Albert Ostermaier Schwarze Sonne scheine

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Inhaltsangabe zu „Schwarze Sonne scheine“ von Albert Ostermaier

Unauflöslich und ungeheuerlich erscheint das Dilemma, das dem zweiten Roman von Albert Ostermaier seine aufs äußerste gehende existentielle, moralische und gesellschaftliche Dimension verleiht. Ein junger Mann, aufgewachsen in einem katholischen Internat in Bayern, der sein Leben darauf ausgerichtet hat, Schriftsteller, Dichter zu werden, muß sich entscheiden zwischen sicherem Tod und ungewissen Überleben, für das er sich allerdings zwei völlig unbekannten Menschen überlassen muß. Eine ausgewiesene prominente Ärztin stellt ihm die Diagnose, er leide an einer nur von ihr diagnostizierbaren tödlichen Krankheit, die eine sofortige Therapie im amerikanischen Texas erfordere. Der väterliche Mentor, ein katholischer Priester, rät, der Ärztin zu vertrauen und in die USA zu reisen. Wie soll sich der angehende Schriftsteller entscheiden? Andere Diagnosen einholen, obwohl sie laut Ärztin die Krankheit nicht aufspüren können? Dem Rat der Eltern folgen und sich sofort dem Krankenhaus ausliefern? Statt dessen rekapituliert er sein Leben und die Ereignisse, die zu dieser dramatischen Situation geführt haben. Diese Recherche der vergangenen und verlorenen Jahre eines jungen Mannes weitet sich durch die detailgetreue, nüchterne Schilderung der Internatsjahre zu einem umfassenden, erschütternden Panorama moralisch-politischer Strukturen im Süden Deutschlands, in dem der einzelne wenig, die Kirche alles zählt. Und nur wer sich gegen die miteinander verzahnten Hierarchien stellt, ist, wie Albert Ostermaier, in der Lage, souverän vom Leiden, dem eigenen wie dem anderer, einfühlsam und zugleich distanziert, spannend und mitreißend, anklagend und erklärend zu erzählen.

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    Schwarze Sonne scheine

    The iron butterfly

    06. February 2016 um 12:11

    Sebastian erhält eine erschütternde Diagnose, die ihn zu Boden reißt und ihm gleichzeitig diesen unter den Füßen fortzieht; ein seltener Herpesvirus, der ihm unbehandelt noch eine Lebenszeit von ungefähr einem halben Jahr gewährt, wurde bei einer Blutuntersuchung entdeckt. Und plötzlich verändert sich alles. Bereits die Zeit bis zur Diagnose verbringt der Jurastudent Sebastian in einem Taumel zwischen Bangen und Hoffen. Jedes Ziepen und Ziehen, jeder Schweißausbruch wird kritisch analysiert…ohne echte Erkenntnisse. Aber nun, nach der grausamen Diagnose, stellt das drohende Schicksal alles auf den Kopf. Sebastian, der doch viel lieber Schriftsteller, Lyriker, Freigeist sein will und schon lange mit dem Gedanken spielt endlich seinen Eltern zu sagen, dass er das Familienunternehmen nicht übernehmen möchte. Sebastian, der sich vom väterlichen Freund, dem Abt Silvester, gerade jetzt in dieser kritischen Phase Zuspruch und Rückhalt erhofft und nun die größten Zweifel hegt, ob diese Freundschaft, dieser Rückhalt jemals existierte. Sebastians innere Klausurtagung bringt die Grundfesten seiner Persönlichkeit ins Wanken. Albert Ostermaier ist auf rasante Weise, mit „Schwarze Sonne scheine“ die literarische Niederschrift innerster Gedanken und Zweifel gelungen, die wohl in allen Menschen begründet liegen. Wer bin ich? Wer will ich sein? Was hält mich am Leben? Kann ich auch ohne dieses Leben sein, schaffe ich es loszulassen? Wer ist mein Rückhalt? Diese Ansammlung hin- und hergerissener Fragen und Antworten wirkt gezielt angespannt, wütend und plötzlich weinerlich, lamentierend und trifft damit auf tragikomische Weise genau den Punkt, denn sein Protagonist Sebastian wird durch die, in den Raum gestellte Diagnose zu einer inneren Inventur gezwungen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sind beinahe durchweg enttäuschend realistisch und zeigen auf, dass der Mensch dazu tendiert die Augen zu verschließen oder sich gerne blenden lässt. Sprachlich ist „Schwarze Sonne scheine“ lyrisch, metaphernreich und gibt durch lange aneinander gereihte Gedankenschübe ein strammes Tempo vor. Aber ich wollte Sebastians Lamento nicht immer lauschen und musste mich dem manchmal einfach entziehen, daher will ich mich bei Albert Ostermaier mit drei wohlgesinnten Sternen bedanken.

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