Alan Bennett Ein Kräcker unterm Kanapee

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Inhaltsangabe zu „Ein Kräcker unterm Kanapee“ von Alan Bennett

Sechs Menschen – sechs britisch- bizarre Schicksale: Da ist zunächst Graham, der – weit über vierzig – noch immer zu Hause bei seiner Mutter wohnt und gar nicht gut auf Mr. Turnbull zu sprechen ist, der Mama den Hof macht und ihr eine Hochzeitsreise auf die Kanarischen Inseln verspricht. Susan hingegen, Ehefrau des Vikars, schaut häufig mal zu tief ins Glas und verliebt sich in den indischen Gemüsehändler an der Ecke. Miss Ruddock zeigt uns, wie extensives Briefeschreiben dazu führen kann, dass man im Gefängnis landet, während die naive Mittdreißigerin Lesley von einem deutschen Filmproduzenten übers Ohr gehauen wird und die Hüllen fallen lässt. Muriel schließlich hat bis heute den Tod ihres Ehemanns nicht verwunden – ebenso wenig wie die hochbetagte Doris, die einen Kleinkrieg gegen ihre Putzfrau und Altenpflegerin führt und der ein Kräcker unterm Kanapee zum Verhängnis wird … Meisterhaft beherrscht Alan Bennett die Klaviatur von Tragik bis Komik, denn diese erst macht die Schicksalsschläge des Lebens (und auch diejenigen unter die Gürtellinie) erträglich – und Appetit auf mehr.

Alan Bennett halt es einfach drauf!

— QueenDebby
QueenDebby

Absolut empfehlenswert!

— Milagro
Milagro

Ich liebe Alan Bennett. Er kriegt jetzt schon 5 Punkte, obwohl ich erst bei der 4. Geschichte bin.

— Opal
Opal

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  • Rezension zu "Ein Kräcker unterm Kanapee" von Alan Bennett

    Ein Kräcker unterm Kanapee
    Duffy

    Duffy

    29. November 2012 um 08:07

    Bennett, in Deutschland bekannt geworden durch "Die souveräne Leserin", hat etwas, das man mit dem "typischen Briten" assoziiert. Was immer das auch sein mag, was es typisch macht, eine Portion hintergründiger Komik gehört ganz sicher dazu, wobei man das nicht schwarzem Humor verwechseln sollte, denn diese Hintergründigkeit äußert sich bei ihm auch oft darin, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Sechs Charaktere werden in diesen sechs Geschichten beschrieben und Bennett hat sie wie für ein Fernsehspiel aufgebaut, nur dass es Monologe sind - die Protagonisten mit einer Kamera. Ehefrauen im "schwierigen" Alter, Muttersöhnchen, Briefeschreiberin, die Figuren sind so alltäglich und aus dem gewöhnlichen Leben gegriffen, dass die Inhalte schon so vertraut sind und hier von Bennett noch nicht mal überzeichnet sondern nur ganz explizit herausgearbeitet wurden. Dass er das mit der ganzen Routine eines Storytellers macht, ist ihm nicht anzulasten, weil er es eben in einer sensiblen und menschlichen Art und Weise tut, in der die Ironie eigentlich nichts zu suchen hat, dennoch aber ein gelungen eingesetztes Stilmittel ist, um aus einer unscheinbaren Geschichte eine eine interessante Geschichte zu machen. Im Nachwort plaudert er ein wenig über Entstehung und Arbeitsweise und gibt Einblicke in die Verknüpfung seiner eigenen Vita mit seinen Geschichten. Wer hier den Klamauk eines "britischen Humoristen" erwartet, liegt falsch.

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  • Rezension zu "Ein Kräcker unterm Kanapee" von Alan Bennett

    Ein Kräcker unterm Kanapee
    rumble-bee

    rumble-bee

    31. October 2010 um 01:14

    Ach, Alan Bennett... Sie sind ein Meister der Kurzform, der schrägen Schicksale und der leisen Töne. Und vor allem sind Sie Brite! Sie schauen ihren Landsleuten und deren mehr oder weniger exzentrischen Angewohnheiten direkt auf die Finger, bringen dies aber so geschickt und mitfühlend in ihren Texten unter, dass sich jeder Leser, egal welcher Nationalität, darin wiederfindet. Sie haben nur einen Nachteil: Ihre Bücher sind zu kurz...! *** Vielleicht ist die Veröffentlichungsstrategie des deutschen Verlages, der Alan Bennett verlegt, nämlich Wagenbach, ein wenig unklug. Denn in Deutschland wird Bennett nach wie vor an der "Souveränen Leserin" gemessen, dem ersten Buch, das hier für Aufsehen sorgte. Und obwohl seine anderen Bücher alle früher entstanden, teilweise bis zu 20 Jahren früher (!), erscheinen sie hierzulande doch erst jetzt, und geraten so in direkte, ungewollte Konkurrenz zu Bennetts Erfolgsroman (der ursprünglich eine Fortsetzungsgeschichte in einer Zeitungskolumne war). Das ist sehr schade, weil Bennett in seinem Heimatland gerade durch diese durchweg kürzeren Texte bekannt wurde - ja, weil er überhaupt erst in der Kurzform brilliert. Er hat auch nicht ursprünglich "Bücher" geschrieben, sondern überwiegend Glossen, Satiren und Kurzporträts für Zeitungen - oder eben fürs Fernsehen, so wie in diesem Werk. Schauen wir uns den "Kräcker unterm Kanapee" doch einmal genauer an. Titelgebend ist die letzte Geschichte des Bandes. Sie handelt von der alten Dame Doris, die eigentlich schon längst in ein Heim gehörte, sich aber hartnäckig dagegen wehrt. Sie beharrt auf ihrer (faktisch nicht mehr vorhandenen) Selbständigkeit, und befindet sich somit in ständiger Opposition zu ihrer Pflegerin und Reinigungshilfe. Eines Tages wird ihr ihre Starrköpfigkeit zum Verhängnis - als sie nämlich einem Kräcker unterm Kanapee nachgehen will... Anhand dieser Geschichte kann man wunderbar das "Muster" des ganzen Bandes erkennen. Es handelt sich stets um eine einzelne Person, die aus ihrem Leben erzählt - die also einen Monolog hält. Sie spricht den Leser zwar nicht direkt an - in der Tat weiß man nicht so recht, zu wem diese Menschen eigentlich sprechen. Aber es hat den Anschein, als versuchten alle diese angeknacksten Charaktere, durch das Erzählen ihrem verdrehten Dasein noch einen Sinn zu verleihen. Denn sie haben alle eines gemeinsam: sie kämpfen jeweils mit sich selbst, sie haben (teils drastische) Eigenheiten oder sogar Defekte, die sie aber unter allen Umständen zu verbergen suchen. Sie alle laufen mehr oder minder vor sich selber davon, und nur der Leser folgt ihnen staunend oder verblüfft auf diesem steinigen Weg. Da wäre zum Beispiel Graham, ein in die mittleren Jahre gekommenes Muttersöhnchen, der eifersüchtig auf Mutters neuen Freund ist. Schreiend komisch, aber irgendwie auch tragisch, seine Versuche, die Beziehung zu hintertreiben. Mein Lieblingszitat: "Ich habe nichts gegen Geschlechtsverkehr. Sie ist meine Mutter." Oder die Frau des Pfarrers, der schon lange vergeblich auf einen Karriereschub, eine Beförderung zum Bischof, wartet. Der Leser ahnt es von Zeile zu Zeile mehr, doch Susan ignoriert fast bis zum Schluss ihre Alkoholsucht. Die Geschichte endet bitterböse und ironisch: gerade dadurch, dass ihr "Problem" bekannt wird, kann sich ihr Mann profilieren, und doch noch den ersehnten Posten ergattern. Ich möchte hier nicht alles zerreden. Doch es sollte klar geworden sein, worum es hier geht: Sechs Geschichten von Einzelgängern oder Verlierern. Sie bringen dem Leser durch die eindringlich wirkende direkte Vortragsform nahe, was es heißt, mit sich und dem Leben zu ringen. Der Autor gestaltet jedoch jedes Porträt so, dass es sich in einer feinen und unnachahmlichen Balance zwischen Tragik und Komik befindet. Er hat einen wunderbaren Blick für verräterische Einzelheiten, und natürlich für knochentrockenen britischen Humor. Man weiß als Leser oft nicht, ob man lachen oder weinen soll - aber man weiß eines: dass man diese Geschichten vermutlich öfter zur Hand nehmen wird.

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  • Rezension zu "Ein Kräcker unterm Kanapee" von Alan Bennett

    Ein Kräcker unterm Kanapee
    buchratte

    buchratte

    07. April 2010 um 20:18

    Ein wunderbares Buch! Es erzählt von Mamas Liebling, einer leidenschaftlichen Trinkerin, der gescheiterten Schauspielerin, der trauernden Witwe, von einer in die Jahre gekommenen Omi, die nicht ins Heim will und von meinem persönlichen “Liebling”, einer älteren Dame die es zu genau nimmt. Der Autor erzählt still und leise und dennoch eindrucksvoll vom ganz normalen Leben der “normaler” Menschen. Doch sollte man sich das Ganze näher anschauen. Genauer betrachtet sind dies wunderbare Geschichten verschiedenster Leute, die einen zum Lachen bringen aber auch traurig stimmen. Ich habe mich köstlich amüsiert bei dieser Lektüre. Ein Büchlein zum Verweilen und reflektieren. Deshalb Vorsicht! Der eine oder andere läuft Gefahr sich in dem Buch wieder zu erkennen.

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  • Rezension zu "Ein Kräcker unterm Kanapee" von Alan Bennett

    Ein Kräcker unterm Kanapee
    Liedie

    Liedie

    16. March 2010 um 13:40

    Alan Bennett ist einer der populärsten britischen Dramatiker. Sein wohl bekanntestes Buch in Deutschland ist "Die souveräne Leserin". "Ein Kräcker unterm Kanapee" erschien 1988 unter dem Titel "Talking Heads" in England. Hierbei handelt es sich um sechs Monologe, die schon 1987 von der BBC aufgezeichnet wurden. Der Leser nimmt für kurze Zeit Anteil am Leben von sechs sehr unterschiedlichen Menschen und ihren Schicksalen. Da wäre zuerst Graham, der zwar schon über vierzig ist, aber immer noch bei seiner Mutter wohnt und eifersüchtig auf deren neuen Bekannten ist. Susan, die Ehefrau eines Vikars bricht für kurze Zeit aus ihrem tristen Leben aus und verliebt sich in einen indischen Gemüsehändler, bei dem sie ihre Alkoholvorräte auffüllt. Irene landet durch ihr ständiges Briefeschreiben im Gefängnis und ist noch nicht einmal unglücklich darüber. Lesley ist eine naive Schauspielerin, die viel gibt und wenig dafür erntet. Muriel, die ihrem verstorbenen Ehemann nachtrauert, verliert ihr Hab und Gut und wird zur tragischen Figur. Doris, die ihrer Putzfrau und Pflegerin nichts zutraut, will ein Kräcker unter dem Kanapee hervorholen, doch diese Aktion endet anders als erwartet. Owohl die Geschichten sehr kurz sind und sich durch ihre besondere Art schon von anderen Storys unterscheiden, bekommt man einen guten Einblick in die menschliche Seele. Bei jeder Geschichte - mag sie noch so humorvoll geschrieben sein - klingt der Ernst des Lebens durch und man leidet (mal mehr mal weniger) mit den Protagonisten mit. Ein kurzweiliges, wie immer vom Wagenbach Verlag liebevoll gestaltetes Büchlein, das mehr Lust auf die Geschichten von Alan Bennett macht.

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