Albert Wunsch Die Verwöhnungsfalle

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Inhaltsangabe zu „Die Verwöhnungsfalle“ von Albert Wunsch

Wer jeden Wunsch erfüllt und sämtliche Unannehmlichkeiten von Kindern fernhält, nimmt ihnen die Chance, eine eigenverantwortliche Persönlichkeit zu werden. Albert Wunsch fordert deshalb, Kindern und Jugendlichen bewusst Herausforderungen zuzumuten, ohne sie dabei sich selbst zu überlassen. Die überarbeitete Neuausgabe dieses Bestsellers greift viele aktuelle Beispiele und Phänomene auf, wie die stets über ihren Kindern kreisenden »Helikopter-Eltern« und die stark gestiegene Nutzung von Internet und PC-Spielen.

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  • Rezension zu "Die Verwöhnungsfalle" von Albert Wunsch

    Die Verwöhnungsfalle
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    14. February 2013 um 13:54

    Nicht nur der Erfolg, das Leben an sich braucht Anstrengung „Wer häufig für ein Kind handelt, es zu lange füttert, ihm die Spielutensilien wegräumt...... sollte möglichst früh nach einem Menschen Ausschau halten, der diesen Job zukünftig, spätestens nach dem eigenen Ableben, übernimmt“. Wenn der Einband des Buches eine „pointierte Darstellung“ verheißt, dann trifft dies für die Ausführungen des Erziehungswissenschaftlers Albert Wunsch tatsächlich zu. Durchaus mit Übertreibung arbeitet eher. Ob er dabei über das Ziel auch hier und da hinausschießt, das wiederum ist in der Struktur, die Wunsch nutzt, nicht immer einfach zu erkennen. Denn „frei weg“ geht Wunsch voran, in eher sezierender und analytischer Weise. Wieweit Beispiele, die Wunsch benennt, denn nun wirklich allgemeingültig sind, das ist im Buch daher nicht wirklich abschließend bewertbar. Vor allem, da Wunsch sich weniger um die breitere Problematik eines Aufwachsens in einer rein materiell und erfolgsorientierten Welt kümmert und auch nicht in Medien, Werbung oder an den „Spitzen der Gesellschaft“ fehlgeleitete „Ideale und Vorbilder“ ausmacht, sondern das Problem primär in den „verwöhnten, verweichlichter Heranwachsenden“ hinein verlagert, die von, vor allem, den Eltern so was wie „härter rangenommen werden müssten“. Nicht bedacht ist, dass medial zumindest offenkundig die „hart arbeitenden“ Bürger nicht gerade die sind, welche die „Treppen nach oben“ dann folgerichtig erklimmen, sondern im Gegenteil hier immer mehr „abgehängt“ werden von jenen, die an der „Selbstbedienungstheke“ einfach näher dran stehen. Hier bräuchte es im Buch schon eine stärkere Differenzierung und auch ein breiteres Verständnis für die innere Situation Heranwachsender (ohne diese natürlich zu „verwöhnen“). Wie der Blick ins südliche Europa zeigt, nutzt es bei einseitigen wirtschaftlichen Interessenslagen als junger Mensch sehr wenig, zu harter Arbeit bereit zu sein. So können gewisse Haltungen einfach auch logische und folgerichtige Reaktionen auf breite Entwicklungen sein und müssen nicht nur in einer verwöhnenden Haltung den Heranwachsenden gegenüber begründet liegen. Sicher den Tatsachen aber entspricht es, dass aktuell heranwachsende Jugendliche, zumindest in Deutschland in einem bis dato hohen materiellen Überfluss aufgewachsen sind. Und im Rahmen der Medien mit Idealen, Vorbildern, Idolen konfrontiert werden, die vor allem eins scheinbar nicht nötig haben: kontinuierliche, teils auch harte Arbeit an sich und an Aufgaben. Eine Fähigkeit, die laut Wunsch, auch und gerade durch die „verwöhnende“ Haltung von Eltern entweder gar nicht antrainiert oder gar gezielt abtrainiert wird. Berichte aus Lehrbetrieben, weiterführenden Schulen und Bildungseinrichtungen bestätigen, dass eine nicht unerhebliche Menge von Jugendlichen grundlegende Kompetenzen zur eigenen Erarbeitung von Problemstellungen, eigenen Problemlösungen und Durchhaltevermögen bei „unerfreulichen“ Arbeiten nicht mehr in ausreichendem Maße vorweisen können. Wohl aber von „Lust“ und „Keine Lust“ klar zu sprechen wissen. So ist dieses Buch auch eine deutliche, harsche und, in Teilen „vernichtende“ Kritik an der westlich-hedonistischen Lebensweise an sich, die um so mehr ihre Wirkung zeigt, gerade weil sie mit prägnanten Fallbeispielen aufwarten kann. Dass es hier nur um eine „Volksdroge Verwöhnung“ geht, wie Wunsch es heraushebt, und das Problem nur darauf zurückzuführen ist, ist allerdings zu verkürzt.. Viele andere Faktoren steuern Elemente mit hinzu, um das Leben rein nach einem vermeintlich möglichen „einfachen Erfolg“ auszurichten. Hier zieht Wunsch eine zu einseitige Linie auf. „Verwöhnung als Allroundkiller von Selbstkompetenz“, (Ausnahmen bestätigen die Regel) wird allerdings von Wunsch zumindest nachvollziehbar und breit belegt. „Überbehütung“, „Helikoptereltern“, all dies ist ja tatsächlich zunehmend beobachtbar. Ebenso, wie die ständige in griffweite bereitstehende „Nuckelpulle“. In diesem Strang kann man Wunsch durchaus folgen. Gut gelöst zudem ist, dass Wunsch nicht bei der Klage an sich stehen bleibt, sondern, nach breiten Darlegungen von Ursachen, Pathologie und Folgen der „Verwöhnung“ durchaus in der Lage ist, praktische Hinweise Mehr an Chancen zur Selbstkompetenz vorlegt (Das „Starthilfe Set“ ist durchaus praktikabel vorgestellt im Buch). Im Stil sind die Einlassungen weitgehend mit einem deutlich erhobenen Zeigefinger und einer gewissen Hybris des Autors versehen (warmes Verständnis wird hier nirgends gezeigt), transportieren aber dennoch eine fundierte Sicht auf ein erkennbares Problem der modernen Gesellschaft. Was allerdings der allgemeinen Gültigkeit, die Wunsch darlegt, nicht in dieser umfassend alleinigen Form entspricht. Alles in allem eine pointierte, stringente Darstellung, die sich hier und da zu sehr „nur“ auf eine Ursache stützt, für diese aber durchaus fundiert etwas zu sagen hat.

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