissen. Er soll den greisen Schriftsteller Klinger aufsuchen und diesen um Geld bitten, damit Jakob aus den USA fliehen kann. Zunächst will Erneste seinem ehemaligen Geliebten diesen Freundschaftsdienst verweigern, ist er doch selbst Jahrzehnte nach ihrer Trennung noch immer verletzt und enttäuscht von Jakob. Immerhin hat dieser Erneste vor fast dreißig Jahren verlassen, um den Schriftsteller nach Amerika zu begleiten. Dennoch entscheidet sich Erneste dafür, Klinger aufzusuchen, um endlich mit der Sache abschließen zu können. Bei diesem wird Erneste allerdings mit einer Wahrheit konfrontiert, die alle Geschehnisse in ein neues Licht rückt. Denn nicht nur Erneste wurde von Jakob enttäuscht - auch in Klingers Familie sorgte der neue Angestellte für eine wahre Tragödie. Zudem erfahren sowohl Erneste als auch Klinger zum Schluss, was es wirklich mit Jakobs Hilfesuche auf sich hat... Mit Ein perfekter Kellner" gelingt dem Autoren Alain Claude Sulzer ein intensiver und stilistisch hervorragender Roman, der von sehr ausgefeilten Charakteren und eine mitreißend Sprache lebt. Erneste ist dabei Perspektivträger und der Leser erlebt sein Leben in zwei verschiedenen Zeiteben mit - einmal im Jahre 1966, nachdem er den Brief von Jakob erhalten hat und einmal kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Die Geschichte selbst ist sehr tiefgründig und logisch aufgebaut. Mit der Wahl zweier Zeitebenen, die sich immer wider abwechseln und ausgefeilten, interessanten Charakteren gelingt Alain Claude Sulzer ein sehr vielschichtiges, dramatisches Werk. Erneste ist ein recht schlichter Charakter, der ein einfaches Leben lebt und der sich selten aus seinem alltäglichen Trott herausbewegt. Erst als Jakobs Brief auftaucht, erfährt man mehr über den Protagonisten, seine Gedanken und Gefühle und was er immer noch für seinen ehemaligen Geliebten empfindet. Mit dem alten Schriftsteller Klinger gelingt Alain Claude Sulzer jedoch eine wirklich interessante Persönlichkeit, da er auf Thomas Mann beruht und einen Teil aus Manns Leben wiederspiegelt, der fast die Grundlage für Ein perfekter Kellner" sein könnte. Klinger ist der passende Gegenpol für Erneste, da er nahezu das komplette Gegenteil zu dem stillen, ruhigen Mann ist. Jakob hingegen wird als sprunghafter, junger Mann dargestellt, der sich nach mehr sehnt, als nur Kellner zu sein. Indem er zwischen den Männern steht, verbindet er ihre gesellschaftlichen und geistigen Welten miteinander. Alain Claud Sulzer hat einen wunderbar feinen und ausgereiften Stil. Er weiß genau, wie er die Geschichte zu Papier bringen muss und welche Hinweise er zu welchem Zeitpunkt streuen muss, um den Leser zu fesseln. Es gelingt ihm durch den Wechsel zwischen Ernestes Gegenwart und Vergangenheit den Leser niemals zu langweilen, auch wenn Ernestes Leben an und für sich sehr langweilig und eintönig ist. Mit dem Ende und der Aufklärung von Jakobs Briefen kann Sulzer ebenfalls verblüffen und zeigt, wie gut durchdacht und logisch der Roman im Grunde ist. Die Homosexualität Ernestes wird dabei nie so sehr in den Vordergrund gestellt, dass sie platt und aufgesetzt wirkt, sondern ist einfach ein Teil von Ernestes Persönlichkeit. Sulzer nimmt auch die Probleme von Ernestes Lebensstil mit auf und zeigt auf, wie schwer ein Homosexueller es in der damalige Zeit gehabt hatte. Insgesamt ist Ein perfekter Kellner" ein wunderbares Buch, das jedem zu empfehlen ist. Es ist ein wahres Meisterwerk der homoerotischen Literatur, tiefgründig, bewegend und stilistisch sehr gut umgesetzt. Die Geschichte ist interessant, man erhält einem guten Einblick in die damalige Zeit und die Charaktere sind sehr tiefgründig und nachvollziehbar. Wer einen sehr guten homoerotischen Roman lesen möchte, sollte unbedingt einen Blick in Sulzers Werk werfen. Wer zudem noch ein bisschen Zeit für Recherche mitbringt, dem offenbaren sich versteckte Andeutungen...

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  • Rezension zu "Ein perfekter Kellner" von Alain Claude Sulzer

    Ein perfekter Kellner

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. January 2010 um 21:49

    Zwei Männer, eine Liebe, ein Verrat: Alain Claude Sulzers Geschichte zweier Liebender besticht durch ihre einfühlsame, wenngleich auch sehr ausführliche, aber nicht störende Art der Beschreibung aus Ernestes Sicht. Sehr deutlich bringt Sulzer den Schmerz des Kellners hervor, dessen Liasion mit seinem Kollegen abrupt ein Ende nahm, als er seinen Geliebten unverhofft mit einem Gast bei einem Stelldichein sieht. Die Sprache ist wirklich wohl gewählt, keine vulgären Ausdrücke lassen sich hier finden, was ich Sulzer nur zu Gute halten kann. Allgemein wirkt der Stil des Autors sehr elegant, was das Bild des makellosen, perfekten Kellners, der hier dargestellt wird, zusätzlich untermalt. 5 Sterne für ein Werk über eine außergewöhnliche, aber sehr ergreifende Liebesgeschichte.

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