Ein Hauptwerk des Existentialismus, der meistpublizierte Roman Frankreichs, auf verschiedenen Listen der 100 wichtigsten Bücher der Welt (z.B der Zeit). Der Ich-Erzähler, ein junger Mann, der dem Leben in den meisten Aspekten gleichgültig gegenübersteht, begeht einen Mord an einem anderen jungen Mann, für den er schließlich vor Gericht geführt wird. Gerichtet wird nicht der Mord, sondern seine Gefühllosigkeit, mit der er sich von dem, was die Gesellschaft erwartet, distanziert. Seine Unbeteiligtheit am Geschehen, gegenüber anderen Menschen, jeder Situation verstört noch immer, verstärkt durch die Ich-Erzählperspektive. Mir gehen drei Aspekte besonders nahe – Zum einen, weil das Leben an sich (sein eigenes genauso wie das des Toten oder jedes anderen Menschen) für ihn keinen Sinn hat, weil es unwiederbringlich enden wird und für ihn mit dem Tod alles vorbei ist. Die ultimative Sinnfrage – wo findet man den Sinn, wenn das Religiöse / Spirituelle für einen keine Lösung bietet? Zum anderen, weil das einzige Gefühl, das er empfindet, ein Trieb ist, die Lust. Dieser Aspekt verstört mich heute – nach MeToo und Epstein mehr, als es wahrscheinlich damals verstört hat. Der Erzähler mauert, wenn ihm Fragen gestellt werden, man kommt nicht an ihn heran. Da es aus seiner Innenperspektive geschildert wird, scheint er auch in sich gefangen zu sein. Die Mauer steht zwischen ihm und der Gesellschaft. Dafür wird er hingerichtet, er passt nicht dazu. Der dritte Aspekt, der mich beschäftigt – ist der psychologische Hintergrund - hat er Asperger / Autismus – kann er überhaupt dafür gerichtet werden? (Abgesehen davon, dass die Todesstrafe generell keine Lösung ist, natürlich.) Der Roman wurde 1942 geschrieben, liest sich aber auch heute noch intensiv, die Fragen bleiben universell.
Albert Camus

Lebenslauf
Alle Bücher von Albert Camus
Der Fremde
Die Pest
Der Fall
Der Mythos des Sisyphos
Der erste Mensch
Der glückliche Tod
Der Mensch in der Revolte
Dramen
Neue Rezensionen zu Albert Camus
Der Fremde ist kein Roman über einen Mörder. Er ist ein Roman über einen Menschen, der sich weigert, die emotionale Choreografie zu performen, die die Gesellschaft von ihm erwartet. Mersault lügt nicht, er verweigert die Lüge. Und dafür wird er nicht wegen des Mordes verurteilt, sondern wegen seiner Authentizität. Camus hat in diesem schmalen Buch die präziseste literarische Untersuchung des Konflikts zwischen individuellem Selbst und kollektiver Erwartung geschrieben.
In seinem berühmten Roman Der Fremde gestalte Camus sein philosophisches Hauptthema, das Absurde unseres Dasein literarisch. Der Fremde hat eine klares teilnahmsloses Bewusstsein über das was der Fall ist, jede gesellschaftliche Konvention, Moral oder Sinngebung bleiben ihm jedoch fremd, er lebt das Absurde. Die Gesellschaft verurteilt ihn nicht allein wegen seiner Taten sondern wegen seine Haltung zum Tote, der Fremde nimmt den Tod schlussendlich ohne Hoffnung als Teil des absurden Seins an.
Gespräche aus der Community

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt! Was ist das Schönste an Weihnachten? Natürlich das freudige Leuchten in den Augen der Liebsten, die man gerade mit dem richtigen Geschenk beschenkt hat. LovelyBooks macht Freude schenken jetzt ganz einfach: wir verlosen in jeder Adventswoche weihnachtliche Buchgeschenke für deine Freunde oder Familienmitglieder!
So kannst du mitmachen: Sag uns, wem du dieses Buch schenken möchtest und warum dieser Mensch so toll ist, dass wir ihn unbedingt für dich beschenken müssen.
Sollten wir deinen Beitrag auslosen, schicken wir ein schön verpacktes Weihnachtsgeschenk mit dem Buch, süßen Leckerein, kleinen Überraschungen und deiner Grußbotschaft auf den Weg zu deinem Wunsch-Beschenkten.
1. Advent: 'Jonas oder der Künstler bei der Arbeit'
von Albert Camus
Zusammen mit der Büchergilde verlosen wir 5x weihnachtliche Buchgeschenke mit der wunderschön gestalten Graphic Novel "Jonas oder der Künstler bei der Arbeit" von Albert Camus und Katia Fouquet.
Zum Inhalt des Buches:
Jonas ist ein glücklicher Mensch. Als seine Kunst immer mehr Anerkennung findet, sieht er sich zunehmend von seinem Alltag bedrängt und überfordert und versagt bei der Arbeit. Er zieht sich in einen Verschlag zurück, um das eine große Kunstwerk zu schaffen. Katia Fouquet seziert das Leben des Künstlers und fängt seine zunehmende Beengung eindrucksvoll ein. Im Wechsel zwischen Außen- und Innenperspektive schafft sie dabei einen Bogen zwischen Comic, Kunstkatalog und Skizzenbuch.
Du hast bei der Auslosung kein Glück gehabt oder möchtest dir das Buch selbst zu Weihnachten schenken? Die Graphic Novel gibt es im → Shop der Büchergilde oder im Buchhandel.
Über die Büchergilde
Du liebst Bücher? Also richtige Bücher, die so schön und aufwändig gestaltet sind, dass du sie nicht mehr aus der Hand legen möchtest? Dann musst du unbedingt ein Blick in den → Katalog der Büchergilde werfen.
Die Büchergilde ist eine Buchgemeinschaft leidenschaftlicher Enthusiasten, die sich der einzigartigen Buchgestaltung von anspruchsvollen und spannenden Titeln verschrieben hat. Viele literarische Schmuckstücke - auch "Jonas oder der Künstler bei der Arbeit - gibt es zum Sonderpreis nur für → Mitglieder der Büchergilde.
Zusätzliche Informationen
Albert Camus wurde am 07. November 1913 in Mondovi (Algerien) geboren.
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