Alan Hollinghurst

 3.9 Sterne bei 47 Bewertungen
Autor von Die Schönheitslinie, Die Schwimmbad-Bibliothek und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alan Hollinghurst

Bedeutender Schriftsteller: Alan James Hollingshurst, geboren am 26. Mai 1954 in Stroud, England, ist ein britischer Schriftsteller. Er studierte englische Sprache am Magdalen College in Oxford. Hollinghurst unterrichtete dort am University College und war Mitarbeiter der Literaturzeitschrift The Times Literary Supplement. 1989 erhielt er für The Swimming Pool Library den Somerset Maugham Award, den Gay and Lesbian Book Award und den Lambda Literary Awardd, 1995 erneut den Lambda Literary Award für The Folding Star und 2004 den Booker Prize für seinen Roman The Line of Beauty. 2015 wurde sein Roman The Line of Beauty zu einem der bislang bedeutendsten Werke dieses Jahrhunderts gewählt.

Alle Bücher von Alan Hollinghurst

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Cover des Buches Die Schönheitslinie (ISBN: 9783453471856)

Die Schönheitslinie

 (22)
Erschienen am 15.03.2019
Cover des Buches Die Schwimmbad-Bibliothek (ISBN: 9783959850360)

Die Schwimmbad-Bibliothek

 (8)
Erschienen am 15.08.2015
Cover des Buches Die Sparsholt-Affäre (ISBN: 9783453424135)

Die Sparsholt-Affäre

 (7)
Erscheint am 08.03.2021
Cover des Buches Des Fremden Kind (ISBN: 9783896674685)

Des Fremden Kind

 (2)
Erschienen am 03.09.2012
Cover des Buches The Line of Beauty (ISBN: 9781447202523)

The Line of Beauty

 (3)
Erschienen am 17.01.2012
Cover des Buches The Stranger's Child (ISBN: 9780307474346)

The Stranger's Child

 (2)
Erschienen am 07.08.2012
Cover des Buches The Folding Star (ISBN: 0679762310)

The Folding Star

 (1)
Erschienen am 01.10.1995

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Neue Rezensionen zu Alan Hollinghurst

Neu

Rezension zu "Die Sparsholt-Affäre" von Alan Hollinghurst

Brilliant erzählter "großer" Roman!
Ro_Kevor einem Jahr

Klapppentext (Lovelybooks): 

Im Oktober 1940 kommt der junge David Sparsholt nach Oxford. Der gut aussehende Athlet und Ruderer ist sich anfangs nicht der einnehmenden Wirkung bewusst, die er auf andere hat – besonders auf den einsamen und romantisch veranlagten Evert Dax, Sohn eines gefeierten Romanciers, der selbst literarische Ambitionen verfolgt. Während der Blitzkrieg London erschüttert, wird Oxford zu einem seltsamen Rückzugsort, an dem die Verdunkelung geheime Liebesbeziehungen verbirgt. Hier nimmt die Sparsholt-Affäre ihren Anfang, von der auch siebzig Jahre später noch ganz Großbritannien sprechen wird.

Meine Meinung:

Alan Hollinghurst portraitiert in „Die Sparsholt-Affäre“ den Verlauf/Wandel des männlichen homosexuellen Lebens in Großbritannien zwischen 1940 und 2012, verfasst in 5 Teile/Zeitsprünge. 

Das hört sich nach einem „großen Unterfangen“ an und genau das war es auch. 

Ich hatte anfangs Probleme, einen prägnanten roten Faden für mich zu erkennen, denn den einzelnen Zeitsprüngen fehlt es an einer klaren Definition und auch ein zusammenhängendes Bindeglied war für mich lange nicht ersichtlich - die titelgebende Affäre mit David Sparsholt findet für den Leser nur bei völliger Dunkelheit unter der Bettdecke statt. 

Woran es jedoch keinesfalls mangelt, ist die sehr authentische/vielschichtige Darstellung eines britischen Gesellschaftsbildes im Wandel, in das sich Teile der Figuren über mehrere Jahrzehnte hinweg bewegen und ihren Platz darin finden/behaupten müssen. Hier gelingt es dem Autor hervorragend, für ein gleichbleibend starkes Interesse an deren Schicksalen zu sorgen und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Hollinghursts Schreibstil hat mich komplett überzeugt, denn er schafft mit wenigen eindrucksvollen Worten zwischenmenschliche Spannungen/Begierden zu transportieren und besitzt eine ausgesprochen feine Beobachtungsgabe, die selbst „unbedeutende“ Momente sehr gekonnt in Szene setzt, so dass mich der oft ausschweifende Erzählstil nie gelangweilt hat. 

Das homosexuelle Liebesleben empfand ich insgesamt als etwas zu „brav“ bzw. wie mit angezogener Handbremse dargestellt und hätte mir gewünscht, dass sich der Autor mehr traut, ohne dabei aber ins pornografische zu wechseln. 

Fazit:

Ein brilliant erzählter „großer“ Roman, dem es für mich an etwas Mut gefehlt an, um gänzlich zu einem Highlight zu werden. 4,5 

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Rezension zu "Die Sparsholt-Affäre" von Alan Hollinghurst

Liebe, Kunst und Ringelreihen
Giselle74vor einem Jahr

Ich springe ausnahmsweise einmal gleich ohne Umschweife in das Thema: Wandlungen in der englischen Gesellschaft von 1940 bis zur Gegenwart, dargestellt anhand des Umgangs mit Homosexualität. Was klingt wie eine trockene Abhandlung, ist stattdessen ein geistreicher, charmanter und absolut lesenswerter Roman.
Zunächst befinden wir uns im Oxford der Kriegsjahre. Freddie Green berichtet von der Liebe seines guten Freundes Evert Dax zu einem Mitstudenten namens David Sparsholt. Dessen Ausrichtung ist unklar, immerhin ist er verlobt und direkte Nachfragen sind aufgrund der Gesetzeslage nicht ungefährlich. Schließlich galt Homosexualität damals als strafbares Delikt.
Was auch immer in Oxford damals geschah, David wird Vater eines Sohnes, Johnny. Und dessen Lebensweg ist der rote Faden des Romans. Wir lesen über die erste Verliebtheit in einen französischen Austauschschüler, erleben, wie der Wunsch wächst, Künstler zu werden, wie Johnny über Umwege Vater einer Tochter wird und versucht, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Überschattet wird dieser Versuch allerdings von einem Skandal rund um seinen Vater, der dessen Leben und Ehe zerstört und auch den Sohn stark beeinflusst.
Ein sprachlich hervorragender Roman, der feinfühlig mit einem schwierigen Thema umgeht. Was macht es mit einem Menschen, wenn die Hälfte seines Lebens im Verborgenen stattfinden muss, wenn Gesellschaft und nahe Umgebung die Neigungen, die man ja nicht beeinflussen kann, nicht akzeptieren, schlimmer noch verachten? Welche Veränderungen sind möglich, wenn Liebe nicht mehr strafbar ist und verhältnismäßig offen gelebt werden darf?
Der Roman hat eine besondere Ausstrahlung, die ich nur schwer beschreiben kann. Vielleicht ist es die auch heute noch seltene Selbstverständlichkeit, mit der über gleichgeschlechtliche Liebe gesprochen wird. Die sich ja nicht unterscheidet von der gesellschaftlich anerkannten Form.
Vielleicht sind es aber auch die Charaktere, die britische Kultiviertheit und der Schreibstil, "geistreich" laut Klappentext, "geistreich, berührend und brillant". Und besser kann man es eigentlich auch gar nicht zusammenfassen.

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M

Rezension zu "Die Sparsholt-Affäre" von Alan Hollinghurst

Sprachlich hervorragender britischer Gesellschaftsroman
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Sprachlich hervorragender britischer Gesellschaftsroman

Oxford m1940. Eliteuniversität im Land im Krieg. Der Upper-Class Nachwuchs lebt sein Leben mit ausgewählter Kleidung, im Literaturclub, in „Verdunkelung“, in Teilen mit dem starken Wunsch nach Heldentum und an die Front kommen zu können, vor allem aber in gepflegter Langeweile, mit Hauspersonal und der ein oder anderen, damals noch, überaus verbotenen Neigung, sich auch erotisch „ins Spiel zu bringen“.

„Er hatte das Handtuch wieder um den Hals geschlungen, stemmte die Fäuste in die Seiten, machte die Beine breit. Der offene Schlitz seiner Schlafanzughose erlaubte einen flüchtigen Blick auf sein Geschlechtsteil“.

Jener David Sparsholt, der als attraktiver, hervorragend aussehender und muskulöser junger Mann den Mitstudenten das ein oder andere Rätsel aufgibt, vor allem aber nach nur wenigen Augenblicken für nicht wenige ein anregendes Objekt der Begierde darstellen wird.

Was sich sein ganzes Leben lang durchziehen wird und zu eben jenem Skandal kulminiert, den Hollinghurst allerdings schlichtweg der Fantasie des Lesers überlassen wird. Denn konkret wird der Roman nicht, was denn genau irgendwann geschehen sein wird.

Das ein oder andere Beispiel aber, das all dem zugrunde liegen könnte, kann der Leser sich daher nur historisch erschließen. Denn „Liebe unter Männern“, zumindest „internes erotisches Vergnügen“, das gab es ja durchaus in der strikt nach Klassen getrennten Gesellschaft Britanniens jener Jahre.

„Man muss sich schließlich bereithalten“. Ein Motto des David Sparsholt, das dahingehend überaus mehrdeutig im Raum steht.

Hollinghurst liegt seinen Roman dabei über eine lange Zeitdauer an, von 1940 bis 2012, geht den Spuren seiner Protagonisten nach, die sich damals in Oxford kennenlernten und gestaltet dies auch durch nachfolgende Generationen hindurch, bis der Tod einer der Hauptpersonen all dem ein natürliches Ende bereitet.

Mit im Übrigen auch einer „vererbten“ oder „durchgereichten“ Neigung hin zu „schönen Männern“, wie es auch der Sohn Davids widerfahren wird.

Und eben diese Geschichte der homosexuellen Neigungen gegen die die Gesellschaft Englands in aller Härte zu Zeiten vorging, inklusive Haft und Skandal, bildet dabei die Klammer des Romans, der an verschiedene Orte und Erdteile mit klassisch trockenem Humor und feiner Ironie in den Dialogen führt.

Das alles in überaus eleganter und genau beobachtender Sprache vorgelegt ergibt eine interessante, tatsächlich klassisch britische Lektüre über die Gesellschaft, die Standesunterschiede, das verklemmte nach außen hin unbeteiligt und nach Innen hin exzessive lustvolle Erleben dieser klassischen Gewächse der oberen Schicht. Mit ebenso feinen, nicht unbedingt pornographisch gestalteten, aber sehr aussagekräftig dargestellten Sex-Szenen als „Lust am Verbotenen“ und hin- und hergerissener Neigung.

Was im Gesamten aber auch hier und da ein stückweit unverbunden nebeneinander her erzählt wird und gerade da besonders informativ und anregend zu lesen ist, wo sich die Ebenen der Gesellschaft durchmischen und doch immer fein unterschieden bleiben.

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Alan Hollinghurst wurde am 26. Mai 1954 in Stroud geboren.

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