Alain Plessis Nouvelle Histoire de la France contemporaine, tome 9 : De la fête impériale au mur des fédérés, 1852-1871

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Inhaltsangabe zu „Nouvelle Histoire de la France contemporaine, tome 9 : De la fête impériale au mur des fédérés, 1852-1871“ von Alain Plessis

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  • Eine seltsame Diktatur

    Nouvelle Histoire de la France contemporaine, tome 9 : De la fête impériale au mur des fédérés, 1852-1871

    sKnaerzle

    Plessis schreibt hauptsächlich eine Strukturgeschichte des 2. Kaiserreichs. Zu den Ereignissen lässt er sich erst im letzten Drittel herab. Lang und breit lässt er sich über die Verfassung aus, die zwar ein Parlament kannte, das aus allgemeinen Wahlen (damals sehr modern und "links") hervorging, das aber letztlich weder über Gesetze noch über das Budget entschied und dessen Debatten nicht einmal in der Zeitung zitiert werden durften! Das Wahlrecht mit dem "offiziellen" Kandidaten war auch eher interessant als demokratisch. In Zeiten vor Internet und Radio genügte es, wenn die lokalen Beamten Plakate der falschen Bewerber von den Wänden rissen. So ließen sich Demokratie und Diktatur prima kombinieren. Plessis behauptet dann, das Regime sei relativ offen gewesen, seine Minister waren selten begeistete Bonapartisten, sondern eher Orleanisten. Damit scheint er mir aber eher das Geheimnis des Erfolges des Systems auszuplaudern, hinter Napoleon sammelte sich die alte Ordnungspartei, die seit 1848 Angst vor der Revolution hatte. Selbst Klerikale und Legitimisten (das sind die, die lieber den Absolutismus wieder einführen wollten) machen ihren Frieden mit dem Kaiser, der sie vor der roten Gefahr beschützt. Die Modernisierung von Paris beurteilt der Autor sehr ausgewogen, auch als eine Gentrifizierung avant la lettre. Die Fortschritte in der Industrialisierung behandelt er sehr differenziert, während der Ausbau des Eisenbahnnetzes wahrlich beeindruckend ist, zeigen Statistiken, dass die große Mehrheit der Franzosen immer noch in kleinen Handwerksbetrieben mit ein oder zwei Angestellten arbeitet und nicht in den großen Fabriken von Creusot. Was das unmoralische Bürgertum betrifft, so sei auch dieses besser als sein Ruf. Diese Aussage bezweifle ich. Hier habe ich mein Urteil anhand von Zola gebildet und lasse es mir doch nicht von einem hergelaufenen Historiker verderben. Und seinen Einwand, den Romancier hätten eher die Auswüchse interessiert als der Normalfall, nehme ich einfach nicht ernst. Kurz, wer sich von einem historischem Werk Belehrung und differenzierte Urteile erwartet, wird hier bestens bedient. Wer sich auch noch Unterhaltung wünscht, greift lieber zu Zola.

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