Alain De Botton Wie Proust Ihr Leben verändern kann

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Inhaltsangabe zu „Wie Proust Ihr Leben verändern kann“ von Alain De Botton

Alain de Bottons Buch basiert auf einem frechen und verblüffend simplen Einfall: Man nehme das monumentalste Werk der literarischen Moderne, Marcel Prousts ›Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‹, und destilliere daraus ein witziges, kurzes und lebenspraktisches Ratgeberbuch für den postmodernen Zeitgenossen. De Botton nähert sich Proust auf direkte, unkonventionelle Weise, ohne schweres literaturtheoretisches Gepäck. Im Rückgriff auf Prousts Text und auf Details aus dem Leben des Autors erläutert de Botton in klassischer Ratgebermanier u.a., Wie man sich Zeit nimmt, Wie man erfolgreich leidet, Wie man seinen Gefühlen Ausdruck verleiht und Wie man in der Liebe glücklich wird. De Botton läßt den Leser das Leben durch eine Proustsche Brille sehen, gleichzeitig führt er die Highlights aus der Recherche vor und in Prousts Biographie ein: Telefonnummer sowie Lieblingsspeise des Autors sind ebenso Gegenstand der Betrachtung wie die Tatsache, daß Proust noch im Alter von dreißig seine Mutter über sämtliche Vorgänge in seinem Verdauungstrakt informierte. De Botton fragt: Was hat man davon, Proust zu lesen? Sehr viel, denn wir können aus Prousts Wahrnehmungs-schärfe, seiner Empfindsamkeit, ja sogar aus seiner Hypochondrie - mit de Bottons Hilfe - großen Nutzen ziehen und uns gleichzeitig köstlich amüsieren. Wie Proust Ihr Leben verändern kann setzt keine Proust-Lektüre voraus, es reißt im Gegenteil Hemmschwellen nieder und entstaubt eine Ikone der Literaturwissenschaft gründlich. Das Buch war in den USA und in Großbritannien bereits ein großer Erfolg.

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  • Rezension zu "Wie Proust Ihr Leben verändern kann" von Alain De Botton

    Wie Proust Ihr Leben verändern kann

    Cordon_Bloe

    12. August 2012 um 11:02

    Erster Satz: "Es gibt wenig, dem sich der Mensch mit größerer Hingabe widmet als dem Unglücklichsein." Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de Also glücklich macht diese Eröffnung nicht. Eher unglücklich. Und während wir uns damit befassen, uns dem Sinn dieser Worte hinzugeben, merken wir, dass er Recht haben könnte, der Autor. Unglücklich geht immer. Ein Klassiker der Leidenschaften. Alain de Botton hat oft Recht. Der 1969 in Zürich geborene Schriftsteller hat Philosophie studiert, ehe er sich beherzt auf komplizierte Themen stürzte, um sie vereinfacht darzustellen. Zum Beispiel Marcel Proust. Der berühmteste Sucher der verlorenen Zeit verlangt seinen Lesern bekanntlich viel ab, Geduld vor allem, hat doch allein der erste Teil seines Sieben-Bände-Zyklus 564 Suhrkamp-Seiten. Alain de Botton destilliert daraus ein Ratgeberbuch. Und beantwortet Fragen wie: Wie man das Leben liebt. Wie man erfolgreich leidet. Wie man sehen lernt. Und so weiter. Ganz im Sinne des französischen Stubenhockers. Der widmete sich gerne dem Unglücklichsein. Und schuf Sätze, die Leben verändern können. Und glücklich machen.

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  • Rezension zu "Wie Proust Ihr Leben verändern kann" von Alain De Botton

    Wie Proust Ihr Leben verändern kann

    Sokrates

    Wer sich irgendwann einmal in seinem Leben vorgenommen hat, die 'Suche nach der verlorenen Zeit' von Marcel Proust zu lesen, dem sei - parallel zum ersten Band - dieses Buch dringend empfohlen. Wichtig ist jedoch, bereits in 'Der verlorenen Zeit' zu lesen, damit man mit den vielen von Alain de Botton verwendeten Namen und Zitaten etwas anfangen kann. Ansonsten resümiert de Botton über verschiedene philosophische Aspekte, die Proust's Meisterwerk aufgreift. Zwar wird über Lebensphilosophie gesprochen, aber nicht losgelöst - quasi als philosophischer Lebensbegleiter -, sondern in Bezugnahme zur 'Suche nach der verlorenen Zeit', die mit Proust's eigenem Leben verbunden wird. Wie man bspw. sich Zeit nimmt, wird so erörtert, dass de Botton zunächst mit dem Roman einsteigt, dann aber auf Proust's Privatleben eingeht. Dabei werden vielerlei humorvolle Anekdoten und Briefe Proust's, seiner Freunde und Zeitgenossen zitiert, die eine Unmenge über einen einerseits sehr kranken, andererseits aber offensichtlich genauso verschrobenen und hypochondrischen Marcel Proust aussagen. Zumal Proust die meiste Zeit seines Lebens liegend im Bett verbracht hat, die Fenster abgedunkelt, keine frische Luft und bloß keine Sonnenstrahlen... Traf er mal einen Menschen, wurde dieser sofort hochinteressiert ausgefragt: "Wie ist das denn so in Diplomatenkreisen, wie geht denn so eine Diplomatenbesprechung vonstatten..." - usw. Indem Proust - anstatt selbst am Leben teilzunehmen, die Leute massiv ausfragte und über Hören-Sagen Bezug zur Außenwelt nahm - konnte er seine Bücher schreiben. Genial dabei ist, dass Erzählungen alleine noch nicht die Informationsfülle und Lebenserfahrung beinhalten, die Proust auf die 'Proust'sche' Weise haben das Zwischenmenschliche schreiben lassen - hierin wird m.E. die Genialität des Autors erst Recht offenkundig. Alain de Botton schafft es hier auf sehr komische und unglaublich unterhaltsame Weise in Proust 'einzuführen'. Das Buch ist eine Mischung aus Werkbeschreibung, Werkhistorie und Biographie des Autors, verbunden mit aktuellen philosophischen (Ausgangs-)Fragestellungen, die quasi den Eingang in jedes Kapitel darstellen und durch Proust und seine 'Philosophie' beantwortet werden (sollen/wollen). Eine bereichernde Erfahrung für jeden, der 'Auf der Suche nach der verlorenen Zeit' einmal lesen möchte. Allerdings: lest das Buch nicht vor, sondern neben der 'Suche' - man kann besser mit den Verweisen und Bezugnahmen arbeiten, wenn man bereits etwas mit dem Proust'schen Kosmos vertraut ist.

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