Das Büchlein enthält einen Briefwechsel aus dem Jahr 1932 zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud. Zustande kam er aufgrund einer Einladung des damaligen Völkerbunds an Albert Einstein, mit einer Person seiner Wahl in freiem Meinungsaustausch ein frei gewähltes Problem zu erörtern. Der Gedankenaustausch dreht sich um das Thema Krieg, um Ursachen und Hintergründe, aber auch um die Frage, ob es einen Weg gibt, die Menschen von dem Verhängnis des Kriegs zu befreien. Beleuchtet werden Aspekte wie die Zusammenhänge zwischen Recht, Macht und Gewalt, die Manipulation von Mehrheiten durch Macht ausübende Minderheiten, die Verwurzelung von Aggression und Liebe in der menschlichen Psyche, oder Maßnahmen zugunsten einer friedlicheren Welt. Dabei zeigt sich, dass Freud mit den Ansichten Einsteins sympathisiert, die Hoffnung auf weltweiten Frieden jedoch nur bedingt mit ihm teilt.
Umrahmt wird der Briefwechsel vom einleitenden Bekenntnis Einsteins für einen militanten Pazifismus – Einstein äußert sich dazu mit klaren, teils harten, auch fordernden Worten – sowie dem abschließenden Essay ‚Die gute Erde stirbt’ von Sachbuch- und Science-Fiction-Autor Isaac Asimov aus dem Jahr 1971. Asimov geht der Frage nach, wie viel Menschheit die Erde verkraftet. Er kommt zu einem ernüchternden Schluss. Mit der Aufzeichnung des Zusammenhangs zwischen ins Toxische gekipptem Wachstum und Krieg bereichert er das Hauptthema mit einem bedeutsamen Aspekt. Eine Anschuldigung im Kontext der Geburtenregulierung fand ich unangebracht. Die Fehlprognose zum Schluss trübte den Eindruck vom Essay zusätzlich ein.
Warum Krieg? Man muss nicht zwingend die Geschichte durchforsten, um die beschriebenen Triebkräfte wiederzuerkennen. Ihren Auswüchsen fallen noch heute unzählige Menschen zum Opfer.
Albert Einstein
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Quelle: Verlag / vlb
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Wenn der Keks spricht, haben die Krümel Sendepause! Und wenn Einstein spricht, ist es auch muchsmäuschenstill. Und nicht nur, wenn man einmal im Leben die Relativitätstheorie verstehen will…
Einstein gehört auch fast siebzig Jahre nach seinem Tod zu denjenigen, denen man nur schwer Verfehlungen nachsagen kann. Das liegt zum Einen daran, dass er immer auch einen kleinen Schalk im Nacken hatte, den er nur allzu gern auch freien Lauf ließ. Bei Diskussionen mit Berlinern verglich er sich mit einem prämierten Huhn. Nur die Frage, ob er noch Eier legen könne, konnte selbst er nicht beantworten. Auch heute noch ein Brüller auf jedem langweiligen Get-Together.
Nachdenklich stimmen Einsteins Gedanken über seine deutsche Heimat. Die musste er verlassen, um drohender Gewalt durch die Nazis zu entkommen. Die Befürwortung eines atomaren Erstschlags gegen Deutschland bezeichnete er bis zu seinem Ende als seinen größten Fehler. Auch die Erkenntnis nicht unfehlbar zu sein und zu seinen Fehler zu stehen, diese auch immer wieder anzuprangern, ist wohl der zweite Grund Albert Einstein immer an den Lippen zu hängen.
Nun ist es so, dass man dieses Buch nicht Seite für Seite durchliest und dann zufrieden beiseite legt. Es dauert ein bisschen bis man es ausgelesen hat. Die Dosis macht das Gift und eben auch die Erkenntnis. Hier sind gleich mehrere Füllhörner an Weisheiten in kompakter Form für den Leser zusammengefasst. So fällt es einem doch schwer die einzelnen Zitate noch einmal wiederzugeben, wenn man sich zu vielen Seiten widmet. Jeden Tag eine Seite oder pro Woche ein Kapitel sind vollkommen ausreichend, um dem Genie ansatzweise auf die Spur zu kommen.
Lauernd auf das nächste Bonmot blättert man sich vorsichtig weiter. Berauscht sich an seinen Einsichten über sich selbst. Erschrickt über Gedanken über die Menschheit. Und nickt zustimmend mit dem Kopf, wenn er sich zur Atombombe äußert.
Es sind die zahlreichen Einschläge, die seine Worte hinterlassne, die dem Leser teils die Augen öffnen oder gar neue Gedankengänge offenbaren. Viel wurde über Einstein geschrieben. In Bern, wo er einen stupiden Job annahm, um den Kopf für seine Forschungen freizubekommen (und das nötige Kleingeld für die notwendigen Ausgaben zu erwirtschaften), kann man durch sein Appartement schlendern, im Museum seine Nobelpreismedaille und seinen Kinderwagen bestaunen. Doch in seinen Kopf kann niemand hineinschauen. In diesem Buch kann man es doch – ein bisschen. Ihn besser verstehen ebenso. Klein, kompakt, inhaltsschwer.
Einstein schreibt Freud, dieser antwortet und erhält nochmal eine Erwiderung von Einstein. Im Abschluss folgt noch ein Essay von Isaac Asimov, das, ehrlich gesagt, ein bisschen egal ist. All in all, ein quick read.
Was auf den wenigen Seiten steht, ist inspirierend. Passend zu jedem der beiden Denker, aus relativ theoretischer, beziehungsweise aus der Perspektive der Psychologie. Beide machen zwischendurch die Feststellung, dass die Theorie ganz einfach ist, aber die Umsetzung an einer Tatsache scheitert: Wir sind Menschen. Und Menschen sind komplex, vor allem, wenn sie aufeinander treffen. Beginnend damit, dass Einstein einen Grundhass im Menschen konstatiert, der sich leicht in Abnormität steigern kann. Mal dahingestellt, ob man mit diesem Gedanken übereinstimmt, er ist einer von vielen interessanten Gedankengängen auf diesen Seiten. Freud stimmt mit ein, indem er auf den Konfliktherd des Zusammenlebens geht. Schon immer habe es Probleme zwischen Gemeinschaften aller Art gegeben. Und natürlich findet er, sonst wäre es nicht Freud, auch wieder einen Schwenk in Triebe und Sexualität.
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