Albert Ostermaier

 4 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Zephyr, Für den Anfang der Nacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Albert Ostermaier

Albert Ostermaier, Jahrgang 1967, ist neben der Schriftstellerei als erfolgreicher Theaterautor tätig. Der Veröffentlichung seines Debütromans "Zephyr" folgten zahlreiche weitere Bücher, darunter auch Gedichtbände. Für sein literarisches Schaffen wurde Ostermaier mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Kleist-Preis und dem Berthold-Brecht-Preis. Der Autor lebt und arbeitet heute in Berlin.

Neue Bücher

Über die Lippen

Erscheint am 11.02.2019 als Hardcover bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Albert Ostermaier

Sortieren:
Buchformat:
Für den Anfang der Nacht

Für den Anfang der Nacht

 (5)
Erschienen am 01.10.2007
Herz Vers Sagen

Herz Vers Sagen

 (5)
Erschienen am 28.05.1995
Heartcore

Heartcore

 (5)
Erschienen am 31.10.1999
Zephyr

Zephyr

 (5)
Erschienen am 25.02.2008
fremdkörper hautnah

fremdkörper hautnah

 (3)
Erschienen am 01.05.2006
Schwarze Sonne scheine

Schwarze Sonne scheine

 (2)
Erschienen am 16.07.2012
Seine Zeit zu sterben

Seine Zeit zu sterben

 (2)
Erschienen am 10.11.2014
Solarplexus

Solarplexus

 (1)
Erschienen am 10.03.2004

Neue Rezensionen zu Albert Ostermaier

Neu

Rezension zu "Herz Vers Sagen" von Albert Ostermaier

tief eintauchen und davon fliegen
emma_vanderthequevor 2 Jahren

„ratschlag an einen jungen dichter

als dichter musst du wissen wie
man leute killt köpfe zwischen
zeilen klemmt sie plätten satz für
satz das ist das blei das du hast
ein gutes gedicht braucht heut
zutage einfach einen mord damit
die quote stimmt sie nicht zum
pinkeln gehen wenn du um ihre
herzen wirbst musst du sie brechen“

Ja, all das kann Albert Ostermeier! Wunderschön und immer wieder aufregend schreibt er über Liebe, Beziehungen, Alltag, verändert den Sinn der Zeilen durch Zeilenumbrüche, die die ganze Bedeutung verändern und schafft es so, mit ein paar Worten sehr vielschichtige, poetische und doch profane Aussagen zu treffen, irgendwo zwischen Shakespeare und Bukowski.

„Faust auf’s Herz“: Seine Gedichte gehören zu den schönsten die ich kenne!

Kommentieren0
4
Teilen

Rezension zu "Schwarze Sonne scheine" von Albert Ostermaier

"Zu gewissen Stunden ist das Land schwarz vor lauter Sonne..."
The iron butterflyvor 3 Jahren

Sebastian erhält eine erschütternde Diagnose, die ihn zu Boden reißt und ihm gleichzeitig diesen unter den Füßen fortzieht; ein seltener Herpesvirus, der ihm unbehandelt noch eine Lebenszeit von ungefähr einem halben Jahr gewährt, wurde bei einer Blutuntersuchung entdeckt. Und plötzlich verändert sich alles.

Bereits die Zeit bis zur Diagnose verbringt der Jurastudent Sebastian in einem Taumel zwischen Bangen und Hoffen. Jedes Ziepen und Ziehen, jeder Schweißausbruch wird kritisch analysiert…ohne echte Erkenntnisse. Aber nun, nach der grausamen Diagnose, stellt das drohende Schicksal alles auf den Kopf.

Sebastian, der doch viel lieber Schriftsteller, Lyriker, Freigeist sein will und schon lange mit dem Gedanken spielt endlich seinen Eltern zu sagen, dass er das Familienunternehmen nicht übernehmen möchte. Sebastian, der sich vom väterlichen Freund, dem Abt Silvester, gerade jetzt in dieser kritischen Phase Zuspruch und Rückhalt erhofft und nun die größten Zweifel hegt, ob diese Freundschaft, dieser Rückhalt jemals existierte. Sebastians innere Klausurtagung bringt die Grundfesten seiner Persönlichkeit ins Wanken.

Albert Ostermaier ist auf rasante Weise, mit „Schwarze Sonne scheine“ die literarische Niederschrift innerster Gedanken und Zweifel gelungen, die wohl in allen Menschen begründet liegen. Wer bin ich? Wer will ich sein? Was hält mich am Leben? Kann ich auch ohne dieses Leben sein, schaffe ich es loszulassen? Wer ist mein Rückhalt? Diese Ansammlung hin- und hergerissener Fragen und Antworten wirkt gezielt angespannt, wütend und plötzlich weinerlich, lamentierend und trifft damit auf tragikomische Weise genau den Punkt, denn sein Protagonist Sebastian wird durch die, in den Raum gestellte Diagnose zu einer inneren Inventur gezwungen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sind beinahe durchweg enttäuschend realistisch und zeigen auf, dass der Mensch dazu tendiert die Augen zu verschließen oder sich gerne blenden lässt.

Sprachlich ist „Schwarze Sonne scheine“ lyrisch, metaphernreich und gibt durch lange aneinander gereihte Gedankenschübe ein strammes Tempo vor. Aber ich wollte Sebastians Lamento nicht immer lauschen und musste mich dem manchmal einfach entziehen, daher will ich mich bei Albert Ostermaier mit drei wohlgesinnten Sternen bedanken.

Kommentieren0
23
Teilen

Rezension zu "Zephyr" von Albert Ostermaier

Der Wind wird uns tragen - Le vent nous portera
The iron butterflyvor 3 Jahren

Im litauischen Vilnius findet im Sommer 2003 die exzessive Liebesbeziehung der Schauspielerin Marie Trintignant und dem Sänger Bertrand Cantat ihr tragisches Ende. Bertrand, der Marie zu Dreharbeiten nach Vilnius begleitet, erschlägt Marie im Taumel zwischen Eifersucht, Leidenschaft und Rausch. Da er seine Brutalität und deren Auswirkungen unterschätzt, dämmert er neben Marie in seiner Erschöpfung dahin und nimmt nicht wahr, dass sie bereits bewusstlos ist und in höchster Lebensgefahr schwebt. Alle Hilfe und medizinischen Maßnahmen kommen für Marie Trintignant zu spät, sie stirbt nach Tagen im Koma am 01. August in Paris an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas.
Gilles, der den Auftrag zu einem Drehbuch über die Beziehung zwischen Marie und Bertrand erhält, befindet sich in einer seltsam ähnlichen Situation wie Bertrand. Seine Ehe mit Cathy scheint verfahren und die Eifersucht lässt Gilles an Cathy und seinem besten Freund Costello zweifeln. Gilles vermutet von beiden betrogen worden zu sein und dieser Verrat klingt doppelt und dreifach in ihm nach, da vieles unausgesprochen bleibt. Um Inspirationen für die Arbeit an seinem Drehbuch zu finden, lässt sich Gilles trotz allem von Costello zu einem Abstecher an die Côte d’Azur zusammen mit Cathy überreden. Die Sonne, das Meer, Strand, gutes Essen, das alles könnte die Fronten zwischen Gilles und Cathy aufbrechen und seine Schreibblockade beseitigen.
Aber Gilles verliert zunehmend den Bezug zur Wirklichkeit und kann sich kaum noch aus dem Nacherzählen und –empfinden des Verbrechens aus Leidenschaft an Marie Trintignant lösen. Blickt er auf seine Sammlung der Fakten oder sieht er sich selbst über die Schulter? Alles verschwimmt.

Albert Ostermaier, von dem ich bisher nur seine dynamische und ausdrucksstarke Lyrik kannte, konnte mich mit seinem Thema der leidenschaftlichen Ohnmacht und dem Verwirrspiel um Gilles Wahrnehmung neugierig machen. Rasch musste ich jedoch feststellen, dass die extrem flotten Perspektivwechsel mich in vielen Momenten in die Irre führten. Klar, das ist Programm und natürlich beabsichtigt, aber auch sehr anstrengend. Als dann mehr Ruhe in die Wahl der Blickwinkel kam, gewann die Handlung nicht nur an Übersicht sondern auch an Spannung. Insgesamt fehlte es weder an sprachlichen Qualitäten noch inhaltlichem Futter, mir persönlich fehlt jedoch der zündende Funke, um dem Westwind „Zephyr“ mehr als drei Sterne zu widmen.

Kommentieren0
27
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 35 Bibliotheken

auf 4 Wunschlisten

von 3 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks