Alan Lightman Herr G.

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(0)
(2)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Herr G.“ von Alan Lightman

Mit seinem hinreißenden Roman »Und immer wieder die Zeit. Einstein's Dreams« hat der herausragende Astrophysiker Alan Lightman gezeigt, dass er die seltene Gabe besitzt, Naturwissenschaft und Philosophie in einem literarischen Werk zu vereinen. In seinem neuen Roman erweitert er das Spektrum um die Theologie. »Ich war gerade von einem Mittagsschlaf erwacht, da beschloss ich, das Universum zu erschaffen.« So beginnt Herrn G.s Erzählung von seiner Schöpfung. Mit seiner zänkischen Tante Penelope und Onkel Deva lebt er in einem großen Vakuum und macht sich nun daran, Zeit, Raum und Materie zu erschaffen. Dann kommen Sterne, Planeten, Bewusstsein und schließlich intelligente Wesen mit moralischen Dilemmata. Herr G. ist allmächtig, aber nicht allwissend, und im Schöpfungsprozess entdeckt er, dass selbst durchdachte Pläne auf Widerstände stoßen können; vor allem Belhor macht ihm zu schaffen, ein brillanter, hinterhältiger Konkurrent, der die Notwendigkeit des Bösen durchzusetzen trachtet -

Interessant. Der Stil ist etwas eigenwillig aber unterhaltsam.

— ioreth
ioreth

Stöbern in Romane

Heimkehren

Ein grandioses Debüt! Sehr empfehlenswert!

Blubb0butterfly

Denunziation

Sehen eindringliche Kurzgeschichten über das Leben in Nordkorea. Für mich als Europäerin kaum vorstellbar, so zu leben. Sehr empfehlenswert!

Anne42

Die Tänzerin von Paris

Ein steter Bilder- und Gefühlsrausch!

Monika58097

Underground Railroad

Eine fesselnde Geschichte, welche die Railroad leider nur fiktiv beschreibt. Wer historischen Background erwartet, ist vielleicht enttäuscht

jewi

Sonntags in Trondheim

Ein ungewöhnliches Buch, der Schreibstil, die Familie, einfach alles ist seltsam, interessant, faszienierend und einfach ungewöhnlich.

Lesezeichenfee

Kukolka

Ergreifend und mit einer sympathischen Hauptfigur!

Daniel_Allertseder

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine etwas andere Schöpfungsgeschichte

    Herr G.
    ioreth

    ioreth

    22. February 2016 um 20:46

    Am Anfang leben G, sein Onkel und seine Tante im Nichts. Da noch keine Zeit existiert hat Dauer ebensowenig eine Bedeutung wie Alter. Dann erschafft ER die Zeit und die Probleme beginnen. Als nächstes wird erst ein Universum geschaffen, später viele. Unter den aufmerksamen Blicken und ermunternden Kommentaren von Onkel und Tante wählt ER ein Universum aus und beginnt es zu bearbeiten und zu beobachten. Um das gleich vorweg zu nehmen. Hardcore-Christen oder Hardcore-Atheisten werden wahrscheinlich nicht glücklich mit diesem Buch. Gott als Schöpfer taucht auf und verhält sich doch nicht ganz wie erwartet. Die Geschichte das Universums das hier beschrieben wird steht so auch in unseren Lehrbüchern, getrieben wird die Entwicklung von wenigen physikalischen Gesetzen. Es kann auf Dauer ein wenig anstrengend sein dem Sprachstil Lightmans zu folgen, aber die philosophischen Diskussionen um Gut und Böse oder die Notwendigkeit des Leidens sind eine kleine Anstrengung wert. Nur Antworten, die bleibt G schuldig.

    Mehr
  • Die Schöpfung. Wissenschaftlich korrekt und doch aus der Sicht Gottes

    Herr G.
    BuecherBall

    BuecherBall

    24. March 2014 um 12:33

    Nachdem ich mein Blog-Design "etwas" geändert habe (ich hoffe, dass es Gefallen findet, Rückmeldungen sind gerne willkommen), habe ich noch nachholend ein Buch zu besprechen, welches mir kürzlich in der Onleihe über den Weg gepurzelt ist. Vielen Dank an Tolino für die kleine nette Verzögerung, die du mir dank deines Ausflugs nach Absturzistan beschert hast In "Herr G." vom gelernten Astrophysiker Alan Lightman, der sich jedoch dafür entschieden hat, Humanwissenschaften am MIT in Massachusetts zu lehren, um nebenbei für Wissenschaftsmagazinen wie Nature zu schreiben, beschreibt auf gut 220 Seiten die Schaffung des Universums und des Lebens aus der Sicht Gottes, der im Roman unter dem Namen "Herr G." die Rolle des Ich-Erzählers zukommt. Wer nun aber eine religiöse, wenn nicht biblische Geschichte erwartet, liegt bei Alan Lightman falsch. Ganz im Zeichen seines wissenschaftlichen Hintergrundes liefert uns der Autor stattdessen eine wissenschaftlich korrekte, hochphilosophische und dennoch sehr unterhaltsame Geschichte der Schöpfung aus der Perspektive eines Wesens, dass keineswegs der Auffassung von "Gott" entspricht, wie ihn die monotheistischen Religionen vertreten, sondern dem eines zwar allmächtigen, doch ganz und gar nicht fehlerlosen Geschöpfes. Spielerisch werden dem Leser anhand von stilistisch mal wundervollen, mal schön einfachen Beschreibungen naturwissenschaftliche Vorgänge vom Urknall bis zur Entstehung von Leben erklärt und auch vor grundphilosophischen Fragen wie der nach dem freien Willen oder jener nach Gut und Böse wird nicht zurückgeschreckt. Die Worte Lightmans strömen dabei eine Begeisterung für diese Thematik(en) aus, die mich als Leser dieser alternativen Schöpfungsgeschichte einfach mitgerissen haben. "Soweit ich mich erinnern kann, war ich gerade von einem Nickerchen aufgewacht, als ich beschloss, das Universum zu schaffen. Es passierte nicht viel zu der Zeit. Genauer gesagt, die Zeit existierte noch gar nicht." Wer wie ich die Schule noch nicht lange verlassen und anstelle dessen nun ein Studium begonnen hat, weiß sehr gut, wie schwer es ist, mal mehr mal weniger komplexe und komplizierte Themen an weitgehend Ahnungslose zu vermitteln, geschweige denn, Begeisterung bei den Rezipienten hervorzurufen. Mit am schwierigsten ist dies wohl in der Physik, wo sich die Lager radikaler wohl kaum teilen könnten. Alan Lightman jedoch ist dieses Kunststück in "Herr G." gelungen. Der eine oder andere kennt den Autor vielleicht schon von seinem anderen Roman Einstein's Dreams, der sich beinahe noch interessanter anhört als das hiesige und sogleich auf meine SuB-Liste gelandet ist. Herr G. lebt mit seiner Tante Penelope und seinem Onkel Deva allein im Nichts (was es mit diesen beiden auf sich hat, wird nicht geklärt, sie sind einfach da, so wie Herr G.). Alles passiert gleichzeitig, weshalb man nicht sagen kann, wie lange sie schon leben oder wie alt das Nichts überhaupt ist - Zeit ist einfach noch keine Größe, sie existiert schlichtweg noch nicht. Doch mit Beginn des Romans beginnt auch die Erkenntnis des Ich-Erzählers, dass er irgendetwas tun müsse, er wird sich seiner Langeweile bewusst - und damit beginnt die Geschichte. Sie erzählt die Geschichte des Urknalls geht immer tiefer ins Detail und darüber hinaus. Wir erleben mit, wie Herr G. aus Versehen die Zeit erfindet, um sich danach schmerzlich bewusst zu werden, wie viel Zeit er zuvor mit Nichtstun im Nichts verschwendet habe. Wie er zig Milliarden Universen schafft, die erst mal nur "Raum" im Nichts darstellen. Wie er sich eines davon heraus sucht und sich für dieses Gesetze ausdenkt und anschließend selbst nur noch Beobachter eines sich verselbständigenden Vorgangs wird. Es entstehen Galaxien, Sterne und Planeten und schließlich intelligentes Leben. Doch dann taucht sprichwörtlich wie aus dem Nichts eine Gestalt auf, ein Fremder, der sich in die Ereignisse um das entstehende Universum einmischt und Herrn G. vor Probleme stellt, denen dieser lieber aus dem Weg gehen würde. Er indoktriniert ihn und stellt ihm jene Fragen, auf die es keine eindeutige Antwort geben kann... "Trauen Sie Ihren intelligenten Geschöpfen nicht zu, selbständig zu handeln, ohne Überwachung von Ihnen? Denken Sie vielleicht, dass sie etwas tun könnten, was Ihnen peinlich ist oder was Sie für unpassend oder unwürdig halten?" - "Es ist keine Frage des Vertrauens", sagte ich zu ihm, "Es ist eine Frage der Konsequenz." Alan Lightman ist mit "Herr G." ein überaus interessantes und dazu noch lehrreiches Buch gelungen, das sich den offenen Fragen der Physik und Astronomie genauso literarisch frei nähert wie den seit Jahrtausenden diskutierten Grundfragen in der Philosophie, dabei jedoch immer wissenschaftlich korrekt bleibt. Für alle, die beim Lesen gerne nachdenken und vor Probleme gestellt werden wollen, die nicht so einfach gelöst werden können, dabei auch weitgehend auf Spannung und Action verzichten können, ist "Herr G." von Alan Lightman eine echte Empfehlung.

    Mehr