Alan S Haft

 3.7 Sterne bei 3 Bewertungen

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Eines Tages werde ich alles erzählen

Eines Tages werde ich alles erzählen

 (3)
Erschienen am 16.03.2009

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Rezension zu "Eines Tages werde ich alles erzählen" von Alan S Haft

Rezension zu "Eines Tages werde ich alles erzählen" von Alan S Haft
BRB-Jörgvor 9 Jahren

In diesem Buch schildert der Autor die Überlebensgeschichte seines Vaters Herzko Haft. Dieser stammte aus einer jüdischen Großfamilie im polnischen Belchatow, landete nach Aufenthalten in mehreren Konzentrationslagern 1943 in Auschwitz und wurde dort, als einer der wenigen körperlich noch starken Juden, zum Boxer auserkoren, der wöchentlich zur Belustigung der KZ-Angestellten gegen andere Häftlinge boxen „durfte“, diese im Ring tot prügelte und sich dadurch sein eigenes Überleben sicherte. In den letzten Tagen des Kriegs gelang ihm bei einem Todesmarsch die Flucht, auf der er selbst zum mehrfachen Mörder wurde, das Kriegsende zunächst gar nicht mitbekam und sich anschließend im bayerischen Straubing als Bordellbesitzer durchschlug. Später emigrierte er in die USA, startete dort eine Karriere als Profiboxer und traf hier schließlich auch seine Jugendliebe wieder. Insgesamt eine Geschichte, die an tausende Schicksale erinnert. In zum Teil erschütternder Offenheit wird über den täglichen Überlebenskampf in den KZs berichtet, selbst grausamste Details werden nicht ausgelassen. Leider nimmt der wichtigste Teil des Buches weniger als die Hälfte ein, wenngleich auch die Geschichte des Neuanfangs in den USA lesenswert ist. Zwar hat der Autor die Erzählungen seines Vaters sehr genau, zum Teil sogar wortwörtlich, wiedergegeben. Allerdings wirkt Vieles doch sehr schnell abgehandelt. Nach 150 Seiten ist man schon am Ende angekommen, allerdings gibt es noch interessante Nachwörter zu lesen, die zum Verständnis der Geschichte und die Einordnung in den genauen gesellschaftlichen Kontext wichtig sind. Leider eben nur hier, aber an manche Daten konnte sich der Protagonist schlicht nicht mehr erinnern. Zweifelsohne ein wichtiges Buch. Aber ob es Euch 16,90 € wert ist, müsst Ihr selbst entscheiden. Für so wenige Seiten ist es viel Geld. Ich persönlich hätte mir nach der Leseprobe vom Verlag insgesamt etwas mehr davon versprochen und vergebe deshalb nur 3 Sterne.

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