Albertine Sarrazin Astragalus

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Inhaltsangabe zu „Astragalus“ von Albertine Sarrazin

Den Sprung von der Gefängnismauer in die Freiheit bezahlt Anne mit einem Bruch des Sprungbeins, des Astragalus. Verletzt schleppt sich die Neunzehnjährige an den Straßenrand und wird dort von Julien aufgelesen. Beide erkennen im anderen die eigene Lebenswelt, die Welt des Knastes, der Kleinkriminalität und verlieben sich: zwei Menschen, unbedingt in ihrem Drang nach Freiheit und zugleich existentiell angewiesen auf die Nähe und den Halt des anderen. Als „L’Astragale“ 1965 in Frankreich erschien, sorgte es für eine Sensation: „Zum ersten Mal spricht eine Frau über ihre Gefängnisse“, schrieb Simone de Beauvoir. Fünfzig Jahre später gilt es, diesen Text in neuer Übersetzung wieder zu entdecken, seine Kraft und seine rauhe Poesie.

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    Astragalus
    BeaMilana

    BeaMilana

    18. August 2016 um 19:02

    Wie konnte ich dieses Buch noch nie gelesen haben? Es hat mich umgehauen. "Zum ersten Mal spricht eine Frau über ihre Gefängnisse", schrieb Simone de Beauvoir 1965, als "L’Astragale“ in Frankreich erschien. Mit großer emotionaler Wucht, außergewöhnlicher Eindringlichkeit und lyrischem Scharfsinn erzählt Albertine Sarrazin als Ich-Erzählerin eine Geschichte, die stark autobiografische Züge aufweist. Ihre Sprache birst vor Fantasie, genauer Beobachtungsgabe und subjektiver Schnoddrigkeit. „Ich war irgendwann vor Ostern abgehauen, aber nichts erstand auf.“ Die Neunzehnjährige Anne bricht sich beim Sprung von der Gefängnismauer das Sprunggelenk (Astragalus). Zum Glück wird sie von einem anderen Gejagten aufgelesen, einem kleinen Gauner, namens Julien. Er versteckt sie in verschiedenen Unterkünften, zuerst bei einer misslaunigen Familie, dann bei einem Freund eines Freundes. Ihr kaputtes Bein heilt nicht, endlich wird es operiert und in Gips gepackt. Ihr Leben bestimmen die Angst entdeckt zu werden, ständige Flucht und die Sehnsucht nach ihrem innig geliebten Ganoven Julien. Dieser kommt oft unerwartet in den Nächten und verschwindet sofort wieder. In ihren neuen Gefängnissen, gehbehindert und anfangs mittellos, harrt Anne aus und hofft auf ein anderes Leben. Es folgen einige Veränderungen, doch die verrate ich hier nicht. Für mich ist „Astragalus“ eine atemberaubende Liebesgeschichte, die vom Schmerz und der Sehnsucht nach Freiheit und Liebe handelt. Geschrieben von der jungen Albertine Sarrazin (geb. in Algier), die aus einer Erziehungsanstalt flüchtete, das Leben eines Strichmädchens führte und wegen bewaffneten Raubüberfalls zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. Sie war eine große literarische Begabung und starb bereits mit 29 Jahren. Beeindruckend auch das Nachwort von Patti Smith, die erzählt, welche Bedeutung dieses Werk für ihr Leben besitzt. Mein Herz hat sie im Sturm erobert. Großen Dank an denjenigen, der es mir empfohlen hat.

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