Blutiger Januar

von Alan Parks 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Blutiger Januar
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Gradlinig geplottet, düster, harte Kost - für Freunde des "Tartan Noir" ein Muss!

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Noch düsterer kann man Glasgow nicht überleben. Harter, brutaler Noir-Thrill! Empfehlenswerter Auftakt der neuen Harry-McCoy-Reihe!

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Inhaltsangabe zu "Blutiger Januar"

Januar 1973: Mitten in Glasgow erschießt am helllichten Tag ein Jugendlicher auf offener Straße eine junge Frau, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagt. Detective Harry McCoy, dem der Mord am Tag zuvor im Gefängnis von einem psychotischen Gefangenen angekündigt wurde, steht vor einem Rätsel. Zumal der Gefangene selbst um die Ecke gebracht wird. McCoy nutzt seine alten Verbindungen zu Glasgows Unterwelt, um in den Ermittlungen voranzukommen, legt sich dabei aber schnell mit den Dunlops an, der mächtigsten Familie der Stadt. Und auch sein Boss pfeift ihn zurück. Aber McCoy lässt sich nicht beirren.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453271883
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:03.09.2018

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    Haversvor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Gradlinig geplottet, düster, harte Kost - für Freunde des "Tartan Noir" ein Muss!
    Keiner ist ohne Schuld

    Die Riege der schottischen Autoren hat Zuwachs bekommen – und was für einen! Mit „Blutiger Januar“ legt Alan Parks einen Erstling hin, der es in sich hat. Im Zentrum steht Harry McCoy, Detective bei der Polizei in Glasgow. Aber er geht seinem Job nicht in dem Glasgow nach, das 1990 Europäische Kulturhauptstadt wurde. Das wäre wahrscheinlich auch zu langweilig. Nein, Parks hat sich dafür zwanzig Tage im Januar 1973 ausgeguckt, eine Zeit also, in der die Stadt, bedingt durch den Niedergang der Wirtschaft, am Boden liegt. Hohe Arbeitslosigkeit, daraus resultierende Armut und leere Stadtsäckel sorgen dafür, dass die Kriminalitätsrate an die Decke geht und Glasgow an die Spitze der Verbrechenshauptstädte Europas vorrückt. Drogen, Prostitution, organisiertes Verbrechen. Das zeigt uns Parks: einen ungeschönter Blick auf die Elendsquartiere der Obdachlosen und die Tristesse der kleinen Leute auf der einen Seite, Protz und Prunk der Wohlhabenden auf der anderen.

     Ausgangspunkt ist der Mord an einer jungen Frau, deren Mörder sich nach dem tödlichen Schuss selbst richtet. Einer von McCoys ehemaligen „Klienten“, aktuell im Knast von Barlinnie einsitzend, hatte ihm die Tat angekündigt, wusste aber nicht warum und von wem. Gemeinsam mit dem Neuling Wattie wird er auf den Fall angesetzt. Allerdings wissen seine Vorgesetzten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er damit jede Menge Dreck an die Oberfläche befördern und nicht nur dem Glasgower Geldadel gehörig auf die Füße treten wird, denn in diesem Krimi ist keiner ohne Schuld.

    „Everybodys darling“ wird McCoy nun sicherlich nicht werden, Vorzeigepolizist geht anders. Er trinkt zu viel, konsumiert Drogen und geht keiner Prügelei aus dem Weg. Seine Freundin ist eine heroinabhängige Prostituierte, sein Freund aus Kindertagen ein gewalttätiger Schläger in der Glasgower Unterwelt, mit dem ihn eine gemeinsame Vergangenheit in einem Kinderheim verbindet.

     Die Story an sich ist gradlinig geplottet, düster, stellenweise harte Kost, dem „Tartan Noir“ zuzuordnen. Allerdings bleibt Parks z.B. im Vergleich mit Mina, der anderen Chronistin Glasgows, eher an der Oberfläche. McCoy sieht, was um ihn herum vor sich geht, die Schieflage der Gesellschaft, aber kommentiert das höchstens in Ansätzen. Hier hätte ich mir etwas mehr Reflexion/Kritik gewünscht, aber es sei ihm verziehen. Und kann ja noch kommen, denn „Blutiger Januar“ ist der erste Band der Reihe mit Harry McCoy. Der Nachfolger „February’s Son“ ist im Original, wie könnte es anders sein, für Februar 2019 angekündigt und wird natürlich auch gelesen.

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    Schurkenblogvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Noch düsterer kann man Glasgow nicht überleben. Harter, brutaler Noir-Thrill! Empfehlenswerter Auftakt der neuen Harry-McCoy-Reihe!
    Düsterer, harter Auftakt der neuen Harry-McCoy-Reihe! Lesetipp!

    Harry McCoy ist alles andere als ein Saubermann. Er säuft, er nimmt Drogen, er wird fast täglich verdroschen und in gewisser Weise teilt er mit seinem Freund, einem Bandenboss, seine Freundin, eine Prostituierte.
    McCoy ist Detective bei der Glasgower Polizei. Ein Typ mit vielen, vielen Ecken und noch mehr Kanten, die ihn besonders interessant machen, wenn man raue Hauptfiguren mag. Und rau ist McCoy auf jeden Fall.

    Auch der Fall ist herbe rau. Gleich am Anfang gibt es - natürlich - einen Mord. Der führt McCoy und seinen Kollegen, einem Grünschnabel, Wattie hinein in die Welt des Geldes, der Politik, der Korruption. Aber all das ohne kritischen Aspekt, sondern nur zur Unterhaltung.
    Da Glasgow eben Glasgow ist, die Stadt des Bösen, die Stadt mit den Straßen der Verdammten, in die sich nicht mal Polizei und Heilsarmee wagen, geht die Handlung ziemlich blutig, brutal und derb zu. In Glasgow ist ein Menschenleben nichts wert, viel weniger als Alkohol, denn eine "alte schottische Art ist, man besoff sich zusammen und blieb dann ein Leben lang befreundet". (S.117)

    Etwas viel hat Parks in die Handlung gestopft: Politische Einmischung, die Macht des Geldes, Korruption, Bandenprobleme, Prostitution, Kindesmissbrauch und -misshandlung, und sogar die Freimaurer kommen am Rande vor. Das hätte die Geschichte gar nicht gebraucht, denn McCoy ist derart kantig ausgestattet, dass er selbst schon viel Raum einnimmt. Und trotzdem: Das Buch lässt einen durch die Seiten fliegen - oder in dem Fall: durch Glasgows dunkle, düstere Straßen, die den Banden gehören.

    Auch wenn es klitzekleine Unglaubwürdigkeiten gibt (z. B. heilen McCoys Wunden ziemlich blitzartig) unterhält das Buch den Krimifan von der ersten bis zur letzten Seite durch die raue Art, die harte, schonungslose Handlung und diesem kantigen Bullen namens McCoy.

    Ein sehr unterhaltsamer Auftakt zur neuen Harry-McCoy-Reihe, die ich besonders Krimilesern ans Herz legen möchte, die raue, düstere, harte Noir-Thriller suchen. Krimitipp!

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