Die Welt ohne uns

von Alan Weisman 
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Die Welt ohne uns
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Kryshis avatar

Wirklich gute Idee,so ein spannendes Gedankenexperiment zu Ende zu denken. Leider ist das Buch eher zäh und hat ziemliche Längen. Schade.

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Inhaltsangabe zu "Die Welt ohne uns"

Was wäre, wenn wir Menschen von einem Tag auf den anderen verschwinden würden? Zum Beispiel morgen. Ein ungeheures Gedankenexperiment! Alan Weisman entwirft das Szenario einer unbevölkerten Erde – gestützt auf das Wissen von Biologen, Geologen, Physikern, Architekten und Ingenieuren und mit atemberaubender Phantasie. Schritt für Schritt vollzieht Weisman nach, wie die Natur unseren Planeten zurückerobert, und führt dem Leser dabei zweierlei vor Augen: was der Mensch in Jahrtausenden zu schaffen vermochte und über welch unerhörte Macht die Natur verfügt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492253055
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.01.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.02.2008 bei HörbucHHamburg erschienen.

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    Charles_Lee_Rayvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Unglaublich Interessant
    Unheimlich interessanter Mix

    Eigentlich dachte ich das wir nur über die bevölkerte Erde wandern, aber das wäre wohl auch zu wenig. Es wird sehr genau erklärt wie alles vor uns war, wie wir die Welt verändert haben und wie diese Veränderungen die Welt für sehr lange Zeit verändert haben. Es werden bestimmte Bereiche untersucht, z. b. Das Meer, Afrika. Ich fand es richtig interessant, vor allem die Tatsache was wir jetzt schon diesem Planeten angetan haben und welche weitreichenden Konsequenzen es hat. 


    Es ist natürlich teilweise echt schwere Lektüre und ich hab für die knapp 400 Seiten sehr lange gebraucht, aber es war es Wert.

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    juttahammers avatar
    juttahammervor einem Jahr
    Was wenn alle Menschen plötzlich weg wären

    Alan Weisman hat mit großem Aufwand und einer beeindruckenden Detailtreue recherchiert was passieren würde, wenn die Menschn plötzlich von diesem Planeten verschwinden.

    Bereits nach wenigen Tagen, die unsere elektrischen Anlagen nicht mehr arbeiten und für den aktuellen Ist-Zustand der zivilisierten Welt sorgen würden, wären erste Auswirkungen zu spüren. Die Natur würde sich nach und nach die anthropogen überprägte Welt zurückerobern. Pflanzen durchbrechen spätestens nach einem Jahr die asphaltierten Flächen, Wildtiere erobern die Städte zurück, bekommen allerdings auch Konkurrenz von verwilderten Haustieren. Häuser, Brücken, Deiche würden marode. Küstenstädte oder Städte an großen Flußdeltas würden früher oder später von den Wassermassen weggespült.
    Soweit die ersten Kapitel. Bis hierhin fand ich es sehr vergnüglich die Wandlung der Welt nachzuempfinden. Die Gewissheit die Natur würde mit uns und unseren Spuren schon fertig werden empfand ich beruhigend.
    Doch es gibt auch Orte auf diesem Planeten, die wir so nachhaltig verändert haben, dass es mehrere Millionen von Jahren dauern würde unsere Spuren zu verwischen.

    Ein interessantes Gedankenspiel, das zum Hinterfragen unseres Umgangs mit den Ressourcen dieses Planeten anregt.

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    M
    Mario_Veraguthvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Detaillierte Reise in eine wieder sehr naturverbundene, menschenleere Zukunft
    Rezension zu "Die Welt ohne uns" von Alan Weisman

    Eine Goldgrube an Ideen für durch Science Fiction- und Weltuntergansszenarien affektierte Leser, die die verschiedensten Aspekte des Zahnes der Zeit nach einem fiktionalen Aussterben der Menschen beschreibt.

    Die Erläuterung beginnt mit den unmittelbaren Folgewirkungen nach Tag X, wobei eingehende Zimmerpflanzen und mit Wasser vollaufende Bergwerke und Infrastrukturen wie U-Bahnen zu den ersten Begleiterscheinungen zählen, bevor den Notstromaggregaten in sämtlichen, für die Aufrechterhaltung einer westlichen Industriegesellschaft notwendigen Anlagen, der Treibstoff ausgeht und sich alle bisher regulierten Prozesse verselbstständigen. Nachdem sämtliche hochreaktiven und gefährlichen Vorgänge ein spektakuläres Ende gefunden haben, beginnt ein steter Zerfall von, im Vergleich zu den aus Naturmaterialien errichteten Bauwerken der Antike und des Mittelalters, verhältnismäßig minderwertig konstruierter Infrastruktur. Hält doch selbst Stahlbeton nicht, was der Name eigentlich impliziert. Einer der entscheidenden Faktoren hierbei ist das Eindringen des Wassers nach Verrottung der Dächer, durch die sich die Demontagegeschwindigkeit wesentlich erhöht. Gleichzeitig zum langsamen Schwinden und Verfallen aller zivilisatorischen Errungenschaften trät die Natur auf den Plan und erobert sowohl einst ihr entrungene Gebiete zurück als auch gleichzeitig bei einem Voranschreiten des Verfalls tatkräftig mitzuwirken. Hierbei sind sowohl Pflanzen dank ihres für bereits angeschlagene Gebäude verheerenden Gewichts bei Bewuchs und der immensen Kraft ihrer Wurzeln, als auch Mikroorganismen und in geringem Ausmaß, Tiere selbst beteiligt. Im weitesten Sinn die Beschreibung einer späten Rache der Lebewesen, die sich vor der Auslöschung ihrer Art durch den Menschen retten konnten und nun voller Inbrunst helfen,  die letzten Belege seiner Existenz vom Antlitz der Erde tilgen. Und in verhältnismäßig kurzer Zeit noch dazu, nach ein paar hundert bis paar tausend Jahren ist nicht mehr das Geringste übrig von den grandiosen Bauwerken der einstigen Krone der Schöpfung.

    Auch die Langzeitgrüße der Menschen an die Zukunft in Form von Industrieanlagen und Atomkraftwerken werden erläutert und der Aspekt hochgradig gefährlicher Auswirkungen von Fehlfunktionen und daraus resultierenden, massenhaften GAUs in gigantischen Industriekomplexen zählt zu einer der bemerkenswertesten Ideen des Werks. Wo ein trotz menschlicher Wartung und Kontrolle eingetretener Unfall wie schon so oft in der Industriegeschichte verheerende Auswirkungen hatte, würde ein Ausbleiben sämtlicher Instandhaltungsmaßnahmen innerhalb eines kurzen Zeitraums zur weitläufigen Verseuchung der Umwelt führen. Selbst gesicherte und in gut geschützten Lagen erreichtet Endlagerstätten, Depots und mit hochwertigen Baustoffen errichtete Systeme würden dem Voranschreiten der Jahre Tribut zollen und irgendwann beschädigt, verrostet und damit zu Zeitbomben werden.

    Was stört, ist die fehlende sichtbare Unterscheidung von Fiktion, belegten Fakten und bisher unbestätigten Vermutungen, wodurch man bei der Beurteilung des Lehrwerts des Buches leider hart mit dem Autor ins Gericht gehen muss. So fällt es schwer zu erkennen, wobei es sich um die Fantasie Weismans oder um historisch belegte und am Beispiel untergegangener Hochkulturen beobachtete Tatsachen handelt. Andere Autoren lösen dies, indem sie als solche deutlich gekennzeichnete, fiktive Kurzgeschichten einbauen, um Thesen zu veranschaulichen, oder indem bei einzelnen Gedanken und Abschnitten mittels Fußnote auf Quellen verwiesen wird.

    Leider werden die verschiedenen Aspekte zwar einzeln erläutert, aber nicht am Ende zu einem einheitlichen Bild der jeweiligen Degenerationsstufen unter Einbezug aller Aspekte zusammengefügt, was einen besseren und anschaulicheren Überblick hätte vermitteln können.

    Daneben ist der extreme Hang zur minutiösen Erläuterung mitunter langatmig und auch im Verhältnis zu den eigentlich titelgebenden Buchinhalt übergewichtet. Denn der Weg in den Untergang in all seinen Stadien wurde schon vielfach fiktional und auch unter Einbeziehung realer Faktoren erläutert. Die Beschreibung der genauen Situation nach dem endgültigen Niedergang in ferner Zukunft, die eigentlich dem Leser suggerierte Erwartung auf die genauen Lebenswelten von Tieren und Pflanzen und andere Auswirkungen fallen durch den Rost und nehmen auf knapp 400 Seiten kaum ein Achtel ein. Was schade ist, da es aufgrund der mangelnden Differenzierung zwischen Utopie und Realität keinen Unterschied gemacht hätte, noch mehr der, von der einschlägigen Leseklientel erhofften Zukunftsszenarien auszubreiten und diese vor allem detaillierter und unter Einbeziehung von Fakten auf besser fußendem Fundament darzustellen. So wird leider in einem ansonsten feinen Werk viel Potential verschenkt, dem eine Gewichtung zugunsten weniger unnötiger Detailfülle und mehr versprochenem Inhalt sehr gut getan hätte.

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    Sonnenwinds avatar
    Sonnenwindvor 5 Jahren
    Eine Erde ohne Menschen

    Wohl jeder hat sich schon überlegt, wie lange der Mensch noch auf diesem Planeten existieren kann. Sieht schlecht aus. Und weg können wir auch (noch) nicht, denn wir haben schlicht nicht die Möglichkeiten.

    Alan Weisman geht in diesem Buch der Frage nach, wie die Welt aussehen würde, wenn der Mensch von einem Moment auf den anderen verschwinden würde und nach welchem Zeitraum die Umstände sich in welcher Weise verändert hätten.

    Der erste Teil ist sehr beeindruckend: Eine Zeitleiste über das Aussehen der Erde, 50, 100, 500 oder 1000 Jahre "nach Mensch". Selbst nach 7 Millionen Jahren sind die monumentalen Präsidenten-Köpfe am Mount Rushmore noch andeutungsweise zu erkennen. Auch U-Bahn-Schächte bleiben beeindruckend lange erhalten.

    Aber vom ersten Tag an wird sich die Welt vom Einfluß des Menschen erholen, und nachdem ziemlich am Anfang alle Kernkraftwerke explodiert sind, wird auch die giftige Hinterlassenschaft des Menschen sich mit jedem Tag verringern.

    Sehr interessantes Buch, angenehm zu lesen, unterhaltsam und mit vielen Hintergrundinfos. So werden die Kakerlaken keineswegs die Atomkatastrophe als einzige überleben, im Gegenteil: Selbst die sind nach dem dritten Winter verschwunden. Zumindest in den gemäßigten Zonen. Zwar wird es uns nicht mehr betreffen, aber ich fand es interessant, mir die Entwicklung und Heilung der Erde vorzustellen. (Es gibt dazu auch Filme, aber die waren mir noch zu teuer.)

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    Babschas avatar
    Babschavor 5 Jahren
    Fiktion eines menschenfreien Planeten


    In allen Facetten hat sich der Autor mit seiner Fiktion, nämlich einer Welt, in der die Menschheit von heute auf morgen vollständig verschwunden ist, befasst und hierzu eifrig recherchiert. Über durchschmelzende Kernkraftwerke, brechende Staudammmauern, eine Fauna und Flora, in der nur die Stärksten und Anpassungsfähigsten überleben werden, und nicht zuletzt, was wohl von den menschlichen Artefakten nach einigen Jahrmillionen für die Archäologen einer anderen Evolutionsstufe oder auch für Außerirdische noch zu finden oder zu rekonstruieren sein mag, über all das wird hier eingehend sinniert bzw. spekuliert. Viel wird jedenfalls nicht mehr an uns erinnern. Da sind die von Teleskopen abgestrahlten Botschaften, die wir auf ihre Reise zu anderen Existenzen in den Weiten des Alls geschickt haben, schon etwas dauerhafter angelegt.

    Alles in allem eine ausgewogene, interessant geschriebene Vision, aus der man noch so einiges lernen und mitnehmen kann und die gerade zum Thema einer rücksichtslosen Umweltbelastung mit ihren Folgen durch die "Krone der Schöpfung" ziemlich bedenklich stimmt. Nur gut, dass wir nicht mehr da sind, wenn´s dann so richtig knallt. 

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    Ines_Muellers avatar
    Ines_Muellervor 5 Jahren
    Rezension zu "Die Welt ohne uns" von Alan Weisman

    Alan Weismans "Die Welt ohne uns" ist ein Buch, das mir sofort ins Auge fiel, als ich es das erste Mal sah. Darin erläutert der Autor die Frage, wie eine Welt ohne den Menschen aussähe und ob sich die Natur von der Krankheit Mensch erholen würde. Dabei untersucht er die unterschiedlichen Hinterlassenschaften unserer Zivilisation wie Kunststoffe, radioaktive Stoffe und unsere Bauten. Die Antwort auf diese Frage ist einerseits erstaunlich, aber auch frustrierend und wird auf knapp vierhundert Seiten beantwortet. Dafür hat Alan Weisman unzählige Experten befragt und viele unterschiedliche Orte bereist, wodurch man dieses Buch zu recht als gut recherchiert bezeichnen kann. Die Sprache, die hierbei verwendet wird, ist verständlich, manchmal allerdings etwas zu trocken und zäh. Was ich dem Autor allerdings zu gute halten muss, ist, dass er komplizierte Sachverhalte verständlich erklärt. Nicht jedes Kapitel ist für den Leser interessant, doch bleiben diese zum Glück stark in der Unterzahl.

    Fazit: Ein höchst interessantes Buch das ich nur jedem ans Herz legen kann!

    Kommentare: 1
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    rikku_revenges avatar
    rikku_revengevor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Ein beeindruckendes Buch, das zum Nachdenken anregt. Können wir unsere Erde retten oder helfen wir ihr, wenn wir nicht mehr sind?
    Was wäre wenn...?

    Was wäre, wenn wir Menschen von einem Tag auf den anderen verschwinden würden? Zum Beispiel morgen.

    Inhalt:
    Die Welt Ohne Uns ist das wahrscheinlichste größte Gedankenexperiment, das die Welt jemals gesehen hat. Alan Weisman beschreibt in seinem Buch auf eindrucksvolle Weise, wie die Welt aussehen könnte, wenn die Menschheit plötzlich nicht mehr existieren würde. Würde die Natur sich ihren Raum zurückerobern oder haben wir schon so viel Einfluss darauf ausgeübt, dass sie unwiederruflich zerstört ist? Was würde mit den fast ausgestorbenen Tieren passieren - würden sie wieder zurückkommen? Und was bleibt von unseren Bauwerken erhalten? Welche würden dem Zerfall zum Opfer fallen und welche wurden für die Ewigkeit gebaut?
    Eines ist sicher: Die Welt wäre nicht mehr so, wie sie einmal war.

    Meine Meinung:
    Ich musste dieses Buch im Rahmen eines Seminars mit dem Namen "Apocalypse" gelesen und hätte es sonst wohl nie im Leben in die Hände genommen - ein fataler Fehler, wie sich jetzt herausgestellt hat. Die Lektüre hat so viel Allgemeinwissen vermittelt, dass ich es nicht mehr missen möchte.  Weismans Erklärungen waren schockierend aber andererseits auch beeindruckend. Man wird regelrecht zum Denken angeregt. Wir haben die Welt schon viel zu sehr verwundet - sei es durch Radioaktivität, Umweltverschmutzungen oder das Jagen von Tieren. Weisman zeigt all dies in einzelnen Kapiteln auf, und das auf eine erfrischende und spannende Art - weit weg vom langweiligen Fachjargon einiger anderer Bücher mit diesem Thema.

    Fazit:
    Alan Weismans Die Welt Ohne Uns ist ein beeindruckendes Buch, in dem versucht wird, Antworten darauf zu finden, was passiert, wenn die Menschen plötzlich von der Erdoberfläche verschwinden würden. Der Leser wird zugleich auf schockierende Fakten aufmerksam gemacht als auch auf die umwerfende Schönheit der (unberührten) Natur. Ich empfehle jedem die Lektüre dieses Buch, da es so viel Informationsgehalt hat und unglaublich auf einen wirkt. Vielleicht werdet ihr ja danach auch euren Lebensstil ändern - zugunsten unserer Erde. Wünschenswert wäre es.

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    sky_and_sands avatar
    sky_and_sandvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Welt ohne uns" von Alan Weisman

    Nach langer Zeit in meinem Regal habe ich es endlich geschafft es zu lesen und ich muss sagen es ist wirklich ein sehr interessantes Buch. "Die Welt ohne uns" bringt den Leser zum nachdenken und zeigt ihm nicht nur wie die Welt vor uns Menschen aussah, sondern auch was mit ihr passiert wenn wir verschwinden und welchen Schaden wir schon angerichtet haben.
    Von mir bekommt es jedoch nur 3 Sterne, da ich es zwischendurch etwas anstrengend zu lesen fand, da doch viele Sachen sehr detailreich beschrieben wurden und dass den Lesefluss meiner Meinung nach etwas verlangsamt hat. Aber ansonsten ein super interessantes Buch.

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    Asfaloths avatar
    Asfalothvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Welt ohne uns" von Alan Weisman

    Wie der Titel schon sagt, handelt dieses Buch davon, was mit der Welt geschehen würde, wenn plötzlich alle Menschen auf einen Schlag verschwinden würden. Das Szenario erscheint zwar abwegig, aber es ist ein interessantes Gedankenspiel. Wer nun seitenweise Schilderungen von Zerfall erwartet, wird möglicherweise enttäuscht sein. Aber was Alan Weisman in seinem Buch beschreibt, ist topaktuell.
    Es handelt in erster Linie von den Einflüssen der Menschheit auf die Umwelt. In diesem Kontext wird dann auch beschrieben, wie schnell sich unser Planet wieder von unseren Einflüssen erholen würde. Auch vergangene Kulturen werden betrachtet und welche Spuren sie hinterlassen haben. Besonders spannend fand ich die Beschreibung der unterirdischen Städte von Kappadokien.
    Interessante Fakten werden uns vor Augen geführt, wem ist zum Beispiel bewusst, dass die Weltbevölkerung alle vier Tage um eine Million zunimmt?
    Ich fand das Buch sehr spannend, es regte mich zum Nachdenken an und machte mir auch etwas Angst. Es ist flüssig geschrieben und lässt sich dank der in sich geschlossen Kapiteln, welche immer ein Thema behandeln, auch gut häppchenweise lesen.

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    Jaris avatar
    Jarivor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Welt ohne uns" von Alan Weisman

    Inhalt:

    "Eines Tages, wenn es keine Menschen mehr auf der Erde gibt, werden die Staudämme dieser Welt versanden und überlaufen. Die Flüsse werden wieder Nährstoffe ins Meer tragen, wo es immer noch vor Leben wimmelt, so wie es bereits lange Zeit war, bevor die ersten Wirbeltiere an Land krochen.
    Und schliesslich würden auch wir es erneut versuchen. Für die Welt wäre es ein neuer Anfang."
    Seite 354

    Alan Weisman stellt sich selbst und dem Leser eine ungeheuere Frage: Was würde passieren, wenn alle Menschen von einem Moment auf den nächsten verschwinden würden?
    Was würde Mutter Natur mit unseren Hinterlassenschaften machen? Welche Spuren hinterlassen wir? Würde sie eine andere sein oder wird sie alles tilgen, was auf die Existenz des homo sapiens hinweist?

    Gemeinsam mit Weisman begeben wir uns auf eine Reise rund um die Welt, um dieses Gedankenspiel par excellence zu führen. Herausgekommen ist ein hoch interessanter und aufrüttelnder Bericht über die Natur und ihre Menschen.
    Meine Meinung:

    Alan Weisman hat mit seinem Buch "Die Welt ohne uns" ein, wie schon erwähnt, überaus interessantes und aufschlussreiches Buch über die Menschen und ihren Umgang mit der Erde geschrieben.

    Man sollte von diesem Buch keine Sience-Fiction-Berichte erwarten oder Vorstellungen darüber, wie genau der Mensch zu seinem Ende kommt (auch wenn dieser Bereich kurz gestreift wird).
    Alles, worum es Weisman geht, ist die Beobachtung. Was geschieht, wenn es keine Menschen mehr gibt? Es ist zu einfach, zu sagen, dass alles wieder so wird, wie es war, bevor der Mensch damit begann, auf den Lauf der Natur einzuwirken.

    Seit Jahrhunderten verändern wir das Anlitz der Erde, pumpen Giftstoffe in die Luft und spalten Atome. Weisman denkt auch daran, zu fragen, was mit den riesigen Mechanismen geschieht, die von Menschenhand gesteuert sind, wenn plötzlich keiner mehr da ist, um sie zu steuern. Auch solche Fragen wollen geklärt sein.

    Ebenfalls nimmt der Autor Gebiete unter die Lupe, die von den Menschen aufgegeben wurden, und in denen die Natur wieder die Regie übernommen hat. Ob Naturschutzgebiete, demilitarisierte Zonen oder Tschernobyl - Weisman besucht sie alle und bringt uns viele Informationen mit.

    Diese Informationsfülle macht das Buch zu einem Werk, das sich nicht so leicht lesen lässt, auch wenn Alan Weisman alles daran setzt, dass man "Die Welt ohne uns" gut lesen kann. Oft wird die direkte Rede verwendet, wenn Biologen, Physiker, Ingenieure und Umweltschützer uns ihr Wissen präsentieren. Wir erfahren ihre Lebensgeschichte und wie sie zu den Fachleuten wurden, die sie heute sind.
    Doch kommt man als Leser nicht darum herum, sich mit vielen physischen Gesetzen und Namen auseinanderzusetzen. Dies braucht es, um zu erklären, welche Kettenreaktion das Verschwinden der Menschheit auslösen würde. Dennoch achtet Weisman darauf, den Durchschnittsleser nicht zu überfordern.

    Jedoch bleiben wir auf dieser speziellen Reise nicht nur in der Gegenwart, sondern wir schauen uns auch die Welt an, wie sie war, bevor der Mensch auftrat und was er tat, nachdem die ersten Zweibeiner aktiv auf die Natur einzuwirken begannen.
    Neben vielen Informationen darüber, wie die Natur funktioniert, wie Tiere sich anpassen können oder aussterben und darüber, wie unsere Städte aufgebaut sind, erfahren wir somit auch einiges an neuem Allgemeinwissen (so erfuhr ich viel Neues über den Panamakanal).

    Ich war von der Lektüre von "Die Welt ohne uns" überaus begeistert. Zwar haben mir manche Themen gefehlt, zum Beispiel was mit den Zootieren geschehen würde oder mit anderen Haustieren. Dies wird nur gestreift, mich hätte es jedoch weiter interessiert.
    Mir gefiel es, dass Weisman neutral berichtet. Er hat hier keineswegs einen Ökö-Schocker mit erhobenem Zeigefinger geschrieben, sondern er berichtet einfach über den Zustand des Planeten, wie er ist und was der Mensch damit zu tun hat.

    Weisman erwähnt mehrmals, dass wir nicht genau wissen können, was mit der Erde geschieht, wenn der Mensch weg ist. Dass das ganze nur ein Gedankenexperiment ist. Ein Gedankenexperiment jedoch, das es dringend gebraucht hat. Zeigt es uns doch, was wir aus unserem Planeten machen.
    Schlussendlich stimmt Weisman jedoch mit gewissen Spezialisten darüber mit ein, dass es nur einen Weg gibt, um den Planeten zu entlasten und den Menschen vor dem Aussterben zu schützen: Chinas Ein-Kind-Politik auf die ganze Welt ausgeweitet.

    Fazit:

    Alan Weismans "Die Welt ohne uns" ist eine Lektüre, die sich vor allem für Umweltschützer und Naturfreunde geeignet, die sich fragen, was eigentlich gerade mit unserem Planeten geschieht.

    Und natürlich eignet sich das Buch hervorragend für all jene, die sich selbst schon ein Szenario ausgemalt haben, darüber, was ohne Menschen geschehen würde. Hier sind viele Experten befragt worden, die alle ihr Fachwissen einbringen und dazu beitragen, dass der Leser ein umfangreiches, wenn natürlich auch nicht komplettes, Bild davon erhält, was geschehen könnte (!), wenn der Mensch von der Oberfläche verschwindet.

    Da das Buch jedoch nicht ganz einfach zu lesen ist, ist es eher für fortgeschrittene und erfahrenere Leser geeignet. Wer jedoch Geduld hat und sich immer wieder einen Brocken vornimmt, wird auch so in den Genuss dieses aufschlussreichen Werkes kommen.

    Ich selbst hatte viele Aha-Erlebnisse und wurde in manchen Dingen bestätigt, die ich bereits wusste oder geahnt hatte. Obwohl auch für mich das Lesen nicht immer ganz einfach war, hatte mich Weisman bald gepackt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

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