Alan Duff Warriors

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Inhaltsangabe zu „Warriors“ von Alan Duff

Selten ist Romanen vergönnt, was mit Alan Duffs 'Warriors' geschah: Er veränderte das Selbstverständnis seines Landes. Monatelang stand er an der Spitze der Bestsellerlisten. Die Verfilmung brach sämtliche Rekorde in der Geschichte Neuseelands und löste eine Flut von Debatten und Initiativen aus.Mit größter Intensität erzählt Duff, selbst Maori, vom Leben im Maori-Ghetto von Pine Block. Von Jake, dem arbeitslosen Hünen, der sich auf nichts verlassen kann als auf seine Muskeln und seinen linken Haken. Von Beth, die, selbstbewußt und stark im Nehmen, versucht, ihre zerfallende Familie durchzubringen und zusammenzuhalten. Von den fünf Kindern, die selbst in den Strudel geraten, bis Beths Kraft und Vision doch noch einen Ausweg zeigen.Duffs Roman ist mit Zorn und Anteilnahme geschrieben. Er verschweigt nichts, bricht Tabus und begegnet doch all seinen Figuren mit dem Verständnis, das ihnen im Leben verwehrt ist. Leseprobe: 'Träum ich.? Muß wohl träumen. Grace spürte den Geruch von Bier in ihrem Traum; Bieratem. Und Zigaretten. Und da standen all diese Männer herum und tranken und rauchten und unterhielten sich wie im richtigen Leben - aber sie fühlte etwas an ihrem Bein. Eine Berührung. Dann die Kühle, weil die Decke weg war. Vom Schlaf benommen. Dann diese Stimme: Psssst. Und die Hand, die streichelte ihr Bein. (Das ist kein Traum.) O Gott, was soll ich tun. Und völlige Finsternis.'

Ein eindringliches Portrait vom brutalen Leben der Maori

— philine
philine

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Der einfache und schlichte Schreibstil steht im Kontrast zum ausgefallen Handlungsgeschehen bzw. zu den Gedankengängen der Figuren.

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Wow. Dieses Buch ist ungewöhnlich aber wirklich ein unglaublich gutes Buch. So wenig Worte vermögen eine solche Atmosphäre zu schaffen.Mega!

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  • Ein eindringliches Portrait vom brutalen Leben der Maori

    Warriors
    philine

    philine

    08. September 2015 um 15:03

    Alan Duff, bestimmt der herausragendste Autor des Landes, zeigt Ihnen in seinem Roman „Warriors“ das Leben seiner BewohnerInnen. Denken Sie an paradiesische Naturidylle? „Und beim Gedanken an ihre Familie sah sie nur Zerstörung, ein schreckliches Unglück, dem die Hälfte ihrer Kinder zum Opfer gefallen war, und sie lagen auf der ganzen Straße herum. Sterbend oder schon tot. Vom Leben überfahren. Davon, dass sie Maoris waren. Verlierer. Angehörige eines Volkes, mit dem es zu Ende ging. Erledigt. Kaputt.“ Alle in Pine Block kämpfen. Durchkämpfen durchs Leben und den Alkoholismus. Alkohol als Problem, das durch Alkohol erträglicher ist. Ungeschlagener Kämpfer mit seinen Fäusten ist Jake Heke, Familienvater und gefürchteter Saufkumpane. Wer aber auch kämpft, ist seine Frau: Beth versucht, dem Alltag zu entkommen, einen Weg aus dem Elend zu beschreiten und hört auf zu trinken. Jake verprügelt sie jeden Abend, Versöhnung bedeutet brutalen Sex. Beth beginnt, Jake zu hassen. „Manchmal hätte sie gern geheult. Und nicht so sehr um sich selbst als um ihre Kinder. Ihre Zukunft. Wenn man das so nennen könnte.“ Die Ureinwohner, die Maori, sind an den Rand der Gesellschaft gedrängt, leben in Armut, trösten sich mit Alkohol und wandeln ihre Frust um in Gewalt. In Pine Block ernährt man sich von Fast Food. Arbeiten spart man sich, denn die seltenen Jobs, die sie haben können, bringen fast so wenig ein wie die staatliche Hilfe. Geld braucht man fürs Essen und Bier. Jungen suchen Anerkennung in Gangs, Mädchen werden früh vergewaltigt: Beth‘ Tochter Grace weiß nicht, ob es ihr Vater war. Tu so, als ob du schläfst, redet sie sich ein, damit es so schnell und schmerzlos wie möglich vorüber geht. Männer verprügeln besoffen ihre Frauen, die Jungs in den Gangs tätowieren sich ihre Gesichter, was ihnen Stärke verleihen soll – und halten sich dadurch für Maori-Krieger. Dabei vergessen sie ihre Kultur. Eine Kultur, die in Pine Block verloren gegangen ist. Alan Duff schreibt intuitiv, mit einem Sinn fürs Bedeutende. Ständig wechselt er zwischen Er-/Sie- und Ich-Perspektive, was sein Erzählen ins uns Eindringen lässt.

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  • Harter Familienalltag bei den Maori

    Warriors
    Kreisrundes_Quadrat

    Kreisrundes_Quadrat

    22. March 2013 um 21:37

    Dieses Buch schildert den unbarmherzigen Alltag der Maori-Familie Heke im heruntergekommenen Viertel Pine Brooks. Alkoholmißbrauch, häusliche Gewalt, Drogenkonsum und Verwahrlosung sind hier allgegenwärtig. Die Geschichte wird aus den Perspektiven der verschiedenen Familienmitglieder erzählt, ist somit also automatisch erfrischend vielschichtig. Beth Heke, die Mutter des Haushalts, wird regelmäßig von ihrem Mann Jake verprügelt. Jedoch verlässt sie ihn aus Abhängigkeit, Liebe und Angst um ihre Kinder nicht. Ihre wirtschaftlichen und psychologischen Abhängigkeiten werden sehr gut geschildert. Jedoch hat sie sich noch nicht völlig mit ihrem Schicksal abgefunden. Oft reflektiert sie die Lage ihrer Familie und die ihres Volkes. Auch sie kann ihren Alltag allerdings nur mit Hilfe von Alkohol und Zigaretten bewältigen. Jake Hekes Leben ist von Arbeitslosigkeit und Alkoholismus geprägt. Seit er seinen Job gekündigt hat -da er vom Staat nur 17 Dollar weniger Stütze bekommt, als er duch seine Arbeit verdient hat - lässt er sich völlig gehen. Er verbringt die Tage in seiner Stammkneipe und bei schlechter Laune schlägt er abends auch gern mal die Frau. Auch er wird allerdings nicht als rein böse dargestellt, auch er bleibt menschlich. Grace Heke ist die älteste Tochter der Familie. Wenn die Mutter gerade zu betrunken ist um sich um die jüngeren Geschwister zu kümmern übernimmt Grace stets die Rolle der Ersatz-Mutter. Intelligent und verantwortungsbewusst für ihr Alter hat sie trotzdem noch Träume. Sie glaubt, dass jeder Mensch ein Potential hat, unabhängig von seiner Volkszugehörigkeit. Aber die grausame Realität in Pine Brooks macht auch vor Grace nicht halt. Ihr Leben steuert auf eine Katastrophe zu, die die gesamte Familie aus ihrer Lethargie reißen wird. Dieses Buch ist eine differenzierte Darstellung des Lebens einer Familie und gleichzeitig der unterpriviligierten Ureinwohner Neuseelands. Hier wird nach Verantwortung und Schuld gefragt und es werden keine einfachen Antworten gegeben. Eine lohnenswerte Lektüre.

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