Alan Gifford

 2.8 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von P.O.W. - Gefangen, Das Camp und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Alan Gifford

P.O.W. - Gefangen

P.O.W. - Gefangen

 (8)
Erschienen am 23.02.2009
Das Camp

Das Camp

 (2)
Erschienen am 01.02.2011
P.O.W. - Gefangen

P.O.W. - Gefangen

 (0)
Erschienen am 06.05.2009

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Rezension zu "P.O.W. - Gefangen" von Alan Gifford

Ein Käfig voller Narren
Stefan83vor 7 Jahren

Ein Pärchen, das sich im Dunkeln eines kalten, ungemütlichen Flurs innig betrachtet. Eine wehende USA-Flagge an einer geraden, endlos wirkenden Landstraße. Aus diesen Bildelementen setzt sich das Titelbild der deutschen Buchausgabe von Alan Gilfords „P.O.W. - Gefangen“ zusammen. Und wer nun an der Interpretation Freude hat, kann auch anhand dieses Covers schon den letztendlichen Inhalt zwischen den Deckeln ableiten, denn der im Jahre 2009 als Hardcover bei rütten & loening erschienene Roman ist sprachlich karg, streckenweise mehr als kitschig und durchsetzt von einem in manchen Passagen kaum zu ertragenden Hurra-Patriotismus. Doch first things first.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang in den Great Plains der USA im Jahre 1944. Während die alliierten Streitkräfte ihre Landung in der Normandie vorbereiten, tobt an der Heimatfront ein anderer, unsichtbarer Krieg. Über 350.000 deutsche Soldaten sind in Gefangenenlagern inhaftiert, vielen davon leisten Zwangsarbeit auf den Feldern der umliegenden Farmen. Dennoch ist das Leben für sie mehr als erträglich. Die Wachsoldaten lassen den P.O.W.s (engl. für Prisoner of War) viel Freiraum, man appelliert an die Ehre des deutschen Soldaten und dessen Versprechen, keinen Fluchtversuch zu wagen. Im Austausch dafür überlässt man den Nazis (im Gegensatz zu den Briten, welche Regimegegner und Anhänger des Führers strikt trennen) zu großen Teilen die Kontrolle. Nicht zuletzt deshalb, weil man sich Probleme nicht leisten kann und die US Army so wenig Männer wie nötig für die Bewachung dieser Lager abstellen will. Ein fruchtbarer Nährboden für die Nazis, welche mit eiserner Hand gegen Kritiker des Führers und Spitzel vorgehen.

In solch einem Lager befindet sich auch Ernst Halder, ein Soldat der Wehrmacht, welcher für die Panzerinstandhaltung verantwortlich, den Briten in Nordafrika in die Hände fiel und der heimlich von seiner Flucht träumt. Wäre da nicht die Tochter des deutschstämmigen Farmers Ralph Walker, die es ihm sichtlich angetan hat. Obwohl diese schon bald einen amerikanischen Fallschirmspringer ehelichen soll, hofft er auf eine gemeinsame Zukunft mit ihr. Und auch sie scheint das Herz an ihn verloren zu haben. Als ein anderer Häftling, der die Zusammenarbeit mit den Nazis verweigerte, ermordet in der Nähe der Walker-Farm aufgefunden wird, ist es jedoch mit der vermeintlichen Idylle auf einen Schlag vorbei. Ernst wird die Flucht befohlen und soll dafür die Hilfe von Celenas Familie in Anspruch nehmen. Wenn er sich weigert, droht ihm der Tod…

Alan Giffords Idee, die amerikanischen Gefangenenlager zur Zeit des Zweiten Weltkriegs als Schauplatz für einen Spannungsroman zu wählen, noch dazu mit einem deutschen Kriegsgefangenen als eine der zentralen Hauptfiguren, verdient sicherlich Beachtung. Wenn man Giffords familiären Hintergrund näher recherchiert, finden sich dort die Gründe für diese Entscheidung. Sein eigener Großvater beschäftigte zu Kriegszeiten auf seiner Farm in Colorado eben solche P.O.W.s, was sein Enkel zum Anlass nahm, reale Geschehnisse mit einer fiktiven Geschichte zu verknüpfen. Herausgekommen ist ein Buch, das die Bezeichnung „Thriller“ eigentlich nicht verdient und an einer erschreckenden Oberflächlichkeit krankt. „Das Gegenteil von Kunst, ist gut gemeint“, sagte schon Benn. Hier trifft es wahrlich zu. Gifford will vieles, kann aber leider nur wenig. Größter Kritikpunkt sind da die Figuren.

Vom Farmer Ralph Walker, der Deutschland hinter sich gelassen und nun den USA ewige Treue geschworen hat, über Major von Armin, den ehrenhaften preußischen Offizier, welcher die Erschießung russischer Kriegsgefangener verweigerte, bis hin zum radikalen Waffen-SS-Leutnant Völker, der dem Führer noch zum Sieg verhelfen will. Gifford hat sich fleißig jeder greifbaren Schablone bedient, um seine Figuren zu skizzieren, die ungefähr so vielschichtig sind eine wie ein handelsübliches DIN-A4-Papier. Alle Klischees werden hier bedient und selbst wenn gerade mal keiner etwas sagt oder denkt, allein dem Aussehen nach ließen sich sämtliche Charaktere den Seiten Gut und Böse zuordnen. Wäre der Film nicht erst ein Jahr später im Kino angelaufen, man könnte glauben, Gifford hätte Tarantinos „Inglorious Bastards“ ein paar Mal zu oft gesehen:

(…) „Nein, Private Forrest, ich bin kein Deutscher. Ich bin Amerikaner. Vielleicht sogar mehr als Sie, denn ich weiß, was es bedeutet, nicht die Freiheit und die Sicherheit zu haben, die dieses wundervolle Land seinen Bürgern schenkt. (…) Und jetzt verschwinden Sie aus meinem Haus, bevor ich Sie hinauswerfe!“ (…)

Es wäre ein Satz, über den man herzlich lachen könnte, wäre einem nicht bewusst, dass Gifford wohl tatsächlich meint und glaubt, was er da schreibt. Inwieweit der Autor nun letztendlich wirklich für sein Werk Recherche betrieben hat, kann nur vermutet werden. Fakt ist: Mit allzu vielen Deutschen kann er dabei wohl nicht gesprochen haben, denn so klar, wie in diesem Buch, waren die Grenzen zwischen Nazi und Nicht-Nazi ganz sicher zu ziehen. Auch die Tatsache, dass in einem Gespräch zwischen Forrest und Armin der amerikanische Sezessionskrieg mit dem Zweiten Weltkrieg verglichen wird, lässt bitter aufstoßen.

Ach, und die Spannung? Mangelware bis nicht vorhanden. Über gut 400 Seiten verfolgt man stattdessen die Schwärmereien von Halder und Celina Walker, welche Frau Pilcher nicht hätte besser in Szene setzen können. Der zu Beginn begangene Mord gerät sehr schnell in den Hintergrund und wird mehr schlecht denn recht „aufgeklärt“. Bis dahin stolpert man an der Seite von Jackie Forrest durch das Lager und umschifft dabei wenig elegant die Hinweise, die jedem Krimileser mit etwas Grips sofort den Täter identifizieren lassen. Die Krone setzt dem Ganzen dann das Ende auf, wo für Frieden, Freiheit, Ehre und Eierkuchen ein großes, in literweise Tränen beweintes Opfer gebracht wird. O say can you see!

Insgesamt ist “P.O.W. - Gefangen” ein blutleerer, stereotyper Möchtegern-Spannungsroman, der ernst sein möchte, über das “Ein Käfig voller Narren”-Niveau aber nur zeitweise hinauskommt. Eine Ode an das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und den ehrenhaften, deutschen Soldaten mit eisblauen Augen, die man sich getrost mal schenken kann.

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Rezension zu "Das Camp" von Alan Gifford

Rezension zu "Das Camp" von Alan Gifford
Molksvor 7 Jahren

Meeeeeeensch, wann kommt die Geschichte denn mal in Schwung?! Zuerst fühlte ich mich wie in einem mittelprächtigen Follett und dann fehlte mir die Geduld um weiter auf die Dinge zu warten, die eh nicht kommen.....

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Rezension zu "P.O.W. - Gefangen" von Alan Gifford

Rezension zu "P.O.W. - Gefangen" von Alan Gifford
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Die Geschichte hat sehr viel Potential, aber das Buch ist so schlecht geschrieben, dass es überhaupt kein Vergnügen ist es zu lesen. Man hat das Gefühl der Autor musste sich zu sehr bemühen beim Schreiben.
Vor allem die unglaublich kitschigen Bilder, mit denen die Liebesgeschichte und der Umgang zwischen Mutter und Tochter beschrieben werden, passen nicht zu dem eigentlich spannenden Krimi, der für meinen Geschmack etwas mehr in den Vordergrund hätte gerückt werden können.

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