Alan Pauls Geschichte der Tränen

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Inhaltsangabe zu „Geschichte der Tränen“ von Alan Pauls

Als Kind ist er ein glühender Sozialist im Superheldenkostüm. Und auch später solidarisiert er - der Wand an Wand mit einem militärischen Folterer wohnt - sich heroisch mit den Schwachen und Verfolgten, und dabei weint er gern und viel. Doch als er Jahre später den Putsch gegen Allende im Fernsehen verfolgt,versiegen ihm plötzlich die Tränen. Und verwirrt hält er eine bitterböse Rückschau auf die kuriosen Stationen seiner politischen Prägung. Die »Geschichte der Tränen« erzählt eine verstörende Episode der argentinischen Geschichte. Und dabei macht sie, inmitten des lärmenden Getöses der Politik, die leisen Töne des Privaten hörbar.

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Aufgrund des Schreibstil und der komplexen Geschichten Angolas nicht mein Buch.

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  • Rezension zu "Geschichte der Tränen" von Alan Pauls

    Geschichte der Tränen
    Lupus

    Lupus

    28. October 2010 um 22:42

    Argentinien war Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Deshalb entschloss ich mich, ein Buch eines argentinischen Autors zu lesen. Ich habe mich für die "Geschichte der Tränen" entschieden, weil mich das originelle und witzige Cover angesprochen hat. Inhaltlich geht es um einen frühreifen vierjährigen Jungen, der von der Figur des Supermanns beeindruckt ist. Insbesondere liebt er die Szenen, in denen sein Held strauchelt, an Kraft verliert und seine Feinde die Oberhand gewinnen. In endlosen, makellos vormulierten Sätzen läßt der Knabe uns altklug an seinem einsamen, tränenreichen Leben teilhaben und seiner Gabe, anderen Menschen zuzuhören. Sehr früh erkennt der Bursche, dass sein Herz kommunistisch schlägt. Seine bevorzugte Gefühlsregung ist der Schmerz. Ich habe es wirklich probiert, jeden Satz zweimal laut gelesen und dann den Inhalt schriftlich zusammengefasst. Jetzt reichts. Ich lese diesen Scheiß nicht zu Ende!

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  • Rezension zu "Geschichte der Tränen" von Alan Pauls

    Geschichte der Tränen
    Clari

    Clari

    21. August 2010 um 14:30

    Leben in unsicheren Zeiten! Nach dem schönen und anrührenden Roman „Vergangenheit“ ist ein neuer kleinerer Roman von Alan Pauls erschienen. Der Held dieser mehr einer Novelle gleichenden Erzählung lebt in der Ära kurz vor dem Militärputsch in Argentinien. Er ist ein sensibler Bursche. Schon früh verliert unser Held den Vater, der die Mutter verlässt, um sein eigenes Leben zu leben. Die Auflösungserscheinungen einer angegriffenen Gesellschaft sind unübersehbar. Großeltern, Mutter und Hausmädchen bilden zukünftig die tägliche Gesellschaft des Jungen. Alle empfinden ihr Kreuz und Leid, und lassen es den kleinen Jungen wissen. Der Großvater ist ein Despot, dessen züchtigender Aufsicht jeder gerne entrinnen möchte. Dieser unzufriedene Mann würde am liebsten sein Hab und Gut und seinen Wohlstand veräußern und ein neues Leben ohne die Drangsale des bisherigen anpeilen. Regelmäßige Treffen mit dem Vater sind eine hübsche Abwechslung, doch ist unser Held weinerlich bei jeder Gelegenheit. Der Anblick von Bettlern, bekümmerten und verletzten Menschen und gequälten Tieren können zu haltlosem Weinen bei ihm führen. Nie aber sieht man ihn weinen, wenn er sich selber verletzt hat oder sich ärgert. Insgesamt ist dieser Junge ein trauriger Held, der still in seinen Fantasien lebt, zu denen ein Superheldenkostüm gehört. Man sieht ihn auf dem Bucheinband mit einer übergroßen Brille, wie er mit imaginären Kräften kämpft. Sind es Tiere, Menschen oder Märchenfiguren, die ihn zum Kampf herausfordern? Man darf die eigene Fantasie spielen lassen. Die Erzählung oszilliert zwischen Erlebtem und Gedachtem. In nie enden wollenden Sätzen erzählt, fabuliert und fantasiert der Held sein Leben, das unter dem drohenden Militärputsch gegen Allende im Jahr 1973 steht. Am Ende siegen die Militärs und Allende muss sterben. Die Geschichte liest sich nicht leicht. In langen Sätzen folgt man eher einer Kette komplexer Assoziationen, in die man sich hineinversetzen muss, um den Fortgang der Geschichte zu begreifen. Dabei erfährt man atmosphärisch Einzelheiten, die Rückschlüsse auf die Familie, das politische Klima und die Schrecknisse des Umsturzes erahnen lassen. Poetisch tiefschürfend kann der Autor den Leser dennoch nicht recht in seine Geschichte einbinden. Alan Pauls lebt und arbeitet in Buenos Aires.

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