Alan Bennett Leben wie andere Leute

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Inhaltsangabe zu „Leben wie andere Leute“ von Alan Bennett

Ein englisches Mittelklasse- Ehepaar ist sich nicht ganz sicher über seinen Platz in der Gesellschaft. Während er jegliche Form von »Angeberei« ablehnt, hegt sie gewisse gesellschaftliche Ambitionen, die aber schon im Diskussionskreis der örtlichen Kirche scheitern. Der wohl bekannteste britische Autor der Gegenwart entfaltet diese wahre Geschichte seiner Eltern zu einem hinreißend erzählten, komischen und anrührenden Familienkaleidoskop, das mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt. Ergreifend ist besonders die Schilderung der dezenten, aber allumfassenden Liebe seiner Eltern, die es ohne einander kaum aushalten konnten. Wir lernen aber nicht nur seine Eltern und Großeltern kennen, sondern auch zahlreiche seltsame Onkel und Tanten, denen wir schon in vielen anderen Texten Bennetts begegnen konnten, darunter die keinem Abenteuer oder Drink abgeneigten Tanten Myra und Kathleen. Gerade durch diese Bezüge zu seinem Werk offenbart sich der Autor Alan Bennett zum ersten Mal auf ganz persönliche Weise. In einem Feuerwerk aus Anekdoten beschreibt Bennett das Leben seiner hilflos- schüchternen Eltern und ihrer anscheinend viel gewitzteren Verwandtschaft. Eine Familie wie andere – und doch gibt es einen Unterschied: Als seine Mutter plötzlich in eine heftige Depression verfällt, entdeckt Bennett ein seit Jahrzehnten gehütetes Familiengeheimnis.

Leise, verhalten, traurig, und genau beobachtend. Handelt vom Leben seiner Eltern, und diversen Geistekrankheiten in der Familie. Berührend!

— rumble-bee
rumble-bee

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    Leben wie andere Leute
    rumble-bee

    rumble-bee

    02. April 2015 um 18:36

    Mein erster Gedanke - meine Güte, war das traurig. Mein zweiter - bewegendes Buch. Mein dritter - typisch Bennett, er hat die Eigenheiten der "kleinen Leute" genau beobachtet. Mein vierter - das werde ich noch einmal lesen... So geht mir das oft bei Bennett. Auf den ersten Blick mag er keinerlei spektakuläre "Schreibe" haben, aber auf den zweiten offenbaren sich Untiefen... Obwohl es sich um eine Übersetzung handelt, kommt der verhalten gehobene Sprachstil doch sehr gut rüber. Es finden sich häufig Formulierungen, die erst beim genauen Lesen "sitzen" und ihre Sprengkraft entfalten. Besonders zeigt sich das hier bei den diversen Beerdigungen... Es ist wirklich ein überwiegend trauriges kleines Buch, obwohl ich mich frage, ob Bennett das selber so sehen würde. Er beschreibt in weiten Teilen das Leben seiner Eltern, vor allem die immer wiederkehrenden Episoden von Geisteskrankheit seiner Mutter; dazu noch zwei exzentrische Tanten und ihre ungewöhnlichen Lebensläufe - und ihre ebenso ungewöhnlichen Enden... Da ich im weitesten Sinne beruflich mit geistig veränderten Menschen zu tun habe, haben mich diese Passagen gefesselt. Es ist schon hochinteressant, wie in den 60er Jahren im ländlichen England mit Depressionen umgegangen wurde, und wie man zu Therapien stand! Später, als die Tanten älter werden, und auch bei Bennetts eigener Mutter, kommen Demenz und Alzheimer hinzu. Diese Passagen haben mich so ungeheuer gerührt, dass ich sie einfach noch einmal lesen MUSS. Doch zum Ergreifendsten des ganzen Buches zählt sicherlich der Schluss, die Beerdigung der Mutter. Sie stirbt geistig verwirrt im hohen Alter von 92 Jahren. Und ein unspektakuläres kleines Leben scheint auch unspektakulär enden zu müssen. Mit einer ungeheuer wirkungsvollen Mischung aus Zynismus, Ironie und sanfter Trauer schildert er die Einäscherung, und die hilflose Formlosigkeit der Veranstaltung. Ein ganz klein wenig hat mich das Buch an Hape Kerkeling erinnert, "Der Junge muss an die frische Luft". Hier ging es auch um eine Kindheit inmitten starker Frauen, einer depressiven Mutter, schräger Typen und kleinbürgerlicher Atmosphäre. Wobei Kerkeling aber ungleich lebendiger, lebensfroher schreibt! Das zeigt mir, dass zwei Menschen, obwohl sie Ähnliches erlebt haben, durchaus nicht gleich sich entwickeln müssen. Sehr interessant! Bennett ist sicherlich keine Lektüre für den Weg zur Arbeit, oder für die Badewanne. Hingegen sehr wohl für den Sessel vor dem knisternden Kamin. Oder das Sofa mit heißem Kakao...

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