Die Pest

von Albert Camus 
4,1 Sterne bei411 Bewertungen
Die Pest
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Positiv (318):
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nicht mein Ding

Kritisch (18):

Seit einem Jahr liegt es auf meinem Nachttisch und ich komme wegen mangelnder Spannung einfach nicht voran...

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Inhaltsangabe zu "Die Pest"

Vorwort 1. Autor: Leben und Werk 1.1 Biografie 1.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund 1.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken 2. Textanalyse und -interpretation 2.1 Entstehung und Quellen 2.2 Inhaltsangabe 2.3 Aufbau 2.4 Personenkonstellation und Charakteristiken 2.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen 2.6 Stil und Sprache 2.7 Interpretationsansätze 3. Themen und Aufgaben 4. Rezeptionsgeschichte 5. Materialien Literatur

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783498009045
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:349 Seiten
Verlag:Rowohlt
Erscheinungsdatum:01.06.1997
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.01.2003 bei Patmos erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Schluffs avatar
    Schluffvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: nicht mein Ding
    die Pest

    Weltliteratur hin oder Weltliteratur her, Camus konnte mich mit seinem Buch nicht überzeugen. Genausowenig wie die Kritiker die mit ihren Konstruktionen eine große Sache daraus machen. Das vermittelte Bild "nur wer gut ist überlebt" ist schon fast genauso faschistisch wie diejenigen auf Camus Pranger. Leider gibt es zu wenig Literatur darüber was die Pest mit den Menschen während der großen Epidemien in Europa gemacht hat. Wer aber genug Phantasie hat kann den fatalen Vergleich mit der Besetzung Frankreichs kaum nachempfinden.

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    Ulenfluchts avatar
    Ulenfluchtvor 8 Monaten
    Aktuell wie nie

    Die Pest gilt im Abendland als ausgerottet. Denken wir. Aber was würde passieren, wenn sie eines Tages in einer Stadt wieder ausbrechen würde, ganz unerwartet, und nicht nur Menschen dahinrafft, sondern die Überlebenden auch verändert? Genau das findet Albert Camus in diesem Werk heraus. Natürlich ist klar, dass diese Krankheit nur vordergründig die ist, als die sie sich ausgibt. Die Pest kann alles sein, vor allem aber Faschismus und Okkupation, vergiftetes Denken, Hass.


    Schritt für Schritt zeigt Camus auf, wie es zu einem solchen Ausbruch kommt und was die Menschen daraus machen. Wen die Angst zerfrisst, wen die Zeit der Pest befreit, wer davor durch was geschützt ist. Die Handlung ist denkbar simpel, entscheidend sind die vielen kleinen und großen Beobachtungen des Chronisten. Im Angesicht des drohenden Todes müssen die Bewohner von Oran sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Sie müssen herausfinden, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet und stehen immer wieder vor der Herausforderung der Machtlosigkeit und der Frage nach dem Warum. Warum stirbt ein unschuldiges Kind auf brutale Weise an dieser Krankheit und was macht das mit denen, die ihm dabei zuschauen? Fest steht: Am Ende bleibt niemand unberührt und jeder entlarvt sein Denken bis aufs Äußerste.


    Camus ist ein Könner. Keiner, der verschwurbelte Gedanken möglichst anspruchsvoll und kompliziert darstellen will, um intellektuell zu wirken. Seine Sprache ist herrlich klar, ohne den Anspruch seines Denkens außer Acht zu lassen. Trotz der literarischen Einfachheit ist die Philosophie dahinter harter Tobak. Genau richtig für die Zeiten, in denen wir leben. Die veränderte politische Landschaft, die gesellschaftliche Realität. Man könnte sich nur wünschen, dass mehr Menschen dieses Buch lesen, doch diese Hoffnung ist vergebens. Jene, an die es sich eigentlich richtet, werden es nicht verstehen. Das ist der Kritikpunkt an diesem Buch: Der weitsichtige und kluge Camus hat nicht damit gerechnet, dass die Welt Jahrzehnte nach seinem Tod seine Philosophie noch brauchen könnte und dass diese Welt nicht mehr fähig ist, verschlüsselte Botschaften zu verstehen.


    Bei aller Tiefe und innerer Zerrissenheit, die dieser Roman – der keiner sein will – ausdrückt, so scheint auch immer wieder durch, welch ein Poet Camus war. Dass er auch die Schönheit in kleinen Dingen wahrnehmen und in zärtliche Worte gießen konnte. Ein Bad im Meer. Die Liebe zu einer abwesenden Frau. Darum ist Die Pest auch nicht nur ein mahnendes und kritisches Werk, sondern auch ein lebensbejahendes, das einen bisweilen glauben lässt, dass alles nicht so schlimm ist. Ja, genau das möchte man trotz allem glauben: Dass alles gut wird. Dass der Mensch nicht nur homini lupus ist, sondern auch homini deus. Dass er auch gut ist und Gutes leisten kann.


    Die Pest ist äußerst verblüffend. Zum Wiederlesen verblüffend.

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    J
    jannis1967vor einem Jahr
    ein sehr schöner, ernster und humaner Roman

    Ein sehr schöner, ernster und  humaner Roman.

    Anspruchsvoll, aber nicht anstrengend.

    Besonders hervorhebend ist die philanthropische Seite der Geschichte.

    Sehr empfehlenswert.  

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    HelloBs avatar
    HelloBvor 2 Jahren
    Ein intelligentes Buch, was bei mir Lust auf mehr Camus gemacht hat.

    Im Jahr 194... hat eine schreckliche Plage die algerische Stadt Oran fest im Griff. Zuerst ist es nur eine, dann werden es immer mehr, die Ratten die aus ihren Schlupfwinkeln hervor kriechen und auf Straßen und in Hauseingängen sterben. 
    Die sterbenden Ratten werden von den Bürgern zunächst mehr staunend als beunruhigt zu Kenntnis genommen. Bald darauf erkranken die Einwohner an der Pest. 
    Immer mehr Menschen sterben. Die Stadt wird abgeriegelt, Liebespaare werden getrennt, die Versorgung wird schlechter, die Friedhöfe reichen nicht mehr aus, Besucher sitzen fest, Flucht wird unmöglich. Hilflos macht sich die Stadt langsam der Tatsache bewusst, dass sie machtlos gegenüber dieser Epidemie ist. 
    Wie lebt man in solch einer Situation? Was fühlt man? Was bedeuten Liebe und Freundschaft und Solidarität in diesen Zeiten?
    Sei es die Sinnfrage der menschlichen Existenz, die Frage nach Glauben und Gerechtigkeit, nach dem was wichtig ist und dem, was wichtiger sein sollte. Alles wird mit fortlaufender und detaillierter Beschreibung der Entwicklungen der Pest ausgebreitet.
    Der Protagonist ist dabei der Arzt Dr. Rieux, welcher den Leser durch seine Erlebnisse jedem Schritt der Epidemie näher bringt. 
    Insgesamt fand ich das Buch wirklich sehr gut, da man die verschiedenen Reaktionen von Menschen auf die Pest sehen kann. Manchmal war es sogar lustig ^_^
    Was mir intensiv in Erinnerung geblieben ist, ist die Menschlichkeit des Arztes Rieux, das reine Mitgefühl mit dem Einzelnen, seine Liebe zu den Menschen und der leidenschaftliche Unwille so etwas als Schicksal oder gar, wie der Pater erklärt, als Strafe Gottes zu sehen, sondern es als schrecklichen sinnlosen Zufall anzunehmen.
    Ein intelligentes Buch, was bei mir Lust auf mehr Camus gemacht hat.

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    littleowls avatar
    littleowlvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Anspruchsvoll, weise und beklemmend! Ein Roman, der einen so schnell nicht wieder los lässt.
    Die Pest

    Worum geht’s?

    Als der Arzt Rieux in seinem Hausflur eine tote Ratte findet, denkt er sich zunächst nichts weiter dabei. Doch als plötzlich immer mehr Rattenleichen auftauchen, geraten die Einwohner der französisch-algerischen Kleinstadt Oran allmählich in Panik. Dabei sind die toten Tiere nur ein Vorbote der wahren Katastrophe: Von heute auf morgen bricht in der Stadt die Pest aus, obwohl die Krankheit schon lange als ausgestorben gilt. Bald steht Oran unter strenger Quarantäne und ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten, der Alltag gerät völlig aus den Fugen. Während immer mehr Menschen an der Pest sterben, gehen die Bewohner ganz unterschiedlich mit der Ausnahmesituation um.

    Meine Meinung

    Camus‘ Romane, für die er 1957 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, gehören zweifellos zu den ganz großen Klassikern der Weltliteratur. Hinter seinen Werken steht eine ganze, komplexe Philosophie, über die ich persönlich aber nicht viel weiß. Wahrscheinlich ist „Die Pest“ eines dieser Bücher, bei denen man ein bisschen literaturtheoretisches und philosophisches Hintergrundwissen braucht, um sie wirklich wertschätzen zu können. Trotzdem hat es auch mich als Nicht-Literaturwissenschaftlerin bewegt und zum Nachdenken angeregt: Sehr eindringlich schreibt Camus im Grunde über die menschliche Natur insgesamt und das Verhalten einer modernen Gesellschaft im Katastrophenfall.

    Ich war mir nicht sicher, was mich bei diesem Buch erwartet, der Einstieg ist mir jedoch überraschend leicht gefallen. Die Geschichte beginnt spannend, allerdings ist mir schnell klar geworden, dass das hier nicht die Art von fesselndem Roman ist, die man in einem Rutsch durchliest. Ganz im Gegenteil, das Tempo der episodenhaft erzählten Handlung ist eher langsam, und das ist auch ganz gut so. Ich habe für meine Verhältnisse lange an diesem Buch gelesen, weil ich immer wieder Pausen gemacht habe, um besonders eindrückliche Passagen verarbeiten zu können.

    Camus‘ Schreibstil ist an sich eher schnörkellos, aber sehr ausdrucksstark und voll versteckter Symbolik. Beeindruckend fand ich, dass der Autor, gerade um tragische und hochemotionale Ereignisse zu beschreiben, die distanzierte, sachliche Sprache der Bürokratie wählt. Sehr geschickt spielt Camus mit unterschiedlichen Perspektiven und lässt den Erzähler aus „Aufzeichnungen“ von Augenzeugen zitieren, um dem Bericht einen Anschein von Objektivität zu geben. In diesem Roman steckt sicherlich das geballte Können eines genialen Autors, trotzdem bin ich mit dem Schreibstil nicht hundertprozentig zurechtgekommen. Die förmliche Sprache hat es mir etwas schwer gemacht, mich mit den Figuren zu identifizieren und mich ihnen nahe zu fühlen. Außerdem hatte ich beim Lesen nicht wirklich ein Bild der Kleinstadt vor Augen, dabei sind Schauplätze für mich sehr wichtig, um in einen Roman eintauchen zu können.

    Fazit

    Ein beeindruckender, vielschichtiger Roman über die menschliche Natur und die moderne Gesellschaft im Ausnahmezustand. „Die Pest“ gilt zurecht als Meisterwerk, allerdings lag mir persönlich Camus‘ Schreibstil nicht so ganz.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Ein intelligentes Buch, was bei mir Lust auf mehr Camus gemacht hat.

    Im Jahr 194... hat eine schreckliche Plage die algerische Stadt Oran fest im Griff. Zuerst ist es nur eine, dann werden es immer mehr, die Ratten die aus ihren Schlupfwinkeln hervor kriechen und auf Straßen und in Hauseingängen sterben. 
    Die sterbenden Ratten werden von den Bürgern zunächst mehr staunend als beunruhigt zu Kenntnis genommen. Bald darauf erkranken die Einwohner an der Pest. 




    Immer mehr Menschen sterben. Die Stadt wird abgeriegelt, Liebespaare werden getrennt, die Versorgung wird schlechter, die Friedhöfe reichen nicht mehr aus, Besucher sitzen fest, Flucht wird unmöglich. Hilflos macht sich die Stadt langsam der Tatsache bewusst, dass sie machtlos gegenüber dieser Epidemie ist. 
    Wie lebt man in solch einer Situation? Was fühlt man? Was bedeuten Liebe und Freundschaft und Solidarität in diesen Zeiten?
    Sei es die Sinnfrage der menschlichen Existenz, die Frage nach Glauben und Gerechtigkeit, nach dem was wichtig ist und dem, was wichtiger sein sollte. Alles wird mit fortlaufender und detaillierter Beschreibung der Entwicklungen der Pest ausgebreitet.
    Der Protagonist ist dabei der Arzt Dr. Rieux, welcher den Leser durch seine Erlebnisse jedem Schritt der Epidemie näher bringt. 
    Insgesamt fand ich das Buch wirklich sehr gut, da man die verschiedenen Reaktionen von Menschen auf die Pest sehen kann. Manchmal war es sogar lustig ^_^
    Was mir intensiv in Erinnerung geblieben ist, ist die Menschlichkeit des Arztes Rieux, das reine Mitgefühl mit dem Einzelnen, seine Liebe zu den Menschen und der leidenschaftliche Unwille so etwas als Schicksal oder gar, wie der Pater erklärt, als Strafe Gottes zu sehen, sondern es als schrecklichen sinnlosen Zufall anzunehmen.
    Ein intelligentes Buch, was bei mir Lust auf mehr Camus gemacht hat.

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    SicaUees avatar
    SicaUeevor 2 Jahren
    [Rezension] "Die Pest" - ein philosophischer Klassiker

    Da zeigt es sich mal wieder, dass man nicht über einen Autor urteilen sollte, wenn man nur ein Buch von ihm gelesen hat. Letztes Jahr hatte ich „Der Fremde“ von Albert Camus gelesen und fand es furchtbar, es war eins meiner Flops. Daher zögerte ich die Lektüre von „Die Pest“ hinaus, zu Unrecht, wie sich nun zeigt. Allerdings habe ich inzwischen auch „Der Fall“ gelesen und fand das nur mittelmäßig, also ist das Kapitel Camus damit für mich erst einmal abgeschlossen.

    Aber zur „Pest“. Nur mal so nebenbei: ich finde es wirklich lustig, über dieses Buch zu reden: 'als nächstes nehme ich mir die Pest vor' oder 'ich habe die Pest durch', ja, so bin ich. Über solche Dinge kann ich mich stundenlang amüsieren...

    Kommen wir zum Inhalt. In den 1940er Jahren bricht in Oran, einer algerischen Stadt, damals französische Kolonie, die Pest aus, die gesamte Stadt wird unter Quarantäne gestellt und während der folgenden Monate, in denen die Pest wütet, begleiten wir mehrere Figuren, die sehr unterschiedlich mit der Situation umgehen. Wichtig sind unter anderem der Arzt Rieux, der Journalist Rambert, der in der Anfangszeit alle Energie in einen Fluchtversuch investiert, weil in Paris seine Frau auf ihn wartet und Tarrou, ein junger Mann, der sich stark engagiert und eine Schutzgruppe aufbaut. Interessant fand ich auch die Figur des Angestellten Grand, der einen Roman schreiben will, aber nie über den ersten Satz hinauskommt, den er aber immer wieder verbessert – auch sehr amüsant.

    Eins fand ich seltsam: Am Anfang des Romans wimmelt die Stadt plötzlich vor Ratten, die aus ihren Löchern gekrochen kommen und sterben. Ich würde ja meinen, dass man da anfangen würde, sich etwas dabei zu denken, zumal die Geschichte im 20. Jahrhundert spielt. Aber selbst als die Ersten erkranken und eindeutig Symptome der Pest zeigen, wird das zunächst verdrängt und nur sehr zögernd gesteht man sich schließlich ein, dass es tatsächlich die Pest ist.

    Alles in allem fand ich „Die Pest“ wirklich gut, es ist für mich das stärkste Werk von Camus, zumindest von den dreien, die ich gelesen habe. Zwar gibt es auch in „Der Pest“ einen eher distanzierten Erzähler, wie auch in „Der Fremde“, aber während Letzterer mir dadurch sehr fremd vorkam, weil ich seine Geschichte nicht nachvollziehen konnte und er so für mich unverständlich blieb. In „Die Pest“ passt dieser Erzählstil, der im Stil eines reflektierten Berichts gehalten ist, mit Einschüben aus verschiedenen anderen Aufzeichnungen, aber sehr gut.

    Wenn ihr euch also für Camus interessiert, dann würde ich euch „Die Pest“ empfehlen (ja, Wortwitz, wie gesagt, ich finde so etwas lustig), ich finde die Geschichte sehr interessant (Tipp: auch der Werkhintergrund ist sehr interessant) und sie versöhnt mich ein wenig mit Camus, auch wenn es das einzige Werk ist, das mir von ihm wirklich zusagt...

    Kommentare: 3
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    dominonavor 4 Jahren
    Wenn die Pest um sich greift...

    Erstaunlich plastisch wird das Aufkommen der Pest geschildert. Der Leser begleitet einen Arzt und nimmt so Anteil an vielen Schicksalen von denen sich die meisten gleichen. Angesichts der Pest kommt es hier und da zu tiefsinnigen Gesprächen über Religion und es existiert sogar ein Charakter, der von der Seuche profitiert. Allerdings überlässt der Protagonist die Meinungsbildung zu einzelnen Entwicklungen lieber dem Leser - meiner Meinung nach ein Pluspunkt.
    Besonders der Beginn hat mir gefallen, man meint, die Ratten vor sich sehen zu können, wie sie zu Hunderten auf die Straße stürzen - eine ganz spezielle Atmosphäre entsteht.

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 4 Jahren
    Der menschliche Teil der Pest

    Oran mitte des 20. Jahrhunderts. Die Stadt wird von der Pest heimgesucht, obwohl diese doch als überwunden galt. Zunächst häufen sich nur die Rattenleichen, doch als diese ausbleiben sterben hunderte, tausende Menschen, sodass die Stadt abgeriegelt wird. Niemand kann hinein oder heraus, alle müssen mit der Isolation, der Gefangenschaft leben. Doktor Rieux gibt mit ein paar Kollegen alles, um die Seuche in den Griff zu kriegen. Doch was in diesem Roman im Vordergrund steht, sind die Menschen, die nicht aus der Stadt herauskommen. Was passiert mit ihnen? Wie verhalten sie sich? Nicht alle sind unglücklich über die Situation...

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    NiWavor 4 Jahren
    Es ist das Leben, sonst nichts.

    In der französich-algerischen Stadt Oran sorgt ein unverständliches Rattensterben für Unruhe. Die toten Nager finden sich in Hauseingängen, auf Straßen und sogar in den Wohnhäusern selbst. Während man anfangs noch Lausbubenstreiche dafür verantwortlich macht, hat es die Stadtverwaltung rasch mit der Entsorgung einer massiven Anzahl an Kadavern zutun.

    Doch die bloße Verwunderung bleibt nicht lange allein und weicht schnell dem allgemeinen Entsetzen. Die elenden Ratten waren die Boten der Pest, die sich über die Stadt an der Küste und ihre Bürger ausbreitet.

    In Camus’ Klassiker „Die Pest“ geht es nicht nur um den Ausbruch und Eindämmungsversuche dieser furchteinflößenden Krankheit, sondern vor allem um gesellschaftliche und zwischenmenschliche Entwicklungen, die durch die Quarantäne einer ganzen Stadt ausgelöst werden.

    Straftäter werden zu beflissentlichen Bürgern, die aufgrund erkrankter oder verstorbener Angestellter eine Aufgabe in der Stadtverwaltung und damit einen Lebenssinn erhalten haben, Prediger sehen die Strafe Gottes, die über einen Sündenpfuhl fegt und ehrliche Bürger, erkennen einen Weg, sich durch das Schmuggeln von Waren aller Art ihren Lebensunterhalt aufzubessern.

    Camus bleibt aber nicht bei Einzelschicksalen, sondern beschreibt die Gesellschaft einer Stadt, die sich zuerst vor dem Entsetzlichen verbirgt, sich daraufhin einer unbändigen Lebenslust hingibt und dann doch zur teilnahmslosen Lethargie übergeht.

    Ich muss gestehen, all diese Aspekte haben mich weniger interessiert und ich hatte mir hier doch dem Titel entsprechend die Beschreibung einer Pestepidemie erwartet, gerade weil sogar ein Arzt als Protagonist gehandelt wird.

    Camus’ wartet hier hingegen mit einer trockenen Gesellschaftsstudie auf, die durch die Worte des Autors nicht besser beschrieben werden könnte:

    „Es ist das Leben, sonst nichts“ (S. 316)

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