Alan Bennett

 4,2 Sterne bei 825 Bewertungen
Autor von Die souveräne Leserin, Così fan tutte und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alan Bennett

Alan Bennett, 1934 in Leeds geboren, wurde bekannt durch seine TV Comedy-Revue 'Beyond the Fringe' sowie durch die 1987 unter dem Titel 'Talking Heads' von der BBC gesendeten Monologe. Neben zahlreichen Theaterstücken - unter anderem eine Theaterfassung des englischen Kinderbuchklassikers "Der Wind in den Weiden" - und seinen Arbeiten für Fernsehen und Rundfunk schreibt Bennett seit Mitte der neunziger Jahre auch Prosa.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Zum Tee (ISBN: 9783803133403)

Zum Tee

Erscheint am 19.08.2021 als Hardcover bei Wagenbach, K.

Alle Bücher von Alan Bennett

Cover des Buches Die souveräne Leserin (ISBN: 9783803112545)

Die souveräne Leserin

 (517)
Erschienen am 28.08.2008
Cover des Buches Handauflegen (ISBN: 9783803126061)

Handauflegen

 (25)
Erschienen am 24.02.2009
Cover des Buches Die Lady im Lieferwagen (ISBN: 9783803112255)

Die Lady im Lieferwagen

 (27)
Erschienen am 04.03.2021
Cover des Buches Schweinkram (ISBN: 9783803112873)

Schweinkram

 (16)
Erschienen am 22.08.2012
Cover des Buches Die soveräne Leserin (ISBN: 9783803112866)

Die soveräne Leserin

 (12)
Erschienen am 02.05.2012
Cover des Buches Miss Fozzard findet ihre Füße (ISBN: 9783803112767)

Miss Fozzard findet ihre Füße

 (13)
Erschienen am 22.02.2011
Cover des Buches Leben wie andere Leute (ISBN: 9783803113009)

Leben wie andere Leute

 (4)
Erschienen am 04.03.2014
Cover des Buches Alan Bennett geht ins Museum (ISBN: 9783803113269)

Alan Bennett geht ins Museum

 (3)
Erschienen am 22.09.2017

Neue Rezensionen zu Alan Bennett

Cover des Buches Così fan tutte (ISBN: 9783803125699)pardens avatar

Rezension zu "Così fan tutte" von Alan Bennett

Einbruch...
pardenvor 2 Monaten

EINBRUCH...

Mozart spielte in ihrer Ehe eine wichtige Rolle. Sie hatten keine Kinder, und ohne Mozart hätten sie sich wahrscheinlich schon vor Jahren getrennt. An jenem Abend waren die Ransomes in Così fan tutte, und als sie nach Hause kommen, ist ihre Wohnung komplett ausgeräumt. Auf der Suche nach dem Nötigsten für den Alltag - Tassen, Teebeutel, Spülmittel, Sieb und eine ochsenblutfarbene Schuhcreme für ihren Mann - gerät Mrs. Ransome in Läden und Gegenden, die sie vorher nie aufgesucht hätte. Eine merkwürdige Abenteuerlust und Lebensfreude bemächtigt sich ihrer, und am Ende ist für die Ransomes nichts mehr so, wie es einmal war. 

Mit knochentrockenem britischen Humor erzählt Bennett hier die Geschichte eines biederen englischen Middleclass-Ehepaars, das vom Opernbesuch nach Hause kommt und seine Wohnung vollkommen leer vorfindet. Mit dem Verlust der Einrichtung aus zweiunddreißig Ehejahren tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf... 


Erster Satz: „Bei den Ransomes war eingebrochen worden.“ (S. 5)


So ein Einbruch bedeutet wohl für jeden eine Krise – erst recht, wenn so wie hier nicht ein einziges Teil der Wohnungseinrichtung übrig geblieben ist. Geschockt reagiert auch das konservativ-spießige Ehepaar Ransome, dessen wohlgeordnete und gepflegte Welt nun vollkommen auf den Kopf gestellt ist. Während Maurice Ransome sich als Anwalt in die Verhandlungen mit der Versicherung stürzt, muss Rosemary Ransome als Hausfrau nun versuchen, das Beste aus den Gegebenheiten zu machen...

Nach 32 Jahren ist das Ehepaar an ihren kleinen Luxus und den ewig gleichen Alltagstrott gewöhnt – und daran, aneinander vorbei zu leben. Durch den Einbruch werden die festgefahrenen Strukturen jedoch aufgebrochen, und zumindest Mrs. Ransome wagt anfangs schüchterne, später selbstbewusstere Blicke über den Tellerrand. Sie kauft nicht nur plötzlich in anderen Läden ein, sondern hinterfragt auch ansonsten die ganzen festgefahrenen Strukturen. 

Doch plötzlich finden sich die gestohlenen Sachen wieder. Alle. Und nun?


„Vor (…) der Rückgabe ihrer Sachen war sie davon überzeugt gewesen, daß der Einbruch eine Chance für sie war, und jeder einzelne Tag hatte eine kleine Ernte an Abenteuern mit sich gebracht (…) Nun (…) befürchtete Mrs. Ransome, daß es vorbei sei mit den Abwechslungen; das Leben war zur Normalität zurückgekehrt, doch zu einer Normalität, in der sie sich inzwischen nicht mehr wohl fühlte und mit der sie auch nicht mehr zufrieden war.“ (S. 71 f.)


Alan Bennett präsentiert hier mit teilweise bitterbösem englischen Humor ein kleines Kammerspiel, das es in sich hat. Zwischen Loriot (knochentrocken) und Monty Python (absurd-skurril mit hintersinnigem schwarzen Humor) porträtiert er hier nicht nur ein typsich-englisches spießbürgerliches Ehepaar der Middleclass – zumindest wenn man den Klischees glauben will – sondern hält auch der Gesellschaft einen Spiegel vor. So z.B. wenn Mrs. Ransome plötzlich das Fernsehen für sich entdeckt und in den den Daily Talkshows meint das Leben kennenzulernen. Herrlich trockene Dialoge, vollkommen absurde Situationen und skurril-überzogene Charaktere bestimmen die Erzählung.

Und das Ende? Nun, ein Happy End kann hier wohl niemand erwarten…

Auch wenn das Büchlein schon älter ist (die englische Originalausgabe erschien 1996), ist die Erzählung selbst in meinen Augen zeitlos. Eine nette kleine Lektüre für zwischendurch, auch als Geschenk geeignet – eben für alle Liebhaber des englischen Humors…



© Parden 

Kommentare: 13
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Cover des Buches Die Lady im Lieferwagen (ISBN: 9783803112255)sternenstaubhhs avatar

Rezension zu "Die Lady im Lieferwagen" von Alan Bennett

Lesenswerter englischer Roman
sternenstaubhhvor 4 Monaten

Alan Bennett ist ein englischer Autor den ich seit seinem Buch "Die souveräne Leserin" sehr schätze hat ein sehr lesenswertes neues Buch herausgebracht. Die Lady im Lieferwagen beschreibt eine zweifellos recht schräge Bekanntschaft mit dem Erzähler und einer Miss Shepherd, die in einem Lieferwagen in seiner Straße wohnt. Bald wird aus der Bekanntschaft eine Freundschaft, die so einzigartig wie faszinierend ist. Manch ein Leser wird die Geschichte vielleicht kennen: Alan Bennett war für das Drehbuch des Films "The Lady in the Van" verantwortlich.
Doch neben der außergewöhnlichen Geschichte um Miss Shepherd warten noch vier weitere Kurzgeschichten auf den Leser. Alan Bennett hat einen einzigartigen Schreibstil, der mir auch dieses Mal sehr gut gefallen hat. Die Handlungen, wie auch die einzelnen Charaktere sind einfach herrlich, authentisch und spleenig - so wie man Bennett eben kennt. Very Britisch und unglaublich kurzweilig.

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Cover des Buches Die souveräne Leserin (ISBN: 9783803112545)Lilli33s avatar

Rezension zu "Die souveräne Leserin" von Alan Bennett

Einfach wunderbar!
Lilli33vor 5 Monaten

Gebundene Ausgabe: 120 Seiten

Verlag: Wagenbach (28. August 2008)

ISBN-13: 978-3803112545

Originaltitel: The Uncommon Reader

Übersetzung: Ingo Herzke

Preis: 16,00 €


Einfach wunderbar!


Inhalt:

Mehr zufällig landet die Queen im Bücherbus der örtlichen Bücherei und lernt dort Norman kennen, der in der königlichen Küche arbeitet. Um nicht unhöflich zu sein, leiht die Königin sich ein Buch aus: Der Beginn einer steilen Leserkarriere! Fortan unterhält sie sich mit Norman über Literatur, man sieht sie nur noch selten ohne Buch, sehr zum Missfallen ihrer Minister und Berater …


Meine Meinung:

Dies ist ein wunderbar warmherziges Büchlein über das Lesen und über die Queen, gespickt mit britischem Humor und allerlei Fakten aus der Literatur und (nicht ganz ernst zu nehmenden) Eindrücken aus dem Königshaus. Es ist herrlich amüsant zu lesen, und bestimmt findet sich jede Leserin und jeder Leser zumindest ein Stück weit darin wieder. 


Ich habe es sehr genossen.


Fazit: 

Eine wundervolle Liebeserklärung an die Literatur und an die Queen - man kann es einfach nicht anders sagen.


★★★★★


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Gespräche aus der Community

Rote Reihe Special!

It was the dogs' fault!


Wären die Hunde nicht gewesen, hätte die Queen den Bücherbus im Palasthof gar nicht bemerkt, hätte nicht aus Höflichkeit ein Buch mitgenommen und... mit dem Lesen begonnen. So aber entdeckt sie die Wonnen des Lesens und der Literatur, mit ganz ungeahnten Folgen und nicht unbedingt zur Freude ihrer Umgebung.

Wir lesen Alan Bennetts "The Uncommon Reader" (deutsch: Die souverände Leserin"), diese "herrliche Hommage an Elizabeth II. und die Literatur", wie die Süddeutsche Zeitung das Buch bezeichnete, als zweites Buch in unserem Special "Rote Reihe" im englischen Original.

bücherÜBERberlin sprechen ebenfalls kurz und knapp über das Buch:

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Ihr möchtet mitlesen?
Wenn ihr die liebenswürdige Hauptfigur in ihrer Muttersprache kennenlernen und mitlesen wollt, dann schreibt hier Buchtipps, die auf der Leseliste der Queen nicht fehlen sollten.

Ich mache einmal den Anfang und empfehle Franz Kafka "Das Schloß", weil darin Willkür und Bürokratie u.a. sehr gut dargestellt sind.

Und was meint ihr? Welches Buch darf auf dem Nachttisch der Queen nicht fehlen?

274 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Zusätzliche Informationen

Alan Bennett wurde am 09. Mai 1934 in Leeds (Vereinigtes Königreich) geboren.

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von 94 Lesern aktuell gelesen

von 10 Lesern gefolgt

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