Alain Claude Sulzer Zur falschen Zeit

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Inhaltsangabe zu „Zur falschen Zeit“ von Alain Claude Sulzer

»Ein ausgezeichneter Erzähler« Christine Westermann, WDR Mit siebzehn erwacht seine Neugier. Gekannt hat er seinen Erzeuger nicht; er starb kurz nach seiner Geburt. Jahrelang hat er die Fotografie, die in seinem Zimmer steht und offenbar von einem Berufsfotografen gemacht wurde, kaum beachtet, bis ihm eines Tages die Uhr am Handgelenk des Vaters auffällt. Warum zeigt sie viertel nach sieben? Welcher Fotograf macht um diese Zeit Bilder?Der Erzähler beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, und gerät in Paris auf die Spur der wahren Geschichte seines Vaters. Mit der Wucht einer griechischen Tragödie entfaltet Alain Claude Sulzer die Geschichte eines Mannes, der an sich selbst und den Zeitumständen, in denen er lebt, scheitert. »Nach und nach erforscht der Sohn den Leidensweg seines Vaters, von dem Alain Claude Sulzer mit einer Zurückhaltung, Kraft und Feinfühligkeit erzählt, die, wie es scheint, ebenfalls aus einer anderen Zeit herrührt.« (Le Nouvel Observateur) »Ein Buch, das mit jeder Seite süchtiger macht!« (Wienerin)

Ein absoluter Pageturner, kann ich nur empfehlen.

— hannipalanni
hannipalanni

Über die Suche nach den eigenen Wurzeln, nach der Wahrheit über Vaters Tod, der sein Leben zur falschen Zeit nicht richtig leben konnte.

— miro76
miro76

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  • Ungewöhnliche Liebe zur "falschen Zeit"

    Zur falschen Zeit
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    29. April 2013 um 19:41

    Die Suche eines pubertierenden Sohnes nach den Spuren seines leiblichen Vaters hat mich sehr beeindruckt. Auf eigene Faust versucht der Junge hinter das Geheimnis seines leiblichen Vaters zu kommen der sich kurz nach seiner Geburt das Leben genommen hatte.Er hat nur ein Foto von ihm und die Adresse eines französischen Fotoateliers um seine Suche auf eigene Faust zu beginnen. So wird sehr einfühlsam die Geschichte eines Mannes und Vaters erzählt der spät seine homosexuelle Neigung bemerkt und sie verstecken muss da sie gesellschaftlich noch nicht erlaubt ist.Das war eine sehr eindringliche Geschichte für mich.

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  • Rezension zu "Zur falschen Zeit" von Alain Cl. Sulzer

    Zur falschen Zeit
    Schiller-Buchhandlung

    Schiller-Buchhandlung

    29. October 2010 um 18:57

    Ein junger Mann, 17 Jahre alt, betrachtet das Bild seines toten Vaters. Obwohl es seit Jahren an derselben Stelle steht, betrachtet er es zum ersten Mal richtig. Und er beschließt, den Fotografen aufzusuchen, der dieses Bild gemacht hat um endlich mehr zu erfahren über seinen Vater, denn seine Mutter spricht nicht über ihn. Er reist nach Paris und trifft tatsächlich André, den Fotografen und seinen Patenonkel, zu dem er nie Kontakt hatte. Dieser gibt ihm die Uhr seines Vaters und einige Postkarten, die sein Vater aus der psychiatrischen Klinik schrieb, in der er mehrmals war. "Zur falschen Zeit" - hier erschließt sich auch der Titel des Romans, denn Emil war homosexuell - in den 50er Jahren in der Schweizer Provinz eine Katastrophe. In verschiedenen Perspektiven lesen wir nun einerseits die Recherche seines Sohnes, dem sich das Bild seines Vaters immer mehr enthüllt und gleichzeitig spricht Emil, der sich schon als Schüler in André verliebt und dennoch hofft, ein "normales" Leben führen zu können. Er heiratet, aber an seiner ersten Stelle als Lehrer verliebt er sich leidenschaftlich in einen Seminaristen und als dessen Mutter ihn erpressen will, da nimmt das Schicksal seinen Lauf..... Raffiniert erzählt dieser Roman einerseits die Geschichte einer Recherche und von der Sehnsucht eines Sohnes, mehr über seinen Vater zu wissen. Und er erzählt von dem kleinbürgerlichen Mief der 50er Jahre in der Schweiz, als man Homosexuelle versuchte in psychiatrischen Krankenhäusern zu therapieren - es wird im Nachkriegsdeutschland kaum anders gewesen sein. Obwohl das Buch ganz langsam beginnt, kann man es schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen, denn es es ist so vielschichtig und vieles, was zu Beginn unverständlich erscheint, z.B. das Verhalten der Mutter, die nicht über ihren toten Mann spricht, erscheint am Ende in ganz anderem Licht. Ein Buch, das unter die Haut geht und lange nachklingt! (MA)

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  • Rezension zu "Zur falschen Zeit" von Alain Cl. Sulzer

    Zur falschen Zeit
    Lupus

    Lupus

    29. August 2010 um 08:08

    Ein sehr junger Familenvater begeht kurz nach der Geburt seines einzigen Kindes Selbstmord. Seine Frau verdrängt die Erinnerung an die Existenz ihres Ehemannes gründlich. Siebzehn Jahre später begibt sich ihr gemeinsamer Sohn auf Spurensuche. In Gesprächen mit Bekannten und Verwandten trägt er bruchstückhaft die Biografie seines Vaters zusammen. Kleine persönliche Gegenstände des Verstorbenen machen dessen Leben für den Jugendlichen begreifbar. Nach und nach ergibt sich das Bild eines Menschen, der an der Diskrepanz zwischen seiner Persönlichkeit und den gesellschaftlichen Zwängen seiner Zeit zerbricht. Das Buch handelt von der ganz großen Liebe, vom Wunsch nach Achtung und Selbsverwirklichung und von der nüchternen Erkenntnis, zur falschen Zeit gelebt zu haben. Es ist tragisch und anrührend zugleich.

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  • Rezension zu "Zur falschen Zeit" von Alain Cl. Sulzer

    Zur falschen Zeit
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    KEINE REZENSION, nur eine ZUSAMMENFASSUNG: Es ist die Uhr am Handgelenk seines Vaters, die ihn aus unerfindlichen Gründen plötzlich interessiert. Siebzehn Jahre lang hatte das Foto, auf dem der Vater sie trägt, wenig beachtet im Regal in seinem Zimmer gestanden. Gekannt hatte er seinen Erzeuger nicht, die Mutter hatte ungern von ihm erzählt. Doch jetzt, mit siebzehn, erwacht seine Neugier. Es ist das Bild eines professionellen Fotografen, die Uhr aber steht auf Viertel nach sieben. Welcher Berufsfotograf macht zu solch einer Zeit Bilder? Der Erzähler beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Auf der Rückseite des Porträts findet er eine Pariser Adresse – und stellt mit Erstaunen fest, dass der Fotograf sein mysteriöser Patenonkel ist, der sich seit der Taufe nie mehr gemeldet hat. Ohne die Mutter oder den Stiefvater in seine Pläne einzuweihen, hebt er all sein Geld ab, hinterlässt einen knappen Abschiedsbrief und reist nach Paris. Dort gerät er auf die Spur der wahren Geschichte seines Vaters. Einer Geschichte, die den Boden unter seinen Füßen zum Wanken bringt. Mit großer Dezenz und dennoch mit der Wucht einer griechischen Tragödie entfaltet Alain Claude Sulzer in seinem Roman die Geschichte eines Mannes, der an sich selbst und an den Zeitumständen, in denen er lebt, scheitert. Die Geschichte eines Mannes, der erkennen muss, dass die Heirat mit seiner Frau, die ihm selbst lange wie die Rettung schien, ein Fehler war. Und dass er sie betrügen und hintergehen muss, um die wahre Liebe seines Lebens zu leben.

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    giulianna

    giulianna

    26. August 2010 um 09:11
  • Rezension zu "Zur falschen Zeit" von Alain Cl. Sulzer

    Zur falschen Zeit
    Clari

    Clari

    21. July 2010 um 11:53

    Liebesfährten..... Jahre lang steht ein Foto des früh verstorbenen Vaters im Bücherregal. Aus unerfindlichen Gründen wird der siebzehnjährige Icherzähler erst spät auf das Bild aufmerksam, das fast vergessen und verstaubt in seinem Jungenzimmer steht. Er lebte bisher wohl behütet mit seiner noch jugendlichen Mutter und dem Stiefvater, der ihm ein freundlicher Vater ist, in seinem gut situierten Elternhaus. Dann weckt das Foto mit der Uhr am Handgelenk seines ihm unbekannten Vaters seine Aufmerksamkeit. Seine Wissbegier wächst und treibt ihn an, Erkundungen über den leiblichen Vater einzuholen. Als seine Mutter seinen Fragen immer wieder ausweicht, macht er sich selber auf die Suche. In filigraner Erzählmanier, detailliert und stimmungsvoll erzählt der Autor Jean Claude Sulzer jede Einzelheit des Lebens, der Tageszeit, der Stimmungen und der Orte und Begegnungen, denen sich der Held dieser Erzählung auf der Suche nach der Uhr seines Vaters ausgesetzt sieht. In kleinen Bildern wie z.B. einer Bahnfahrt nach Paris, den Geräuschen und der Fremdheit in der unruhigen, lauten und großräumigen Stadt Paris, der Suche nach einem Hotel und dem ersten Essen alleine im Restaurant verliert sich die Erzählung fast in Einzelheiten. Schließlich macht sich der Icherzähler auf die Suche nach einem Uhrmacher, der über die Uhr auf dem Foto etwas zu erzählen wüsste. Letzterer wird in das Forschungsvorhaben der Uhrensuche eingeschaltet. Langsam, bedächtig und geheimnisvoll nähert sich der Held seinem Ziel: etwas über seinen Vater in Erfahrung zu bringen. Er ist siebzehn und noch unerfahren in den Dingen der Sexualität. Der Leser ahnt eher als der Erzähler, in welchen Fallstricken des Lebens sich der Vater verfangen haben könnte. Auf der Suche nach der Wahrheit entdeckt der Protagonist immer neue Widersprüche. Die scheue Annäherung an die Einzelheiten des Geschicks seines Vaters bietet denn auch den eigentlichen Plot der Geschichte. Daraus ist eine sensible, feine Erzählung geworden, in der sich die Irritationen der Jugend bei Vater und Sohn, wenn auch unter ganz unterschiedlichen Bedingungen, als vorsichtige Suche nach dem Glück und nach der Wahrheit der Herkunftsgeschichte äußern. Man liest von Krankheit, Wahn, Verirrungen und einer Moral, die alles bürgerlich Abseitige verdammte. In der Rahmengeschichte wechseln die Perspektiven, so dass man sich aus unterschiedlicher Sicht dem Kern der Geschichte nähert. Tragisch und unwegsam sind die Wege der Verirrungen, in denen sich Menschen zur falschen Zeit verfangen können! In seiner außergewöhnlichen Diktion wird Alain Claude Sulzer einem Sujet gerecht, das neben der nachhaltigen Aufklärung diskret feinste Nöte, Melancholie und von tiefer Schuld gezeichnete Liebesbeziehungen aufzeigt. Alain Claude Sulzer lebt in Basel und im Elsass und ist Verfasser von Romanen , Erzählungen und Hörspielen. Er übersetzt französische Literatur.

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