Alan Sokal , Dietmar Zimmer Eleganter Unsinn

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Inhaltsangabe zu „Eleganter Unsinn“ von Alan Sokal

Vor rund drei Jahren sorgte eine Skandal auf beiden Seiten des Atlantiks für heiße Dikussionen unter Gelehrten und Feuilletonisten. Alan Sokal, ein New Yorker Physikprofessor, veröffentlichte damals in einer angesehenen amerikanischen Soziologie-Fachzeitschrift einen pseudowissenschaftlichen Artikel, den er mit theoretischen Absurditäten aus Physik und Mathematik spickte. Damit tat er, was seiner Meinung nach in der aktuellen Geisteswissenschaft ohnehin gang und gäbe ist: die Verfremdung der hard sciences in den Werken der postmodernen Theoretiker.<p> In diesem Buch dokumentiert der Urheber seinen "Scherz". Neben einem gründlichen Kommentar zu dem Artikel, der hier freilich nicht fehlt, liefern die Autoren eine eingehende Diskussion wichtiger postmoderner Theoretiker, die ausgiebig in der Naturwissenschaft gewildert haben. In Einzelkapiteln wird aufgeschlüsselt, wie fahrlässig Lacan, Kristeva, Deleuze und Guattari, Virilio, Baudrillard und andere mit Axiomen der Mathematik und Physik umgehen.<p> Beispiel: Heisenberg. Dessen Unschärferelation besagt unter anderem, daß bei der Beobachtung eines Teilchens der Beobachtungsvorgang in den Vordergrund rückt. Oder anders: Naturwissenschaftliches Beobachten bringt nicht ein Naturbild hervor, sondern "ein Bild unser Beziehung zur Natur" -­ ein Ergebnis, daß von der poststrukturalistischen bzw. konstruktivistischen Theorieavantgarde vielfach zur metaphorischen Grundlage einer metaphysischen Skepsis gegenüber Konzepten wie Identität, Existenz und Wahrheit gemacht wurde.<p> Sokal und Bricmont richten sich im kleinen also gegen den Mißbrauch der Naturwissenschaften als Metaphernlieferant. Dahinter steht die Abneigung gegen den uneingeschränkten Relativismus, den die postmoderne Theorie verherrlicht: alles ist beobachterabhängig, Wissenschaft ist Text, die Wahrheit subjektiv. <I>Eleganter Unsinn</I> ist deshalb vor allem eine ernstzunehmende Auseinandersetzung mit dem philosophischen Skeptizismus von Hume und Descartes bis Popper, Kuhn und Feyerabend. Es ist eine nüchterne, klarsichtige Bestandsaufnahme der jüngsten Wissenschaftgeschichte mit dem Versuch, den Streit zwischen den "zwei Kulturen" Natur- und Geisteswissenschaft argumentativ zu schlichten. <I>--Nikolaus Stemmer</I>

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