Alain Mabanckou Zerbrochenes Glas

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Inhaltsangabe zu „Zerbrochenes Glas“ von Alain Mabanckou

'Zerbrochenes Glas' ist Stammkunde einer heruntergekommenen Bar in Brazzaville, deren Name Programm ist: 'Angeschrieben wird nicht'. Tag für Tag versammelt sich hier ein Haufen skurriler Gäste, um Palmwein zu trinken und über das Leben zu schwadronieren. Der Kirche ist die Bar ein Dorn im Auge, denn manch einer der Gläubigen erliegt der Versuchung, die Messe zu schwänzen und stattdessen einen zur Brust zu nehmen. Doch die ständigen Anfeindungen lassen den Wirt kalt, schließlich nennt man ihn nicht umsonst 'Sture Schnecke'. Und die Kundschaft zeigt sich solidarisch bis zum letzten Tropfen: Als 'Zerbrochenes Glas' sich daranmacht, für die Nachwelt die Historie des Etablissements niederzuschreiben, erzählt jeder Gast nur allzu gerne die Geschichte seines Lebens.

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  • Ohne Punkt, mit vielen Kommas

    Zerbrochenes Glas
    Juana

    Juana

    24. June 2013 um 14:47

    Für den Wirt des „Angeschrieben wird nicht“ im kongolesischen Brazzaville sind Sprüche wie „Wenn in Afrika ein Greis stirbt, verbrennt eine Bibliothek“ ausgelatschte Klischees. In diesem Land sei „alles Mündliche nur Schall und Rauch, Wildkatzenpipi“, heute zähle allein das geschriebene Wort. Da ihm selbst das Talent fehlt, um die Geschichte seiner Bar für die Nachwelt festzuhalten, drückt der Wirt demjenigen seiner Stammgäste ein Heft in die Hand, der unter all den „Suffköpfen“ noch am meisten vom Schreiben zu verstehen scheint: „Zerbrochenes Glas“, einst literarisch interessierter Lehrer, seit langem leidenschaftlicher Vollzeit-Trinker, ein 64-jähriges Wrack, wie er sich selbst sieht, von einer unzerstörbaren Liebe zum Palmwein gezeichnet, von seinem „Teufelsweib“ verlassen, hat er die Bar wie viele andere Typen mit ähnlichem Schicksal zu seinem Zuhause gemacht. Die Lebensgeschichten, die „Zerbrochenes Glas“ von nun ungefragt von anderen Gästen zu hören bekommt und die er meist in angetrunkenem Zustand im Plauderton ohne Punkt, mit vielen Kommas und wenigen Absätzen schonungslos wiedergibt, sind Geschichten aus einer Männerwelt, in der sich sehr viel um Lust, Eifersucht und Verrat dreht. Am glücklichsten scheint der „Sture Schnecke“ zu sein, der Ehe und Kinder für eine Bürde hält und den gelegentlichen Sex mit der schamlosesten Prostituierten des Viertels genießt. Die gescheiterten Existenzen um ihn herum erwarten nichts mehr vom Leben. Dank der Lust des Autors an der Grenzüberschreitung wird aus diesem deprimierenden Stoff ein burleskes Stück. Die Freude Mabanckous an absurden, schonungslos drastischen und schockierend offenherzigen Szenen und an politisch unkorrekter Wortwahl steckt einfach an: Manch derbe Szene und so mancher Macho-Spruch bleibt einem zunächst im Halse stecken bis sich die Anspannung in Lachen entlädt.

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