Alain Claude Sulzer Postskriptum

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Inhaltsangabe zu „Postskriptum“ von Alain Claude Sulzer

Lionel Kupfer, umschwärmter Filmstar der frühen Dreißigerjahre, ist nach Sils Maria gereist, um sich auf seine nächste Rolle vorzubereiten. Doch die Ereignisse in Deutschland überschlagen sich. Kupfer ist als Jude nicht mehr erwünscht, der Vertrag für seinen nächsten Film wird aufgelöst. Die schlechte Nachricht überbringt ihm ausgerechnet sein Liebhaber Eduard, dessen gefährliche Nähe zu den neuen Machthabern immer offenkundiger wird. Bei seiner Emigration nach New York muss Kupfer auch einen glühenden Verehrer, den jungen Schweizer Postbeamten Walter, zurücklassen. Über fünfzig Jahre hinweg begleiten wir Menschen, die sich manchmal für wenige Tage sehr nahe kommen. Und obwohl sie sich aus den Augen verlieren, vergessen sie einander nicht.

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  • Vom gefeierten Filmstar zum Emigranten

    Postskriptum
    Ginevra

    Ginevra

    17. October 2015 um 13:35

    Österreich, am Neusiedler See, in den 1920er- Jahren: Der 6-jährige Lionel ist ein sensibler, künstlerisch hochtalentierter Junge, der lieber zeichnet, als mit seinem 3 Jahre älteren Bruder Tobias und dessen Freunden im Gestrüpp Verstecken zu spielen. Eines Tages verschwindet sein Bruder im Schilf - ein schreckliches Unglück geschieht, das Lionel und seine Eltern ein Leben lang nicht mehr loslässt. In den 30er-Jahren ist Lion alias Lionel Kupfer ein gefeierter UFA- Filmstar, doch aufgrund seiner jüdischen Herkunft endet seine Karriere jäh nach der Machtergreifung Hitlers. Im schweizerischen Sils Maria, seinem Urlaubs- und Schicksalsort, verbringt er einen letzten Urlaub, bevor er ins Exil in die USA gehen muss. Es wird ein Sommer der intensiven Gefühle und der Neuorientierung - nicht nur für Lionel, sondern auch für seinen opportunistischen Geliebten Eduard sowie für seinen Verehrer ... Wir begegnen den drei Männern immer wieder – ihre Wege trennen sich, doch sie vergessen einander nie. Die Weltereignisse prägen ihre Lebensläufe, die vielleicht unter anderen Umständen, zu anderen Zeiten einen völlig anderen Verlauf genommen hätten. Wichtige Themen wie Freundschaft, Homoerotik, Selbstverwirklichung, Überleben im Nazionalsozialismus, Verstecken und Sich-Zeigen finden immer wieder Raum – in einem kunstvoll erzählten Geschehen. Alain Claude Sulzer, 1953 in Basel geboren, machte erst eine Ausbildung zum Bibliothekar und arbeitete später als Journalist. Heute lebt Sulzer als Schriftsteller in Basel, in Berlin und im Elsass. Neben seiner literarischen Tätigkeit ist er auch als Übersetzer und Herausgeber tätig. Mich persönlich hat dieses wunderbar vorgetragene Hörbuch sehr berührt – besonders der Epilog und das titelgebende „Postskriptum“, der Schlußteil des Romans, der sich wieder auf den Epilog bezieht und somit den Kreis schließt. Der opportunistische Deutsche (Eduard), der enteignete, im Exil überlebende Jude (Lionel) und der neutrale Schweizer (Alfred) stehen für viele Menschen in der damaligen Zeit. Sie sind jedoch Individuen, die starke Gefühle füreinander haben und sich über die politischen und gesellschaftlichen Grenzen hinwegsetzen, soweit es ihnen möglich ist. Der Erzählstil hat mich persönlich sehr an Thomas Mann erinnert, der übrigens in diesem Roman eine Gastrolle hat – als berühmter Schriftsteller Julius Kröger, dem latente homosexuelle Neigungen nachgesagt werden. Die Vortragsweise von Schauspieler und Sprecher Achim Buch hat mir sehr gut gefallen – ein echtes Highlight, das ich sehr gerne weiterempfehle.

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