Wenn der meistgespielte Komödienautor der Welt, der zugleich auch Regisseur ist, mit einer Erfahrung von bisher mehr als 70 Stücken im Rücken "101 selbstverständliche Regeln für das Schreiben und Inszenieren" gibt, dann erwartet man zumindest heitere Unterhaltung. Und von einem Verlag, der ein solches Buch veröffentlicht, erwartet man spätestens auf dem Titelblatt eine unübersehbare Warnung, dass dieses Buch das Zwerchfell ruinieren kann. Die Unterhaltung war stellenweise zum Brüllen komisch, der Verlag hat nicht gewarnt und mein Zwerchfell ist ruiniert. Insbesondere durch die Attacke auf selbiges von Seite 80. Die gehört schlicht verboten. Kurz und knapp: Wer lernen möchte, wie man Theaterstücke schreibt, braucht erstens dieses Buch hier und zweitens den 200 Seiten langen Teil "Taktik des Theaters" von Sigmund Graff (verfasst nach drei Jahrzehnten Erfahrung am Theater) aus Otto Schumanns "Grundlagen und Techniken der Schreibkunst". Ayckbourns Buch ist das witzigste Sachbuch, das ich je gelesen habe und Sigmund Graffs "Taktik des Theaters" (das Original erschien 1954) ist bis heute unverzichtbar für angehende Stückeschreiber. Lesen! Beides!
Rezension zu "Theaterhandwerk" von Alan Ayckbourn




