Alan Bray The Friend

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  • Rezension zu "The Friend" von Alan Bray

    The Friend

    Steerpike

    23. September 2007 um 12:49

    Der 2001 verstorbene englische Historiker Alan Bray hat ein zur Publikation so gut wie fertiges Buch hinterlassen, das ich nun, nachdem ich bereits 2003 bei seinem Erscheinen auf es aufmerksam geworden bin, endlich gekauft und gelesen habe. "The Friend" handelt im Kern von der frühchristlichen Institution der fraternitas iurata (sworn brotherhood). Alan Bray untersucht sie mit bewundernswerter Genauigkeit und Umsicht. Die hauptsächlichen Quellen Brays sind Gräber, Gräber in denen zwei Männer oder zwei Frauen liegen, oder andere Dokumente, wie Briefe oder Tagebuchaufzeichnungen, in denen oft auf solche Gräber oder Grablegungspläne verwiesen wird. Allein hierin liegt bereits die größte Überraschung des Buches: In der schieren Zahl, in der diese Gräber offenbar existieren. Bray geht diesen Spuren nach und beschreibt die fraternitas iurata als eine durch und durch christliche Institution, die multifunktional war, wie Bray immer wieder betont; sie hatte politische und persönliche Aspekte gleichermaßen, war eine vollwertige Ergänzung zur Ehe, die sie nicht ersetzte. Ehe und fraternitas iurata bestanden bis ins siebzehnte Jahrhundert hinein fast kollisionslos nebeneinander. Im 18. Jahrhundert - so Brays These - sorgte die Aufklärung, genauer das Aufkommen der Lockeschen Zivilgesellschaft, sowie des Kantianischen Freundschaftsbegriffs für ein Verblassen der Institution. Sein Argument ist, dass sich durch die Aufklärung der Begriff der Freundschaft langsam verändert: Aus einem Institut der persönlichen Wahl wird eines, das nicht an den einzelnen Menschen gebunden ist, sondern idealiter unterschiedslos der gesamten Menschheit entgegengebracht wird. Nichtsdestoweniger findet Bray bis weit ins 19. Jahrhundert hinein Indizien für ein Fortbestehen der fraternitas iurata - und dies vor allem im Bereich der katholischen Kirche. Bray führt das erstaunlicherweise nicht auf die besondere Situation des Katholizismus in Großbritannien zurück, sondern sieht im Fortbestand der fraternitas iurata vor allem eine besondere Anhänglichkeit an eine bewährte Glaubensinstitution. Interessant ist weiterhin, dass er nicht der Versuchung erliegt, die fraternitas iurata übermäßig zu sexualisieren. Wenn er diesen Aspekt auch nicht ausschließt, so gewinnt er doch kein Übergewicht über die anderen Aspekte, die eine Freundschaft ausmachten. Mit dieser bedachten Art der Argumentation, gelingt es Bray viele seiner Hauptthesen zu plausibilisieren, etwa die immer wieder betonte Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen der frühen Neuzeit dieses Institut als Teil der Verwandtschaft betrachteten - einer geistigen Verwandtschaft, die gleichwertig neben der physischen Verwandtschaft bestand. Die Fülle seiner Beispiele erschlägt manchmal etwas und erweckt nicht selten den Eindruck, als wolle er mit noch einem um eine Nuance anders gelagerten Beispiel besonders brillieren. So konnte ich manchmal den feinen Verästelungen seiner Argumentation nur schwer folgen und ich hatte bisweilen sogar den Eindruck, dass er durch allzu viele Relativierungen seinen Argumenten die Prägnanz nahm und sich in Widersprüche verstrickte. So erscheint es etwa am Ende des Buches ein wenig so, dass die von ihm immer wieder betonte persönliche Dimension der frühneuzeitlichen Freundschaften hinter die politische Dimension sehr weit zurücktritt, bis man sich plötzlich gar nicht mehr sicher ist, ob wir es hier nicht doch mit einem rein strategischen Phänomen zu tun haben. Ein Eindruck, der sich durch Überlegung wieder zerstreuen lässt, dem Bray aber bei der Interpretation seiner Beispiele übermäßigen Auftrieb gibt. Doch das sind Details, die ein insgesamt beeindruckendes Buch nicht schlechtreden sollen. Kennt ihr noch weitere kulturgeschichtliche Bücher über die Rolle der Freundschaft? Ich muss gestehen, dass ich vor allem deshalb so neugierig auf dieses Buch war, weil es eines der wenigen ist, das sich meines Wissens mit diesem Themenkomplex beschäftigt.

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