Alba Arikha Wörterbuch einer verlorenen Welt

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Inhaltsangabe zu „Wörterbuch einer verlorenen Welt“ von Alba Arikha

Ihr Leben könnte so leicht sein: Paris, Lippenstift und Eyeliner, Hummus und Schokoladenmakronen, Diskos und Partys, Zigaretten, Serge Gainsbourg, Gary Cooper und Alain Delon, beste Freundinnen und Freunde. Und Albas Vater ist ein berühmter Künstler. Doch er ist auch ein Holocaustüberlebender, ein intellektueller Snob, gegen alles Moderne, streng mit seinen Töchtern und seiner Frau. »Dein Vater hatte keine Jugend. Er versteht nicht, was du gerade durchmachst.« Und Alba verstehe nicht, was ihr Vater durchgemacht hat. Immer wieder bricht er die Erzählungen seiner Erlebnisse ab und vertröstet Alba: »eines Tages werde ich Dir alles erzählen« - ein zartes Buch, das Buch einer Tochter für ihren Vater, aber vor allem auch für sich selbst.

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    Wörterbuch einer verlorenen Welt

    WinfriedStanzick

    21. May 2014 um 13:32

    Dieses Buch der Schriftstellerin Alba Arikha erzählt von einer wunderbaren Kindheit im Paris der achtziger Jahre, aber auch von einer dramatischen Familiengeschichte im Schatten des Holocaust. Albas Vater war der berühmte Künstler Avigdor Arikha, ihre Mutter die amerikanischen Dichterin Anne Atik, und ihr Patenonkel Samuel Beckett begleitete ihre ersten Schreibversuche, die sie schon bald unternahm. Von dieser Kindheit erzählt Alba in ihrem bewegenden Buch, das ein unglaubliches Gespür beweist für das Leben nicht nur ihre eigenen Familie, sondern für die Generationen, die sie umspannen und deren Geschichten: "Lippenstift und Eyeliner. Croque Monsieurs und Schnitzel. Hummus und Schokoladenmakronen. Französisch und Englisch. Mozart-Sonaten und Serge Gainsbourg. Diskos und Partys. Zigaretten und zerfetzte Jeans. Emile Zola und Jack Kerouac. Degas und de Kooning. Gary Cooper und Alain Delon. Beste Freundinnen und Freunde. Verführung und Ablehnung."   Doch es ist nicht nur das. Dunkle Schatten aus der Vergangenheit prägen die Kindheit und Jugend von Alba. Denn ihr jüdischer Vater, in Czernowitz aufgewachsen, kam 1941 als Zwölfjähriger ins KZ und überlebte den Holocaust wegen seines Talents zum Zeichnen, bevor er 1944 nach Palästina emigrieren konnte. Dort lebte er in einem Kibbuz, nahm am Unabhängigkeitskrieg 1948 teil und gründete später nach einem Kunststudium in Paris dort eine Familie.   So wie viele andere Kinder von Überlebenden der Shoa kommt Alba ihrem Vater nicht wirklich nahe. Er verschließt sich, hat wenig Verständnis für die Jugend seiner Tochter, die er nie leben durfte. Doch sie gibt nicht auf, lässt sich von seiner Strenge nicht abhalten und sucht trotz aller für ihr Leben nötigen Abgrenzung immer wieder die Nähe des Vaters. Fast körperlich kann sie die Last seiner Erinnerungen spüren, die er ihr endlich in langen Gesprächen offenbart. Dabei lernt sie die lange und bewegte Familiengeschichte kennen, das „Wörterbuch einer verlorenen Welt“. Indem sie alles aufschreibt und in einem fast atemlosen Buch verdichtet, hat sie vielen anderen so wie sie selbst Nachgeborenen eine klare und authentische Stimme verliehen.    

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