Alberto Acosta

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Radikale Alternativen

Radikale Alternativen

 (2)
Erschienen am 19.03.2018
Buen vivir

Buen vivir

 (1)
Erschienen am 02.04.2015

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Rezension zu "Radikale Alternativen" von Alberto Acosta

Was noch denkbar wäre neben dem „Kapitalismus“
michael_lehmann-papevor 7 Monaten

Was noch denkbar wäre neben dem „Kapitalismus“

Seit dem Zusammenbruch des UDSSR, seit dem Fall der Mauer, ist nicht nur ein (in weiten Teilen menschenverachtendes) System in sich kollabiert, sondern auch eine „Alternative weniger“ gesellschaftlich vorhanden.

Keine „gute Alternative“, so kann man aus den Fakten der Geschichte heraus sagen, aber immerhin eine Art „Korrektiv“ für den, im Rest der Welt damals, vorherrschenden Kapitalismus. Eine Art Konkurrenz, eine scheinbare Alternative, die zumindest dazu geführt hat, so die Lesart nicht weniger Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler, dass der Westen sich ein stückweit „in Acht nahm“ und der Sozialstaat ein wichtiges Thema in der weltweiten politischen Kräfte-Balance darstellte.

Und nun stellt sich einerseits der Kapitalismus als scheinbar „Alternativlos“ und einziges Wirtschaftssystem dar, zum anderen aber werden die sozialen Verwerfungen mit bedingt durch die einseitige Ausrichtung auf Maximierung des Profits und der Akkumulation des Kapitals deutlicher und deutlicher sichtbar und führen zu mehr und mehr kritischen Stimmen zumindest gegen die gegenwärtige Ausprägung der real- und finanzwirtschaftlichen Ausrichtung der „schönen, neuen Welt“ und deren Folgen.

Acosta und Brand sammeln in diesem schmalen Band Alternativen. Real existierende Alternativen und Ideen, die, im Verbund, eine Möglichkeit des gesellschaftlichen Zusammenlebens ergeben könnten, die weitaus gerechter in der Verteilung und Nutzung der Ressourcen am Ende daherkommt.

Hierzu verbinden die beiden Autoren, nach einer differenzierten Hinführung auf das Problem und auf., vor allem, die systemimmanenten Schwierigkeiten, Alternativen zum Kapitalismus zunächst zu denken, dann zu finden und sodann praktikabel darzulegen, zwei Alternativen zu einem gemeinsamen Entwurf.

Einerseits die „Degrowth-Perspektive“. Der Ansatz zur „Wachstumsrückname“, der zentral kritisch am „Credo des Kapitalismus“ ansetzt, dass „Wachstum zwingend notwendig ist“, um das Wirtschaften an sich und damit „die Welt“ in Gang zu halten. Eine Kritik, die im Übrigen inzwischen auch von führenden Wissenschaftlern aller Fachrichtungen geteilt wird und die rein ökologisch betrachtet offenkundig dahinführt, dass eben soziale Verwerfungen und eine soziale Trennung der Welt Grundvoraussetzung sind. Da der Planet einfach rein rechnerisch schon nicht genügend Ressourcen hervorbringt, um allen Bewohnern des Planeten den gleichen Lebensstil zu ermöglichen.

Radikal sich abwenden vom Wachstumszwang und hin zur nachhaltigen Wirtschaft mit, natürlich, und daran scheitert bisher vieles, der Notwendigkeit gerade der Bewohner der westlichen Hemisphäre, nicht wenig des eigenen Konsums und der eigenen „Versorgung“ zurückzunehmen.

Hinzu tritt der „Post-Extraktivismus“ im Buch. Der, das ist der Vorteil, bereits an praktischen, realen Beispielen geschildert werden kann, die zu Zeiten vor allem in Lateinamerika „Schule machten“ (wobei auch dort, leider, die Rückkehr zur Ressourcenausbeutung vielfach wieder im Vormarsch sich befindet). Di im Werk von den beiden Autoren im Nachgang zu den Thesen von Enrique Leff als „neue Produktionsrationalität“ gesetzt wird.

Beides gemeinsam, Rücknahme und anderes, nachhaltiges, ökologisches Wirtschaften setzen dann die Autoren im Buch überzeugend zu einer, tatsächlich radikal zu nennenden, Alternative dem aktuell herrschenden System des „liberalen Kapitalismus“ entschieden entgegen. Mit überzeugenden Argumenten und einer klaren Vision.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser neue, verbindenden Ansatz weiter Gehör findet und tiefer ausgelotet werden kann, so dass auch zahlenmäßig größere Bereichen der Gesellschaften sich mehr und mehr von einem notwendigen „Umdenken“ inspirieren und überzeugen lassen.

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