Albert Cohen Die Schöne des Herrn

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Inhaltsangabe zu „Die Schöne des Herrn“ von Albert Cohen

»Wenn ich jetzt sagen müsste, welches das schönste Buch ist, was ich in meinem Leben gelesen habe, wäre es dieses.« Elke Heidenreich, SF Literaturclub, 16.10.2012 »Ein verstörender Roman von großer erotischer Kraft ... etwas Kitsch wetterleuchtet darüber hin, was den Genuss keinesfalls beeinträchtigt, ihn sogar erhöht. Im Kern ungeheuerlich: der Untergang des europäischen Judentums gespiegelt in einer verzweifelten Affäre.«  Sibylle Lewitscharoff Der reiche und schöne Solal, jüdischer Diplomat beim Völkerbund, verführt zu Beginn der 30erJahre Ariane, die Frau eines Kollegen. Was als prickelnde Affäre beginnt, wird rasch zu einer beide Partner verschlingenden Passion. Nach den lustvollen und rauschhaften ersten Monaten versuchen Ariane und Solal immer verzweifelter, die Leidenschaft füreinander am Leben zu erhalten. Die anfängliche Lust wird zur Qual. Liebe schlägt um in Eifersucht und Entfremdung. Albert Cohens Meisterwerk ist einer der größten Liebesromane des 20. Jahrhunderts und hat bis heute nichts von seiner Wucht verloren.

Eines der besten Liebesgeschichten der Literaturgeschichte

— DeklePasa
DeklePasa

Ich weiß nicht, ob ich das weiterlesen soll. Stilistisch sehr gut, aber was ein ödes Milieu! Das will ich eigentlich gar nicht näher kennen.

— Schelmuffsky
Schelmuffsky

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  • Eine große Liebesgeschichte

    Die Schöne des Herrn
    DeklePasa

    DeklePasa

    23. April 2015 um 11:25

    Die Schöne des Herrn ist ein Roman, der sich nicht so leicht greifen lässt. Neben der Liebesgeschichte behandelt er eine Vielzahl von weiteren Themen, die sich immer wieder abwechseln. Kaleidoskopartig sind die einzelnen Szenen zusammengesetzt und schaffen so eine ganz besondere Atmosphäre. Immer wieder wird der Leser aus einem Bild herausgegriffen und in ein neues, völlig anderes hineinkatapultiert, in welchem er sich erst einmal zurecht finden muss. Beispielsweise gewährt uns Cohen einen Einblick in das Leben der Genfer Oberschicht, seine staubtrockenen Schilderungen des Bürokratendaseins verlangen dem Leser einiges an Geduld ab, sprühen aber auch vor Witz und Ironie. Für morgenländisch anmutende Szenen sorgen die Auftritte Solals Cousins, aber auch der aufkeimende Antisemitismus findet Platz in diesem Werk. Vor allem aber ist Albert Cohens Die Schöne des Herrn eine Geschichte der Liebe, ohne jedoch eine Liebesgeschichte zu sein. Das zweifellose Herzzstück des Romans – Solals Rede – lädt den Leser geradezu ein, im Salon der Hauptfigur Platz zu nehmen und den Geheimnissen eines Don Juans zu lauschen. Er wird Zeuge einer aufkeimenden Liebe und begleitet das Paar durch ihre Höhen und Tiefen. Cohen ist in der Lage das himmelschreiende Glück, den Überschwang der Gefühle und die fast schon dümmlich anmutenden Rituale einer anfangenden Liebe einzufangen und so zu Papier zu bringen, dass es dem Leser scheint, er selbst sei Teil des Paares. Leider trifft dies auch auf die Kehrseite zu und so werden wir Zeuge, wie diese Liebe, die eine Absolute ist und keinerlei Ablenkung duldet, langsam an sich selbst erstickt. Cohen zeigt hier das auf, was uns Shakespeare in Romeo und Julia durch den Kunstgriff des schnellen Todes der beiden Hauptfiguren ersparte: Den bitteren Todeskampf einer anfangs wundervollen Liebe. Lies mehr auf: http://wp.me/p64ydp-5

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  • Nicht mein Buch

    Die Schöne des Herrn
    Schelmuffsky

    Schelmuffsky

    08. July 2014 um 09:33

    Ich habe die Lektüre auf Seite 250 abgebrochen. Ein paar Mal Schmunzeln und ein guter Stil sind auf Dauer zu wenig. Die auf dem Buchrücken angekündigte leidenschaftliche Liebesgeschichte ist nicht absehbar, die beiden Beteiligten scheinen mir eher uninteressant, das Milieu ist nicht meine Welt, nicht ein Gedanke und nicht eine Frage, die mich irgendwie beschäftigt hätten, statt dessen ein (mit Ausnahme der Verwandten aus Griechenland) extrem dröges Personal. Nichts für mich.

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  • Rezension zu "Die Schöne des Herrn" von Albert Cohen

    Die Schöne des Herrn
    mezzomix

    mezzomix

    22. November 2012 um 20:06

    Ein gewaltiges Buch, das mich in seiner Intensität an "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace erinnert hat. Ein Roman über die manchmal zerstörerische Macht der Liebe, zusammengesetzt aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln seiner Protagonisten. Unbedingt Lesenswert!

  • Rezension zu "Die Schöne des Herrn" von Albert Cohen

    Die Schöne des Herrn
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    19. September 2012 um 14:01

    Ein episches Meisterwerk Der anno 1968 erstmals veröffentlichte Roman "Die Schöne des Herrn" des aus der Schweiz stammenden französischschreibenden Erzählers Albert Cohen ist einer der großen (Liebes-)Romane des zwanzigsten Jahrhunderts. "Die Schöne des Herrn" ist auch der dritte und vorletzte Teil der "Solal-Tetralogie", die aus den Büchern "Solal", "Eisenbeißer", "Die Schöne des Herrn" und "Die Tapferen" besteht. Groß ist der Roman, nicht nur wegen seiner epischen Länge, sondern dank der Vielschichtigkeit der Aussagen, die Albert Cohen vermeintlich hinter der diesen Roman bestimmenden, leidenschaftlichen, zerstörerischen und überdrehten "amour fou" versteckt. Und das, obwohl man am Anfang dieses fast 900 Seiten langen Romans fast geneigt ist, das Buch bereits nach wenigen Seiten wieder wegzulegen und sich wundert, wieso man sich die Mühe einer Überarbeitung der Übersetzung überhaupt gemacht hat. Fast dilettantisch und altmodisch kommt dieser Anfang daher, getaucht in eine kitschige Sauce. Die Erinnerungen der Genfer-Protestantin an ihre Kindheit, ihren Hund und einen dubiosen Stallburschen, der natürlich für ihr erotisches Erwachen zuständig war, sind eigentlich das, was man einem Schriftsteller raten möchte, nicht an den Anfang seines Romans zu stellen. Doch dann wechselt Cohen schlagartig die Stimmung, die Perspektive und den Erzählstil. Sofort spürt man, in welch großartigem literarischen Kosmos man sich befindet. Aus dieser Perspektive betrachtet, ergibt der etwas unrunde Anfang doch sehr viel Sinn. Ariane, aus einer Genfer Adelsfamilie stammend, hat ihre Geschwister und den Vater früh verloren, lebt verarmt, bis sie durch die Erbschaft des Vermögens ihrer Tante reich wird. Obwohl sie der Diplomat Seume aus der Verzweiflung holt und wahrscheinlich vor dem Selbstmord bewahrt, indem er sie heiratet, träumt sie weiter von der großen Liebe. Und die taucht mit dem Erscheinen des französisch-jüdischen Ex-Ministers und Diplomaten Solal auf. Ariane erinnert sich, während sie in der Badewanne liegt und an das in wenigen Stunden stattfindende Treffen mit Solal denkt, an die erste Begegnung der beiden, an die ersten frivolen "Fruchtküsse". Sie denkt daran, wie Solal sich in sie verliebt hat, hineingesteigert in ihre, wie sie sich erinnert, "gefährliche Schönheit". Solal, der angesehene Diplomat, der nicht nur bei offiziellen Festen, sondern auch in den Betten der Frauen glänzt, verdirbt sich sein Ansehen im Jahr 1933, als er den Völkerbund wegen Untätigkeit und Wegschauens im Zusammenhang mit den Ereignissen in Deutschland angreift. Man weiß von den Geschehnissen und Verfolgungen der Juden, helfen und eingreifen will man nicht. Er verliert seinen Posten und flieht mit Ariane in den Süden Frankreichs, wo die beiden ihre Affäre weltfremd ausleben. Solal fühlt sich jedoch bald eingeengt und versucht sich zu retten, indem er sich bemüht, seinen Posten wiederzuerlangen. Im mittlerweile antisemitischen Paris muss er erfahren, dass die Bürger Adolf Hitler statt des jüdischen Sozialisten und Leiters der damaligen Volksfront, Leon Blum, bevorzugen. Enttäuscht, verwirrt und gedemütigt kehrt er zu seiner Geliebten zurück. Und so bewegt sich alles im Kreis weiter. Albert Cohen zelebriert die verschiedenen Spielarten der Liebe mit allen angenehmen und unangenehmen Nebenwirkungen bis aufs Äußerste. Seine Protagonisten leben die Exzesse, als wäre das Leben eine Theaterbühne, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf Gefühle der Mitmenschen, wie eine zu tief in die Wundertüte greifende Inszenierung. Enttäuschung und Verzweiflung färben jeden Satz, jede Szene; so wird aus diesem Liebesroman ein großes Lamento auf das grausame zwanzigste Jahrhundert, in dem die Erotik symbolisch im Vordergrund stehend die durchsickernde Botschaft umso stärker wirken lässt. "Die Schöne des Herrn" ist ein zutiefst psychologischer Roman, der es dem Leser nicht leicht macht, immer wieder auch bewusst schwer macht, fast so, als hätte der Autor den Leser an strategischen Stellen wieder zur Aufmerksamkeit zwingen wollen. Es ist aber auch ein Roman mit großen Kontrasten und viel Sarkasmus, vor allem im Bereich der Beziehung zwischen Frau und Mann. Man meint sogar, dass die diversen beziehungsgestörten literarischen Protagonisten der letzten paar Jahrzehnte möglicherweise noch immer von diesem Roman zehren. Und während die so leidenschaftlich Liebenden ihre Eifersucht leben, ihre Todessehnsucht projizieren und immer wieder gezwungen sind, sich einzugestehen, dass ihre Erwartungen wieder nicht erllfüllt worden sind, meistert Albert Cohen das Kunststück, einen fast kitschig pathetischen Liebesroman geschrieben zu haben, der nicht nur ein psychologischer Roman in der Nachfolge Dostojewskis und ein Spiegel seiner Zeit ist, sondern, wie wir mittlerweile wissen, in vielen Punkten fast prophetisch drohend in die Zukunft weist. Absolute Empfehlung. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at Roland Freisitzer; 09/2012)

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  • Rezension zu "Die Schöne des Herrn" von Albert Cohen

    Die Schöne des Herrn
    sumsidie

    sumsidie

    29. April 2010 um 10:28

    Dieses Buch ist für Zyniker, die Selbstbestätigung brauchen, dass es wahre Liebe / Leidenschaft gar nicht gibt bzw. auf lange Sicht zwischen zwei Menschen nicht geben kann. Oder aber man kann es auch als Anleitung benutzen wie man eine Frau um den Finger wickeln kann. Kurzum, nix für Frischverliebte, aber dennoch ein gutes Buch.