Albert Camus Der Fall

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Inhaltsangabe zu „Der Fall“ von Albert Camus

'Wenn die Zuhälter und Diebe immer und überall verurteilt würden, hielten sich ja alle rechtschaffenen Leute ständig für unschuldig! Und meiner Meinung nach muss gerade das verhindert werden.' In einer atemberaubenden Beichte bekennt ein im Amsterdamer Hafenviertel untergetauchter Staranwalt Selbstgefälligkeit und Opportunismus als Triebfedern seines einstigen Rechtsbewusstseins. Für diesen Roman erhielt Albert Camus den Nobelpreis.

Gnadenlos ehrlicher Blick in die Tiefen der Psyche. Niederschmetternd.

— loveisfriendship
loveisfriendship

Camus goes Kafka.

— MichaelBeisteiner
MichaelBeisteiner

Ein Buch, welches man desöfteren abschnittsweise zitieren kann. Mein häufigst gelesenes Buch. So um die fünfmal.

— Anfangs-verdacht
Anfangs-verdacht

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  • Kleines Werk mit großer Wirkung

    Der Fall
    Makollatur

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:26

    Dieser im Jahr 1957 veröffentlichte schmale Band enthält die Lebensgeschichte des Pariser Anwalts Johannes Clamans. Im Stil eines Gesprächs gibt er sich in einem Zeitraum von fünf Tagen einem fiktiven Dialogpartner im Amsterdamer Hafenviertel zu erkennen. Geschildert werden der kometenhafte Aufstieg des jungen Mannes in der Pariser Gesellschaft, begünstigt durch ein Wesen, dass durch Eigenliebe, Opportunismus und einen Mangel von Empathie gekennzeichnet ist. Durch seine Zeugenschaft bei einem Suizid einer jungen Frau gerät sein Welt- und Selbstbild ins Schwanken. Er verlässt den eingeschlagenen Weg und hält nun mit Hilfe seiner Selbstanklage den Menschen den moralischen Spiegel vor. Doch ist diese Veränderung nicht durch Läuterung gekennzeichnet, sondern von dem Versuch, sich selbst zu ent- und den Gesprächspartner zu belasten, sodass dieser gezwungen wird, seine eigene Lebensbeichte abzulegen. Camus schafft es, auf knapp 120 Seiten eine große Menge von Themen anzusprechen. Liebe, Glaube und Gemeinschaft bilden hier die Pfeiler der Argumentation, welche den Leser nachdenklich und betroffen zurücklässt. Dass der Autor hierfür den Nobelpreis erhielt, ist mehr als nachvollziehbar. Ein Muss für jeden, der sich für die Triebfedern menschlichen Handelns und des "Pudels Kern" der Gesellschaft interessiert.

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  • Rezension zu Albert Camus "Der Fall"

    Der Fall
    marcelsarman

    marcelsarman

    10. September 2014 um 23:09

    Ein französischer Anwalt erzählt in einer Amsterdamer Hafenkneipe einem interessiertem Zuhörer seine Lebensgeschichte und erläutert seine Ansichten. Der Anwalt war in seinem Berufsleben sehr erfolgreich, besonders gerne befand er sich auf der "richtigen" Seite, um vermeintlich Unschuldigen zu ihrem Recht zu verhelfen. Er beschreibt sich selbst als sehr hilfsbereiten und sozialen Menschen. Er hat mehr erreicht als der "gewöhnliche Streber", weil er mit seinem Einsatz für unschuldig Verdächtigte menschliche Anerkennung gewinnt, die mit materiellen Gütern nicht aufzuwiegen ist. Er führt ein glückliches und zufriedenes Freizeit- und Berufsleben, das nur mit einem Makel behaftet ist. Laut eigener Aussage ist nicht Menschenfreundlichkeit, sondern Eitelkeit die Triebfeder seines Handelns. Er möchte für seine Umwelt als guter Mensch dastehen, ob dies tatsächlich zutrifft ist eher sekundär. Eines Tages sieht er wie eine Frau in die Seine springt und Selbstmord begeht die Todesschreie dieser Frau verfolgen ihn noch lange. Der vermeintlich charakterfeste und vorbildliche Anwalt entpuppt sich im verlauf seines Berichtes als triebgesteuerter Hedonist und Zyniker. Bewertung: Das Buch enthält interessante Denkmuster und Verhaltensweisen, die einem von sich selbst oder seinen Mitmenschen bekannt sind. Der Ich-Erzähler schweift aber teilweise gewaltig ab und gerät ins schwadronieren. Außerdem sind die Gedanken teilweise sehr verschachtelt formuliert. Mir hat "Der Fremde" von Camus sehr gut gefallen, dieses Buch ist mir zu kompliziert geschrieben und in manchen Teilen zu langweilig, deshalb nur 3 Sterne.

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  • Rezension zu "Der Fall" von Albert Camus

    Der Fall
    kleinechaotin

    kleinechaotin

    Das Buch war für mich anfänglich eine Herausforderung.. Albert Camus schreibt in Form von einem inneren Monolog und es zieht sich.. aber ich muss sagen, dass das Buch eine eigenartige Faszination in sich trägt.. ich kann sie zwar nicht zuordnen, aber es war gar nicht soooo übel zu lesen!

    • 3
    kleinechaotin

    kleinechaotin

    02. September 2014 um 20:25
    franzzi schreibt Es liegt ganz weit oben auf meiner To-Read-List, zusammen mit der Pest. Schade, dass Deine Rezi so vage ist, hätte gern mehr erfahren, wie Du zu Deinem Urteil gelangt bist.

    Ich hatte damals nur ne Meinung und keine Rezensionen geschrieben *peinlich* - ist halt auch schon wieder 5 Jahre her.. Wenn es sich zeitlich ausgeht, werde ich die Rezensionen peu á peu ...

  • Rezension zu "Der Fall" von Albert Camus

    Der Fall
    Sokrates

    Sokrates

    13. May 2011 um 08:37

    Das Buch - mit dem Camus den Nobelpreis gewann - konnte mich überhaupt nicht überzeugen. In einer Bar trifft der für den Leser anonym bleibenden Zuhörer auf Anwalt , der ihm freimütig aus seiner Arbeit erzählt. Er spricht über den Sinn seiner Arbeit, den Sinn von Strafe, die - so meint er - Notwendigkeit von Verbrechern, um die allgemeine Norm zu wahren. Camus gestaltet sein Buch als langen, fortwährenden Monolog des Anwalts; Reaktionen des Zuhörers werden nicht eingebunden. - Mich hat der Roman schon nach knapp 30 Seiten irgendwie gelangweilt. Eine wirklich wichtige und nachvollziehbare Botschaft wollte sich nicht herauskristallisieren; in Ansätzen sind Existenzialismus und Nihilismus - die Camus klassischerweise verkörperte - sichtbar, kommen aber nicht in der Perfektion zum Tragen wie bspw. im 'Mythos von Sisyphos'. 'Der Fall' bleibt 'lahm', mit einem Hang zur Bedeutungsschwere, der aber nicht erfüllt werden kann. Deshalb für mich eine enttäuschende Lektüre, insbesondere ein enttäuschender Klassiker von Camus.

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  • Rezension zu "Der Fall" von Albert Camus

    Der Fall
    BertieWooster

    BertieWooster

    11. February 2010 um 09:33

    Man stelle sich vor, man geht als Tourist in eine Bar in Amsterdam, um sich dort vielleicht von einer anstrengenden Besichtigungstour zu erholen oder einfach um sich zu amüsieren. Auf einmal lädt einen dort ein etwas heruntergekommener Herr zu einem Glas Wacholder (einem geistigem Getränk) ein. Als höflicher Mensch sagt man nicht nein. Der Gastgeber beginnt nun seine Lebensgeschichte zu erzählen, wie es ihn, einen erfolgreichen pariser Rechtsanwalt, nach Amsterdam verschlagen hat. Zunächst denkt man, was für ein Schwätzer, wenn er von seinem Leben in Paris erzählt, von einem Leben als „Gutmensch“, der sich bemüht stets höflich und zuvorkommend zu sein. Ja mehr noch er möchte mit guten Taten glänzen, wenn er Blinden über die Straße hilft, auch wenn er dabei andere dabei wegdrängen muss. So ist es mir am Anfang von Albert Camus Buch „Der Fall“ gegangen. Als Leser wird man in die Rolle des Zuhörers von Johannes Clamans Geschichte. Aber bald gerät man in den Bann seiner Erzählung, denn gibt es nicht die ein oder andere Parallele zur eigenen Lebensgeschichte? Eigentlich hätte Clamans mit seinem Leben in Paris zufrieden sein können. Er beginnt jedoch seine Handlungsweise zu analysieren. Warum macht er das alles? Sein Schluss: purer Egoismus. Die Hilfe für andere, sei es als Rechtsanwalt oder als Blindenführer, macht er nur, um vor anderen im guten Licht zu erscheinen. Dies ist jedoch noch nicht der Grund für den Fall, sondern soll lediglich die Höhe des Falls anschaulich machen. Er hat also ein „perfektes Leben“, er hält sich fast für unverwundbar, er könnte alles erreichen, wenn er nur möchte. Dann geschieht jedoch ein Vorfall, der gerade zeigt, dass er nicht unverwundbar ist. Dies ist ein Auslöser noch mehr über sich und sein handeln nachzudenken. Vielleicht befindet er sich ja auch in einer Mitt-Lebens-Krise. Ein Frage steht im Raum, die er aber nicht laut ausspricht. Was ist eigentlich der Sinn seines Lebens? Ist es die Liebe, die Ausschweifung, die Freiheit? Alles wird von Clamans erörtert, bis er für sich zu einer Lösung kommt, er wird Buß-Richter. Was das ist? Das erfährt der Leser erst zum Schluss des Buchs, mit noch einer überraschenden Aufklärung über den Sinn seiner Erzählung. Das Buch ist die Roman-Form des Essays vom „Mythos des Sisyphos oder ein Versuch über das Absurde“. Camus gelingt es, dass man durch die Erzählung Clamans sein eigenes Leben zu überdenken beginnt. Eine „Selbsterkenntnis“, wie sie Clamans erfährt, muss jedoch nicht notwendigerweise dazu führen, dass man selbst zum Buß-Richter werden muss. Der Rowohlt-Verlag hat nur eine schöne kleine Sonderausgabe dieses Romans herausgebracht, ideal zum Lesen im Zug aber auch im Café oder wo anders. Es bleibt die Frage ist der Gorilla an der Bar in Amsterdam vielleicht wirklich einer?

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  • Rezension zu "Der Fall" von Albert Camus

    Der Fall
    glowinggloom

    glowinggloom

    18. January 2009 um 16:20

    Das Werk ist in einem Monolog-Stil verfaßt, der mir sehr trocken vorkommt.Es geht um einen Pariser Rechtsanwalt, einen geniale Kopf und Menschenfreund, der schließlich feststellt, daß sein soziales Engagement nur auf Selbstgefälligkeit beruht. Er geht nach Amsterdam und erklärt sich zum sogenannten Buß-Richter. Er erzählt anderen von seiner Schuld, und meint sich dadurch das Recht zu erwerben, diesen ihre Schuld vorwerfen zu können.Ob ich die Thematik verstanden habe, bin ich mir nicht sicher, habe aber den Verdacht, daß ich diesen intellektuellen Höhenflug nicht mag. Laut Klappentext hat Camus den Literatur-Nobelpreis für dieses Werk erhalten.

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