Albert Camus

 4.1 Sterne bei 1,568 Bewertungen
Autor von Der Fremde, Die Pest und weiteren Büchern.
Albert Camus

Lebenslauf von Albert Camus

Albert Camus gehört zu den bekanntesten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts und wird der Strömung des Existenzialismus zugeordnet. Während seiner Schulzeit erkrankte er an Tuberkulose und verbringt Monate in einem Sanatorium. Nach seinem Abitur studiert Albert Camus Philosophie an der Universität in Algier. 1934 heiratete er die extravagante und morphinsüchtige Simone. 1935 trat Albert Camus der kommunistischen Partei bei und gründete 1936 das Theater der Arbeit. 1936 trennte er sich auch von seiner Frau Simone, da diese ihn betrog, um sich Morphium zu beschaffen. 1936 / 1937 wurden für Albert Camus die Jahre der privaten und politischen Enttäuschungen und dieser Zeit begann er auch seinen ersten Roman zu schreiben, den Albert Camus allerdings nicht vollendete (La Mort heureuse). Albert Camus wurde als Schriftsteller durch seinen Roman „Der Fremde“ 1942/43 – dieser Roman wurde verfilmt – und dem Essay "Der Mythos von Sisyphos" bekannt. 1944 lernten sich Albert Camus und Jean-Paul Sartre kennen und inspirierten sich gegenseitig. Dieses Bündnis hielt jedoch nur kurz, der Auslöser war ein heftiger Streit über das Essay „Der Mensch in der Revolte“ (1951). 1957 erhielt Albert Camus für sein schriftstellerisches Schaffen den Nobelpreis für Literatur. Am 4. Januar 1960 kam er durch einen Verkehrsunfall bei Villeblevin ums Leben.

Alle Bücher von Albert Camus

Sortieren:
Buchformat:
Der Fremde

Der Fremde

 (511)
Erschienen am 02.01.2010
Die Pest

Die Pest

 (414)
Erschienen am 01.06.1997
Der Fall

Der Fall

 (127)
Erschienen am 02.01.2010
Der Mythos des Sisyphos

Der Mythos des Sisyphos

 (110)
Erschienen am 02.06.2000
Der erste Mensch

Der erste Mensch

 (64)
Erschienen am 02.01.2010
Der Mensch in der Revolte

Der Mensch in der Revolte

 (27)
Erschienen am 01.03.1996
Dramen

Dramen

 (15)
Erschienen am 13.11.2009
Jonas oder der Künstler bei der Arbeit

Jonas oder der Künstler bei der Arbeit

 (11)
Erschienen am 01.06.2013

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Albert Camus

Neu
pardens avatar

Rezension zu "Der Fremde" von Albert Camus

Albert Camus erster Roman...
pardenvor 5 Monaten

ALBERT CAMUS ERSTER ROMAN...

Die Geschehnisse des Romans werden geschildert aus der Sicht des Hauptcharakters Meursault, einem etwa dreißigjährigen französischen Büroangestellten in Algerien, der eher zurückgezogen lebt. Meursault erschießt an einem heißen Tag am Strand einen jungen Araber, landet vor Gericht und wird dort schließlich zum Tode verurteilt - weniger für die Tat an sich als eher für seine offensichtliche Gleichgültigkeit, die sich nicht nur auf den Tod des Arabers bezieht, sondern auf alle Ereignisse in Meursaults Leben.

Der Roman besteht aus zwei etwa gleich langen Teilen: Der erste schildert die Ereignisse vor der Tat - die Beerdigung von Meursaults Mutter, der Beginn einer Liaison mit einer ehemaligen Kollegin, die Begegnung mit einzelnen Nachbarn - und das Verbrechen selbst, der zweite den Gerichtsprozess und Meursaults Gefängnisaufenthalt mit dem bangen Warten auf seine Hinrichtung.

Nüchtern, distanziert, gleichgültig - so kann Meursaults Grundhaltung wohl am ehesten charakterisiert werden. Ob es sich um ein Mittagessen handelt, ein Gespräch mit dem Chef, der ihm eine berufliche Veränderung in Aussicht stellt, den Tod seiner Mutter oder aber den Schuss auf den Araber - alles erscheint gleichsam unbedeutend in den Augen des jungen Franzosen. Noch dazu ist Meursault gnadenlos ehrlich, beschönigt, verschweigt und leugnet nichts und heuchelt keine Reue, die er nicht empfindet.

Inhalt und Form erfahren durch die Art des Schreibens eine große Übereinstimmung. Meursault selbst spricht nicht viel - wenn es nichts zu sagen gibt, dann schweigt er. Genauso erzählt Camus auch die Geschichte: kein Wort erscheint hier zu viel, die Sätze meist kurz gehalten. Die Gleichgültigkeit als zentrales Motiv spiegelt sich ebenfalls in der Art der Erzählung wider - sehr neutral und distanziert wird hier berichtet, so dass der Leser kaum eine Möglichkeit erhält, sich dem Geschehen und dem Hauptcharakter wirklich zu nähern.


"Und doch war etwas anders geworden (...) Als könnten die in den Sommerhimmel gezeichneten vertrauten Wege genauso gut ins Gefängnis wie in unschuldigen Schlaf führen." (S. 127)


'Der Fremde' ist Albert Camus erster Roman, den er 1942 im besetzten Frankreich veröffentlichte, wo das Buch sogleich große Aufmerksamkeit erhielt. Es fiel wohl  passend in eine Zeit, in der  angesichts von Diktatur, Krieg und Zerstörung keine Antworten mehr auf Sinnfragen gefunden werden konnten. Tatsächlich gilt dieser Roman als eines der Hauptwerke des Existenzialismus. Das Absurde der menschichen Existenz soll hiermit demonstriert werden - Meursaults nahezu provozierende Gleichgültigkeit und seine Fremdheit in der Welt spiegeln diese Absurdität. Alles ist ohne Bedeutung, ein Einfluss auf das Geschehen kaum möglich, es bleibt nur, alles fatalistisch hinzunehmen - und das möglichst glücklich.


" Als hätte diese große Wut mich vom Bösen geläutert, von Hoffnung entleert, öffnete ich mich angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne zum ersten Mal der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt." (S. 159)


Trostlos wirkte die Lektüre oftmals auf mich, nihilistisch und hinterfragend. Ich will nicht behaupten, die Idee des Existezialismus wirklich durchdrungen und verstanden zu haben, aber den Tod des Menschen als das einzig Sichere im Leben zu sehen und damit alle Leben gleichermaßen als bedeutungslos zu deklarieren, ist schon eine verstörende Sichtweise. Meursault jedenfalls begreift zuletzt, dass es daher keine Rolle spielt, ob er in jungen Jahren stirbt oder erst wenn er alt ist - und dadurch ist es ihm letztlich möglich, sein Schicksal ruhig anzunehmen.

Trotz seines geringen Umfangs ist dieser philosophisch durchdrungene Roman nicht einfach zu lesen - aber auf eine besondere Art doch beeindruckend.


© Parden

Kommentare: 5
14
Teilen
Schluffs avatar

Rezension zu "Die Pest" von Albert Camus

die Pest
Schluffvor 6 Monaten

Weltliteratur hin oder Weltliteratur her, Camus konnte mich mit seinem Buch nicht überzeugen. Genausowenig wie die Kritiker die mit ihren Konstruktionen eine große Sache daraus machen. Das vermittelte Bild "nur wer gut ist überlebt" ist schon fast genauso faschistisch wie diejenigen auf Camus Pranger. Leider gibt es zu wenig Literatur darüber was die Pest mit den Menschen während der großen Epidemien in Europa gemacht hat. Wer aber genug Phantasie hat kann den fatalen Vergleich mit der Besetzung Frankreichs kaum nachempfinden.

Kommentieren0
5
Teilen
Ulenfluchts avatar

Rezension zu "Die Pest" von Albert Camus

Aktuell wie nie
Ulenfluchtvor 10 Monaten

Die Pest gilt im Abendland als ausgerottet. Denken wir. Aber was würde passieren, wenn sie eines Tages in einer Stadt wieder ausbrechen würde, ganz unerwartet, und nicht nur Menschen dahinrafft, sondern die Überlebenden auch verändert? Genau das findet Albert Camus in diesem Werk heraus. Natürlich ist klar, dass diese Krankheit nur vordergründig die ist, als die sie sich ausgibt. Die Pest kann alles sein, vor allem aber Faschismus und Okkupation, vergiftetes Denken, Hass.


Schritt für Schritt zeigt Camus auf, wie es zu einem solchen Ausbruch kommt und was die Menschen daraus machen. Wen die Angst zerfrisst, wen die Zeit der Pest befreit, wer davor durch was geschützt ist. Die Handlung ist denkbar simpel, entscheidend sind die vielen kleinen und großen Beobachtungen des Chronisten. Im Angesicht des drohenden Todes müssen die Bewohner von Oran sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Sie müssen herausfinden, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet und stehen immer wieder vor der Herausforderung der Machtlosigkeit und der Frage nach dem Warum. Warum stirbt ein unschuldiges Kind auf brutale Weise an dieser Krankheit und was macht das mit denen, die ihm dabei zuschauen? Fest steht: Am Ende bleibt niemand unberührt und jeder entlarvt sein Denken bis aufs Äußerste.


Camus ist ein Könner. Keiner, der verschwurbelte Gedanken möglichst anspruchsvoll und kompliziert darstellen will, um intellektuell zu wirken. Seine Sprache ist herrlich klar, ohne den Anspruch seines Denkens außer Acht zu lassen. Trotz der literarischen Einfachheit ist die Philosophie dahinter harter Tobak. Genau richtig für die Zeiten, in denen wir leben. Die veränderte politische Landschaft, die gesellschaftliche Realität. Man könnte sich nur wünschen, dass mehr Menschen dieses Buch lesen, doch diese Hoffnung ist vergebens. Jene, an die es sich eigentlich richtet, werden es nicht verstehen. Das ist der Kritikpunkt an diesem Buch: Der weitsichtige und kluge Camus hat nicht damit gerechnet, dass die Welt Jahrzehnte nach seinem Tod seine Philosophie noch brauchen könnte und dass diese Welt nicht mehr fähig ist, verschlüsselte Botschaften zu verstehen.


Bei aller Tiefe und innerer Zerrissenheit, die dieser Roman – der keiner sein will – ausdrückt, so scheint auch immer wieder durch, welch ein Poet Camus war. Dass er auch die Schönheit in kleinen Dingen wahrnehmen und in zärtliche Worte gießen konnte. Ein Bad im Meer. Die Liebe zu einer abwesenden Frau. Darum ist Die Pest auch nicht nur ein mahnendes und kritisches Werk, sondern auch ein lebensbejahendes, das einen bisweilen glauben lässt, dass alles nicht so schlimm ist. Ja, genau das möchte man trotz allem glauben: Dass alles gut wird. Dass der Mensch nicht nur homini lupus ist, sondern auch homini deus. Dass er auch gut ist und Gutes leisten kann.


Die Pest ist äußerst verblüffend. Zum Wiederlesen verblüffend.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
docetens avatar


Advent, Advent, ein Lichtlein brennt! Was ist das Schönste an Weihnachten? Natürlich das freudige Leuchten in den Augen der Liebsten, die man gerade mit dem richtigen Geschenk beschenkt hat. LovelyBooks macht Freude schenken jetzt ganz einfach: wir verlosen in jeder Adventswoche weihnachtliche Buchgeschenke für deine Freunde oder Familienmitglieder!

So kannst du mitmachen: Sag uns, wem du dieses Buch schenken möchtest und warum dieser Mensch so toll ist, dass wir ihn unbedingt für dich beschenken müssen.

Sollten wir deinen Beitrag auslosen, schicken wir ein schön verpacktes Weihnachtsgeschenk mit dem Buch, süßen Leckerein, kleinen Überraschungen und deiner Grußbotschaft auf den Weg zu deinem Wunsch-Beschenkten.

1. Advent: 'Jonas oder der Künstler bei der Arbeit'
von Albert Camus

Zusammen mit der Büchergilde verlosen wir 5x weihnachtliche Buchgeschenke mit der wunderschön gestalten Graphic Novel "Jonas oder der Künstler bei der Arbeit" von Albert Camus und Katia Fouquet.

Zum Inhalt des Buches:
Jonas ist ein glücklicher Mensch. Als seine Kunst immer mehr Anerkennung findet, sieht er sich zunehmend von seinem Alltag bedrängt und überfordert und versagt bei der Arbeit. Er zieht sich in einen Verschlag zurück, um das eine große Kunstwerk zu schaffen. Katia Fouquet seziert das Leben des Künstlers und fängt seine zunehmende Beengung eindrucksvoll ein. Im Wechsel zwischen Außen- und Innenperspektive schafft sie dabei einen Bogen zwischen Comic, Kunstkatalog und Skizzenbuch. 



Du hast bei der Auslosung kein Glück gehabt oder möchtest dir das Buch selbst zu Weihnachten schenken? Die Graphic Novel gibt es im → Shop der Büchergilde oder im Buchhandel.

Über die Büchergilde
Du liebst Bücher? Also richtige Bücher, die so schön und aufwändig gestaltet sind, dass du sie nicht mehr aus der Hand legen möchtest? Dann musst du unbedingt ein Blick in den → Katalog der Büchergilde werfen.

Die Büchergilde ist eine Buchgemeinschaft leidenschaftlicher Enthusiasten, die sich der einzigartigen Buchgestaltung von anspruchsvollen und spannenden Titeln verschrieben hat. Viele literarische Schmuckstücke - auch "Jonas oder der Künstler bei der Arbeit - gibt es zum Sonderpreis nur für → Mitglieder der Büchergilde.


Haserls avatar
Letzter Beitrag von  Haserlvor 5 Jahren
Ich Gratuliere :o)
Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Albert Camus wurde am 07. November 1913 in Mondovi (Algerien) geboren.

Community-Statistik

in 1,648 Bibliotheken

auf 141 Wunschlisten

von 64 Lesern aktuell gelesen

von 48 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks