Alasdair Gray Lanark. Ein Leben in vier Büchern

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Inhaltsangabe zu „Lanark. Ein Leben in vier Büchern“ von Alasdair Gray

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  • Gray – LANARK

    Lanark. Ein Leben in vier Büchern

    Haeddl

    31. March 2014 um 15:49

    Knapp achthundert Seiten in fünfzig Tagen? Das ist nicht gerade rekordverdächtig. Allerdings ist LANARK auch kein Pageturner. Es verlangt dem Leser so einiges an Durchhaltevermögen ab, belohnt ihn aber auch mit einem genialen Ende ... Aber der Reihe nach. Der Plot, ganz grob umrissen: Erzählt werden die Geschichten zweier Männer (Duncan Thaw und Lanark), die nacheinander zwei Hälften eines Lebens leben. Duncan wächst in unserer Welt in Schottland als Künstler auf und beendet seine Zeit (im Angesicht einer schweren psychischen Krankheit) als junger Mann. Lanark taucht ohne Erinnerung in einer finsteren Stadt ohne Sonne, Wärme und Liebe auf, in der die Leute an üblen Mutationen erkranken und nach einer Weile auf mysteriöse Weise einfach verschwinden. Um in dieser trostlosen, hassenswerten Zukunft(?) ein halbwegs ehrenhaftes Leben zu führen, geht Lanark durch die Hölle. Zu dieser Mischung aus Entwicklungs- und SciFi-Roman gesellt sich der einfallsreiche Aufbau des Buches. Die einzelnen Teile werden nicht chronologisch erzählt, die Anfangsseiten eines jeden Teils sind (vom Autor selbst) reich verziert, der Prolog beginnt erst nach einem Viertel der Lektüre, der Epilog endet schon hundert Seiten vor Schluss. Alasdair Gray hat vorsichtshalber ein umfangreiches Plagiatsregister eingebaut, mit dem er etwaigen Vorwürfen den Wind aus den Segeln nehmen kann, und (der grandioseste Auftritt des ganzen Buches) er erscheint selbst als Schöpfer vor seinem Titelheld, entschuldigt sich für das bisherige Leid, das er ihm bisher zufügen musste und verhandelt ein Happy-End. Ein ganzer Haufen postmoderner Spielereien also – genau wie ich's mag. Auch die Legenden, die sich um die Entstehung des Buches ranken, sind interessant: Angeblich hat Gray über dreißig Jahre an LANARK geschrieben, weitere zehn Jahre hat es bis zur Veröffentlichung gebraucht und erst 1992 konnte eine deutsche Übersetzung vorgelegt werden. Ich denke, wäre LANARK schon in den 60ern veröffentlicht worden, würde es heute in einem Atemzug mit DIE ENDEN DER PARABEL oder DIE FÄLSCHUNG DER WELT genannt werden. So aber kam es über einen gewissen Kultstatus in Schottland leider nicht hinaus. Fazit: Zum Teil recht anstrengend, auf jeden Fall aber empfehlenswert – 5 Sterne!

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